Anfangs war es durchaus verwirrend, was ich da jetzt genau laufe. Bei mapy.com habe ich die Tour (danke nochmal für den Hinweis, Martin von diesem Thread) mit dem E1 geplant, welchen ich dann auf dem Teilstück von Creto bis “Passo del Borgallo” (genauer, ab da weiter bis Borgo Val di Taro), ca 130km, auf 9 Tagen gelaufen bin. (laut mapy 134,6 km mit 5171 hm rauf und 5348 hm runter. Höchster Punkt auf 1680müNN - Monte Aiona)
An sich verläuft der E1/SI/AV auf diesem Teilstück und zumindest bis "Passo del Lupo" auf der Alta Via dei Monti Liguri (AV) und ist dort auch meist nur mit AV ausgeschildert. Der AV versteht sich als Höhenweg, der die Wasserscheide des Ligurischen Apennins abläuft.
In a nutshell
- Der Weg ist bestrebt die Wasserscheide abzulaufen, was bedeutet, kaum bist du oben, gehts auch schon wieder runter, was bei allzu krassen auf und Abstiegen auf Dauer zermürbend sein kann. Besonders am dritten Tag wars schlimm, hinten raus passt es dann aber gut 😅
- Wenn man sich ursprünglich über Bewölkung gefreut hat, weil angenehmer zu laufen, bedeutet das, man läuft halt in einer Wolke -- also im Nebel
- Wasser ist zu Teilen auf der Wasserscheide oben schwer zu finden. Ggf muss etwas abgestiegen werden
- On the plus, es ist wie erwartet echt einsam, ich habe kaum Wanderer getroffen und bin ganze Tage komplett alleine gelaufen. Man kommt auch kaum durch Ortschaften, was den Re-supply wieder schwieriger macht. Hatte Essen für 6 Tage im Rucki anfangs und hab Kekse etc in Bars oder Hütten mitgenommen wo ging
- Man läuft durch wunderschöne Bergbuchenwälder vorbei an “Sacred Places” mit, wenn die Wolke aufreißt, wirklich tollen Aussichten
- Die Ausschilderung des AV in Ligurien ist super. Hab kaum das Navi gebraucht. Ab "Passo dei Due Santi" wirds aber deutlich schlechter. Hier verlässt man dann den AV spätestens und läuft den SI/E1 weiter. Ab da braucht man unbedingt ein Navi oder zumindest eine Karte.
Der Trail ist trotz der teilweise vorhandenen Tendenz, einfach direkt bergauf zu laufen, zwar teils sportlich, an sich aber nicht technisch schwierig. Leider verwandeln sich diese Wege bei Regen schnell in Bäche, was für viel loses Geröll am Trail sorgt