Quilts oder Schlafsäcke kombinieren

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  • Wer kombiniert hier zwei Quilts, zwei Schlafsäcke, oder Quilt und Schlafsack?

    Irgendjemand hatte hier mal diesen Podcast geteilt, der eine wirklich gute Intro zum Thema ist:

    Episode 71 | Sleeping Bag Layering Systems - Backpacking Light
    In this episode of the BPL Podcast, we're talk about using multi-layered sleep systems to stay warmer on multi-day trips in cold weather.
    backpackinglight.com

    Hauptgründe fürs Kombinieren:

    • Zwei dünnere Lagen sind schneller separat zu trocknen. Hat insbesondere Vorteile, wenn die äußere Schicht relativ dünn und aus Synthetik ist und eventuelle Kondensation (Stichwort Taupunkt) auffängt.
    • Man ist flexibler und kann mit den 2 Quilts einzeln oder als Kombi möglicherweise alle Temperaturbereiche im Jahr abdecken.

    Das klingt zumindest in der Theorie super. Was sind eure Erfahrungen? Unter welchen Bedingungen macht Kombinieren Sinn? Worauf sollte man achten? Was funktioniert nicht?

  • Ein Nachteil ist, dass du eine komplette Lage Innen und Außenmaterial doppelst und als Ballast mitträgst. Wenn ich mir Gesamtgewicht zu Füllgewicht von Schlafsäcken so anschaue, ist das nicht unerheblich.

    Außer im eisigen Winter würde ich mir persönlich das Gewusel nicht geben. In 3JZ Bedingungen habe ich noch nie soviel Loft verloren, dass es nervig wurde. Aber klar, wenn man mit einem Setup den deutschen Sommer bis Winter rein von der Temperatur (nicht vom Handling) gut abdecken will ohne sich zu viel Material in den Keller zu legen, ist das eine effektive Methode.

  • Habe mir das für Touren im Gebirge mittlerweile angewöhnt um eine großen Temperaturbereich abzudecken. Im Tal ist es heiß, zwei Tage später auf 2500m zum Beispiel hat es frost in der Nacht. Da komm ich mit einem Teil nicht gut klar.

    Ja, es gibt eine Gewichtsstrafe. Etwa 200g. Also eine aussenhülle.

  • Auf dem Vita Band hatte ich einen Winterschlafsack (Komfort -10) und einen Synthetic-Quilt dabei (+5), den ich drüber gelegt hab, wenn‘s kalt war. Hat super geklappt, genau wie du beschrieben hast. Das meiste(?) an Kondens blieb im Quilt und der war einfach und schnell (in den Hütten) wieder trocken zu kriegen. Außerdem hab ich ihn bei längeren Pausen als Decke benutzt. Ferner wenn ich mal drinnen geschlafen hab, wo geheizt war.

    Nachteil ist natürlich mehr Packmass und Gewicht, als wenn man gleich einen wärmeren Schlafsack nehmen würde.

  • Ich gehöre schon länger zum Team Kombinierer. Bei Bikepackingtouren kombinieren wir einen aufgemachten Deckenquilt mit den Sommerversionen der StS-Daunenschlafsäcke. Ansonsten pimpe ich einen Zweijahreszeiten Daunenschlafsack mit diversen weiteren Lagen, je nachdem wie kalt es werden soll. Wärmste Kombi: mit einem Myog-Quilt aus 167er Apex. Der hat eine Ponchoöffnung und dient damit auch als Lagerpuffy. In feuchtkalten Herbstnächten hält der auch prima, wie hier schon mehrfach erwähnt, die Feuchtigkeit von der Daune ab.

  • Team Kombinierer, weil sich für mich eine ganz dicke Schicht schlicht nicht lohnt. Auf so lange Winter-Zeltnächte habe ich eigentlich keine Lust, und so sind es meistens eher "Zufälligkeiten", die aber auch - finde ich - zu wertvollen Beobachtungen geführt haben. Auch wenn sie nicht zwingend UL-Charakter haben. Ergebnis auch hier: Die Feuchtigkeit ist (überwiegend) in der äußeren Hülle.

    Nummer 1, geplant: Rhön-Wintertreffen im Schnee vor ca 8 Jahren: WM Apache plus TNF Cat Lite als Überwurf (Kunstfaser, nicht UL, gibt es nicht mehr zu kaufen, Comfort-temp paar Grad über Null, als der Loft noch gut war). Ergebnis, wie erwartet: Guter Schlaf, ziemlich trockener Apache, ziemlich feuchter Cat lite. Trocknung am Tag war drinnen im Haus möglich.

    Nummer 2, so nicht geplant, aber letztendlich für einen Abschnitt absichtlich mitgenommen: PCT, südliche Sierra, Nächte Ende September -5 bis -10C: EE Revelation20F /-6C mit imprägnierter Daune [das entsprach zumindest 2019 nicht den europäischen Comforttemperaturen, ich denke, eher als 0C einzuordnen] plus billigem dünnem Walmart-Down-throw / Daunenüberwurf, das mir eine Freundin aufgeschwatzt hatte - mannomann war ich froh darüber! Ergebnis: Guter Schlaf, ziemlich trockener Revelation, Walmart- Dauenendecke teils zusammengefallene feuchte Daune, oben drauf gefrorene Tröpfchen. Tagsüber in der Sonne für die nächste Nacht getrocknet.

    Nummer 3, ver-plant. Ich war bei einem BC-Rhön-Wintertreffen nicht auf so viele Minusgrade (wohl auch an die -10) eingerichtet. Spontanes Pimpen mit einer schweren Wolldecke ("Pferdedecke") aus dem Kofferraum eines lieben Menschen. Habe mich mit meinem ganzen Schlaf-setup inkl. Prolite-Matte darin eingewickelt. Ergebnis: Guter Schlaf, Revelation wirkte trocken, wollene Pferdedecke ebenfalls - aber Wolle wirkt ja lange trocken.

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Moin, ich bin auch Team Kombinieren. Nur ab ca. 0grad kommt über den Daunenquilt ein Syntetik Quilt. Das mit dem Taupunkt im Syntetikquilt kann ich bestätigen.
    Für mich so sehr angenehm, da ich im Winter seltener draußen penne und ich nicht für jede Eventualität nen quilt möchte. Ich halte es ja mit allem so minimalistisch. Ein Rucksack, ein Zelt, eine Matte, die mit Eva kombiniert wird und eigentlich ein Quilt, der mit einem Anderen kombiniert wird.

  • Ich nutze auch eine Kombination, einen cumulus LL400 + sehr dünnen Quilt von Gramxpert mit Apex 67. Hintergrund ist, dass ich tagsüber eher wenig friere, nachts umso mehr. Die Daunen- oder Kufajacke hatte ich jahrelang zu 95% nur nachts genutzt.

    Gedanke ist also folgender: der Ponchoquilt wiegt nur wenig mehr als die puffy, erfüllt dafür die hauptsächliche Aufgabe, Wärme nachts, ungleich besser. Zumal mir der Cumulus bis in den leichten Minusbereich ausreicht und dann bei Minusgraden der Quilt den Taupunkt sinnvoll verschiebt. Letzteres ist aber leider bei mir Theorie, schon lange keine Touren mit passenden Temperaturen mehr gemacht.

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