Von den Gleisen in die Fjorde - Long Crossing Lofoten

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  • Hei liebe Leute

    Die Lofoten standen schon länger auf meiner Liste. Nach einem Hinweis von einer Arbeitskollegin, einigen Videos und Berichten stand der Plan, die durchquerung der Lofoten zu Fuss oder eben "Long Crossing Lofoten". Ich bin jetzt nicht mehr der aktivste Forenteilnehmer, da hier aber wenige Infos dazu zu finden sind, schreibe ich mal wieder einen Reisebericht. Wobei Bericht vielleicht etwas hoch gegriffen ist aber mindestens ein paar Infos und Fotos dazu und vielleicht kommt noch die eine oder andere Frage.
    Wie es der Titel schon impliziert, versuche ich die Anreisen zu meinen Wanderungen in den letzten Jahren nach Möglichkeit mit dem Zug zu machen, wobei ich hier noch die Hurtigruten integrieren wollte, welche ebenfalls schon länger auf meiner Liste standen.


    Unterwegs mit der Havila Pollux

    Schritt 1 war also eine geeignete Route aus der Schweiz zu suchen, nachdem ich mir an Black Friday einen Interrail Pass mit 25% gekauft hatte. Keine Ahnung wieviele Stunden ich schlussendlich nur mit der Planung und Recherche der An- und Abreise verbrachte8| Für lange (und wenig reizvolle) Strecken mag ich Nachtzüge besonders.


    Mini Cabin des ÖBB Nightjet nach Hamburg. Für die eher langen Leute (ich bin 193 cm) grenzwertig in der Länge aber eine coole Sache. Würde ich wieder buchen.

    Ausrüstung (meine Packliste)
    Mein übliches Zeug, angepasst für etwas mehr Regen, daher ein BW von knapp über 5 kg:S. Die Regenhülle für meinen Atompacks habe ich üblicherweise nicht dabei, hier war ich ganz ok damit. Wasserfilter habe ich sonst auch nicht dabei, war hier auch ganz nett. Gewässer gibts im Überfluss. Falls spezifisches Interesse an einzelnen Teilen besteht, immer her damit, vielleicht mache ich am Schluss noch ein kleines Ausrüstungsfazit. Das Durston X-Mid Pro 1 hat inzwischen mein treues und lange genutztes Tarptent AeonLi abgelöst. Das AeonLi war ein super Zelt:love:, wird aber leider nicht mehr hergestellt. Ausserdem war ich mit dem Packmass des AeonLi etwas unzufrieden und wollte gerne mal das Durston ausprobieren. Gleich vorweg. Das Tarptent AeonLi stand besser im Wind als das Durston X-Mid Pro 1 und ich war deutlich schneller beim Aufstellen. Mit rund 150 Nächten im AeonLi hatte ich natürlich auch mehr Übung. Dafür ist das Platzangebot im X-Mid natürlich deutlich besser. Zum Aufstellen verwende ich die Black Diamond Carbon Z-Poles in der fixen Länge von 130 cm was das aufstellen natürlich etwas erschwert, jedoch gut klappt.
    Das AeonLi ist übrigens nicht durch, nicht das hier wieder die ersten kommen und meine die DCF Zelte taugen nichts. Die Dichtigkeit des Bodens hat aber inzwischen nachgelassen, weshalb ich beim Durston auf den Silnylon Boden gesetzt habe.

    Anreise
    Ich fuhr also am 22.Juli mit dem Nachtzug von Zürich nach Hamburg (genauer Pinneberg). Gleichentags nach Göteborg, wo ich eine Nacht verbrachte, wobei ich hier kurzfristig umbuchen musste, da die deutsche Bahn den Zug strich und keinerlei Hilfestellung bot. Ich warte heute noch auf die vollständige Rückerstattung. Am 24.7 mit dem Tageszug nach Oslo, wo ich erneut eine Nacht verbrachte.
    Am 25.7 nach Bergen, wo ich am Abend auf die Havilla (Mitbewerberin der Hurtigruten) einschiffte. Am 28.7 erreichten wir Bodø, wo ich gleichentags auf die Fähre (für Fussgänger*innen kostenlos) nach Moskenes fuhr. Da Autostoppen auf den Lofoten keine einfache Sache ist, sprich niemand hielt an, lief ich die paar Kilometer nach Å, wo ich gleich noch die ersten Meter auf dem Weg anhängte. Ich wollte den Weg bewusst umgekehrt laufen was diverse so gemacht haben.


    Mein Zug im Bahnhof Oslo



    Weg
    Ich nehms gleich vorweg. Ich würd den Weg keinem empfehlen. Die Lofoten und Teile des Weges ja, aber keineswegs der Weg in dieser Form. Wieso? Faktisch sind es (wunder)schöne Wegabschnitte auf den Lofoten die über Strassen und wenig reizvolle Wege miteinander verbunden werden. Es ist nicht legal möglich die gesamte Strecke zu Fuss zurückzulegen, da für den Unterwassertunnel im Bereich Leknes ein Fussgänger und Veloverbot besteht.
    Weiter musst du zwischen Kirkefjord und Vindstad (die Haltestelle Forsfjord wird nicht mehr bedient) eine Fähre nehmen. Eine Reservation ist möglich aber nicht notwendig. Die verhältnismässig kurze Strecke zwischen Forsfjord und Vindstad benötigt mindestens rund 90 Minuten (egal wie kurz sie auf der Karte scheint).
    Weiter gibt es kilometerlange Abschnitte auf Asphalt- und Kiessstrassen die zwar zu Fuss zurückgelegt werden können, was teilweise aber nur mässig Freude macht. Ich bin einige Strecken zu Fuss gegangen, für andere habe ich den Bus genommen oder Autostop gemacht. Es besteht nicht immer eine Busverbindung für die langweiligen Abschnitte. Wenn du diese also nicht laufen willst, aber kein Glück beim Autostoppen hast, wird dir nichts anderes übrig bleiben als zu laufen. Die E10 ist stark frequentiert, auf den Nebenstrassen geht der Verkehr abhängig von der Tageszeit gegen Null.
    Die technischen Details kennst du vermutlich, rund 160km und 9`193m Höhenmeter. Es erwartet dich von der Asphaltstrasse bis zum Weg im Stile eines Alpinwanderweges (ungesicherte Kraxelstellen, also ca. T4-T5) alles, wobei Wege im Stil eines Bergwanderweges (also ca. T3) vorherrschen. Die Markierung ist unterschiedlich, ich hatte die GPX Tracks auf dem Handy (Mapout). Mit rund 10-15° C hatte ich eher kühle Temperaturen und Anfags regelmässig Regen. Die ersten 5 Tage hatte ich zu keinem Zeitpunkt trockene Socken/ Schuhe und lief weite Strecken durch mind. knöcheltiefen Matsch. Warum schreibe ich das?
    Der Weg ist inzwischen sehr populär und ich war erstaunt, wieviele teils auch sehr unerfahrene Wandernde dort unterwegs waren. Für gewisse Leute war dies der erste Fernwanderweg, andere trugen viel zu schwere Rucksäcke mit sich rum und mussten aufgeben. Ich habe Bilder und Berichte von Unfällen gesehen/ gehört. Der Weg ist nichts für Anfänger was ich eigentlich auch wiederholt gelesen habe aber irgendwie scheint der Reiz (der sozialen Medien) grösser zu sein.
    Es geht mir hier nicht darum zu zeigen was für ein harter Typ ich bin und ich weil auch keineswegs die Lofoten schlechtmachen. Ich will dir aber realistisch aufzeigen, was dich hier erwarten kann/ wird und nicht bloss ein paar schöne Landschaftsfotos zeigen. Gemäss diversen Erzählungen sei dieser Sommer auf den Lofoten aber auch sehr nass und eher kühl gewesen.

    Bus und Fähre
    Für die Fähr- und Busverbindungen kann ich die REIS App sehr empfehlen. Für unter 25-jährige gibt es eine preislich sehr attraktive Monatskarte. Die Tickets können ebenfalls über die App gebucht werden. Tolle Sache, tolle App, die Buse waren allesamt pünktlich. Nicht jede Bushaltestelle auf der Karte wird bedient, teilweise werden die nur durch Schulbuse angefahren und die Führen während meiner Wanderung nicht. Beachte also die Fahrpläne auf der oben verlinkten Seite von Reis Nordland.

    So, noch ein paar schöne Fotos der Anreise bis zum Ende des zweiten Wandertages für positive Gefühle nach dem "negativen" Text;)

    Zuerst einige Impressionen auf dem Weg nach Å (Lofoten)












    Die ersten beiden Wandertage, sprich von Å bis Munken. Die Fotos stammen selbstverständlich alle von mir und wurden mit dem IPhone 15 Pro oder Sony RX100 M6 (teilweise mit NiSi-Verlaufsfilter).


    Der erste Abend auf dem Weg


    Willkommen in Norwegen8o Der erste Morgen und gleich ein guter Grund noch etwas liegen zu bleiben^^














    Der zweite Abend, kurz unterhalb des Munken. In der Nacht setzte ein ordentlicher "Sturm" ein, sodass ich mitten in der Nacht (dunkel wurde es nie wirklich) das X-Mid noch etwas besser abspannen musste. Leider wurde beim zusammenpacken am nächsten Morgen mein Packsack buchstäblich vom Winde verweht. Der erste Verlust auf meiner Wanderung:(.

    Das wars mal fürs Erste. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Einen klassichen Reisebericht habe ich wie erwähnt nicht geplant. Falls ein grosses Interesse an etwas mehr Text und Beschreibung zum Weg besteht, schreibe ich aber gerne ein paar Sätze mehr dazu. Ansonsten werde ich die nächsten Tage immer mal wieder ein paar Bilder und Beschreibungen veröffentlichen.

  • Macht Spaß zu lesen - freu mich auf mehr!

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

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