Beiträge von zweirad

    Liebe Leute
    Ich denke aufgrund meiner bescheidenen SI Erfahrung, dass dort nicht so schnell der PCT und Jakobsweg Hype einsetzen wird. Das populärste Teilstück am SI ist wohl die GTA:love:, welche sich den Weg für rund 1000 Kilometer teilen. Und selbst dort bist du oft eher alleine unterwegs (ausser das hat sich die letzten vier Jahren drastisch geändert).
    Auf anderen Etappen des SI habe ich über Tage keine Fernwanderer gesehen. Damals auf der GTA habe ich mit einem Holländer gesprochen, der den SI gewandert ist und der war auch eher einsam (mit Hund) unterwegs.
    Der SI kann meiner Meinung nach auch nicht mit Hexatrek verglichen werden, da der (warum auch immer aber mir solls recht sein) viel populärer ist.

    Ich für meinen Teil plane jedenfalls im Sommer 27 wieder drei Wochen auf den SI zu gehen und die schwarzen Flecken auf der Landkarte etwas zu verkleinern. Italien und wandern = <3

    Neuer Tag, neues "Wetterglück" oder immerhin blieb es trocken.

    Die zwei Programmpunkte des Morgens. Einkaufen in Svolvær und ein Besuch des Krigsminnemuseum. Das Museum öffnet leider erst um 10 Uhr, also gings zuerst in den Supermarkt und das Frühstück dann auf dem nahegelegenen Kinderspielplatz. Das schöne am Wandern, auch wenn ich hier mit sehr gemütlichen Tagesetappen unterwegs bin, ist doch, dass ich irgendwann einfach futtern kann was das Zeug hält. So bestand das Frühstück aus Orangen, vier grossen Schokoladenbrötchen und einem Liter Schokoladenmilch:)
    Pünktlich um 10 ins Muesum. Da ich mich sehr für die Geschichte um die beiden Weltkriege interessiere, besuche ich die Orte und Museen immer sehr gerne. Auch im letzten Jahr als ich ein Stück auf dem Sentiero Italia lief und unteranderem an den Schlachtfeldern der Isonzoschlachten vorbeiwanderte. Sehr bedrückend und eindrücklich zugleich und wäre hier in der Schweiz (vermutlich erst recht in Deutschland) in der Form nicht möglich. Auf Grundlage seiner privaten Sammlung militärischer und ziviler Gegenstände aus jener Zeit gründete William Hakvaag 1996 das Museum. Stellvertretend nur ein Foto aus dem nachgestellten Büro des örtlichen Gestapo Chefs.








    Holzstege entlang des Øvre Svolværvatnet

    Anschliessend am Mittag wendete ich mich den fröhlicheren Dingen des Lebens zu und setzte meine Wanderung fort. Gegen den Ortsausgang und etwas dahinter hätte es einige, bessere Möglichkeiten gegeben ein Zelt aufzustellen. Die Wetterprognose heute versprach etwas Sonne und so wollte ich heute mindestens bis Sandsletta laufen. Die ersten Kilometer entlang Øvre Svolværvatnet waren auf den Holzstegen auch sehr angenehm und zügig zu gehen. Der anschliessende Anstieg ab dem Kraftwerk wäre bei Nässe und Regen deutlich weniger lustig gewesen. Im Stile einer Direttissima führte er mehr oder weniger gerade die Wiesen und Felsen hinauf. Der Boden hatte inzwischen die meiste Nässe aufgenommen und so war das lediglich zwischendurch eine Kraxelei, was mir recht gut gefällt.
    Zwischendurch kamen mir ein paar Wandererinnen entgegen und ich konnte noch den einen oder anderen Tipp für die Wege weitergeben. Vorallem aber habe ich noch einen tollen Tipp für ein Nachtlager bekommen.


    Oben angekommen


    in Richtung Sandsletta

    Oben angekommen vermisste ich zum ersten Mal wirklich meine Handschuhe, welche ich einige Tage zuvor um Ramberg herum verloren haben muss. Ich nervte mich ab meiner Fahrlässigkeit und begnügte mich notgedrungen mit den wasserfesten Überziehern. Es war immer noch trocken und zwischendurch zeigte sich die Sonne aber der Wind war extrem bissig und ich machte nur eine kurze "Mittagspause" an einem halbwegs windgeschützten Platz.


    Ziel in weiter Sicht


    Seltener Anblick, ein Wegweiser

    Vorbei an zahlreichen Seen war ich nun über mehrere Stunden alleine und der "obligate Schuh" wurde auch heute aus dem Matsch gezogen. In Sandsletta angekommen waren meine Speicher ziemlich leer. Der Abstieg war technisch recht einfach aber die zahlreichen Passagen durch matschige Wegabschnitte und der Abstieg generell zehrten an der Energie. Am Strassenrand kurz ein paar Riegel eingeworfen, bevor die nächsten 3 Kilometer Strassenlatscherei folgten. Hoffentlich das letzte Mal hier.

    Der anschliessende Anstieg zum Rangeldalsvatnet wurde dann mit etwas Unterstützung eines Podcasts in rekordzeit zurückgelegt. Hochlaufen liegt mir generell einfach viel besser als runterlaufen. Zudem war der Weg extrem angenehm angelegt.
    Heute sollte der letzte Abend auf dem Weg sein und es stellte sich die übliche Wehmut ein. Trotz der Unwägbarkeiten genoss ich die Zeit auf dem Weg sehr. Zeit für mich, tun was ich Lust habe, andere Prioritäten, andere "Probleme", es war trotz allem Matsch und nassen Füssen toll. Vermutlich kennst du das Gefühl.
    Ich quatschate noch eine Weile mit einem Norweger und war ansonsten alleine hier oben und genoss die Ruhe und die Natur. Er erzählte mir übrigens auch, dass der Sommer sehr nass und kühl sei. Trotzdem lief er mit T-Shirt rum, währenddem ich schon meine Isojacke trug8o




    Darauf freute ich mich den ganzen Tag:)



    Der nächste Morgen war der erste, für den ich mir einen Wecker stellte. Ich wollte spätestens um 13 Uhr am Wegende ankommen um sicher noch den Bus in Fiskebøl zu erreichen.
    So machte ich mich nach dem morgendlichen Kaffee recht zeitig auf den Weg und genoss das Frühstück kurz nach 10 bei phänomenaler Aussicht auf dem Matmora. Es dauerte nicht lange und die ersten Tagesausflügler trudelten ein. Im Abstieg kam mir eine Familie entgegen und der eine Junge hatte ein Schaf im Schlepptau^^ Das Tier schien extrem anhänglich und es lief dem Jungen einfach immer hinterher. Naja, die Weideflächen hier sind auch gigantisch.







    Die Tagesausflügler wurden immer mehr und beim einen oder der anderen fragte ich mich, ob die Wahl für diese Wanderung die richtige war. Der Weg auf dieser Seite ist teilweise steil aber ansonsten technisch eher einfach. Dennoch waren gewisse Leute derart unsicher unterwegs, sodass der Genuss wohl eher auf der Strecke bleibt.
    Am wenig einladenden Parkplatz angekommen kam gleich der nächste LLC Wanderer um die Ecke. Währenddem ich den Daumen rausstreckte erzählte er mir, dass er den ganzen Weg von der Bushaltestelle (15 km) hierher gelaufen sei. Ich konnte ihm noch einige Tipps für den Weg mitgeben und war froh das ich mir den Regen der nächsten Tage hier sparen kann.
    Zu meiner Überraschung sollte ich nach rund 15 Minuten Glück haben und trotz spärlichem Verkehr hielt eine Frau an. Busse fahren im Sommer keine ab Delp (nur der Schulbus). Du hast also die Wahl in die eine Richtung zu laufen/ Autostoppen oder die andere. Sind jeweils um die 15-25 Kilometer. Von anderen Leuten habe ich gehört, dass sie ein Taxi genommen haben. Ich entschied mich für die lange Variante nach Fiskebøl, da ich so etwas mehr Zeit bis zur Abfahrt des Buses um 15:35 Uhr nach Narvik hatte.
    Die Fahrt in Richtung Fiskebøl war sehr kurzweilig und wir unterhielten uns ganz nett. Mit fast schon schlechtem Gewissen fragte sie mich, ob sie mich etwas früher ausladen könne, da sie eigentlich nicht ganz so weit müsse und ob es ok sei, wenn ich das letzte Stück laufen würde. Ich war überglücklich überhaupt so schnell, so weit gekommen zu sein. Zeit sollte ich nun eh genug haben und so genoss ich die letzten 3 Kilometer auf der Strasse bei einsetzendem Regen schon beinahe^^



    Im Warteraum der Fähre gingen die 90 Minuten dann einigermassen zügig rum. Leider kam irgendwann so ein nerviger Radfahrer der sich vorallem gerne selber reden hörte, glücklicherweise (also für mich) aber vorallem zwei andere Radfahrerinnen zuquatschte. Mir wurde es zu laut und so verbrachte ich die letzten 45 Minuten draussen unter dem Vordach und hatte wieder meine Ruhe.
    Die regnerische Fahrt nach Narvik war etwas anstrengend und ich war froh, als ich mich am Abend hinlegen konnte. Das Wetter der kommenden Tage zeigte sich wieder etwas schlechter und es regnete immer wieder. So war ich froh unter einem Dach zu sein und versuchte meine Sachen einigermassen Zivilisationstauglich für die Heimweise zu waschen und erkundete etwas Narvik.
    Mit dem Bahnersatzbus (der Nachtzug Narvik-Stockholm fährt aktuell nicht) ging es einige Tage später nach Gällivare. Von dort mit dem Zug nach Boden wo mir mit ordentlich Verspätung auf den Nachtzug nach Stockholm umstiegen.





    Hektischer Umstieg auf den Nachtzug in Boden


    Nachtzug nach Stockholm

    In Stockholm hatte ich einen Tag und erkundete die Stadt. Vom Programm das ich mir zurecht gelegt hatte, strich ich das meiste und nahm es eher gemütlich. Diese Zugreisen sind schon auch anstrengend. Von Stockholm ging es nach Hamburg, welches ich mit den Tipps von Sja erkundete. Auch hier hätte ich gerne noch mehr gesehen aber Hamburg läuft nicht weg. Auf den Mittag war ich mit Sja zum Mittagessen verabredet und kurz zuvor erhielt ich von der ÖBB den Hinweis, dass mein heutiger Nachtzug nach Zürich gestrichen wurde. Na toll. Immerhin hatte ich so noch einige Stunden zusätzlich Zeit und die ÖBB versprach die Hotelkosten zu übernehmen. Mal sehen, von der DB warte ich bis heute auf die vollständige Rückerstattung.


    Palast der Königsfamilie


    Eine der wenigen ruhigen Gassen in Stockholm


    Enger Nachtzug nach Hamburg. Zum Glück waren wir hier nur zu zweit.





    Aus dem alten Elbtunnel


    "Schiffe gucken" an der Elbe. So warm und trocken waren die Füsse die letzten Tage nicht immer8)

    Das positive, die morgige Zugfahrt muss ich nicht alleine bestreiten, da Sja iherseits für einige Wochen zum Wandern wegfährt. Natürlich lief auch diese Zugfahrt mit der DB alles andere als reibungslos aber das muss ich diur vermutlich nicht erklären ;)

    Das wärs gewesen mit meinem mehr oder weniger kurzen Reisebericht. Falls du noch irgendwelche Fragen hast beantworte ich die gerne. Ansonsten danke ich für positiven Rückmeldungen und die zahlreichen <3. Freut mich wenn die Fotos und Berichte gefällt.

    Sonnenuntergang im Zug von Gällivare nach Boden, währenddem wir rund 40 Minuten auf einen entgegenkommenden Zug warten mussten. Es war der Erzzug, welcher immer fuhr, auch auf dem für Personenzüge gesperrten Streckenabschnitt.

    So, ich schieb nochmals zwei Etappen nach, denn morgen geht es wieder zur Arbeit.
    Meine Motivation war nicht so ganz auf Höchststand. Zeit also mir was Gutes zu tun und eine Pause in Leknes einzulegen. Der Weg von Napp nach Leknes muss mit dem Bus zurückgelegt werden, da für den relativ engen Unterwassertunnel verständlicherweise ein Fussgänger- und Veloverbot besteht.



    Ich war bereits recht früh in Leknes und lümmelte in der Hotellobby rum und schrieb einige Berichte auf meinem FindPenguins. Um die Mittagszeit herum gings auf die Futtersuche und Pizza geht bei mir immer. Abends wurde noch ein lokales Bier (sehr lecker) probiert. Leider sind Waschmaschinen in Hotels nicht selbstverstänlich, so wurde das bestmöglich im Lavabo erledigt... Ich vermisse meine Waschmaschine...


    Und das Foto entstand erst nach dem zweiten oder dritten Auswaschen. Vermutlich wären die Socken unter das Kriegsmaterial-Exportgesetz gefallen;)
    Auch die Schuhe wurden mal ordentlich ausgewaschen und u.a. mit Haarföhn getrocknet. Aus dem Grund liegt in den Hotelzimmern also immer ein Föhn. Wieder was gelernt.






    Den nächsten Tag ging ich gemütlich an und natürlich setzte wieder Regen ein als ich den Supermarkt verlassen hatte. Selber Schuld, hätte das Regenzeugs ja nicht so weit unten versorgen müssen. Anfängerfehler. Glücklicherweise wars wieder nur ein "Fröntchen" und bald vorüber.
    Ich habe mir sagen lassen, dass das Wegstück parallel zur Hauptstrasse matschig sei, weshalb ich die 4.5 km kurzerhand auf der Strasse zurücklegte. Danach wurde es besser und nichtmal mehr so übel matschig.


    Hütte am Store Kringlebotnsvatnet

    Eine weitere Hütte war erreicht. Von der unsympathischen Gruppe aus 15 Franzosen/ Französinnen hatte es niemand nötig meinen Gruss zu erwidern. Die Hütte wirkte ebenso unsympathisch wie die Gruppe und es war ohnehin noch zu früh. Das Wetter wurde immer besser und so lag noch der Mikro-Abstecher auf den Kartstaven drin.



    Kvilebua. Schon etwas einladender und wegen dem Wind hätte ich hier gerne geschlafen. Leider war die Hütte aber übervoll und ich kochte mir im Windschatten etwas zu Abend. Bis ich einen windgeschützten Platz erreichte, dauerte es dann wieder länger als geplant aber es lohnte sich und ich hatte Platz ohne Ende.






    Die nächsten beiden Tage waren die schönsten auf der gesamten Tour und mein Solarpanel kam so richtig auf seine Kosten. Was für eine Wohltat fürs Gemüt:love:


    Vorne rechts ist schon mein Nachtlager zu sehen

    Ich gings echt gemütlich an. Einerseits wegen meines rechten Knies. Bergauf war kein Problem, bergab wars suboptimal. Einerseits bin ich mich das bergablaufen nicht mehr wirklich gewohnt seit ich Gleitschirmfliege, andererseits hätte ich den kaputten Stock früher reparieren sollen. Naja.
    Dazu kam, dass ich mir für die gesamte Tour 12 Tage Zeit eingeplant habe was sich für mich als zu viel herausstellte. Ich beschloss den Tag am Vikjordvatnet und sollte Glück haben. Der beste Platz war besetzt, die beiden Dänen räumten aber irgendwann, währenddem ich am See lag die Plätze und so konnte ich erben. Glück gehabt. Währenddessen buchte ich bei ÖBB und SJ meine Tickets um. Bei SJ wahrlich einfach, so einfach solllte das bei allen Bahnen möglich sein. Bei ÖBB leider komplizierter. Hätte ich gewusst, dass der Nachtzug dann eh gestrichen wird, hätte ich mir das gespart. Hätte, hätte...
    Ich genoss den schönen Abend am See bei angenehmen Gesprächen mit Jamie. Einem jungen Engländer den ich immer mal wieder traf. Dafür das er erst am Anfang seiner UL Karriere war, hatte er schon eine beachtliche, gut durchdachte Ausrüstung mit seinem Schülerbudget zusammen:thumbup:. Chapeau, ich wünschte meine erste Ausrüstung wäre so leicht gewesen:D.

    Am nächsten Tag hiess es wieder Strasse... An der 815 gibt es keine Bushaltestelle und wenig Verkehr. Also, 6.5 km auf Asphalt. Nach rund 3 km hatten ich und Jamie Glück und ein deutsches Paar mit selbst umgebautem Bus nahm uns mit. Nicht bloss bis zur Bushaltestelle an der E10, sondern gleich bis zum Beginn des nächsten Wegstückes am Olderfjord.


    Die 815

    Gestern quatschte ich beim Frühstück noch recht lange mit drei Jungs aus Bayern. Diese gaben mir den Tipp auf den Weg den Olderfjord nicht linksseitig zu umgehen, sondern rechtsseitig via Jordtinden und Simitinden. Sie zeigten mir Fotos, wo sie im Abstieg bis knapp zu den Knien im Matsch steckten. Alles andere als spassig und gefährlich dazu. Die einfache Gratwanderung war noch dazu extrem reizvoll, ein wahrer Höhepunkt. Ein paar extra Höhenmeter die es mir wert waren.


    Rückblick zum Jordtinden


    Nach vorne zum Simitinden


    Und runter zum Vestre Nøkkvatnet, Damvatnet und Stor-Kongsvatnet (v.l). Dahinter Svolvær.

    Die auf Karten verzeichnete Hütte am Vestre Nøkkvatnet ist inzwischen geschlossen, da gewisse Menschen sich wohl nicht zu benehmen wussten (Aushang im Tal). Ein (freistehendes) Zelt hätte irgendwo Platz. Ich quatschte noch recht lange mit Tomasz. Ich hatte noch genügend Essen dabei, dennoch lud er mich zu Abend auf ein Trekkingessen ein und schenkte mir noch einige Lebensmittel, da er viel zu viel dabei hätte.
    Er trug einen 110 l Rucksack mit sich rum, welcher nach seinen Angaben 35 kg wog. Ich war geneigt ihm zu glauben. Aussen hatte er noch Zelt usw. befestigt. Er meinte, dass er das nächste Mal reduzieren müsse da es so keinen Spass mache.
    Nachdem wir recht lange quatschten wurde es kühler und wir beschlossen ein Stück zusammen zu gehen. Er rief mir aber bald zu, dass er eine Pause bräuchte und ich alleine weiter solle.
    Die Druckleitung des Kraftwerks, welche ab und an auf Bildern des Weges zu sehen ist, führt ab hier ins Tal. Ich hatte nicht so richtig Lust darauf und umging das Stück linksseitig des Dronningtinden.
    Vielleicht hätte ich besser hier oben etwas ausführlicher nach einem Platz gesucht. Unten gabs nichts wirklich berauschendes. Aber noch weiter wollte ich nicht gehen, da ich Morgen in Svolvær noch in den Supermarkt und ins Muesum wollte.


    Ich versuchte nebenan auf einem kleinen Stück Wiese mein Zelt aufzustellen aber ich bekam die Heringe nicht in den pickelharten Boden. Auch hier wäre was freistehendes wieder besser gewsen. Aber ich schlief ausgezeichnet und glücklicherweise war kein Regen angesagt8o.

    Liebe Freunde und Freundinnen der nassen Socken;)

    dermuthige
    Ich glaub ein Konzept ist da nicht wirklich vorhanden. Wie ich schon schrieb, vermute ich, dass einfach ein paar schöne Stücke zusammengehängt wurden. Könnte mir aber vorstellen, dass der Strand hinten am Ågatvatnet ganz schön ist.

    Ich glaub für Nordlichter wars bei mir zu hell, hätte mich gefreut welche zu sehen. So bleiben halt die Erinnerungen an die Nordlichter in Island:love:

    In Ramberg wollte ich ursprünglich eine Pause machen. Nachdem ich gesehen habe was der Campingplatz verlangt, habe ich das vertagt. Sorry, wenn ich selbst als Schweizer leer schlucken muss ists einfach zu teuer. Da leg ich lieber nochmal ein paar Euro drauf und nehm mir gleich ein Hotel. Aber ich greife vor... Bin ja erst in Kavlika:)





    Was ich gestern ganz vergass. Der tiefe Matsch hat noch einen meinen Z-Poles gekillt. Beim Sprung von Stein zu Stein um dem übelsten Matsch auszuweichen, bleib der Stock bis zum ersten Segment im Matsch stecken. Als ich diesen dann einmal mehr rausziehen wollte, riss die Spannschnur. Blöd aber immerhin fürs Zelt kann ich ihn noch gebrauchen... Eher etwas zu spät (mein Knie) habe ich ihn dann wieder mit Panzertape repariert.





    In weiser Voraussicht machte ich mich "relativ zeitig" (ca. 9 Uhr) auf den Weg zum Ryten. Die Sherpa Treppen dort hoch sind echt ein Traum und gut für die Natur, reduzieren sie doch die Schneisen auf den empfindlichen Böden. Ich rate jedem und jeder dort früh unterwegs zu sein. Noch währendde ich oben die phänomenale Aussicht genoss, kamen die ersten Tagesausflügler an.
    Im Abstieg wars dann eine wahre Völkerwanderung und das kreuzen teilweise etwas mühsellig. Der weitere Weg nach Ramberg über die E10 war dann eher mühsam und wenig reizvoll. Der starke Wind machte es nicht reizvoller.
    Da es mir aber recht wichtig ist möglichst alles zu laufen und ich der Meinung bin, dass eben auch langweilige Abschnitte dazugehören tat ich mir das an. Für den letzten Abschnitt nach Ramberg rein versuchte ich mich aber mal wieder am Autostoppen. Naja, einfach ists hier echt nicht aber ich hatte Glück. Im Supermarkt etwas frisches Essen und eine Schmerzsalbe für mein Knie eingekauft. Der Kassierer amüsierte sich derart ab meinem Solarpanel und bot mir kurzerhand an das Handy an der Kasse aufzuladen. Perfekt, so konnte ich hier gleich laden und mein spätes Früchstück essen.
    Auf dem Rückweg zurück zur Abzweigung hatte ich Glück ein gleich das erste Auto stoppte. Die nächsten 11 Kilometer auf der (Kies)strasse nach Nesland waren dann ebenfalls kein Höhepunkt. Andererseits wars mal ganz nett, einfach laufen und nicht auf jeden Schritt achten zu müssen und auch meine Schuhe trockneten langsam...
    Irgendwann nach Nesland hätte ich gerne mein Zelt aufgestellt aber der schöne Fischerweg bot einfach kein Platz für nicht freistehende Zelte und so musste ich buchstäblich etwas durchbeisen und bis fast nach Nusfjord laufen.


    Nesland. Es sieht nach Regen aus und tatsächlich kam wenig später ein kleines Regenfröntchen.





    Wilde Tiere sah ich recht wenige. Eigentlich nur ein paar Hasen. Ansonsten dominierten hier Schafe.






    Zu meiner Überraschung kamen mir noch einige Wandernde entgegen. Buchstäblich vor den "Toren" Nusfjords konnte ich einen aussichtsreichen und windstillen Nachtplatz ergattern und genoss meine frischen Lebensmittel.





    Auch heute siehts nach passablem Wetter aus. Kaum erreichte ich jedoch Nusfjord setzte wieder Regen ein. Ich ging auf die öffentliche Toilette des kleinen Museumdorfes und sagte mir: "Wenns beim rauskommen immer noch regnet, gehst du ins Kaffee". Das Ergebnis...


    Das Kaffee im alten Einkaufsladen (gelbes Gebäude) ist etwas versteckt, da von aussen nur das "Staff only" zu sehen ist. Echt schön gemacht aber alles andere als ein Schnäppchen. Dem Gemüt hats gut getan. Rund 1 Stunde später machte ich mich bei nahezu trockenen Bedingungen wieder auf den Weg.



    Leider wieder einige Kilometer der wenig befahrenen Strasse entlang bis der Weg auf einen sehr reizvollen und technisch einfachen Wanderweg führt. Ich freute mich an der schönen Natur und meinen trockenen Schuhen und Socken.




    Leider sollte es nicht lange so bleiben. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie ich geflucht habe, als ich den ersten Schuh aus dem mehr als knöcheltiefen Matsch gezogen habe. Ist das eine wenn die Schuhe/ Socken eh die ganze Zeit nass sind aber sie waren gerade wieder trocken geworden. Die tolle Stimmung war schlagartig weg und Volbeat, volle Lautstärke musste es dann richten.
    Immerhin zeigte sich der Rest des Weges und das Wetter versöhnlich. Es gab auch noch die ein oder andere kleine Kraxelstelle, welche genau nach meinem Geschmack waren. Es hatten jedoch nicht alle ihre Freude an der ungesicherten Kraxelei und auch hier wäre ein Ausrtutscher der Gesundheit eher abträglich gewesen.





    Herrlich das kristallklare, blaue Wasser. Trotz Sonne war es aber eher etwas kühl und das Bedürfnis nach einem Bad war entsprechend eher klein:(


    :love:

    Die Suche nach einem geeigneten Zeltplatz war auch heute etwas mühseelig, offen gestanden habe ich aber auch zu lange gewartet und auf dem mehr schlecht als rechten, zugemüllten "Biwakareal" vor Napp mein Zelt aufgeschlagen.



    Was sind das eigentlich für miese Kreaturen :cursing: die einfach ihren Scheiss unter einem Stein liegenlassen? Es hat mich so tierisch geärgert, dass ich am nächsten Morgen Mülltour gemacht, alles eingesammelt und mitgenommen habe. Mit den vollen Händen hats mich auf den matschigen Wegen zur Bushaltestelle natürlich voll auf die Schnauze gelegt und mangels Abfallkübel durfte ich den Scheiss dann bis Leknes mitnehmen.

    Danke für eure positiven Rückmeldungen.

    Als kleine Ergänzung zu den ersten Tagen. Der Weg um den Ågvatnet benötigt relativ viel Zeit da die Wege nicht immer ganz einfach und bei meiner Begehung recht matschig waren. Wenn du den Weg andersrum machst und aus Zeitgründen was auslassen musst, würdest du hier nicht viel verpassen. Ist ganz nett aber es gibt noch schönere Abschnitte.
    Den Abstecher über den Ågskaret zum Strand am Stokkvika habe ich jedoch ausgelassen, da der Pass in dichten Wolken und die Sicht gleich Null war. Könnte mir gut vorstellen, dass der Strand durchaus einen Besuch wert ist.

    Für heute behielt ich mir den Aufstieg zum Hermannsdalstinden vor. Beim Aufstehen war der Berg aber in einer dicken Wolkendecke und so würde ich sicher nicht hoch. Zudem würde laut meiner Karte die Möglichkeit bestehen unterhalb des Munken zum Reinebringen zu queren. Die Prognosen waren aber alles andere als rosig und so liess ich auch das bleiben.
    Weiter könnte mit der Fähre von Vinstad nach Reine gefahren werden um den lohnenswerten aber gut überlaufene Wanderung zu machen. Dies als Randnotiz.


    Ich packte erst Mal mein Zeug zusammen und ging, in der Hoffnung mit der Toilettenschlüssel schnorren zu können zur Munkebu Hütte. Allemal besser als ein Loch zu graben;) Ich halts ja immer so, dass ich mir am Morgen einen Kaffee koche und dann mal loslaufe. Frühstück gibts wenn ich Hunger habe. Für mich ein grosser Luxus das ich Essen kann wenn ich Hunger habe, einfach machen wie ich will und tun was ich Lust habe. Bei der Arbeit muss ich oft Essen wenn ich Zeit habe. Überhaupt ist für mich das wandern mit Rucksack eine grosse Freiheit. Alles dabei was ich brauche, jedes Teil ist wichtig. Daher schmerzen mich Verluste wie bspw. der Packsack des Zeltes auch. Mag unwichtig erscheinen aber auch der ist wichtig, da ich das Zelt oben auf dem Rucksack habe um daran das Solarpanel zu befestigen.


    Tennesvatnet



    Sicht zum Forsfjord. Linksseitig seht ihr den Weg nach Vindstad (die paar weissen Häuser). Sieht alles sehr nah aus aber auch der Weg runter nach Forsfjord braucht Zeit. Die Strecke war nass und/oder matschig und die wenigen Sicherungen schienen nicht mehr sehr vertrauenswürdig. Hier wäre ich lieber hochgelaufen als runter.



    Unten seht ihr die Kraftwerke Tennesvatn und Krokvatn. Eine Übernachtung dort wäre möglich (flache Wiese, Tisch und Bank), jedoch nicht gerade leise wegen dem Kraftwerk. Ich für meinen Teil wollte noch die Nachmittagsfähre nach Kirkefjord erreichen. Leider war das Kaffee in Vindstad geschlossen (wird ehrenamtlich betrieben). Der Ort und wohl der Abstecher zum Bunes Strand scheinen beliebt zu sein. Leider habe ich das zu spät realisiert, den Zeit hätte ich wahrlich genug und ich habe bereits einige optionale Abstecher ausgelassen. Leider habe ich mir auf der Strecke vom Forsfjord nach Vindstad bereits ein ordentliches Loch in die Hose gerissen und hatte hier Zeit zum reparieren. An der Fähre gibt es zudem ein einfaches Wartehäuschen, Steckdosen und Toiletten. In Kirkefjord nur ein Häuschen. Plant wirklich genug Zeit für die Etappe von Munkebu nach Vindstad ein. An der Fähre habe ich mit einer entgegenkommenden Gruppe gesprochen, die meinten "das noch schnell" ablaufen zu können.


    Rückblick zum Forsfjord


    Tschüss Fähre. Anleger in Kirkefjord. Die Prognosen für Morgen waren schlecht, daher wollte ich noch etwas Strecke machen. Heute wars trüb aber immerhin trocken.



    Boahh, was für ein herrlicher Ausblick:love: Nach solchen Ausblicken wusste ich jeweils wieder warum ich hier seit zwei Tagen mit nassen Socken und Schuhen rumlaufe. Der Weg führt jedoch nicht zum Strand. Einige sind dorthin um dort zu übernachten. Ich bin dem Weg gefolgt und musste länger als geplant laufen um einen guten Platz für mein Zelt zu finden. Mit einem freistehenden Zelt bist du hier eher besser aufgestellt.



    Der Weg ist gut frequentiert aber hier sollte ich mal wieder für gut 12 Stunden keinen Menschen treffen. Ich habe mir eine E-SIM geholt und hatte sehr oft Netz. Da ich alleine unterwegs war, hatte ich aber auch das InReach Mini dabei. Ich war müde, das Wasser kalt aber eine kleine Katzenwäsche musste nun sein. Natürlich ohne Seife oder dergleichen, denn auch die sog. biologischen Seifen gehören nicht in solche Gewässer.



    James, ich trinke den Kaffee heute im Wohnzimmer, nicht im Garten^^ Und reiche mir bitte die Gummistiefel...




    Es regnet und ich hatte Hunger, so habe ich den kleinen Luxus eines Vordachs sehr genossen.



    Ich habs ja gesagt. An welcher Stelle in meinem Leben bin ich bloss falsch abgebogen:D Nachdem ich die echt mühsame Passage hinter mir hatte, sah ich aus der Ferne seltsam saubere Menschen. Es muss also eine Strasse in der Nähe sein. Tatsächlich erreichte ich diese bald. Hier wäre auch die nächste DNT Hütte, Selfjordhytta. Und auch Petrus war mir für den Rest des Tages recht wohlgesonnen.



    Vorbei an einer weiteren, offenen Hütte zum Kvalvika Strand. Aus meinem Umfeld wurde ich gefragt, ob die Tour als Hüttentour gemacht werden kann? Möglich ist alles aber sehe ich persönlich jetzt eher weniger. Es gab unterwegs drei offene, sehr einfache Hütten und einige (ich glaube 2-3) DNT Hütten. Die offenen waren fast immer belegt, wenn du da einen Platz willst musst du früh dort sein.






    Falls du wie gefühlt hunderte andere planst am Kvalvika Strand zu übernachten. Nimm den linken (vom Ufer ausgesehen) Strand. Der rechte ist einfacher zugänglich und ich zählte dort am Abend 35 Zelte. Du musst so oder so am linken Strand vorbei. Bei Ebbe ist ein queren am Ufer möglich. Der Weg obenrum ist steil und ein Ausrutscher dort wäre dein letzter.



    Ich weiss, sieht im Moment noch einfach aus... Gleich links (der Sandtrand) siehst du den wenig frequentierten Bereich des Strands.



    Perspektive ist alles oder siehst du eins der 34 anderen Zelte?;)

    Hei liebe Leute

    Die Lofoten standen schon länger auf meiner Liste. Nach einem Hinweis von einer Arbeitskollegin, einigen Videos und Berichten stand der Plan, die durchquerung der Lofoten zu Fuss oder eben "Long Crossing Lofoten". Ich bin jetzt nicht mehr der aktivste Forenteilnehmer, da hier aber wenige Infos dazu zu finden sind, schreibe ich mal wieder einen Reisebericht. Wobei Bericht vielleicht etwas hoch gegriffen ist aber mindestens ein paar Infos und Fotos dazu und vielleicht kommt noch die eine oder andere Frage.
    Wie es der Titel schon impliziert, versuche ich die Anreisen zu meinen Wanderungen in den letzten Jahren nach Möglichkeit mit dem Zug zu machen, wobei ich hier noch die Hurtigruten integrieren wollte, welche ebenfalls schon länger auf meiner Liste standen.


    Unterwegs mit der Havila Pollux

    Schritt 1 war also eine geeignete Route aus der Schweiz zu suchen, nachdem ich mir an Black Friday einen Interrail Pass mit 25% gekauft hatte. Keine Ahnung wieviele Stunden ich schlussendlich nur mit der Planung und Recherche der An- und Abreise verbrachte8| Für lange (und wenig reizvolle) Strecken mag ich Nachtzüge besonders.


    Mini Cabin des ÖBB Nightjet nach Hamburg. Für die eher langen Leute (ich bin 193 cm) grenzwertig in der Länge aber eine coole Sache. Würde ich wieder buchen.

    Ausrüstung (meine Packliste)
    Mein übliches Zeug, angepasst für etwas mehr Regen, daher ein BW von knapp über 5 kg:S. Die Regenhülle für meinen Atompacks habe ich üblicherweise nicht dabei, hier war ich ganz ok damit. Wasserfilter habe ich sonst auch nicht dabei, war hier auch ganz nett. Gewässer gibts im Überfluss. Falls spezifisches Interesse an einzelnen Teilen besteht, immer her damit, vielleicht mache ich am Schluss noch ein kleines Ausrüstungsfazit. Das Durston X-Mid Pro 1 hat inzwischen mein treues und lange genutztes Tarptent AeonLi abgelöst. Das AeonLi war ein super Zelt:love:, wird aber leider nicht mehr hergestellt. Ausserdem war ich mit dem Packmass des AeonLi etwas unzufrieden und wollte gerne mal das Durston ausprobieren. Gleich vorweg. Das Tarptent AeonLi stand besser im Wind als das Durston X-Mid Pro 1 und ich war deutlich schneller beim Aufstellen. Mit rund 150 Nächten im AeonLi hatte ich natürlich auch mehr Übung. Dafür ist das Platzangebot im X-Mid natürlich deutlich besser. Zum Aufstellen verwende ich die Black Diamond Carbon Z-Poles in der fixen Länge von 130 cm was das aufstellen natürlich etwas erschwert, jedoch gut klappt.
    Das AeonLi ist übrigens nicht durch, nicht das hier wieder die ersten kommen und meine die DCF Zelte taugen nichts. Die Dichtigkeit des Bodens hat aber inzwischen nachgelassen, weshalb ich beim Durston auf den Silnylon Boden gesetzt habe.

    Anreise
    Ich fuhr also am 22.Juli mit dem Nachtzug von Zürich nach Hamburg (genauer Pinneberg). Gleichentags nach Göteborg, wo ich eine Nacht verbrachte, wobei ich hier kurzfristig umbuchen musste, da die deutsche Bahn den Zug strich und keinerlei Hilfestellung bot. Ich warte heute noch auf die vollständige Rückerstattung. Am 24.7 mit dem Tageszug nach Oslo, wo ich erneut eine Nacht verbrachte.
    Am 25.7 nach Bergen, wo ich am Abend auf die Havilla (Mitbewerberin der Hurtigruten) einschiffte. Am 28.7 erreichten wir Bodø, wo ich gleichentags auf die Fähre (für Fussgänger*innen kostenlos) nach Moskenes fuhr. Da Autostoppen auf den Lofoten keine einfache Sache ist, sprich niemand hielt an, lief ich die paar Kilometer nach Å, wo ich gleich noch die ersten Meter auf dem Weg anhängte. Ich wollte den Weg bewusst umgekehrt laufen was diverse so gemacht haben.


    Mein Zug im Bahnhof Oslo



    Weg
    Ich nehms gleich vorweg. Ich würd den Weg keinem empfehlen. Die Lofoten und Teile des Weges ja, aber keineswegs der Weg in dieser Form. Wieso? Faktisch sind es (wunder)schöne Wegabschnitte auf den Lofoten die über Strassen und wenig reizvolle Wege miteinander verbunden werden. Es ist nicht legal möglich die gesamte Strecke zu Fuss zurückzulegen, da für den Unterwassertunnel im Bereich Leknes ein Fussgänger und Veloverbot besteht.
    Weiter musst du zwischen Kirkefjord und Vindstad (die Haltestelle Forsfjord wird nicht mehr bedient) eine Fähre nehmen. Eine Reservation ist möglich aber nicht notwendig. Die verhältnismässig kurze Strecke zwischen Forsfjord und Vindstad benötigt mindestens rund 90 Minuten (egal wie kurz sie auf der Karte scheint).
    Weiter gibt es kilometerlange Abschnitte auf Asphalt- und Kiessstrassen die zwar zu Fuss zurückgelegt werden können, was teilweise aber nur mässig Freude macht. Ich bin einige Strecken zu Fuss gegangen, für andere habe ich den Bus genommen oder Autostop gemacht. Es besteht nicht immer eine Busverbindung für die langweiligen Abschnitte. Wenn du diese also nicht laufen willst, aber kein Glück beim Autostoppen hast, wird dir nichts anderes übrig bleiben als zu laufen. Die E10 ist stark frequentiert, auf den Nebenstrassen geht der Verkehr abhängig von der Tageszeit gegen Null.
    Die technischen Details kennst du vermutlich, rund 160km und 9`193m Höhenmeter. Es erwartet dich von der Asphaltstrasse bis zum Weg im Stile eines Alpinwanderweges (ungesicherte Kraxelstellen, also ca. T4-T5) alles, wobei Wege im Stil eines Bergwanderweges (also ca. T3) vorherrschen. Die Markierung ist unterschiedlich, ich hatte die GPX Tracks auf dem Handy (Mapout). Mit rund 10-15° C hatte ich eher kühle Temperaturen und Anfags regelmässig Regen. Die ersten 5 Tage hatte ich zu keinem Zeitpunkt trockene Socken/ Schuhe und lief weite Strecken durch mind. knöcheltiefen Matsch. Warum schreibe ich das?
    Der Weg ist inzwischen sehr populär und ich war erstaunt, wieviele teils auch sehr unerfahrene Wandernde dort unterwegs waren. Für gewisse Leute war dies der erste Fernwanderweg, andere trugen viel zu schwere Rucksäcke mit sich rum und mussten aufgeben. Ich habe Bilder und Berichte von Unfällen gesehen/ gehört. Der Weg ist nichts für Anfänger was ich eigentlich auch wiederholt gelesen habe aber irgendwie scheint der Reiz (der sozialen Medien) grösser zu sein.
    Es geht mir hier nicht darum zu zeigen was für ein harter Typ ich bin und ich weil auch keineswegs die Lofoten schlechtmachen. Ich will dir aber realistisch aufzeigen, was dich hier erwarten kann/ wird und nicht bloss ein paar schöne Landschaftsfotos zeigen. Gemäss diversen Erzählungen sei dieser Sommer auf den Lofoten aber auch sehr nass und eher kühl gewesen.

    Bus und Fähre
    Für die Fähr- und Busverbindungen kann ich die REIS App sehr empfehlen. Für unter 25-jährige gibt es eine preislich sehr attraktive Monatskarte. Die Tickets können ebenfalls über die App gebucht werden. Tolle Sache, tolle App, die Buse waren allesamt pünktlich. Nicht jede Bushaltestelle auf der Karte wird bedient, teilweise werden die nur durch Schulbuse angefahren und die Führen während meiner Wanderung nicht. Beachte also die Fahrpläne auf der oben verlinkten Seite von Reis Nordland.

    So, noch ein paar schöne Fotos der Anreise bis zum Ende des zweiten Wandertages für positive Gefühle nach dem "negativen" Text;)

    Zuerst einige Impressionen auf dem Weg nach Å (Lofoten)












    Die ersten beiden Wandertage, sprich von Å bis Munken. Die Fotos stammen selbstverständlich alle von mir und wurden mit dem IPhone 15 Pro oder Sony RX100 M6 (teilweise mit NiSi-Verlaufsfilter).


    Der erste Abend auf dem Weg


    Willkommen in Norwegen8o Der erste Morgen und gleich ein guter Grund noch etwas liegen zu bleiben^^














    Der zweite Abend, kurz unterhalb des Munken. In der Nacht setzte ein ordentlicher "Sturm" ein, sodass ich mitten in der Nacht (dunkel wurde es nie wirklich) das X-Mid noch etwas besser abspannen musste. Leider wurde beim zusammenpacken am nächsten Morgen mein Packsack buchstäblich vom Winde verweht. Der erste Verlust auf meiner Wanderung:(.

    Das wars mal fürs Erste. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Einen klassichen Reisebericht habe ich wie erwähnt nicht geplant. Falls ein grosses Interesse an etwas mehr Text und Beschreibung zum Weg besteht, schreibe ich aber gerne ein paar Sätze mehr dazu. Ansonsten werde ich die nächsten Tage immer mal wieder ein paar Bilder und Beschreibungen veröffentlichen.

    Hab mich auch gefreut als ich die Überschrift "Schluss mit Ticketchaos: Zugreisen in Europa buchen soll in Zukunft einfacher werden" gelesen habe. Sollte mir für dieses Jahr zwar nichts mehr nützen, nachdem ich Stunden auf den Seiten der Norwegischen, Dänischen, Schwedische, Deutschen und Österreischen Bahn verbrachte aber vielleicht für kommende Jahre...

    Der Tenor dort war aber nicht so positiv. So schreibt der oder die Autorin am Schluss, dass viele Bahnen in Staatsbesitz seien und die Umsetzung, resp. deren Zeitplan sehr ambitioniert sei. Ich freu mich dann also wenns soweit ist. In anderen Berichten las ich, dass auch die Bahnbetreiber nicht wirklich Fan von der Idee seien. In einem Artikel las ich «Der Direktor Alberto Mazzola sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: «Ich kenne keinen Fall, in dem jemand gezwungen ist, das Produkt eines Konkurrenten zu verkaufen. Stellen Sie sich vor, die Lufthansa wäre gezwungen, Ryanair-Tickets zu verkaufen.»

    Auch das Inetrrail macht die Buchung nicht einfacher, die Fahrt aber deutlich preiswerter. Vorallem wenn man bspw. das Black Friday Angebot für den Kauft nutzt. So konnte ich im letzten Herbst einen 5 Tage in einem Monat Pass der 1. Klasse für 303 Euro ergattern.

    Meine Erfahrung aus den letzten Jahren europäisches Bahnreisen. Aus dem Land des jeweiligen Standorts ins Nachbarland (bspw. Schweiz nach Italien oder Frankreich oder umgekehrt) ist absolut porblemlos und in wenigen Minuten gebucht. Sobald es dann noch ein Land weiter geht (also Schweiz - Frankreich - Spanien) kannst schon sportlich werden. Dazu die völlig unübersichtliche Vielfalt an mehr oder weniger nützlichen Buchungsplattformen.
    Als ich im letzten Jahr den SI in Sagrado unterbrechen und zurück in die Schweiz musste, habe ich das Ticket in wenigen Minuten über die SBB App gebucht. Der italienische Anschlusszug aus Venedig hatte dann leider Verspätung und eins führte zum anderen, sodass ich eine Stunde später zu Hause war. Ich weiss, eine Stunde ist für die DB Kunden Normalzustand;). Ohne mir wirklich Hoffnungen zu machen habe ich auf der SBB Seite einen Entschädigungsantrag ausgefüllt und einige Tage später hatte ich eine Gutschrift, entsprechend der Passagierrechte auf meinem Konto. Bei der Bahn funktionieren also die Passagierrechte.

    Black Diamond:

    Schnalle am Trail Distance Rucksack selbstverschuldet zerstört. Leider war das so ne spezielle die nirgends regulär zu kaufen ist. Hab dann Black Diamond angeschrieben um ne neue zu kaufen. Trotzdem ich sagte, dass ich die Schnalle selbstverschuldet kaputt gemacht habe, bekam ich die neue kostenlos nach Hause geschickt. Fand ich toll, vorallem auch das Teile ausgetauscht werden.

    Könnte sich Garmin ne Scheibe abschneiden. Dort sind Reparaturen dermassen teuer, dass du freiwillig ein neues Gerät kaufst. Glücklicherweise sind die InReach Geräte qualitativ hochwertiger als die übrigen GPS-Geräte. Dort hatte ich mehrere Reparaturfälle und Defekte. Mein inReach Mini läuft und läuft...

    Leider hat auch der Service von Cascade Designs/ Therm-a-Rest stark nachgelassen. Zumindest in der Schweiz. Meine Uberlite ging letzten Sommer endgültig in die ewigen Matten Jagdgründe ein. Die Stege im inneren sind gerissen. Der Schweizer Importeur bestand darauf, dass dies normale Abnützung sei. Auf meinen Hinweis, dass das Internet und die Foren "voll von solchen Erfahrungen ist", wurde nicht eingegangen. Die 20% Kulanz auf ne neue Matte habe ich dann dankend abgelehnt.

    Zitat

    Delaminationen, wie von dir beschrieben, können (wenn dem so ist, passiert dies nach unserer Erfahrung zu 95% innerhalb der ersten beiden Jahre!) müssen aber nicht unbedingt unter Garantie fallen: Matten in aufgeblasenem Zustand bei grosser Hitze im Zelt, Auto, auf erhitztem Fels fördert die Delamination.

    Hab hier im Forum bereits darüber berichtet und da meinten einige ich solls direkt über Cascade Designs versuchen. Endete im selben Ergebnis beim Schweizer Importeur. Ein Freund der zu dieser Zeit gerade in Spanien war, schrieb weg seiner defekten X-Lite auch an Cascade und bekam kostenlos ne neue Matte nach Spanien geschickt. Ich sags mal so. Ich hab aktuell noch ne X-Lite, die vor Ewigkeiten auch mehrmals auf Garantie ausgetauscht wurde. War dann sicher meine letzte Matte von Therm-a-Rest.

    (...)

    Und Frage an die, die schon mal dort unterwegs waren: Ist Spiritus oder Gas besser verfügbar? Meine Verpflegung soll ein Mix aus den abendlichen Menüs in den CAI Rifugi/Posto Tappa werden kombiniert mit selber kochen in den Bivacos und wenn der Hunger zu groß wird oder Lust auf eine Kaffee besteht.

    Gute Entscheidung, wird dir gefallen und ist auch mit der Bahn gut erreichbar und die Buchung der Tickets (hast du ja bereits) ist recht problemlos. Bei den italienischen Hochgeschwindigkeitszügen (Freccia Rosa usw.) ist eine Platzreservation obligatorisch.

    Definitiv Spiritus. Gas hätte es in einigen wenigen Läden (an einen kann ich mich mit Sicherheit erinnern) gegeben, Spiritus hingegen sehr oft. Das wird dort zum Fensterreinigen gebraucht. Einfach auf die 1 l (im Glücksfall 0.5l) Flaschen mit roter Flüssigkeit und einer älteren Dame auf der Etikette achten. Riecht auch ganz nett da^^
    Überhaupt bin ich nur noch mit Spiritus unterwegs. Selbst in Grönland habe ich den bekommen. Ok, da war auch Gas kein Problem.

    Hier mal noch meine GTA Packliste. Hab in 2020 den grössten Teil, in einer für mich angepassten Route gemacht und den Rest 2021 mit meiner Partnerin. Im alten und neuen Forum findest du auch einen Teil meines Erfahrungsberichts. U.a. Sja hat noch mehr Italienerfahrung als ich und auch viel dazu geschrieben.
    Ich fänds schade die PT (Posto Tappas) und Hütten links liegen zu lassen. Einerseits leben die Menschen dort vorallem auch von Touristen und häufig waren da echte Juwelen unten den Unterkünften. Mit meinen paar Sätzen Italienisch hatte ich zudem echt tolle Begegnungen.

    Wünsche viel Vergnügen:love:

    Seit einigen Jahren ist dieses kleine 10 Gramm schwere Ding (Schaber für Keramikkochfelder) auf jeder Wanderung mit dabei und hat schon Tausende Kleber entfernt.

    Die gehen mir so dermassen auf den Nerv. Wie Cullin so treffend schrieb: Hunde pissen an Pfosten, Menschen machen Sticker drauf. Und wenn ein Hund hingepisst hat muss der nächste gleich drüber pissen, darum finden sich auch immer mindestens zwei Kleber von irgendwelchen Sportvereinen übereinander. Da sind mir die Hunde dann doch lieber.
    Auch die ganze Politikscheisse (ist mir ganz egal ob rechts oder links), Werbung für Instagram/ Youtube Kanäle und die blöden "Nett hier..." Kleber kratze ich konsequent mindestens von allen Wegweisern weg. Wer sein eigenes Eigentum verkleben will, bitteschön, hab auf meinem Eigentum auch Kleber aber Wegweiser sind für alle so und sollen den Weg weisen.

    Nun, durch sind die alle recht zeitnah. Mehr als 200 - 250 Nächte verspreche ich mir nicht von einer UL-Matte. Und da ist es dann schon schön, wenn TAR ne neue schickt.

    Genau, man zahlt eben die lebenslange Garantie mit. Einmal eine TAR kaufen und man bekommt immer wieder eine Neue. Hat bei mir mit einer Vielzahl an Matten in der Familie immer reibungslos geklappt. Zumindest solange es TAR gibt. Wenn jetzt aber alle nur noch die (doch nicht ganz so) billigen Chinamatten kaufen, vielleicht irgendwann nich mehr...

    Das dachte ich bis neulich auch.
    Meine X-Lite und Vorgängerinnen wurden auch zwei oder drei Mal auf Garantie ersetzt. Das letzte Mal vor deutlich über 6 Jahren, seither hält die X-Lite, ist aber auch nicht mehr so oft im Einsatz.

    Nachdem nun vorletzte Woche das Innenleben meiner am 13.03.2019 gekauften Uberlite schwächelte (siehe Foto), dachte ich "kein Problem, TAR bietet ja eine lebenslange Garantie". Also meinem Verkäufer geschrieben und erfahren, dass die Garantie eben nicht lebenslang sei, sondern nur "limited lifetime". In der Schweiz gelte daher die gesetzliche Garantie von 2 Jahren. Aus Kulanz könne sie in Einzelfällen um ein weiteres Jahr verlängert werden. Meine sechsjährige Matte sei da aber deutlich raus und ich könne keine Ansprüche geltend machen.

    Einerseits denke ich nun, ok, sie leistete doch "zwei bis drei Nächte" ;) gute Dienste ohne zu murren. In meinem persönlichen Umfeld, vom Forum ganz zu schweigen kenne ich da ganz andere Uberlite Geschichten. Andererseits scheint es mir, dass sich TAR hier etwas gar billig aus der Affäre zieht, da der Schaden wohl kaum ein Anwenderfehler ist. Soll sich jeder seine eigene Meinung machen. Ich war bis heute ein grosser TAR Fan. Unter diesen Umständen scheint mir das Preis-/Leistungsverhältnis bei TAR nur noch teilweise gegeben und ich werde die Matte jetzt noch nutzen, bis sie ganz aufgibt und mich dann ggf. nach einer neuen umschauen oder halt mit X-Lite und Flexmat weitermachen.

    Zürich - Maribor (Slovenian Mountain Trail)

    Zürich, Hauptbahnhof, 20:40 Uhr --> Maribor, 08:49 Uhr (Nightjet)
    Es gibt noch andere Verbindungen aber bei der muss man nicht umsteigen und bei etwas Buchung im voraus gibts sehr lukrative Tarife.


    Zürich - Hendaye (HRP)

    Zürich, Hauptbahnhof, 06:59 Uhr --> 11:40 Uhr, Paris, Gare de Lyon (Fussweg) Paris, Montparnasse, 13:59 Uhr --> 18:47 Uhr, Hendaye
    Auch hier gibts noch zahlreiche andere Verbindungen aber die scheint mir die beste (ich mag nicht viel umsteigen, erhöht nur das Risiko einen Zug zu verpassen und stresst)

    Grande Traversata delle Alpi

    Auch die GTA kann problemlos mit dem Zug gemacht werden aber das ist so individuell, da spar ich mir die Recherche. Nur soviel, aufgrund Felssturzgefahr (die gesperrte Strasse geht wohl auch nicht mehr auf) würd ich aktuell mit dem Postauto bis Cruina (Tessiner Seite) oder Ladstafel (Walliser Seite) fahren und via der Via Sprinz oder dem Alpenpässeweg den Startpunkt ansteuern.

    Ventimiglia, 10:59 Uhr --> Milano Centrale (umsteigen) 16:05 Uhr, Milano Lambrate --> 19:27 Uhr, Zürich HB
    Ventimiglia, 15:10 Uhr --> 18:24 Uhr, Pavia (umsteigen) 19:20 Uhr --> 23:27 Uhr, Zürich, HB
    Auch hier gibts noch zahlreiche andere Verbindungen, aber eben, ich mag nicht viel umsteigen;)

    Damals gabs noch eine bessere Verbindung via Milano Centrale, ohne Transfer durch die Stadt. Italien hat mich ÖV technisch ohnehin absolut begeistert. Die Frecciarossa sind wie fliegen. Wir sind damit von Ventimiglia zuerst noch nach Pisa und anschliessend nach Siena und erst danach nachhause.

    Habs mal grob überschlagen.
    Mein Tarptent Aeon Li hat garantiert schon über 100 Nächste auf dem Tacho. Ich musste auf dem Boden ein bis zwei Stellen reparieren. Dazu noch einen Kleber an der Seitenwand, da meine Stockspitze den Kampf gegen das Zelt gewonnen hat. Das Netzgewebe ist halt auch sehr fein und auch hier musste ich das eine oder andere Loch nähen. Sind aber meine Fehler, kann das Zelt nix für.

    Letztes Jahr auf dem ACT haben sich nun an einigen Stellen der First die DCF Dichtbänder gelöst, die ich nun für die bevorstehende Tour ersetzt habe. Ich bin gespannt wie der Zustand des Zeltes Ende des Jahres sein wird.
    Ein guter Freund von mir schwört auf sein Durston X-Mid 1 Pro, welches dereinst wohl die Nachfolge meines sehr geschätzten Aeon Li antreten wird.

    Da Juni aber reichlich früh für die hohen slowenischen Berge ist, überlege ich nun zeitgleich am EB - Internationaler Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach–Budapest rum, von welchem ich während der HRP erfahren habe:D Diese verdammten Langsteckenwanderungen. Mit jeder Wanderung kommen mehr neue dazu, als ich welche abhaken kann8o.

    Darf man fragen, was aus dieser Überlegung geworden ist. Ich plane dieses Jahr im Juli + August auf dem EB unterwegs zu sein.

    Nachdem ich mich noch etwas über den EB schlau gemacht und das Buch von Rebecca Salentin gelesen habe, hab ich den EB (vorerst) verworfen.

    Ich hab nun Anfang Juni ein Ticket für den Nightjet nach Maribor und lauf, so gut es der Schnee eben zulässt den Slovenian Mountain Trail. Im Anschluss den Sentiero Italia bis Livigno. Von dort zurück in die Schweiz und den Schweizer Abschnitt der ViaAlpina bis Montreux.

    Deine Erfahrungen vom EB würden mich aber sehr interessieren.

    Während meiner Zeit auf der HRP habe ich zahlreiche Hexatreker getroffen. Vermutlich mehr als HRPler (rein subjektiver Eindruck). Jedenfalls hab ich die meisten, die nach Fernwanderer aussahen angequatscht und praktisch jeder war auf dem Hexa unterwegs. Mit nem Japaner hab ich mal nen Zimmer geteilt, war ganz amüsant. Die sind schon krass drauf, auch was Ausrüstung angeht.

    Wie hier schon öfters erwähnt, kommunizierten die alle via Discord (kannte ich bis dahin gar nicht).

    Was die Sprache angeht. Ich leb ja in nem Land, das mehrsprachig ist und die Französischsprachigen sind da vielleicht etwas "speziell". Die schätzen es nun mal sehr, wenn man sie nicht gleich auf Englisch anquatscht und sich immerhin etwas Mühe gibt, ihre Sprache zu lernen. Mein Französisch ist nun auch alles andere als vorzeigbar, aber 2-3 Sätze auf Französisch öffnet da so manche Tür.

    Aus dem Grund habe ich für die GTA etwas Italienisch gelernt (auch das alles andere als perfekt, aber ich schlag mich mehr schlecht als recht durch) und ich hab damit durchwegs positive Erfahrungen gemacht.

    Ich machs abhängig von Tourlänger und den Möglichkeiten zum Nachkaufen.

    Touren ohne Nachschubpunkte (bspw. letztes Jahr auf dem ACT): Gemüsse und Früchte dörren (oder gefriergetrocknete kaufen) und mitnehmen. Karotten, Zuchetti, rote Beete, Äpfel und Birnen sind perfekt zum dörren. Beeren usw. kaufe ich meistens gefriergetrocknet von Bio King (das Angebot hier in der CH ist leider überschaubar).

    Bei etwas zivilisierteren Touren kaufe ich bei fast jeder Gelegenheit Früchte und nehm meistens noch etwas (i.d.R. Äpfel/ Bananen fürs Frühstücks-Müsli) mit in den Rucksack. Früchte vermisse ich persönlich jeweils mehr als Gemüse. Käse ist auch immer so ein Ding das ich vermisse und gerne nachkaufe, gibts glücklicherweise häufig in Hofläden oder direkt an der Alp.

    Ich nutze dieses (auch auf Amazon) seit einigen Jahren (96 Gramm zurechtgeschnippelt). Im 2022 auf einer dreimonatigen Tour, 2023 auf der HRP und auf diversen kurzen Touren erfolgreich getestet. Selbst 2024 auf dem ACT in Grönland hat das Teil trotz vieler Wolken noch genug Strom geliefert. Wurde mir von Stromfahrer empfohlen, ich selber hab null Ahnung von der Materie.
    Entweder lade ich mit einem langen Kabel direkt ins Mobiltelefon oder dann in eine Nitecore NB10000 (1. Generation). Strom brauche ich auf Langstrecke fürs Mobiltelefon, InReach Mini, Sony RX100 und die NU25.
    Das Teil wird mich auch dieses Jahr wieder auf einer längeren Wanderung begleiten und hoffentlich wiederum gute Dienste leisten.

    Zugegebenermassen habe ich aber meistens noch ein leichtes (35 gr) Netzteil dabei. Nichts mit Schnellladen usw., wirklich ein einfaches Teil. Jaja ich weiss, pack deine Ängste nicht ein;)

    Ich persönlich sehe absolut nicht ein, warum ich zuerst 12 Stunden (?) fliegen soll um danach mit hunderten anderen Wanderern einige tausend Kilometer zu wandern. Aber mich schreckt dieses ganze "Thru-Hike" und Getue um die amerikanischen Fernwanderwege ohnehin ab. Meine Meinung, muss keiner Teilen und ich wil da auch keine Diskussion anzetteln. Soll jeder machen wie er will.

    Als ich 2022 die Schweiz umrundet habe, bin ich vor der Haustüre gestartet und die Wanderung hat 89 Tage später auch wieder dort geendet. Ich werde diese Wanderung nie vergessen und alleine schon die Planung dafür hat total Spass gemacht, weil ich etwas eigenes gemacht habe, was so noch keiner gemacht hat. Im nächsten Jahr werde ich mit dem Zug an den Startpunkt meiner vier monatigen Wanderung fahren. Diese setzt sich aus vier Fernwanderwegen oder Teilen davon zusammen und die Lücken dazwischen werden mit normalen Wanderwegen geschlossen. Auch etwas, was in der Form vermutlich noch keiner gemacht hat.

    Fernwanderwege gibts in Europa wahrlich genug. Die einzige Herausforderung dürfte wohl sein in den sechs Monaten nie in den Schnee zu kommen:D. Ein Blick auf Waymarkedtrails, Startpunkt setzen und jahreszeitabhängig schauen wos hinführt. Bei sechs Monaten wäre für mich aber ohnehin der Sentiero Italia gesetzt8)

    So oder so. Ich wünsche dir viel Freude bei der Planung/ Vorbereitung und danach unterwegs.

    37. Tag - 15.09.2020  - Wehmut
    Serremorello - zum neuen Rifugio Fauniera (HP für 50 Euro, sehr gutes Essen)
    31 Kilometer, + 2399 hm, - 1316 hm, 8 Stunden, 44 Minuten


    Bau(m)kunst? Bitte Licht löschen.

    Nach einer recht erhellenden Nacht aber trotzdem gutem Schlaf machte ich mich auf. Ich war etwas wehmütig. Einerseits freute ich mich auf zu Hause, werde aber auch den Alltag auf der GTA vermissen.
    Der Weg nach Celle di Macra ist einfach und langweilig. Leider ist die Wegführung etwas irreführend und so lief ich schlussendlich grosse Teile auf der wenig befahrenen Strasse.


    Internationales in Celle di Macra

    Ein Kaffee ist kein Kaffee und so gönnte ich mir einen solchen im örtlichen Laden. Noch ein kleiner Schwatz mit einem Rentner, ein paar frische Lebensmittel einkaufen und weiter. Die Auswahl ist eher klein, das nötigste aber vorhanden. Mit einem Stück Peperonchinikäse und anderen Leckereien gings weiter.
    Das Salzmuseum war leider geschlossen, dafür interessierten sich ein paar Einheimische für meinen Rucksack und was ich hier so treibe. Bis zum Abend sollte ich nun keine Menschenseele mehr sehen.


    Piano

    Der Aufstieg via Alpe Fumè zum Monte Bastia verlief auf einer Alpstrasse und war jetzt auch nicht das Highlight der Tour. Leider bot er auch keinen gescheiten Platz für eine Pause, dafür einen Brunnen, was mir ebenso gelegen kam.
    Der weitere Weg via der Bassa di Narbona zum Passo delle Crossette gefiel mir dann deutlich besser. Zwar auch nur eine Alpstrasse, bot aber deutlich mehr Abwechslung. Zu meiner Überraschung sömmerten hier immer noch einige Schafe, Lämmer, Esel und ein Shetlandpony. Wirklich schön hier und ich kam wieder ins Träumen.
    Beim Passo delle Crossette gönnte ich mir dann endlich eine ausgiebige Pause. War für ein schöner und ruhiger Ort. Ein neues Kreuz wies auf einen kürzlich verstorbenen Knaben hin, was die Stimmung trübte.


    Pause beim Passo delle Crossette


    Rückblick




    Santuario San Magno von oben


    Santuario San Magno

    Weiter gehts dem schönen Santuario San Magno entgegen. Die Strasse versprüht wenig Reiz, trotzdem gönnte ich mir den Abstecher zum schönen Gebäude. Eine Nacht in diesem Historischen Gebäude wäre sicher ein Erlebnis. Da aber alles geschlossen war schaute ich mich etwas um, mache Fotos, füllte Wasser und lief dem Colle dei Fauniera (im Rother noch als Colle dei Morti vermerkt) entgegen. Leider führt der Weg auch hier auf der Strasse, was dank dem schwachen Verkehrsaufkommen erträglich war.
    Mittlerweile wars auch gegen 17 Uhr und ich plante am Nachtlager. Allzu hoch oben möchte ich um diese Jahreszeit mit meinem Comforter nicht mehr schlafen, da dieser ab 2 Grad C deutlich nachlässt. Andererseits solls oben beim Colle dei Fauniera ein Biwak haben. Das dieses nur im Winter geöffnet ist, werde ich später erfahren.

    Da mich der Weg der Passstrasse nicht sonderlich reizte, studierte ich an der Variante rum. Der Rother schreibt „Ist aber nur etwas für Experimentierfreudige“. Naja meine Experimentierfreudigkeit hat nach dem einen oder anderen Erlebnis mit der Wegführung hier etwas nachgelassen. Die Lust auf einen kleinen alpinen Abstecher überwiegt dann aber und der Weg ist für meinen Geschmack einfach und gut signalisiert. Die Beschreibung im Rother empfand ich als unverständlich. Die beschriebene Baita Parvo, 1958 müM. fand ich nirgends. Dafür etwas weiter oben ein Wegweiser bei der Località Langra, 1971 müM. Von da weg gewinne ich schnell an Höhe und blicke alsbald auf die Passstrasse.



    Ich geniesse den schönen Bergwanderweg in vollen Zügen. In meinem „Tagebuch“ habe ich mir für die Variante „steil aber geil“ vermerkt. Vorbei an einer kleinen Kuhherde erreiche ich bald den Pass. Das Biwak ist leider geschlossen und mein InReach prognostiziert kühle Temperaturen für die Nacht. Vielleicht ists doch bald mal Zeit für einen wärmeren Quilt. Nun hatte ich doch schon einige Nächte in höheren und kühleren Lagen.
    Kurzerhand frage ich im nigelnagelneuen Bivacco Fauniera für einen Nachtplatz an. Die schöne Hütte ist praktisch leer und dementsprechend stehe ich bald unter der neuen Dusche. Zusammen mit einem grossartigen Abendessen geniesse ich den Sonnenuntergang. Morgen wird der letzte Tag auf der GTA für dieses Jahr:(

    38. Tag - 16.09.2020 oder der (vorerst) letzte Tag
    Rifugio Fauniera - Sambuco
    14.4 Kilometer, + 298 hm, - 1394 hm, 3 Stunden, 42 Minuten


    Was es wohl dachte? "Was bist denn du für einer?"

    Der letzte Tag ist eigentlich schnell erzählt. Es war nicht mehr weit zu meinem diesjährigen Etappenziel. Einerseits freute ich mich sehr auf das Wiedersehen mit meiner Freundin und trotzdem war ich auch wehmütig. Dementsprechend hatte ich es alles andere als eilig. Ausser die Waschmaschine würde ich heute nichts mehr brauchen.
    So lief ich auf Umwegen via der Cima Fauniera zum Colle dei Fauniera wo ein monumentales Denkmal von Marco Pantani thront. Heisst der Pass nun eigentlich Colle dei Morti, Colle dei Fauniera oder gar Col Cuneo? Ich weiss es nicht. Vor Ort ist alles mit Colle dei Fauniera beschriftet. Hier gibts eine kleine Erklärung zum Namensrätsel. Naja, gewisse Berge haben keine Namen, dieser Pass hat gleich deren drei^^


    Umwege lohnen sich eben doch. Zumindest manchmal

    Jedenfalls erblickte ich auf dem Weg zum Pass mit den zahlreichen Namen nochmals einige Edelweiss. Was für eine Freude! Ich schlenderte auf der Passstrasse in Richtung Colle Valcavera und auf gemütlichen Alpstrassen in Richtung Rifugio don Franco. Zeit für eine kleine Pause an der Sonne will ich doch nicht zu früh in Sambuco sein.


    Alte Militärstrasse (nun Passstrasse) zwischen Colle dei Fauniera und Colle Valcavera

    Weiter auf der gemütlichen, immer leicht abfallenden Alpstrasse zur Gias Mure, wo der Weg in einen steilen Pfad mit zahlreichen Kehren übergeht.
    Am Ende dessen steht eine gemütliche Bank samt Tisch, wo ich mir nochmals eine lange Pause gönnte und in Erinnerungen schwelgte.
    Bis zum Albergo della Pace wars nun nicht mehr weit und ich verbrachte den Nachmittag mit der Waschmaschine, Dusche und etwas herumlümeln.

    In 38 Tagen habe ich nun 763 km, 48961 Höhenmeter +, 25698 Höhenmeter - zurückgelegt. Dabei bin ich total 1 Woche, 4 Tage und 4 Stunden gewandert.
    Ich freue mich auf die Fortsetzung (und Beendigung der GTA) im Jahr 2021, zusammen mit meiner Partnerin!

    36. Tag - 14.09.2020 oder nackt im Dorf
    Posto Tappa Elva Serre - Serremorello
    22.4 Kilometer, + 1182 hm, - 1497 hm, 7 Stunden, 10 Minuten

    Nach dem ausgiebigen Frühstück kam ich eher spät los und kam auch lange nicht so richtig auf Touren. Da kamen die angenehmen An- und Abstiege gerade recht. Und Ironie des Schicksals, keine halbe Stunde nach Start stiess ich beim Colle San Giovanni auf einen perfekten Platz für ein Nachtlager. Hätte ich das mal gestern gewusst.
    Prompt lief ich dann noch einige Meter dem falschen Weg nach, da ich schlicht den Abzweiger verpasst.
    Den Fehler glücklicherweise schnell bemerkt und auf angenehmen Wegen via Colle Bettone San Martino entgegen gewandert. Ein wirklich traumhaft gelegener Ort und für einmal war auch die Kirche offen.


    San Martino 


    Chiesa San Peyre di Stroppo (wäre ein kleiner Abstecher von der GTA)

    Die Futtervorräte wurden langsam wieder etwas knapp und so freute ich mich auf den im Rother angegebenen Laden in Bassura. Dieser schien dauerhaft geschlossen zu sein. Keine Ahnung. Im einzigen geöffneten Restaurant gabs auch kein Mittagessen und so zottelte ich weiter. Zahlreiche Schilder deuten daraufhin, dass hier zukünftig der eine oder andere Euro in den Umbau der zahlreichen verfallenen Häuser investiert wird. Soll wohl so eine Art Ferienhausprojekt geben. Auf den Fotos sahs ganz nett aus.


    Alte Werbung für Sonnensticks in Stroppo. Das Teil könnte man hier sicher für viel Geld verkaufen 


    Kirchturm in Stroppo

    Ich wählte den Weg via Fluss und nicht die Alternative via Pessa. Unten beim Fluss stiess ich auf einen herrlich gelegenen Picknickplatz samt Wasserhahn und so beschloss ich Mittagspause zu machen. Viel Essen hatte ich nicht mehr und so kochte ich für einmal etwas Warmes zu Mittag.
    Via Capella la Madonna nach Aramola auf gemütlichen Wegen. Maurengo war etwas surreal. Das Dorf wirkte wie zahlreiche andere völlig ausgestorben. Teilweise waren die Türen offen und bei einem Blick hinein schien es, als hätten die Bewohner die Häuser Hals über Kopf verlassen müssen.


    Madonna nach Aramola, welche die besten Zeiten leider definitiv hinter sich hat


    Verlassenes Wohnhaus Maurengo. Die Situation habe ich exakt so angetroffen

    Und jetzt, direkter Weg oder Umweg via Palent? Ich beschloss die längere Variante zu gehen, was ich im Nachhinein doch etwas bereute. Einerseits war das schön gelegne Restaurant in Palent geschlossen. Es war zwar alles offen, ich traf aber keine Menschenseele. Die schlafende Katze wollte ich zum Fragen auch nicht aufwecken und so zottelte ich weiter. Leider war die Signalisation hier total ungenügend und so lief ich einige Meter doppelt. Irgendwann fand ich den Anschluss, habe aber keine Ahnung, ob das wirklich der offizielle Weg war. Mühsam war die Wegfindung und das Gehen dort aber allemal und der eine oder andere umgestürzte Baum musste überklettert oder umgangen werden. In Colletto fand ich dann auch eine kleine Karte, welche mit derjenigen vom Rother resp. der Rother Beschreibung absolut nicht korrespondierte. Egal, ich habs nun geschafft. Colletto ist denn auch ein wirklich schmucker Weiler und ich überlegte hier mein Tarp aufzustellen.
    Ich beschloss aber noch etwas weiter zu gehen und überlegte, den Abstecher nach Garino (das verlassene Dorf) zu machen.


    Die schlafende Katze von Palent

    „Hmm, eigentlich sehe ich hier doch andauernd verlassene Dörfer“ und so verwarf ich die Idee. In Serremorello angekommen, fand ich einen Brunnen und weiter unten einen gut gelegenen Picknickplatz (einfach Tisch und Bänke) neben einem offenbar neuen Museum. Zuerst wollte ich hier lediglich eine Pause machen, beschloss dann aber hierzubleiben.
    Serremorello scheint so eine Art Ferienhaus-Siedlung zu sein. Zahlreiche schön renovierte Häuser und Wohnungen, aber weit und breit kein Mensch.
    Am Dorfbrunnen wusch ich mich etwas, und nachdem ich die Hemmungen abgelegt hatte, legte ich auch meine Kleider ab und stand dort nackt mitten im Dorf um mich anständig zu waschen. Hoffentlich hat hier keiner eine Webcam^^
    Frisch gewaschen machte ich mich ans Abendessen. Das Tarp stelle ich direkt vor dem Eingang der schönen Kirche auf. Was ich leider nicht bedachte, waren die Strassenlampen die hier hell leuchteten. Hier brachte meine Regenjacke, übers Tarp gelegt, glücklicherweise etwas mehr Dunkelheit. Trotz der röhrenden Hirsche und dem eher harten Untergrund schlief ich aber überraschend gut.


    Pasta abwägen? Wenn der Topf randvoll ist, ists genug