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  • Ich habe letzte Woche tatsächlich mein erstes kommerzielles Zelt erstanden. Von einem Mitforisten habe ich ein Gatewood Cape mit Lanshan1 Innenzelt erstanden.

    Erstaunt musste ich feststellen dass die Nähte als einfache Nähte mit Nahtband ausgeführt waren.

    Da aste ich mir jahrelang einen ab und mache brav Kappnähte an meine Außenzelte und dann sehe ich so etwas. Beim Moskitonetzinnenzelt finde ich das ja noch voll OK, da habe ich bei meinen Zelten teilweise nicht mal versäubert, aber beim Aussenzelt?

    Auch die Verstärkungspatches an den Abspannpunkten sind ohne Zickzack und nur minimaler Nahtzugabe ausgeführt.

    Vor einigen Wochen hatte ja Mal wer sein Solomid vorgestellt das genau so genäht war. Sowohl MLD als auch Sixmoondesigns sind ja nun Hersteller mit durchaus gutem Leumund, aber das hat mich dann schon überrascht.

    Es scheint ja alles zu halten, aber interessant ist es schon mit wie vielen "Abkürzungen" im Produktionsprozess man dann doch auskommen kann.

  • Kapitalismus. Wenn man den Produktionsprozess „optimieren“ kann, um noch ein paar Euro, Dollar oder Yuan an Produktionskosten einzusparen, dann macht man das. Hier kann dann nur der Verbraucher gegenhalten, indem er das „optimierte“ Produkt nicht kauft.

    Nun stellt sich aber die Frage, wieviele Nutzer a) das Zelt bei Regen nutzen, b) wie stark sich die Qualitätsabstriche in der Praxis auswirken und c) wie groß die Welle der Empörung ausfällt.

    Du kannst dem Forum etwas gutes tun, wenn Du uns über Deine Praxiserfahrungen mit der Naht auf dem laufenden hältst.

  • Es kommt halt immer drauf an wie viel man den Camping-sheltern zumuten will. :evil:
    Grundsätzlich hält einiges, wenn es das Material auch mitmacht.

    Eingefasste Nähte sind perse nicht schlechter. Nur kann ich, im Gegensatz zu einer Doppelkappnaht, im Durchlicht nicht sehen wie viel Stoff eingefasst wurde. Das merke ich leider nur dann, wenn sich die Naht unfreiwillig öffnet.

    Auch einfache Nähte für die Abpannpunkte funktionieren, solange diese entsprechend konstruiert sind.

    (Ich bin gerade total glücklich beim 30 D Silpoly, nach zwei Metern Doppelkappnaht exakt auf den Punkt die Naht abgeschlossen zu haben. Das läuft mit einem Einfassband sehr viel einfacher!).

  • Das Lanshan 1 Pro das ich kürzlich erstanden habe und das Luxeoutdoor Ofenzelt haben auch so einfache Nähte. Ich bin mir nicht sicher, wie es am alten Lahshan ohne Pro war. Allerdings hatte das alte Lanhsan eher weniger vertrauenserweckendes Material.

    Der Kampf um den letzten Cent und ums letzte Gramm ist nicht immer zielführend, habe ich den Eindruck.

    Würde es etwas bringen, noch mal mit einem Elastik-Zickzackstich und einer zweiten Naht drüberzugehen? Natürlich kann ich dann trotzdem nicht sehen, ob die Nahtzugabe unter dem Einfassband ausreichend ist. Aber ich kann die Naht zwischendrin ein paar Mal verriegeln und damit vielleicht einen möglichen Schaden ein bisschen begrenzen? Das wäre meine recht laienhafte Herangehensweise.

  • Vor ca. 5 Jahren hatte ich mir auch mal das GWC bestellt und war entsetzt über dessen schlechte Verarbeitung. Auch damals schon keine Kappnaht sondern wie du beschreibst eine Naht mit Einfassband. Diese zog sich schon bei Recht leichtem Zug einfach lang mit sichtbaren Löchern. Hatte ich direkt zurück geschickt.

    Das muss aber wohl nicht heißen das eine solche Naht immer schlecht ist. Mit einer NigjtCat Halbpyramide, quasi ein Lanshan Clone war ich im Sarek. Das Zelt war immer sehr stramm gespannt, einige Male mit richtig Sturm, hat alles ohne Probleme gehalten.

    Trotzdem, bei selbstgenähten Tarps und Zelten gibt es immer eine doppelte Kappnaht bei der zuerst die Nachtzugabe verklebt wird, dann umgeschlagen und vernäht. Unübertroffen stabil. Eine solche Naht könnte ich bei Tests nicht zerreißen, eine Einfassbandnaht schon.

    Bei den Verstärkungen der Abspannpunkte ist es umgekehrt. Eine einfache Verstärkung mit ZickZack aufgenäht kann ich sehr einfach aufziehen mit bleibenden langen Löchern im Material. Das reißt aus, gerade wegen der ZickZack Naht. Ich klebe unten eine zweite Schicht des Zeltmaterials ein, von außen Verstärkung aus Zeltbodenstoff, aufgenäht mit zwei Parallelen geraden Nähten, also dreilagig, alles mit in den Saum bzw. Naht eingeschlagen und vernäht. Keine Chance diese Verstärkung am aufgenähten Gurtband kaputt zu ziehen.

    Hab ne Schraube locker, so hat das Leben etwas Spiel

  • Kannst du das Solomid nochmal verlinken? Ich habe ein Duomid Silpoly, das ist nicht so genäht.:/.

    Aus einem Zitat von Ron Bell:"note that our main seams are triple stitched which is fairly unique among tent manufacturers"

    Einmal editiert, zuletzt von yoggoyo (3. April 2026 um 16:27)

  • Versteht mich bitte nicht falsch. Ich finde das Gatewood Cape genial! Wer Shelter und Regenkleidung kombinieren möchte kommt am Gatewood Cape IMHO nur schwer vorbei. Die Naht ist denke ich auch nicht wirklich kritisch. Die Hauptbelastung geht entlang der Naht von der Spitze zum Boden. Belastung quer zur naht kommt nur bei Winddruck auf und da spielt das Gatewood Cape seinen Trumpf mit der geringen Windangriffsfläche aus. Gerade das Türpanel ist nicht sehr groß. Über dem Schläfer ist dann überhaupt keine Naht mehr. Der Platz ist, als Zelt genutzt, gerade so ausreichend, und als Cape bietet es wohl guten Schutz mit trockenen Armen.

    Die die das Teil mit in den Sarek nehmen sind entweder recht klein oder eben recht schmerzbefreit, für Sommertouren in D ist das Teil aber IMHO absolut ausreichend.

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