Reparatur-Tipps für Outdoor Ausrüstungen

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  • Reparatur von einem kleinen Riss am Außenzelt.
    15D Nylon, innen PU-Beschichtet.

    Seam-Grip+WP
    Cotol-240
    Aceton
    Pinsel
    Flicken (Monofil)
    Tape

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    Wenn ich unsicher bin, ob der Kleber auf meinem Material hält, platziere ich einen kleinen Tropfen an unauffälliger Stelle und lasse das über Nacht trocknen. Am nächsten Tag versuche ich diesen Klebepunkt wieder abzukratzen, um festzustellen, ob er eine feste Verbindung eingegangen ist.

    Um den Riss zusammenzuhalten, wird auf der Außenseite ein Stück Papierklebeband gesetzt.

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    Als Flicken verwende ich in letzter Zeit hauptsächlich Monofil in Schwarz und Weiß. Das ist extrem reißfest und lässt sich sowohl mit Seam-Grip+Sil, Elastosil E43 als auch mit Seam-Grip+WP verwenden.

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    Entweder stanze ich den Flicken oder schneide eine entsprechende Form aus. Für kleinste Pads kann man auch einen Bürolocher verwenden. Dazu lege ich den dünnen Stoff zwischen zwei Lagen dickeres Papier und hoffe auf einen sauberen Schnitt. Meist muss ich allerdings mit einer Schere etwas nachschneiden.

    Auf diese Weise repariere ich mit Monofil übrigens auch Löcher im Moskitonetz.

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    Eine entsprechende Menge Seam-Grip+WP versetze ich mit einem Tropfen Cotol-240, um die Trocknung zu beschleunigen.

    Cotol-240 nutze ich nur zum Beschleunigen der Trocknung. Wenn ich zu viel davon verwende, bindet mir die Mischung zu schnell ab. Möchte ich die ideale Viskosität zum Nahtdichten haben, verdünne ich Seam-Grip+WP 1:1 mit Aceton und gebe einige wenige Tropfen Cotol hinzu. Wird mir beim Arbeiten die Mischung zu schnell dickflüssig, kann ich durch geringe Zugabe von Aceton das Abbinden noch etwas hinauszögern.

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    Direkt in die Mischung lege ich den Flicken und drücke den Kleber ins Gewebe.

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    Mit einer Pinzette wird der Flicken auf dem Loch platziert. Mit dem Pinsel streiche ich eventuelle Luftblasen zum Rand hin raus. Man kann auch ein Stück Frischhaltefolie auf die Klebung legen und die Stelle beschweren. Nach einiger Zeit sollte die Folie allerdings zum Lüften wieder abgezogen werden.

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    Der Pinsel wird in Aceton ausgewaschen, aber die Klebereste lasse ich eintrocknen. Aus der PP-Form kann man den Rest dann trocken wieder raus rubbeln.

    VG. -wilbo-

  • Ich hatte nur einmal eine ambulante Reparatur mit so einem Patch.
    Das hat auf meinem Silpoly-Tarp mehr gehaftet als geklebt. Kann aber auch sein, dass es schlicht überlagert war.

    Wären solche Reparaturanleitungen nicht auch was fürs Wiki?

    Ich weiß nicht, wie weit sich dieser Faden noch entwickeln wird. Nicht, dass das Wiki zu unübersichtlich wird.
    Aber man könnte ja Auszüge immer rüberkopieren.

    VG. -wilbo-

  • Ich benötige aktuell eine größere Menge Nahtdichter. Es hat schon seinen Grund, dass meist McNett-Produkte empfohlen werden, aber SeamGrip war mir in der Menge zu teuer, daher habe ich mal den Hensser Outdoor Nahtdichter bestellt, sollte heute ankommen. Ich hatte vorab versucht herauszubekommen, worauf er basiert, leider ohne Erfolg. Hat hier jemand damit Erfahrungen gemacht? Ich schreibe gerne die Tage meine Eindrücke hier rein, wenn gewünscht

  • Nahtdichtung mit Sikaflex 291i
    (Firmenseite)

    Bei meinem Aquatherm Dry-Cag lösten sich stellenweise die Tapes. :(
    Am Kopfdurchlass der Tuilik-Kapuze wurden die Nähte offensichtlich besonders strapaziert, sodass die Versiegelung irgendwann hinüber war.

    Hier, unter Spannung, damit man sieht worum es geht.

    Die losen Tape-Reste wurden entfernt.
    Um mir ein Bild zu machen, was von dem Tape noch hält, habe ich großzügig über den eigentlichen Schaden hinaus gearbeitet.

    Die hochgeklappte Naht wird mit ein wenig Sikaflex wieder runter-geklebt.

    Als Trennschicht zum Pressen nehme ich gerne Xfoil Reste.
    (Frischhaltefolie funktioniert aber genauso gut)

    Für eine gleichmäßige Druckverteilung lege ich immer eine dickes Stück Evazote dazwischen.

    Fertige Klebung:

    Vielleicht wäre die Naht jetzt schon weitgehend tauch-wasserdicht.
    Um sicherzugehen, habe ich mit dem Spachtel noch eine dünne Schicht Sika´ als Abdeckung aufgetragen.

    Die gespachtelte Oberfläche ist nicht gerade schön, aber sicher absolut dicht.
    Beim nächsten Mal werde ich versuchen, Sikaflex mit etwas Aceton zu verdünnen und aufzupinseln.

    Der Vorteil von Sikaflex gegenüber von SeamGrip-WP oder Aquasure ist die Elastizität. Dünn aufgetragen, ist dieser Kleber überraschend dehnbar.

    VG. -wilbo-

  • Super, danke dir! Sehr wertvoll. Wären solche Reparaturanleitungen nicht auch was fürs Wiki?

    Kennst du bzw. hast du Erfahrungen mit Gear Aid Silnylon Patches für die Reparatur auf Tour? https://www.gearaid.com/products/tenac…kBnNc2Q4YegFQyc

    Habe die und auch schon verwendet, auf Silnylon. Sind recht "starr", aber erfüllen Ihren Zweck. Der Flicken ist nun seit über einem Jahr auf dem Außenzelt, hält bombenfest.

  • Moin!

    Ich schreibe gerne die Tage meine Eindrücke hier rein, wenn gewünscht

    Ja bitte!
    Vielleicht sind auf der Rückseite die Inhaltsstoffe aufgeführt.
    Interessant wäre auch, ob Cotol-240 bei diesem Nahtdichter als Beschleuniger funktioniert.

    VG. -wilbo-

    So, ich habe damit eine Regenjacke (Nähte), eine Regenhose (größere Fläche auf der die PU-Beschichtung mechanisch abgeschabt worden war) sowie Neopren-Boots (innen) präpariert. Der Heusser Nahtdichter ist weitaus flüssiger als alle, die ich bisher benutzt habe, fast wie Wasser (er tropft direkt vom Pinsel).

    • Trocknungszeit: Er trocknet extrem schnell (wenige Minuten).
    • Anwendung: Die Nähte waren nach der zweiten Auftragung dicht, die größere Fläche (ca. 4 cm Radius) benötigte 4 Anläufe. Die präparierte Fläche bzw. Naht bleibt flexibel, aber bei 4 Schichten merkt man eine leichte Steifigkeit – im Alltag fällt das jedoch kaum auf.
    • Einschränkung: Leider eignet sich die sehr flüssige Konsistenz weniger zum Schließen von kleinen Löchern, was mit SeamGrip deutlich einfacher wäre.

    Die schnelle Trocknung deutet auf eine Lösungsmittelbasis hin, vermutlich Acryl- oder Vinylharz. Das genaue Material konnte ich aber nicht ermitteln.

    Da der Heusser Nahtdichter bereits innerhalb von Minuten trocknet, macht ein Beschleuniger wie Cotol-240 wahrscheinlich keinen Sinn.

    Preis-Leistungs-Verhältnis:
    Ein Vorteil des Heusser Nahtdichters ist die schnelle Trocknung, was ihn ideal für großflächiges Abdichten macht. Allerdings ist der Preis (knapp 10 € für 100 ml) eventuell nicht so gut, wenn man bedenkt, dass man andere Nahtdichter oft verdünnt nutzt und dadurch sparsamer einsetzt.

    Ich traue der Wasserdichtigkeit, werde das aber erstmal länger beobachten. Bei den Boots hingegen nicht, die Stelle ist starker Belastung ausgesetzt, mal gucken.

    Falls Interesse besteht, schicke ich euch gerne das Sicherheitsdatenblatt per PN.

  • Moin!

    Die Reparatur von einem gut drei Zentimeter langen Riss in meiner Nordisk Isomatte war doch nicht so einfach wie gedacht.

    Netterweise liegt im Packbeutel der Matten, je ein Stoffstück vom Material der Ober- und Unterseite dabei. So musste ich beim Flicken nicht improvisieren und war sicher, dass die Beschichtung luftdicht ist.

    Aufgrund der PU-Beschichtung sollte es zum Kleben SeamGrip+WP oder ein anderer PU-Klebstoff sein. Beim Anrühren wurde ein wenig Cotol-240 und einige Tröpfchen Aceton zugefügt. Kurz nach dem Auftragen des Klebers auf den Flicken rollte sich dieser in Zeitlupe zusammen und war so nicht mehr zu gebrauchen.

    Beim zweiten Versuch wurde der Umriss vom Flicken auf die Matte gezeichnet und der Kleber direkt aufgetragen.

    Das ergibt natürlich Überschuss von Klebstoff an den Rändern, was meistens zu einem unschönen Ergebnis führt.

    Diesmal habe ich SeamGrip nicht weiter verdünnt, sondern nur mit Cotol-240 versetzt.
    Trotzdem hat sich beim Auflegen des Flickens dieser schon wieder an den Rändern aufgerollt. Glücklicherweise geschah es auch in Zeitlupe und ich hatte ein Filzpad mit Folie von anderen Reparaturen noch rumliegen.

    Der Flicken musste nun gleichmäßig angedrückt und schnell mit dem Pad abgedeckt werden. Da alles recht flott ging, gibt es von der entscheidenden Phase leider keine Fotos.

    Da ich vermutete, dass der Flicken am Rand nicht richtig anziehen würde, wurde das Pad gleich mit einem Gewicht beschwert.

    Nach einer Stunde habe ich einen Blick riskiert. Die Klebereste am Rand hielten sich in Grenzen und konnten mit Aceton und einem Lappen entfernt werden.

    Am vorderen Rand hatte sich der Flicken nach der ersten Pressung allerdings schon wieder etwas gelöst. :rolleyes: Also kam das Pad mit dem Gewicht wieder obendrauf.

    Nach einigen Stunden war der Kleber trocken, ist aber teilweise in die Schaum-Füllung gedrückt worden. Mit etwas höherem Luftdruck in der Matte hat sich die Verklebung im Inneren dann wieder weitgehend gelöst. Eine schöne Delle ist trotzdem geblieben.

    Nach einer Nacht bin ich jetzt sicher, dass die Matte wieder luftdicht ist.

    VG. -wilbo-

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