Nach dem im Herbst zusammengeschusterten Apex-Quilt bin ich wohl auf den Kufa-Trip gekommen. Der Apex-Quilt ist ja (also, wörtlich genommen eher nicht:) schön und gut und hat sich für den Bestimmungszweck, in feuchten Nächten in der Hängematte das Nässemanagement zu verbessern, auch schon direkt bewährt. Das Gewicht ist auch noch völlig ok, aber das Packmaß ... zum Wandern ok, aber für Bikepackingtouren absolut nichts. Aber auch da möchte ich zumindest für Overnigther im Herbst und im milden Winter losziehen und hätte gerne eine obere Kufa-Schicht. Dann hat hier jemand mal Primaloft Gold verlinkt ... angeblich wärmer als Apex (wenn auch garantiert nicht so warm wie angepriesen ...) und definitiv besser zu komprimieren - und da ich immer gerne Sachen ausprobiere, habe ich mir gleich mal Yard PLG 100 bei Discovery Fabrics bestellt. Wurde schnell geliefert, erster Eindruck: naja - Apex 167 loftet durchaus mehr als zwei Lagen PLG 100. Aber es fühlt sich sehr warm an und die kompletten 4 Yard haben locker in den 12l-Kompressionsbeutel gepasst, also, geben wir ihm eine Chance!
Dass das Zeug höchst selten in Schlafsäcken oder Quilts verwendet wird (Omm und der Hängemattenhersteller ENO sind wohl die große Ausnahme) und auch im Internet in englischsprachigen Foren eher davon abgeraten wird (Hauptgrund: die Steppnähte, die Primaloft Gold erfordert), hat mich nicht abgeschreckt und ich muss sagen, es war weniger schlimm als befürchtet, statt zigmal Auftrennen wie beim Apexquilt waren es nur Ausnahmen (wobei ich auch die dort gelernten Lektionen angewendet habe und darauf verzichtet habe, aus optischen Gründen aufzutrennen - ein paar Nähte sehen aus, als hätte ich besoffen genäht ...
). Hauptauftrennaktion, die um ein Haar den Oberstoff gekostet hätte: der Versuch, statt, wie ursprünglich geplant und wie letztendlich dann wieder umgesetzt, die beiden Schichten je an Ober- und Unterseite zu steppen, die zweite Schicht quer auf die erste zu nieten, ohne Zeitungspapier drunter, nur auf den dünnen Deckstoff
. Nach wenigen Stichen hat sich das Ganze so fest gezogen und die Stiche wurden so mini, dass ich fast nicht mehr auftrennen konnte ...
. Ab da: keine Naht mehr (abgesehen von der Randnaht mit der Overlock) ohne untergepinntes Zeitungspapier. Ich bin mit den Steppnähten allerdings über der Empfehlung von Discovery Fabrics geblieben, ca. alle 30 cm eine, da ich bei der Innenschicht auch den leichten Netzstoff drüber gelassen habe, er dürfte helfen, die Faser an Ort und Stelle zu lassen und stört den Loft nicht. Seine erste Nacht muss er natürlich noch beweisen.
Um etwas Gewicht zu sparen, habe ich nur eine Lage PLG über die gesamte Breite an das Innenfutter genietet, an die Außenhaut kam nur eine, die über die gesamte Länge so breit wie die Fußbox ist. Da ich den Quilt hauptsächlich in der Hängematte und vermutlich immer nur als zweite Schicht über dem Daunenschlafsack nutzen werde, sollte das so passen. Gewicht: 597g, also minimal schwerer als der Apexquilt (dürfte an etwas schwereren Schnallen und Gummis liegen), das Packmaß liegt etwa 1/3 unter dem Apexquilt. Bin sehr gespannt, was er an Wärmeleistung bringt und werde das natürlich hier berichten.
Edit: ich weiß, dass die Haltbarkeit von Primaloft, insbesondere Gold, nicht sonderlich hoch ist, was den Loft und damit die Wärmeleistung angeht. Aber da ich nicht oft raus komme, sollte er schon mehrere Jahre halten.