DAV diskutiert Lagerplätze bzw legales Biwakieren in den Alpen

  • Wie der Titel schon sagt, gibt es aktuell wohl eine Initiative vom Deutschen Alpenverein, das legale Biwakieren, eventuell mit einem System wie bei den bereits bestehenden Lagerplätzen oder durch das regeln von Übernachtungen in der Nähe von Hütten wie in Spanien oder auf dem GR20, zu ermöglichen.

    Beitrag in DAV Alpinwelt 01/2025

    Für mich wäre das ja ein Traum, der in Erfüllung geht. Ich liebe die Alpen, war bei meinen längeren Wanderungen bisher aber fast ausschließlich in den Mittelgebirgen unterwegs, weil es dort mehr legale Lagerplätze gibt bzw. das Lagern, meiner Beobachtung nach, deutlich eher toleriert wird und ich Hüttenübernachtungen nicht so extrem mag.

    Wer also im Alpenverein Mitglied ist, könnte sich an der Diskussion beteiligen. Ob Pro oder Contra, kann ja jeder selbst entscheiden.

    Hike light, das Leben ist schwer genug!

    Einmal editiert, zuletzt von Trekkerling (18. März 2025 um 07:51) aus folgendem Grund: Name im Link geändert

  • Meiner Erinnerung nach hatte @Wanderrentner in der Coronazeit das Thema versucht über seine Sektion in die Diskussion zu bringen.
    Ich würde es super finden, wenn das nun klappen würde. Mit Verspätung.

    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Ich freue mich über diese ausgewogene Einladung des DAV zur Diskussion. Gerade um Hütten herum, finde ich Zeltmöglichkeiten zur Ergänzung des relativ strengen Buchungsregimes sehr gut. Spannende Entwicklung ...

    Wenn ihr auf der DAV Seite nach "Joachim, 02.01.25" sucht, findet Ihr einen Beitrag, der sich, wie ich finde, gut mit der Problematik Camping <-> Biwak auseinandersetzt.

  • Meiner Erinnerung nach hatte @Wanderrentner in der Coronazeit das Thema versucht über seine Sektion in die Diskussion zu bringen.
    Ich würde es super finden, wenn das nun klappen würde. Mit Verspätung.

    Ja, das habe ich auch so in Erinnerung.

    Ich bin auch tatsächlich damals, angeregt durch den Beitrag vom wanderrentner, in einer Zweigstelle hier in München zum eventuell dadurch etwas überforderten Mitarbeiter am Schalter, als ich eh da war, und hab den auf das Thema angesprochen.

    Hike light, das Leben ist schwer genug!

  • Super! Muss klappen, supportet bitte die DAVler mit diesem Anliegen, wo immer ihr könnt.

    Ja, ich hatte einen sehr ähnlichen Antrag während Corona auf der MV der Sektion Berlin eingebraccht, die in einem Fußballstadio stattfand (ca. 50 Anwesende bei > 20 K Mitgliedern). Eine knappe Mehrheit der Anwesenden war dafür und ich wurde zum Biwakierbeauftragten ernannt, damit es eine Ansprechperson gäbe. Tja... war die einzige MV, auf der ich je war.

    Mehrere Leute aus dem Vorstand, eher die richtigen Hochtourer und Kletterer, fanden die Idee richtig gut. "Hotelkritik" ist durchaus populär und Biwakieren auch. Nur hatte meine Vorstandskontaktperson wegen anderer Projekte nie Zeit, sich mit mir wegen Weiterem zu treffen, unter anderem: mich ansprechbar zu machen im Rahmen der Vereinsstruktur - was bis zur folgenden MV auch nicht klappte. Persönlich kannte ich von Ausbildungstouren Ex-Vorständler und zwei ehrenamtliche Vorstandsunterstützer; der eine hat sich mittlerweile zurückgezogen, der andere ist in den Bergen gestorben, RIP. Ein grundsätzliches Problem der Sektion scheint mir zu sein, Leute zu finden, die verbindlich Aufgaben übernehmen. Die wenigen sind mit zu vielen Sachen, die alle "müssen", immer überlastet. Also, hängt Euch da rein, wenn es irgend geht und übernehmt ein Stück Verantwortung...

    Jedes Mitglied jeder Sektion kann (rechtzeitig!) Anträge für die MV einbringen, die dort behandelt werden müssen (= kurzes Schreiben und kurzer Redebeitrag auf der MV, dass man nur vernünftiges / LNT Biwakieren befürwortet und Überlegungen anstellen will, wie das balanciert werden kann).

    lg, (19.03. Stichtag für mein verschwinden hier, cu).

  • Es ist schon irgendwie traurig und pervers... Da expandiert die Menschheit fröhlich seit Jahrhunderten, zerstört für ihr Wachstum und Profit hemmungslos die Natur, aber draußen schlafen ist illegal. Angeblich, um den restlichen verbliebenen Krümeln Natur nicht noch mehr zu schaden, aber in Wirklichkeit nur, weil sich damit kein Geld verdienen lässt. Denn wenn das Geld ruft, sind selbst Naturschutzgebiete und Nationalparks nebensächlich und die Regeln werden für neue Straßen, Skihotels, Seilbahnen usw. easy gelockert. Auch der Angler, der brav seinen Obulus entrichtet, hat plötzlich Uferbetretungsrecht und darf sogar für die Nacht sein Zelt aufstellen. Es ist alles so verlogen ;(

  • Besser als ChristianS kann man es nicht auf den Punkt bringen. So gut ich das Anliegen des Fadens und die Initiative von @Wanderrentner eigentlich finde: man ruft damit in jeder Diskussion früher oder später das „Ja, aber wenn das alle machen“-Argument hervor, das man nicht entkräften kann. Am Ende setzen sich die Bedenkenträger immer durch. Ich habe für mich daraus den Schluss gezogen: sei mit der LNT-Maxime unterwegs und rede nicht drüber. Damit lässt sich hier freilich kein Content generieren. Und damit wieder: Psssst.

  • Wer sind den "alle"? Wer schleppt bitteschön ein Zelt/Schlafsack/Kochsystem durch die Alpen und freut sich verschwitzt klebend stinkend abends in seinen noch von der Vornacht feuchten Schlafsack zu klettern? Tütenfras fressend, usw?

    Man könnte eine Bannmeile (oder gleich eine geh-Stunde) zu jeder Straße/Parkplatz einrichten. Mir würde es völlig reichen wenn ich bei jeder Hütte mein Zelt aufschlagen dürfte für 20€ Fressgutschein, first come, first serve

  • Dafür gibt es in Frankreich so eine Biwakier-Regel: mindestens eine Stunde von der nächsten Straße entfernt.
    Das ist gefühltes Wissen- ich weiß nicht, woher ich das habe.

    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Dafür gibt es in Frankreich so eine Biwakier-Regel: mindestens eine Stunde von der nächsten Straße entfernt.
    Das ist gefühltes Wissen- ich weiß nicht, woher ich das habe.

    Ist je nach Naturschutzgebiet etc. unterschiedlich.


    Ausserhalb NSG oder ausgewiesenen Zonen : meist kein Problem und toleriert. Die Wanderkultur ist auch relativ stark mit einem eigenen Wanderverband. Im NSG oder Zonen (z.B. Stränden, Natura 2000 etc.) sind die Regeln nicht so einheitlich. Meine Erfahrung : viel lockerer als in DE (da auch sehr viel dünner besiedelt). Die 1h und/oder 1km Regel gibt es auch öfters. In manchen Gebieten hat man es aber auch voll verboten da der Impact zu gross ist (Auch bei Benutzung LNT).

    Einmal editiert, zuletzt von Patirou (26. März 2025 um 16:18) aus folgendem Grund: Ergänzung

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