Von den Gleisen in die Fjorde - Long Crossing Lofoten

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  • Hei liebe Leute

    Die Lofoten standen schon länger auf meiner Liste. Nach einem Hinweis von einer Arbeitskollegin, einigen Videos und Berichten stand der Plan, die durchquerung der Lofoten zu Fuss oder eben "Long Crossing Lofoten". Ich bin jetzt nicht mehr der aktivste Forenteilnehmer, da hier aber wenige Infos dazu zu finden sind, schreibe ich mal wieder einen Reisebericht. Wobei Bericht vielleicht etwas hoch gegriffen ist aber mindestens ein paar Infos und Fotos dazu und vielleicht kommt noch die eine oder andere Frage.
    Wie es der Titel schon impliziert, versuche ich die Anreisen zu meinen Wanderungen in den letzten Jahren nach Möglichkeit mit dem Zug zu machen, wobei ich hier noch die Hurtigruten integrieren wollte, welche ebenfalls schon länger auf meiner Liste standen.


    Unterwegs mit der Havila Pollux

    Schritt 1 war also eine geeignete Route aus der Schweiz zu suchen, nachdem ich mir an Black Friday einen Interrail Pass mit 25% gekauft hatte. Keine Ahnung wieviele Stunden ich schlussendlich nur mit der Planung und Recherche der An- und Abreise verbrachte8| Für lange (und wenig reizvolle) Strecken mag ich Nachtzüge besonders.


    Mini Cabin des ÖBB Nightjet nach Hamburg. Für die eher langen Leute (ich bin 193 cm) grenzwertig in der Länge aber eine coole Sache. Würde ich wieder buchen.

    Ausrüstung (meine Packliste)
    Mein übliches Zeug, angepasst für etwas mehr Regen, daher ein BW von knapp über 5 kg:S. Die Regenhülle für meinen Atompacks habe ich üblicherweise nicht dabei, hier war ich ganz ok damit. Wasserfilter habe ich sonst auch nicht dabei, war hier auch ganz nett. Gewässer gibts im Überfluss. Falls spezifisches Interesse an einzelnen Teilen besteht, immer her damit, vielleicht mache ich am Schluss noch ein kleines Ausrüstungsfazit. Das Durston X-Mid Pro 1 hat inzwischen mein treues und lange genutztes Tarptent AeonLi abgelöst. Das AeonLi war ein super Zelt:love:, wird aber leider nicht mehr hergestellt. Ausserdem war ich mit dem Packmass des AeonLi etwas unzufrieden und wollte gerne mal das Durston ausprobieren. Gleich vorweg. Das Tarptent AeonLi stand besser im Wind als das Durston X-Mid Pro 1 und ich war deutlich schneller beim Aufstellen. Mit rund 150 Nächten im AeonLi hatte ich natürlich auch mehr Übung. Dafür ist das Platzangebot im X-Mid natürlich deutlich besser. Zum Aufstellen verwende ich die Black Diamond Carbon Z-Poles in der fixen Länge von 130 cm was das aufstellen natürlich etwas erschwert, jedoch gut klappt.
    Das AeonLi ist übrigens nicht durch, nicht das hier wieder die ersten kommen und meine die DCF Zelte taugen nichts. Die Dichtigkeit des Bodens hat aber inzwischen nachgelassen, weshalb ich beim Durston auf den Silnylon Boden gesetzt habe.

    Anreise
    Ich fuhr also am 22.Juli mit dem Nachtzug von Zürich nach Hamburg (genauer Pinneberg). Gleichentags nach Göteborg, wo ich eine Nacht verbrachte, wobei ich hier kurzfristig umbuchen musste, da die deutsche Bahn den Zug strich und keinerlei Hilfestellung bot. Ich warte heute noch auf die vollständige Rückerstattung. Am 24.7 mit dem Tageszug nach Oslo, wo ich erneut eine Nacht verbrachte.
    Am 25.7 nach Bergen, wo ich am Abend auf die Havilla (Mitbewerberin der Hurtigruten) einschiffte. Am 28.7 erreichten wir Bodø, wo ich gleichentags auf die Fähre (für Fussgänger*innen kostenlos) nach Moskenes fuhr. Da Autostoppen auf den Lofoten keine einfache Sache ist, sprich niemand hielt an, lief ich die paar Kilometer nach Å, wo ich gleich noch die ersten Meter auf dem Weg anhängte. Ich wollte den Weg bewusst umgekehrt laufen was diverse so gemacht haben.


    Mein Zug im Bahnhof Oslo



    Weg
    Ich nehms gleich vorweg. Ich würd den Weg keinem empfehlen. Die Lofoten und Teile des Weges ja, aber keineswegs der Weg in dieser Form. Wieso? Faktisch sind es (wunder)schöne Wegabschnitte auf den Lofoten die über Strassen und wenig reizvolle Wege miteinander verbunden werden. Es ist nicht legal möglich die gesamte Strecke zu Fuss zurückzulegen, da für den Unterwassertunnel im Bereich Leknes ein Fussgänger und Veloverbot besteht.
    Weiter musst du zwischen Kirkefjord und Vindstad (die Haltestelle Forsfjord wird nicht mehr bedient) eine Fähre nehmen. Eine Reservation ist möglich aber nicht notwendig. Die verhältnismässig kurze Strecke zwischen Forsfjord und Vindstad benötigt mindestens rund 90 Minuten (egal wie kurz sie auf der Karte scheint).
    Weiter gibt es kilometerlange Abschnitte auf Asphalt- und Kiessstrassen die zwar zu Fuss zurückgelegt werden können, was teilweise aber nur mässig Freude macht. Ich bin einige Strecken zu Fuss gegangen, für andere habe ich den Bus genommen oder Autostop gemacht. Es besteht nicht immer eine Busverbindung für die langweiligen Abschnitte. Wenn du diese also nicht laufen willst, aber kein Glück beim Autostoppen hast, wird dir nichts anderes übrig bleiben als zu laufen. Die E10 ist stark frequentiert, auf den Nebenstrassen geht der Verkehr abhängig von der Tageszeit gegen Null.
    Die technischen Details kennst du vermutlich, rund 160km und 9`193m Höhenmeter. Es erwartet dich von der Asphaltstrasse bis zum Weg im Stile eines Alpinwanderweges (ungesicherte Kraxelstellen, also ca. T4-T5) alles, wobei Wege im Stil eines Bergwanderweges (also ca. T3) vorherrschen. Die Markierung ist unterschiedlich, ich hatte die GPX Tracks auf dem Handy (Mapout). Mit rund 10-15° C hatte ich eher kühle Temperaturen und Anfags regelmässig Regen. Die ersten 5 Tage hatte ich zu keinem Zeitpunkt trockene Socken/ Schuhe und lief weite Strecken durch mind. knöcheltiefen Matsch. Warum schreibe ich das?
    Der Weg ist inzwischen sehr populär und ich war erstaunt, wieviele teils auch sehr unerfahrene Wandernde dort unterwegs waren. Für gewisse Leute war dies der erste Fernwanderweg, andere trugen viel zu schwere Rucksäcke mit sich rum und mussten aufgeben. Ich habe Bilder und Berichte von Unfällen gesehen/ gehört. Der Weg ist nichts für Anfänger was ich eigentlich auch wiederholt gelesen habe aber irgendwie scheint der Reiz (der sozialen Medien) grösser zu sein.
    Es geht mir hier nicht darum zu zeigen was für ein harter Typ ich bin und ich weil auch keineswegs die Lofoten schlechtmachen. Ich will dir aber realistisch aufzeigen, was dich hier erwarten kann/ wird und nicht bloss ein paar schöne Landschaftsfotos zeigen. Gemäss diversen Erzählungen sei dieser Sommer auf den Lofoten aber auch sehr nass und eher kühl gewesen.

    Bus und Fähre
    Für die Fähr- und Busverbindungen kann ich die REIS App sehr empfehlen. Für unter 25-jährige gibt es eine preislich sehr attraktive Monatskarte. Die Tickets können ebenfalls über die App gebucht werden. Tolle Sache, tolle App, die Buse waren allesamt pünktlich. Nicht jede Bushaltestelle auf der Karte wird bedient, teilweise werden die nur durch Schulbuse angefahren und die Führen während meiner Wanderung nicht. Beachte also die Fahrpläne auf der oben verlinkten Seite von Reis Nordland.

    So, noch ein paar schöne Fotos der Anreise bis zum Ende des zweiten Wandertages für positive Gefühle nach dem "negativen" Text;)

    Zuerst einige Impressionen auf dem Weg nach Å (Lofoten)












    Die ersten beiden Wandertage, sprich von Å bis Munken. Die Fotos stammen selbstverständlich alle von mir und wurden mit dem IPhone 15 Pro oder Sony RX100 M6 (teilweise mit NiSi-Verlaufsfilter).


    Der erste Abend auf dem Weg


    Willkommen in Norwegen8o Der erste Morgen und gleich ein guter Grund noch etwas liegen zu bleiben^^














    Der zweite Abend, kurz unterhalb des Munken. In der Nacht setzte ein ordentlicher "Sturm" ein, sodass ich mitten in der Nacht (dunkel wurde es nie wirklich) das X-Mid noch etwas besser abspannen musste. Leider wurde beim zusammenpacken am nächsten Morgen mein Packsack buchstäblich vom Winde verweht. Der erste Verlust auf meiner Wanderung:(.

    Das wars mal fürs Erste. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Einen klassichen Reisebericht habe ich wie erwähnt nicht geplant. Falls ein grosses Interesse an etwas mehr Text und Beschreibung zum Weg besteht, schreibe ich aber gerne ein paar Sätze mehr dazu. Ansonsten werde ich die nächsten Tage immer mal wieder ein paar Bilder und Beschreibungen veröffentlichen.

  • Macht Spaß zu lesen - freu mich auf mehr!

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Danke für eure positiven Rückmeldungen.

    Als kleine Ergänzung zu den ersten Tagen. Der Weg um den Ågvatnet benötigt relativ viel Zeit da die Wege nicht immer ganz einfach und bei meiner Begehung recht matschig waren. Wenn du den Weg andersrum machst und aus Zeitgründen was auslassen musst, würdest du hier nicht viel verpassen. Ist ganz nett aber es gibt noch schönere Abschnitte.
    Den Abstecher über den Ågskaret zum Strand am Stokkvika habe ich jedoch ausgelassen, da der Pass in dichten Wolken und die Sicht gleich Null war. Könnte mir gut vorstellen, dass der Strand durchaus einen Besuch wert ist.

    Für heute behielt ich mir den Aufstieg zum Hermannsdalstinden vor. Beim Aufstehen war der Berg aber in einer dicken Wolkendecke und so würde ich sicher nicht hoch. Zudem würde laut meiner Karte die Möglichkeit bestehen unterhalb des Munken zum Reinebringen zu queren. Die Prognosen waren aber alles andere als rosig und so liess ich auch das bleiben.
    Weiter könnte mit der Fähre von Vinstad nach Reine gefahren werden um den lohnenswerten aber gut überlaufene Wanderung zu machen. Dies als Randnotiz.


    Ich packte erst Mal mein Zeug zusammen und ging, in der Hoffnung mit der Toilettenschlüssel schnorren zu können zur Munkebu Hütte. Allemal besser als ein Loch zu graben;) Ich halts ja immer so, dass ich mir am Morgen einen Kaffee koche und dann mal loslaufe. Frühstück gibts wenn ich Hunger habe. Für mich ein grosser Luxus das ich Essen kann wenn ich Hunger habe, einfach machen wie ich will und tun was ich Lust habe. Bei der Arbeit muss ich oft Essen wenn ich Zeit habe. Überhaupt ist für mich das wandern mit Rucksack eine grosse Freiheit. Alles dabei was ich brauche, jedes Teil ist wichtig. Daher schmerzen mich Verluste wie bspw. der Packsack des Zeltes auch. Mag unwichtig erscheinen aber auch der ist wichtig, da ich das Zelt oben auf dem Rucksack habe um daran das Solarpanel zu befestigen.


    Tennesvatnet



    Sicht zum Forsfjord. Linksseitig seht ihr den Weg nach Vindstad (die paar weissen Häuser). Sieht alles sehr nah aus aber auch der Weg runter nach Forsfjord braucht Zeit. Die Strecke war nass und/oder matschig und die wenigen Sicherungen schienen nicht mehr sehr vertrauenswürdig. Hier wäre ich lieber hochgelaufen als runter.



    Unten seht ihr die Kraftwerke Tennesvatn und Krokvatn. Eine Übernachtung dort wäre möglich (flache Wiese, Tisch und Bank), jedoch nicht gerade leise wegen dem Kraftwerk. Ich für meinen Teil wollte noch die Nachmittagsfähre nach Kirkefjord erreichen. Leider war das Kaffee in Vindstad geschlossen (wird ehrenamtlich betrieben). Der Ort und wohl der Abstecher zum Bunes Strand scheinen beliebt zu sein. Leider habe ich das zu spät realisiert, den Zeit hätte ich wahrlich genug und ich habe bereits einige optionale Abstecher ausgelassen. Leider habe ich mir auf der Strecke vom Forsfjord nach Vindstad bereits ein ordentliches Loch in die Hose gerissen und hatte hier Zeit zum reparieren. An der Fähre gibt es zudem ein einfaches Wartehäuschen, Steckdosen und Toiletten. In Kirkefjord nur ein Häuschen. Plant wirklich genug Zeit für die Etappe von Munkebu nach Vindstad ein. An der Fähre habe ich mit einer entgegenkommenden Gruppe gesprochen, die meinten "das noch schnell" ablaufen zu können.


    Rückblick zum Forsfjord


    Tschüss Fähre. Anleger in Kirkefjord. Die Prognosen für Morgen waren schlecht, daher wollte ich noch etwas Strecke machen. Heute wars trüb aber immerhin trocken.



    Boahh, was für ein herrlicher Ausblick:love: Nach solchen Ausblicken wusste ich jeweils wieder warum ich hier seit zwei Tagen mit nassen Socken und Schuhen rumlaufe. Der Weg führt jedoch nicht zum Strand. Einige sind dorthin um dort zu übernachten. Ich bin dem Weg gefolgt und musste länger als geplant laufen um einen guten Platz für mein Zelt zu finden. Mit einem freistehenden Zelt bist du hier eher besser aufgestellt.



    Der Weg ist gut frequentiert aber hier sollte ich mal wieder für gut 12 Stunden keinen Menschen treffen. Ich habe mir eine E-SIM geholt und hatte sehr oft Netz. Da ich alleine unterwegs war, hatte ich aber auch das InReach Mini dabei. Ich war müde, das Wasser kalt aber eine kleine Katzenwäsche musste nun sein. Natürlich ohne Seife oder dergleichen, denn auch die sog. biologischen Seifen gehören nicht in solche Gewässer.



    James, ich trinke den Kaffee heute im Wohnzimmer, nicht im Garten^^ Und reiche mir bitte die Gummistiefel...




    Es regnet und ich hatte Hunger, so habe ich den kleinen Luxus eines Vordachs sehr genossen.



    Ich habs ja gesagt. An welcher Stelle in meinem Leben bin ich bloss falsch abgebogen:D Nachdem ich die echt mühsame Passage hinter mir hatte, sah ich aus der Ferne seltsam saubere Menschen. Es muss also eine Strasse in der Nähe sein. Tatsächlich erreichte ich diese bald. Hier wäre auch die nächste DNT Hütte, Selfjordhytta. Und auch Petrus war mir für den Rest des Tages recht wohlgesonnen.



    Vorbei an einer weiteren, offenen Hütte zum Kvalvika Strand. Aus meinem Umfeld wurde ich gefragt, ob die Tour als Hüttentour gemacht werden kann? Möglich ist alles aber sehe ich persönlich jetzt eher weniger. Es gab unterwegs drei offene, sehr einfache Hütten und einige (ich glaube 2-3) DNT Hütten. Die offenen waren fast immer belegt, wenn du da einen Platz willst musst du früh dort sein.






    Falls du wie gefühlt hunderte andere planst am Kvalvika Strand zu übernachten. Nimm den linken (vom Ufer ausgesehen) Strand. Der rechte ist einfacher zugänglich und ich zählte dort am Abend 35 Zelte. Du musst so oder so am linken Strand vorbei. Bei Ebbe ist ein queren am Ufer möglich. Der Weg obenrum ist steil und ein Ausrutscher dort wäre dein letzter.



    Ich weiss, sieht im Moment noch einfach aus... Gleich links (der Sandtrand) siehst du den wenig frequentierten Bereich des Strands.



    Perspektive ist alles oder siehst du eins der 34 anderen Zelte?;)

  • Danke für deine Bilder und deinen Bericht! Wir sind dort auch 2024 lang, ebenfalls gegen den Strom.

    Sehr viel von deinen Worten klingt wider. Haben ebenfalls am Ågvatnet geschlafen und uns den Weg hinten zum Strand gespart. Der Weg am Ufer entlang war super mühselig und ich habe auch nicht das Konzept verstanden, erst dorthin zu laufen und dann auf teils gleichem Wege zurück, um dann erst richtig zu starten?

    Munken war toll. Wir haben in der Hütte genächtigt. Ist aber auch etwas nervig, weil man den Schlüssel wieder persönlich dort abgeben muss, wo man gerade hergekommen ist. Wir konnten ihn glücklicherweise anderen aus der Hütte mitgeben. (Haben das vorher erfragt und war ok).

    Hermannsdalstinden haben wir ebenfalls ausgelassen, obwohl die Blicke uns sehr gereizt haben. Aber der Tag war noch lang ... ja, der Abstieg war teils wirklich sketchy und der Weg unten um die Bucht herum wieder super mühselig.

    Matsch auf der Etappe nach Kvalvika ... ja, sehr viel. Wir haben glücklicherweise links am Strand übernachtet, war sehr schön. Nachts gab's sogar Nordlicht. Aber wir waren so müde von den Etappen davor, dass wir dafür nachts gar nicht mehr aufgestanden sind. Das soll was heißen.

    Beim nächsten Mal würde ich nach diesem Stück einen Pausentag einlegen. Wenn ich mich recht erinnere, hat Ramberg einen schönen Campingplatz zum Ausruhen mit Strand nebenan.

    Freue mich auf deine weiteren Bilder! Wir haben irgendwann ein großes Stück übersprungen, da das Wetter mistig wurde und wir nun Pausentage im Plural brauchten. ^^

  • Liebe Freunde und Freundinnen der nassen Socken;)

    dermuthige
    Ich glaub ein Konzept ist da nicht wirklich vorhanden. Wie ich schon schrieb, vermute ich, dass einfach ein paar schöne Stücke zusammengehängt wurden. Könnte mir aber vorstellen, dass der Strand hinten am Ågatvatnet ganz schön ist.

    Ich glaub für Nordlichter wars bei mir zu hell, hätte mich gefreut welche zu sehen. So bleiben halt die Erinnerungen an die Nordlichter in Island:love:

    In Ramberg wollte ich ursprünglich eine Pause machen. Nachdem ich gesehen habe was der Campingplatz verlangt, habe ich das vertagt. Sorry, wenn ich selbst als Schweizer leer schlucken muss ists einfach zu teuer. Da leg ich lieber nochmal ein paar Euro drauf und nehm mir gleich ein Hotel. Aber ich greife vor... Bin ja erst in Kavlika:)





    Was ich gestern ganz vergass. Der tiefe Matsch hat noch einen meinen Z-Poles gekillt. Beim Sprung von Stein zu Stein um dem übelsten Matsch auszuweichen, bleib der Stock bis zum ersten Segment im Matsch stecken. Als ich diesen dann einmal mehr rausziehen wollte, riss die Spannschnur. Blöd aber immerhin fürs Zelt kann ich ihn noch gebrauchen... Eher etwas zu spät (mein Knie) habe ich ihn dann wieder mit Panzertape repariert.





    In weiser Voraussicht machte ich mich "relativ zeitig" (ca. 9 Uhr) auf den Weg zum Ryten. Die Sherpa Treppen dort hoch sind echt ein Traum und gut für die Natur, reduzieren sie doch die Schneisen auf den empfindlichen Böden. Ich rate jedem und jeder dort früh unterwegs zu sein. Noch währendde ich oben die phänomenale Aussicht genoss, kamen die ersten Tagesausflügler an.
    Im Abstieg wars dann eine wahre Völkerwanderung und das kreuzen teilweise etwas mühsellig. Der weitere Weg nach Ramberg über die E10 war dann eher mühsam und wenig reizvoll. Der starke Wind machte es nicht reizvoller.
    Da es mir aber recht wichtig ist möglichst alles zu laufen und ich der Meinung bin, dass eben auch langweilige Abschnitte dazugehören tat ich mir das an. Für den letzten Abschnitt nach Ramberg rein versuchte ich mich aber mal wieder am Autostoppen. Naja, einfach ists hier echt nicht aber ich hatte Glück. Im Supermarkt etwas frisches Essen und eine Schmerzsalbe für mein Knie eingekauft. Der Kassierer amüsierte sich derart ab meinem Solarpanel und bot mir kurzerhand an das Handy an der Kasse aufzuladen. Perfekt, so konnte ich hier gleich laden und mein spätes Früchstück essen.
    Auf dem Rückweg zurück zur Abzweigung hatte ich Glück ein gleich das erste Auto stoppte. Die nächsten 11 Kilometer auf der (Kies)strasse nach Nesland waren dann ebenfalls kein Höhepunkt. Andererseits wars mal ganz nett, einfach laufen und nicht auf jeden Schritt achten zu müssen und auch meine Schuhe trockneten langsam...
    Irgendwann nach Nesland hätte ich gerne mein Zelt aufgestellt aber der schöne Fischerweg bot einfach kein Platz für nicht freistehende Zelte und so musste ich buchstäblich etwas durchbeisen und bis fast nach Nusfjord laufen.


    Nesland. Es sieht nach Regen aus und tatsächlich kam wenig später ein kleines Regenfröntchen.





    Wilde Tiere sah ich recht wenige. Eigentlich nur ein paar Hasen. Ansonsten dominierten hier Schafe.






    Zu meiner Überraschung kamen mir noch einige Wandernde entgegen. Buchstäblich vor den "Toren" Nusfjords konnte ich einen aussichtsreichen und windstillen Nachtplatz ergattern und genoss meine frischen Lebensmittel.





    Auch heute siehts nach passablem Wetter aus. Kaum erreichte ich jedoch Nusfjord setzte wieder Regen ein. Ich ging auf die öffentliche Toilette des kleinen Museumdorfes und sagte mir: "Wenns beim rauskommen immer noch regnet, gehst du ins Kaffee". Das Ergebnis...


    Das Kaffee im alten Einkaufsladen (gelbes Gebäude) ist etwas versteckt, da von aussen nur das "Staff only" zu sehen ist. Echt schön gemacht aber alles andere als ein Schnäppchen. Dem Gemüt hats gut getan. Rund 1 Stunde später machte ich mich bei nahezu trockenen Bedingungen wieder auf den Weg.



    Leider wieder einige Kilometer der wenig befahrenen Strasse entlang bis der Weg auf einen sehr reizvollen und technisch einfachen Wanderweg führt. Ich freute mich an der schönen Natur und meinen trockenen Schuhen und Socken.




    Leider sollte es nicht lange so bleiben. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie ich geflucht habe, als ich den ersten Schuh aus dem mehr als knöcheltiefen Matsch gezogen habe. Ist das eine wenn die Schuhe/ Socken eh die ganze Zeit nass sind aber sie waren gerade wieder trocken geworden. Die tolle Stimmung war schlagartig weg und Volbeat, volle Lautstärke musste es dann richten.
    Immerhin zeigte sich der Rest des Weges und das Wetter versöhnlich. Es gab auch noch die ein oder andere kleine Kraxelstelle, welche genau nach meinem Geschmack waren. Es hatten jedoch nicht alle ihre Freude an der ungesicherten Kraxelei und auch hier wäre ein Ausrtutscher der Gesundheit eher abträglich gewesen.





    Herrlich das kristallklare, blaue Wasser. Trotz Sonne war es aber eher etwas kühl und das Bedürfnis nach einem Bad war entsprechend eher klein:(


    :love:

    Die Suche nach einem geeigneten Zeltplatz war auch heute etwas mühseelig, offen gestanden habe ich aber auch zu lange gewartet und auf dem mehr schlecht als rechten, zugemüllten "Biwakareal" vor Napp mein Zelt aufgeschlagen.



    Was sind das eigentlich für miese Kreaturen :cursing: die einfach ihren Scheiss unter einem Stein liegenlassen? Es hat mich so tierisch geärgert, dass ich am nächsten Morgen Mülltour gemacht, alles eingesammelt und mitgenommen habe. Mit den vollen Händen hats mich auf den matschigen Wegen zur Bushaltestelle natürlich voll auf die Schnauze gelegt und mangels Abfallkübel durfte ich den Scheiss dann bis Leknes mitnehmen.

  • So, ich schieb nochmals zwei Etappen nach, denn morgen geht es wieder zur Arbeit.
    Meine Motivation war nicht so ganz auf Höchststand. Zeit also mir was Gutes zu tun und eine Pause in Leknes einzulegen. Der Weg von Napp nach Leknes muss mit dem Bus zurückgelegt werden, da für den relativ engen Unterwassertunnel verständlicherweise ein Fussgänger- und Veloverbot besteht.



    Ich war bereits recht früh in Leknes und lümmelte in der Hotellobby rum und schrieb einige Berichte auf meinem FindPenguins. Um die Mittagszeit herum gings auf die Futtersuche und Pizza geht bei mir immer. Abends wurde noch ein lokales Bier (sehr lecker) probiert. Leider sind Waschmaschinen in Hotels nicht selbstverstänlich, so wurde das bestmöglich im Lavabo erledigt... Ich vermisse meine Waschmaschine...


    Und das Foto entstand erst nach dem zweiten oder dritten Auswaschen. Vermutlich wären die Socken unter das Kriegsmaterial-Exportgesetz gefallen;)
    Auch die Schuhe wurden mal ordentlich ausgewaschen und u.a. mit Haarföhn getrocknet. Aus dem Grund liegt in den Hotelzimmern also immer ein Föhn. Wieder was gelernt.






    Den nächsten Tag ging ich gemütlich an und natürlich setzte wieder Regen ein als ich den Supermarkt verlassen hatte. Selber Schuld, hätte das Regenzeugs ja nicht so weit unten versorgen müssen. Anfängerfehler. Glücklicherweise wars wieder nur ein "Fröntchen" und bald vorüber.
    Ich habe mir sagen lassen, dass das Wegstück parallel zur Hauptstrasse matschig sei, weshalb ich die 4.5 km kurzerhand auf der Strasse zurücklegte. Danach wurde es besser und nichtmal mehr so übel matschig.


    Hütte am Store Kringlebotnsvatnet

    Eine weitere Hütte war erreicht. Von der unsympathischen Gruppe aus 15 Franzosen/ Französinnen hatte es niemand nötig meinen Gruss zu erwidern. Die Hütte wirkte ebenso unsympathisch wie die Gruppe und es war ohnehin noch zu früh. Das Wetter wurde immer besser und so lag noch der Mikro-Abstecher auf den Kartstaven drin.



    Kvilebua. Schon etwas einladender und wegen dem Wind hätte ich hier gerne geschlafen. Leider war die Hütte aber übervoll und ich kochte mir im Windschatten etwas zu Abend. Bis ich einen windgeschützten Platz erreichte, dauerte es dann wieder länger als geplant aber es lohnte sich und ich hatte Platz ohne Ende.






    Die nächsten beiden Tage waren die schönsten auf der gesamten Tour und mein Solarpanel kam so richtig auf seine Kosten. Was für eine Wohltat fürs Gemüt:love:


    Vorne rechts ist schon mein Nachtlager zu sehen

    Ich gings echt gemütlich an. Einerseits wegen meines rechten Knies. Bergauf war kein Problem, bergab wars suboptimal. Einerseits bin ich mich das bergablaufen nicht mehr wirklich gewohnt seit ich Gleitschirmfliege, andererseits hätte ich den kaputten Stock früher reparieren sollen. Naja.
    Dazu kam, dass ich mir für die gesamte Tour 12 Tage Zeit eingeplant habe was sich für mich als zu viel herausstellte. Ich beschloss den Tag am Vikjordvatnet und sollte Glück haben. Der beste Platz war besetzt, die beiden Dänen räumten aber irgendwann, währenddem ich am See lag die Plätze und so konnte ich erben. Glück gehabt. Währenddessen buchte ich bei ÖBB und SJ meine Tickets um. Bei SJ wahrlich einfach, so einfach solllte das bei allen Bahnen möglich sein. Bei ÖBB leider komplizierter. Hätte ich gewusst, dass der Nachtzug dann eh gestrichen wird, hätte ich mir das gespart. Hätte, hätte...
    Ich genoss den schönen Abend am See bei angenehmen Gesprächen mit Jamie. Einem jungen Engländer den ich immer mal wieder traf. Dafür das er erst am Anfang seiner UL Karriere war, hatte er schon eine beachtliche, gut durchdachte Ausrüstung mit seinem Schülerbudget zusammen:thumbup:. Chapeau, ich wünschte meine erste Ausrüstung wäre so leicht gewesen:D.

    Am nächsten Tag hiess es wieder Strasse... An der 815 gibt es keine Bushaltestelle und wenig Verkehr. Also, 6.5 km auf Asphalt. Nach rund 3 km hatten ich und Jamie Glück und ein deutsches Paar mit selbst umgebautem Bus nahm uns mit. Nicht bloss bis zur Bushaltestelle an der E10, sondern gleich bis zum Beginn des nächsten Wegstückes am Olderfjord.


    Die 815

    Gestern quatschte ich beim Frühstück noch recht lange mit drei Jungs aus Bayern. Diese gaben mir den Tipp auf den Weg den Olderfjord nicht linksseitig zu umgehen, sondern rechtsseitig via Jordtinden und Simitinden. Sie zeigten mir Fotos, wo sie im Abstieg bis knapp zu den Knien im Matsch steckten. Alles andere als spassig und gefährlich dazu. Die einfache Gratwanderung war noch dazu extrem reizvoll, ein wahrer Höhepunkt. Ein paar extra Höhenmeter die es mir wert waren.


    Rückblick zum Jordtinden


    Nach vorne zum Simitinden


    Und runter zum Vestre Nøkkvatnet, Damvatnet und Stor-Kongsvatnet (v.l). Dahinter Svolvær.

    Die auf Karten verzeichnete Hütte am Vestre Nøkkvatnet ist inzwischen geschlossen, da gewisse Menschen sich wohl nicht zu benehmen wussten (Aushang im Tal). Ein (freistehendes) Zelt hätte irgendwo Platz. Ich quatschte noch recht lange mit Tomasz. Ich hatte noch genügend Essen dabei, dennoch lud er mich zu Abend auf ein Trekkingessen ein und schenkte mir noch einige Lebensmittel, da er viel zu viel dabei hätte.
    Er trug einen 110 l Rucksack mit sich rum, welcher nach seinen Angaben 35 kg wog. Ich war geneigt ihm zu glauben. Aussen hatte er noch Zelt usw. befestigt. Er meinte, dass er das nächste Mal reduzieren müsse da es so keinen Spass mache.
    Nachdem wir recht lange quatschten wurde es kühler und wir beschlossen ein Stück zusammen zu gehen. Er rief mir aber bald zu, dass er eine Pause bräuchte und ich alleine weiter solle.
    Die Druckleitung des Kraftwerks, welche ab und an auf Bildern des Weges zu sehen ist, führt ab hier ins Tal. Ich hatte nicht so richtig Lust darauf und umging das Stück linksseitig des Dronningtinden.
    Vielleicht hätte ich besser hier oben etwas ausführlicher nach einem Platz gesucht. Unten gabs nichts wirklich berauschendes. Aber noch weiter wollte ich nicht gehen, da ich Morgen in Svolvær noch in den Supermarkt und ins Muesum wollte.


    Ich versuchte nebenan auf einem kleinen Stück Wiese mein Zelt aufzustellen aber ich bekam die Heringe nicht in den pickelharten Boden. Auch hier wäre was freistehendes wieder besser gewsen. Aber ich schlief ausgezeichnet und glücklicherweise war kein Regen angesagt8o.

  • Neuer Tag, neues "Wetterglück" oder immerhin blieb es trocken.

    Die zwei Programmpunkte des Morgens. Einkaufen in Svolvær und ein Besuch des Krigsminnemuseum. Das Museum öffnet leider erst um 10 Uhr, also gings zuerst in den Supermarkt und das Frühstück dann auf dem nahegelegenen Kinderspielplatz. Das schöne am Wandern, auch wenn ich hier mit sehr gemütlichen Tagesetappen unterwegs bin, ist doch, dass ich irgendwann einfach futtern kann was das Zeug hält. So bestand das Frühstück aus Orangen, vier grossen Schokoladenbrötchen und einem Liter Schokoladenmilch:)
    Pünktlich um 10 ins Muesum. Da ich mich sehr für die Geschichte um die beiden Weltkriege interessiere, besuche ich die Orte und Museen immer sehr gerne. Auch im letzten Jahr als ich ein Stück auf dem Sentiero Italia lief und unteranderem an den Schlachtfeldern der Isonzoschlachten vorbeiwanderte. Sehr bedrückend und eindrücklich zugleich und wäre hier in der Schweiz (vermutlich erst recht in Deutschland) in der Form nicht möglich. Auf Grundlage seiner privaten Sammlung militärischer und ziviler Gegenstände aus jener Zeit gründete William Hakvaag 1996 das Museum. Stellvertretend nur ein Foto aus dem nachgestellten Büro des örtlichen Gestapo Chefs.








    Holzstege entlang des Øvre Svolværvatnet

    Anschliessend am Mittag wendete ich mich den fröhlicheren Dingen des Lebens zu und setzte meine Wanderung fort. Gegen den Ortsausgang und etwas dahinter hätte es einige, bessere Möglichkeiten gegeben ein Zelt aufzustellen. Die Wetterprognose heute versprach etwas Sonne und so wollte ich heute mindestens bis Sandsletta laufen. Die ersten Kilometer entlang Øvre Svolværvatnet waren auf den Holzstegen auch sehr angenehm und zügig zu gehen. Der anschliessende Anstieg ab dem Kraftwerk wäre bei Nässe und Regen deutlich weniger lustig gewesen. Im Stile einer Direttissima führte er mehr oder weniger gerade die Wiesen und Felsen hinauf. Der Boden hatte inzwischen die meiste Nässe aufgenommen und so war das lediglich zwischendurch eine Kraxelei, was mir recht gut gefällt.
    Zwischendurch kamen mir ein paar Wandererinnen entgegen und ich konnte noch den einen oder anderen Tipp für die Wege weitergeben. Vorallem aber habe ich noch einen tollen Tipp für ein Nachtlager bekommen.


    Oben angekommen


    in Richtung Sandsletta

    Oben angekommen vermisste ich zum ersten Mal wirklich meine Handschuhe, welche ich einige Tage zuvor um Ramberg herum verloren haben muss. Ich nervte mich ab meiner Fahrlässigkeit und begnügte mich notgedrungen mit den wasserfesten Überziehern. Es war immer noch trocken und zwischendurch zeigte sich die Sonne aber der Wind war extrem bissig und ich machte nur eine kurze "Mittagspause" an einem halbwegs windgeschützten Platz.


    Ziel in weiter Sicht


    Seltener Anblick, ein Wegweiser

    Vorbei an zahlreichen Seen war ich nun über mehrere Stunden alleine und der "obligate Schuh" wurde auch heute aus dem Matsch gezogen. In Sandsletta angekommen waren meine Speicher ziemlich leer. Der Abstieg war technisch recht einfach aber die zahlreichen Passagen durch matschige Wegabschnitte und der Abstieg generell zehrten an der Energie. Am Strassenrand kurz ein paar Riegel eingeworfen, bevor die nächsten 3 Kilometer Strassenlatscherei folgten. Hoffentlich das letzte Mal hier.

    Der anschliessende Anstieg zum Rangeldalsvatnet wurde dann mit etwas Unterstützung eines Podcasts in rekordzeit zurückgelegt. Hochlaufen liegt mir generell einfach viel besser als runterlaufen. Zudem war der Weg extrem angenehm angelegt.
    Heute sollte der letzte Abend auf dem Weg sein und es stellte sich die übliche Wehmut ein. Trotz der Unwägbarkeiten genoss ich die Zeit auf dem Weg sehr. Zeit für mich, tun was ich Lust habe, andere Prioritäten, andere "Probleme", es war trotz allem Matsch und nassen Füssen toll. Vermutlich kennst du das Gefühl.
    Ich quatschate noch eine Weile mit einem Norweger und war ansonsten alleine hier oben und genoss die Ruhe und die Natur. Er erzählte mir übrigens auch, dass der Sommer sehr nass und kühl sei. Trotzdem lief er mit T-Shirt rum, währenddem ich schon meine Isojacke trug8o




    Darauf freute ich mich den ganzen Tag:)



    Der nächste Morgen war der erste, für den ich mir einen Wecker stellte. Ich wollte spätestens um 13 Uhr am Wegende ankommen um sicher noch den Bus in Fiskebøl zu erreichen.
    So machte ich mich nach dem morgendlichen Kaffee recht zeitig auf den Weg und genoss das Frühstück kurz nach 10 bei phänomenaler Aussicht auf dem Matmora. Es dauerte nicht lange und die ersten Tagesausflügler trudelten ein. Im Abstieg kam mir eine Familie entgegen und der eine Junge hatte ein Schaf im Schlepptau^^ Das Tier schien extrem anhänglich und es lief dem Jungen einfach immer hinterher. Naja, die Weideflächen hier sind auch gigantisch.







    Die Tagesausflügler wurden immer mehr und beim einen oder der anderen fragte ich mich, ob die Wahl für diese Wanderung die richtige war. Der Weg auf dieser Seite ist teilweise steil aber ansonsten technisch eher einfach. Dennoch waren gewisse Leute derart unsicher unterwegs, sodass der Genuss wohl eher auf der Strecke bleibt.
    Am wenig einladenden Parkplatz angekommen kam gleich der nächste LLC Wanderer um die Ecke. Währenddem ich den Daumen rausstreckte erzählte er mir, dass er den ganzen Weg von der Bushaltestelle (15 km) hierher gelaufen sei. Ich konnte ihm noch einige Tipps für den Weg mitgeben und war froh das ich mir den Regen der nächsten Tage hier sparen kann.
    Zu meiner Überraschung sollte ich nach rund 15 Minuten Glück haben und trotz spärlichem Verkehr hielt eine Frau an. Busse fahren im Sommer keine ab Delp (nur der Schulbus). Du hast also die Wahl in die eine Richtung zu laufen/ Autostoppen oder die andere. Sind jeweils um die 15-25 Kilometer. Von anderen Leuten habe ich gehört, dass sie ein Taxi genommen haben. Ich entschied mich für die lange Variante nach Fiskebøl, da ich so etwas mehr Zeit bis zur Abfahrt des Buses um 15:35 Uhr nach Narvik hatte.
    Die Fahrt in Richtung Fiskebøl war sehr kurzweilig und wir unterhielten uns ganz nett. Mit fast schon schlechtem Gewissen fragte sie mich, ob sie mich etwas früher ausladen könne, da sie eigentlich nicht ganz so weit müsse und ob es ok sei, wenn ich das letzte Stück laufen würde. Ich war überglücklich überhaupt so schnell, so weit gekommen zu sein. Zeit sollte ich nun eh genug haben und so genoss ich die letzten 3 Kilometer auf der Strasse bei einsetzendem Regen schon beinahe^^



    Im Warteraum der Fähre gingen die 90 Minuten dann einigermassen zügig rum. Leider kam irgendwann so ein nerviger Radfahrer der sich vorallem gerne selber reden hörte, glücklicherweise (also für mich) aber vorallem zwei andere Radfahrerinnen zuquatschte. Mir wurde es zu laut und so verbrachte ich die letzten 45 Minuten draussen unter dem Vordach und hatte wieder meine Ruhe.
    Die regnerische Fahrt nach Narvik war etwas anstrengend und ich war froh, als ich mich am Abend hinlegen konnte. Das Wetter der kommenden Tage zeigte sich wieder etwas schlechter und es regnete immer wieder. So war ich froh unter einem Dach zu sein und versuchte meine Sachen einigermassen Zivilisationstauglich für die Heimweise zu waschen und erkundete etwas Narvik.
    Mit dem Bahnersatzbus (der Nachtzug Narvik-Stockholm fährt aktuell nicht) ging es einige Tage später nach Gällivare. Von dort mit dem Zug nach Boden wo mir mit ordentlich Verspätung auf den Nachtzug nach Stockholm umstiegen.





    Hektischer Umstieg auf den Nachtzug in Boden


    Nachtzug nach Stockholm

    In Stockholm hatte ich einen Tag und erkundete die Stadt. Vom Programm das ich mir zurecht gelegt hatte, strich ich das meiste und nahm es eher gemütlich. Diese Zugreisen sind schon auch anstrengend. Von Stockholm ging es nach Hamburg, welches ich mit den Tipps von Sja erkundete. Auch hier hätte ich gerne noch mehr gesehen aber Hamburg läuft nicht weg. Auf den Mittag war ich mit Sja zum Mittagessen verabredet und kurz zuvor erhielt ich von der ÖBB den Hinweis, dass mein heutiger Nachtzug nach Zürich gestrichen wurde. Na toll. Immerhin hatte ich so noch einige Stunden zusätzlich Zeit und die ÖBB versprach die Hotelkosten zu übernehmen. Mal sehen, von der DB warte ich bis heute auf die vollständige Rückerstattung.


    Palast der Königsfamilie


    Eine der wenigen ruhigen Gassen in Stockholm


    Enger Nachtzug nach Hamburg. Zum Glück waren wir hier nur zu zweit.





    Aus dem alten Elbtunnel


    "Schiffe gucken" an der Elbe. So warm und trocken waren die Füsse die letzten Tage nicht immer8)

    Das positive, die morgige Zugfahrt muss ich nicht alleine bestreiten, da Sja iherseits für einige Wochen zum Wandern wegfährt. Natürlich lief auch diese Zugfahrt mit der DB alles andere als reibungslos aber das muss ich diur vermutlich nicht erklären ;)

    Das wärs gewesen mit meinem mehr oder weniger kurzen Reisebericht. Falls du noch irgendwelche Fragen hast beantworte ich die gerne. Ansonsten danke ich für positiven Rückmeldungen und die zahlreichen <3. Freut mich wenn die Fotos und Berichte gefällt.

    Sonnenuntergang im Zug von Gällivare nach Boden, währenddem wir rund 40 Minuten auf einen entgegenkommenden Zug warten mussten. Es war der Erzzug, welcher immer fuhr, auch auf dem für Personenzüge gesperrten Streckenabschnitt.

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