Schmerzende Hände und Po: Anderer Sattel & Vorbau?

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  • Danke für euer Feedback. Verdammt. Ich war echt zu naiv. In meinem jugendlichen Leichtsinn hatte ich angenommen, dass es einfacher ist. Nun habe ich Equipment gekauft, Touren geplant (Trans Bayernwald MTB, Transgermany) und ein riesige Freude geschoben, um jetzt festzustellen, dass das Bike was ich habe so überhaupt nicht fahrbar auf langen Distanzen ist. Nochmal 500 € für Bikefiting + Zubehör war leider im Budget nicht vorgesehen. In Hamburg gibt's auch kein Bikefitting für MTB. Kennt ihr was in München und könnt allgemein irgendwen empfehlen? Bin im August in München. Denkt ihr, dass man das Bike passend machen kann oder kann es auch sein, dass die sagen, passt nicht? Von den Maßen kommt es eigentlich hin. Also bin in der vom Hersteller angegebenen Range. Hatte das Bike zu einem guten Preis gebraucht gekauft. Bin gerade ziemlich frustriert. Hab auch irgendwie keine Lust jetzt wieder 10 Teile zu kaufen und am Ende keinen Schritt weiter zu sein. Angenommen ihr wäret an meiner Stelle, Student..., was würdet ihr jetzt machen? Bike verkaufen und anderes kaufen, Teile kaufen und es nochmal auf eigene Faust probieren, sparen und dann Bikefitting machen?

    Würde eigentlich schon voll gerne eine Tour mit MTB im Sommer machen. 🥲

  • Naja statt Bikefitting kannst du auch erstmal selbst basteln. Am besten mal in das Thema einlesen und youtube schaun. Gibt auch apps mit denen man ein Foto vermessen kann. Ansonsten hilft vermutlich ein gutes Foto von dir in Fahrposition seitlich, das dir Leute Tips geben können.


    Aber im Prinzip Sattelhöhe und Knielot passend einstellen sodass du Freihändig leicht nach vorne gebäugt bequem sitzt und fahren könntest.

    dann Arme 90grad zum körper, ellenbogen leich abwinkeln schulterbreit und soweit nach vorne lehnen wie sportlich du fahren willst also es bequem halten kannst ohne sich abzustützen. Dort muss dan die Lenkerposition sein.

    Am besten sich bei Freunden irgendwo nen Verstellbaren Vorbau mal abmontieren und n Wochenende probieren.

  • Dune Das gute alte Problem... Zeit oder Geld. Ich verstehe deinen Frust gut. Ich hatte mich tatsächlich selbst in das Thema eingelesen, dann kommst du mit Handy, Stativ und etwas Basteln auch sehr nah an das, was Profis machen würden. Es gibt auf YouTube einige ziemlich gute Anleitungen dazu. Im Grunde ist Bikefitting nicht sonderlich schwer, es dauert nur ohne Equipment und Erfahrung ggf etliche Stunden (wahrscheinlich verteilt über 1-2 Wochen). Wenn du dir die Zeit nehmen kannst und möchtest - es lohnt sich.

  • flächenbelastung und DL1JPH

    Möchte einer von euch vielleicht Mal was verlinken was ihr für gut befunden habt als Anleitung? Ich bin bei meinem Bikepacking MTB zwar schon ganz gut vorangekommen und habe einige Verbesserungen erreicht wie oben beschrieben aber ganz zufrieden bin ich auch noch nicht - wäre also auch interessiert.. gibt leider halt auch viel wenig hilfreiches im Netz...

    Vielen Dank schonmal!

  • Klickpedale sind in meinen Augen kein Upgrade, erst recht nicht für Tourenradler. Jeder Mensch, der auch hin und wieder vom Rad steigt, und sich als solcher artgerecht bewegen möchte, sollte lieber bei anständigen Schuhen und dazu passenden Pedalen bleiben!

    Denkt ihr, dass man das Bike passend machen kann

    Ja. Wie gesagt, mach erstmal den Sattel runter und etwas zurück und probier das aus! Achte beim Fahren aktiv auf die Körperhaltung. Mach "Gymnastik" während der Fahrt.

    Pro-Tipp am Rande: Je fester Du in die Pedale trittst, desto weniger Druck hast Du auf den Händen. ;)

  • Ich bin gerade von meiner ersten Tour mit dem MTB zurück. Leider taten mir trotz Ergon GA3 Griffen und Sqlabs Inner Barents die Hände ab 40km ziemlich weh.

    Ich war echt zu naiv. In meinem jugendlichen Leichtsinn hatte ich angenommen, dass es einfacher ist. Nun habe ich Equipment gekauft, Touren geplant (Trans Bayernwald MTB, Transgermany)

    Alles hat eine Lernkurve und so steil ist sie üblicherweise einfach nicht. Stress dich nicht mit so einer riesigen Erwartungshaltung sondern fahr erstmal einfach öfter mal Rad und mach ein paar Overnighter. Wie du es vermutlich auch vom Trekking her kennst lernt man jedes Mal was dazu und variiert.

    Angenommen ihr wäret an meiner Stelle, Student..., was würdet ihr jetzt machen?

    Neben den anderen Sachen, die nix kosten und schon angesprochen wurden:

    - Fahr dein Rad möglichst oft, auch zuhause / im Alltag. Dann kriegst du ein ganz anderes Gefühl dafür und kannst bei jeder Fahrt genau EINE Variable verändern und so den Unterschied erfahren.

    - Experimentiere mit der Sattelneigung: Mehr nach hinten gekippt -> mehr Druck auf dem Intimbereich & weniger auf den Händen

    - Probiere verschiedene Neigungen für Flügelgriffe und Innerbarends. Bei meinen SQLab 710 liegen 5-10 Grad zwischen perfekt und Schmerzen.

    - Fahr ohne Polsterhose. Dann bemerkst du Probleme mit der Sitzposition schneller.

    - Auf Tour: Intimhygiene ist extrem wichtig. Wechsle abends möglichst schnell die Hose und wasch dich. Cool sowohl für Hygiene als auch Gewicht / Packmaß: Merino Boxershorts statt Polsterhose(n). Die lassen sich auch prima 1x / Tag waschen und sind am nächsten Tag wieder trocken. Ich trage jeweils die frische Hose als Schlafhose.

    Wenn es (ein bisschen) Geld kosten darf: Kauf ein paar unterschiedliche Sättel gebraucht auf Kleinanzeigen und finde heraus, welche Form dir am besten passt. Anekdote & Richtwert für die Kosten: Ich habe mich gewundert, dass ich auf meinem vollgefederten MTB trotz extrem breiten Reifen, Radhose, Polsterhose und sehr teuren, modernen Sätteln immer recht schnell Schmerzen hatte. Auf meinem Faltrad mit Jeans (!) und einem 15+ Jahre alten Sattel aus der Teilekiste aber quasi nicht. Dann habe ich den Sattel vom Faltrad ans MTB gebaut und Halleluja! Der hat eine reichlich unmoderne Bauform (lang, schmal, keine Intim-Aussparung), passt mir aber perfekt. Mittlerweile habe ich ihn 4x, gekauft jeweils leicht gebraucht und für ~20 € + Versand.

  • - Experimentiere mit der Sattelneigung: Mehr nach hinten gekippt -> mehr Druck auf dem Intimbereich & weniger auf den Händen

    - Probiere verschiedene Neigungen für Flügelgriffe und Innerbarends. Bei meinen SQLab 710 liegen 5-10 Grad zwischen perfekt und Schmerzen.

    Wichtige Punkte! Hatte ich glatt vergessen. Machen "Anfänger" gerne nicht ganz richtig und kleine Ursache bedeutet hier große Wirkung.

    Der Boppes muss wirklich satt auf dem Sattel (daher vermutlich der Name ;) ) sitzen und da sollte sich möglichst wenig bewegen und schon gar nicht rutschen, auch nicht hin und her! Hin und her kommt von zu hohem Sattel, nach vorne rutschen von nach vorne geneigtem Sattel.

  • Experimentiere mit der Sattelneigung: Mehr nach hinten gekippt -> mehr Druck auf dem Intimbereich & weniger auf den Händen

    Guter Punkt. Evtl auf dem MTB beachten dass die Federung etwas Sag hat - sprich wenn man drauf sitzt geht es vorn beim Hardtail etwas runter. Ich habe etwas gebraucht bis ich das rausgefunden hatte ;)

    Heißt dass der Sattel unbelastet evtl etwas nach vorne oben zeigen muss. Hat bei mir etwas gebracht gegen das nach vorne rutschen und den Druck auf den Händen...

  • Ich kann hier auch noch Senf dazugeben.

    Ich fahre einen Maßrahmen als Cross/ Gravel und einen Nordest Sardinha als MTB sowie ein Omnium MiniMax im Alltag. Reach Tendenz eher kurz.

    Nachdem ich mich durch sämtliche auffindbare Theorie zum Rahmenbau durchgewurschtelt habe, sehe ich ein "Bikefitting" skeptisch.

    Ist halt jetzt Trend, aber löst bei den meisten keine Probleme. Entweder reicht die Ausbildung oder Erfahrung des Fitters nicht aus, oder die Zielsetzung von Fahrer und Fitter passen gar nicht.

    Sicherlich kann man seine Druckpunkte optimieren für optimale Kraftübertragung, aber das bringt nichts wenn das Problem ein überstreckter Rücken ist.

    Bei den meisten Leuten hier hat es geholfen die Sitzposition so zu verändern das der Torso der Haltung beim Dauerlauf nahe kommt.

    Dann sind die Radkontaktpunkte entscheidend. Für meinen Teil komme ich mit den ganzen Ergonbuckel Griffen gar nicht klar.

    Ich fahre auch die Innerbarends aber Esi Griffe. Die schön fetten, weil große Hände. Entspannung haben 17° Backsweep im Lenker gebracht. Je nach Rahmenlänge und gewünschter Sitzposition kann das auch angepasst werden. Sitzpolster machen mir sofort die Hände taub. Ich fahre nur mit Merino Unterwäsche, oder so eine dünn besetzte Fahrradunterhose.

    Sandalen und Platformpedale heilen bei mir alles.😅

    Manchmal hilft es auch sich etwas geduldig einzufinden. Wenn ich öfters mein Mtb nehme wunder ich mich jedesmal über den Sitz auf dem Lastenrad.

    Viel Glück bei der Suche. Soltest du einmal an der Mosel unterwegs sein, komm vorbei. Vielleicht kann ich zur Lösung beitragen ✌️

  • Achja das Thema Reifen + Druck wurde ja auch schon angesprochen.

    Solltest du mit 3 Bar auf dem Mtb durch die Gegend düsen 🫣

    Wie alles hier:

    Weniger ist mehr !

    Einmal editiert, zuletzt von tawis (26. Juni 2025 um 10:47)

  • mit dem Upgrade zu Klickpedalen

    Klickpedale scheitern bei mir v.a. an zumutbaren Schuhen. Für den Winter habe ich einigermaßen passende Schuhe gefunden, für den Sommer tue ich mich weiterhin schwer und fahre deshalb weiterhin mit meinen Altras. Was ich damit sagen will: bei der Suche nach einem guten Bikefitter diesen Aspekt miteinbeziehen.

    Geht es um die Breite der Zehenbox? Dann könnte Keen eine Lösung sein - ich habe Sandalen mit Klicksystemaufnahme von denen - Sprengung ist ebenfalls kaum vorhanden. Mit denen (und Sandalen von Shimano, die überraschend guten Halt geben) fahre ich im Sommer.

    Nicht nur. Ich muss sagen, dass ich es bei sehr weiten Touren auch durchaus genieße die Position etwas wechseln zu können. Zudem mag ich keine sehr steifen Schuhe. Ehrlich gesagt habe ich das Thema für mich fürs erste abgeschlossen va auch nachdem ich jetzt wieder einige Tage 200+ bis maximal 275km Touren mit den Altras gefahren bin und das problemlos so funktioniert hat.

  • An dieser Stelle vielen Dank nochmal für Eure Hilfe. <3 Ich habe in Eigenregie ein paar Sachen verändert – mit Erfolg. 200+ Euro fürs Bikefitting konnten so vorerst gespart werden.

    Schlussendlich sind es ein höherer Lenker (ergotec 70 Riser bar, 12 Grad Backsweep), breiterer Sattel (Ergon ST Gel Men) und breitere Griffe (Ergon GS1 Evo) geworden. Der Sitz ist jetzt etwas aufrechter und komfortabler, ohne die Sportlichkeit komplett zu nehmen. Hätte nicht gedacht, dass man so gut auf einem Bike sitzen kann. Ihr hättet mein Grinsen sehen sollen. Richtig toll.

    Bin gespannt wie es sich auf Tour schlagen wird. Es geht entweder wieder über die Alpen (diesmal durch die Dolomiten an den Gardasee) oder auf die Transbayernwald.

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