Tourenziel für ~7 Tage September – gern etwas bergig?

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  • Hallo,

    Ich suche eine Tour für September, wäre gerne

    • grob 7 Tage unterwegs
    • Halbwegs einsam?
    • Wäre cool wenn mal ein Supermarkt/Campingplatz/Hotel in der Mitte wäre zwecks Klamotten waschen und resupply
    • gerne Bergiger
    • LNT Camping fähig
    • Temperaturtechnisch nicht weit unter 5°C?

    Wollte eigentlich im Juli in die Hardangervidda aber muss jetzt den Urlaub auf September verschieben und ich glaube das wird Wettertechnisch eher mau....?

    Alles in Südeuropa stelle ich mir halt sehr trocken und landschaftlich verdörrt vor.

    Bin über alle Tips dankbar

  • Wenn es Norwegen bleiben soll: Finnskogen oder Nordmarka (Wald- und Seengebiet nördlich von Oslo). Für letztere müsstest du dir selbst eine Rundtour zusammenstellen, ist aber problemlos machbar, da genügend Pfade angelegt sind. Bergig isses auch, zwischendurch gibt es wunderbare Aussichten auf den Oslofjord. Die Nähe zu Oslo lässt zwar vermuten, dass man dort ständig auf Leute trifft, aber das ist sehr selten der Fall - ich habe ja ein paar Jahre in der Nähe von Oslo gewohnt und die Nord/Vest/Baerumsmarka war mein Wohnzimmer und ich bin oft quer durch, damals noch mit dem Schwerlastmonster auf dem Buckel. Wenn ich im Norden, etwa in Grua (gut per Bahn erreichbar) eingestiegen bin, habe ich, nachdem ich im Wald war, oft erst wieder kurz vor Oslo Menschen getroffen. Zum Resuply bieten sich die Orte rund um die Marka an und bei schlechtem Wetter die unbedienten DNT-Hütten. Und ansonsten findet sich immer ein Plätzchen, Wasserversorgung ist auch kein Thema. Ich liebe dieses Gebiet!

  • Finnskogen oder Nordmarka (Wald- und Seengebiet nördlich von Oslo). Für letztere müsstest du dir selbst eine Rundtour zusammenstellen, ist aber problemlos machbar, da genügend Pfade angelegt sind.

    Danke für den Tip. Finnskogen kenne ich vom Finnskogleden, ist eher eine Hängemattengegend 😉

    Nordmarka schau ich mir mal an. Ist das auch so dicht bewaldet wie Finnskogen? Ich hatte da echt Schwierigkeiten mit Zeltplatz finden 😅

    Wenn es Norwegen bleiben soll

    Muss nicht. Hätte mir eigentlich den Skye Trail in Schottland raus gesucht aber es gibt Gerüchte er wäre recht überlaufe und ja, wenn man für einen Zwischenstopp nach Unterkünften sucht ist wihl alles ausgebucht (!?)

    Den Nordalpenweg hätte ich mir noch angesehen weil er quasi vor meiner Haustür anfängt, halt dan nur das erste Teilstück gehen...

  • Finnskogen oder Nordmarka (Wald- und Seengebiet nördlich von Oslo). Für letztere müsstest du dir selbst eine Rundtour zusammenstellen, ist aber problemlos machbar, da genügend Pfade angelegt sind.

    Danke für den Tip. Finnskogen kenne ich vom Finnskogleden, ist eher eine Hängemattengegend 😉

    Nordmarka schau ich mir mal an. Ist das auch so dicht bewaldet wie Finnskogen? Ich hatte da echt Schwierigkeiten mit Zeltplatz finden 😅

    Es ist bewaldet, aber schon allein durch die vielen Seen gibt es eine große Auswahl an Zeltstellen. Ich habe nie lang suchen müssen. Wenn ich am anderen Rechner bin, kann ich mal Fotos hochladen, wenn du magst.

  • Wir sind letztes Jahr im Juni auf den Langsua-Nationalpark ausgewichen, weil in der Hardangervidda die Brücken noch nicht aufgebaut waren. Das war wirklich toll - einfache Anfahrt, schöne Zeltplätze und nette Hütten (obacht - nicht alle vom DNT) und kaum was los. Wir sind von Hugulia nach Maurvangen gegangen, dort gibt es sogar einen schönen Campingplatz mit Restaurant.

    Einziges Manko: viel Sumpf...

  • Wie wäre es mit den Vogesen. Im südlich Teil ist es auch kein Problem über 1000 hm am Tag zu machen, wenn man das so möchte. Der nördliche Teil ist etwas cruisiger, ein stetes auf und ab, da macht man auch flott Höhenmeter.

  • Der Pfälzerwald Pfad ist auch zu empfehlen. Das ist, von Frankreich aus gesehen, die Verlängerung der Vogesen Querung.

    Die niedrigere Hälfte der Vogesen ist aber spektakulärer, aufgrund der hohen Dichte an echt abgefahrenen Burgen.

    Auf dem Pfälzerwald Pfad gibt es auch ähnliche Burgen, auf der zweiten Hälfte, in Richtung Frankreich.

  • Sentiero Iitalia/E1 Genua-Florenz

    Habe ich mir gerade angesehen - sieht ziemlich einsam aus :love:

    Wie war das mit Wasser? Laut mapy hats es ja einiges an Bächen auf der Strecke, sollte dann kein Problem sein oder? Was mich etwas wundert ist das einiges der Strecke als Fahrradweg eingezeichnet scheint. Nimmt man ein LNT Zelt als Italiener entspannt? Sieht jetzt nicht nach Touri hotspot aus. Klima scheint gut zu sein - habe ich das richtig gesehen dass man mit > 8°C rechnen kann?

    Darf ich fragen wie Du zum weg hin und wieder zurück gekommen bist?

    Da komme ich warsch sogar mit dem Zug gut hin und zurück

    Einmal editiert, zuletzt von WonderBär (25. Juni 2025 um 14:05)

  • Ich war mit einem Cumulus Taiga 150 unterwegs, hat immer gut gepasst, außer einer Nacht die wir auf dem Berg verbracht haben. Da war es unter null grad. Wir haben auch immer schöne Stellen in den Buchenwäldern gefunden, meist auf alten Köhlerplätzen. Wildcampen ist dort kein Thema.

    Hingefahren sind wir über Basel nach Genua, dann den lokal Bus den Berg hoch, zurück gehts mit FlexBus oder dem Flieger.

    Wege sind alles Single Trails, von Serpentinen haben die nie etwas gehört. Fahrrad wäre krass, ich hab stellenweise viel das GPS benötigt.

    Der Trail ist sehr anstrengend, auch als ULer und mit ordentlich Erfahrung.

    GPS Track kann ich raussuchen, ist aber auch frei auf einer Website verfügbar

  • Das ist schon 2 Jahre her. Aber wasser war kein Problem ( ich laufe normalerweise mit 1L von Quellen los, außer fürs Camp abends). Die Quellen auf openstreetmap waren sehr verlässlich.

    Einkaufen war etwas schwieriger, aber dafür kann man häufig in Restaurants/Berghütten gehen.

  • Hi WonderBär, hatte irgendwo im Forum gelesen, dass du auch schon mal kurz Jotunheimen unterwegs warst und wieder dahin zurückwolltest. Da ich auch gerade für eine Tour (Anfang) September plane und Jotunheimen mich sehr reizt: Warum fällt das raus, wegen Wetter und Temperatur? Oder einfach zeitlich, weil die Hütten ab dem 12. schließen? Würdest du die Gegend im September sonst in Betracht ziehen?

  • Ich war da einmal als Trekking Wiedereinsteiger - wunderschöne Gegend, aber dann gabs Gewitter was mir in den Bergen zu fishy war und bin weiter gereist, mit dem Auto damals. Für dieses Jahr hätte ich die Tour wieder mal raus gekramt (neben Hardanggervidda) - man kommt recht gut mit dem Bus von Oslo aus hin, aber mein Equipment geht nur bis 5°C (mit Zähne zusammenbeißen bis 0°C) und wenn ich mir das Klimadiagramm so an sehe kann das mitte September gut gehen, wird aber echt eng wenn man mal auch in den Bergen schlafen möchte. Das letzte mal war ich 2020 Ende August dort, das war ein Hammer Sommer mit (fast) nur Sonnenschein, da hatte das gepasst, aber da war ich mit Auto auch weit flexibler.

    Ich selbst habe mich jetzt für einen Teil-Abschnitt des E1 Entschieden, von Creto nach Borgo Val di Taro - chillige 130km. An & Abreise mit Zug, ich werde berichten

    P.S.: dermuthige Das verlinkte Jotunheim Klimadiagramm ist von Gjendesheim, also ganz unten bei 1000hm, die Rundtour geht rauf bis Ryggjehøe (2142 m), und auch wenn ich nicht ganz oben penne, bis 1500 - 1700 komme ich schon rauf, und wenn Du grob 1°C pro 100hm ab ziehst.... An sich isses schon machbar, hätte nen zweiten Schlafsack gebraucht (+500g, wtf) aber hatte mich schon auf Italien eingeschossen

    4 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (21. Juli 2025 um 11:13) aus folgendem Grund: habe Klimadiagramm & PS hinzugefügt

  • dermuthige Ende August Anfang September war früher jahrelang unsere Tourenzeit, auch in Jotunheimen. Es wird halt nasser im September. Was ich von Tourenenden erinnere: Fanarökken (Schreibweise weiss ich jetzt nicht) dicke Eisfahnen an den Wegweisern und Schildern und Untergrund weiss aber fest und unproblematisch gehbar, auch frühen Nachmittag deutlich unter Null und windig. Zelten in Turtagro kein Problem. Glittertind war glattgefroren und brauchte gute Spikes. Grödel zu leihen gabs in der Hütte, deshalb hin und zurück gelaufen. Leuten aus der Gegenrichtung die Grödel mitgeben wäre auch gegangen.

    In Skogadalsboen waren wir mal die letzten Gäste der Saison. Hütte weil: paar Tage Regen. Wirt brauchte Tips für Autokauf in D (wo er paar Tage später hinwollte und sich was Konkretes gehobenster Sportwagenklasse ausgeguckt hatte) und ich brauchte Kippen. Konnte nur rechtliche/ethnologische Hinweise geben und er fand dafür nach beharrlichem Durchsuchen der Hütte ... Mentholkippen.

    Man braucht also nicht mehr Zeug als im Sommer ("Sommer-im-Gebirge"), hat whrschl. mehr Regen zum Hüttenschluss hin, sollte keinesfalls die Handschuhe vergessen. Die unbewirtschafteten Hütten haben weiter auf (Schlüssel...). Man kann meist bestens daneben zelten (und bis 18 Uhr Küche benutzen, dann nur "Tagesbesucher").

    In einer der DNT-Apps war dieses Jahr verzeichnet, dass ein Weg gesperrt war wg Bröckel und auf der Online-Karte war er schon nicht mehr verzeichnet (Skogadalen - Hytta Pa Bandet). Für Hurrungane wird aktuell Helm empfohlen (z.B. für ziemlich alles übern Kamm ins Skogadalen ausser Turtagro - Fanarökken weil das nicht übern Kamm ist). Klimawandelbedingter Gletscherschwund (also vermehrt Spalten) und Bröckel sind auch in Norwegen. Und yr warnt bei jedem etwas ergiebigereren Regen vor Erdrutschen und Debris (auch noch den Tag nachm Regen). Debris kann auch schon mal kleintransportergrosser Kullerfels sein. Betrifft einen auf den roten Wegen von ut no allermeist nicht.

    ut no zeigt Hangneigungen an (wenn man das anklickt).

    Iwo auf der DNT-Seite gibts auch noch ne Liste, wann die Sommerbrücken abgebaut werden. In Jotunheimen sind das vermutlich aber fast:-) alles Ganzjahrsbrücken mittlerweile.

    Ich erinnere nicht, dass wir uns damals je einen Kopf gemacht hätten wegen Brücken, Regen, Bröckel, Schnee.

    Nach Hüttenschluss kommt der Winter. Möglicherweise genauso schnell oder schneller wie der Sommer kam. Aber reizvoll.

  • nach 3 tagen wieder da Danke für die Ausführungen! Ich schiele auf die beliebte Rundtour (also ausschließlich die roten ut.no-Wege, da ist ja praktisch täglich eine Hütte, teilweise bedient, und bis 12.-14. September geöffnet). Würde primär Zelt planen, aber Hütten sind ein tolles Backup. Nass stört mich gar nicht so sehr, da ich bisher meist mit Wetterglück gesegnet war, mir dadurch aber Schlechtwettererfahrungen fehlen und ich meine Grenzen nicht kenne/austesten kann und daher noch nicht abseits der roten Wege und Hütten laufen möchte. Im Zweifel mal was auszusitzen könnte auch eine wichtige Erfahrung sein. Wenn ich die Karte lese, gibt es ja auch Ausstiegsmöglichkeiten. Je nach Wetter/Temperatur könnte es im Zelt durchaus frostig werden, aber die Region bietet ja ausreichend Ausweichmöglichkeiten, dass ich denke, ich buche mal bald den Transport und der Rest ergibt sich dann ... :)

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