Traumhafte Bilder!
Habe keine Lust, zum Anfang dieses Thread zurück zu scrawlen, aber da die USA ja auf der Nord Halbkugel sind, ist die Reise, in diesem Bericht schon ein Jahr her?
Traumhafte Bilder!
Habe keine Lust, zum Anfang dieses Thread zurück zu scrawlen, aber da die USA ja auf der Nord Halbkugel sind, ist die Reise, in diesem Bericht schon ein Jahr her?
Fast, ja. 26.6-13.11.25.
5 Tage, 130km.
Hier habe ich keinen Blogeintrag gemacht, da eigentlich nicht viel neues passiert ist, es war ja auch eine kurze Etappe. Ich bin immer mehr in die Berge gekommen, hatte den - auch im Nachhinein - anstrengendsten Anstieg des ganzen Trails zum Parkview Mountain. Dieser hat leider auch verhindert, dass ich die Runde im Rocky Mountain National Park laufen konnte, das ist logistisch leider etwas doof, da man dort zum Übernachten eine Bärentonne brauch. Es sind aber nur so ca. 40km im Park, daher pennen die meisten kurz vor der NP Grenze und laufen dann an einem Tag direkt nach Grand Lake rein. Alternativ kann man das auch abkürzen und spart sich dann so knapp 30km. Da ich wegen des Anstiegs nicht mehr nah genug an die Grenze gekommen bin, hab ich diese Abkürzung genommen. Dafür hatte ich mal einen recht entspannten Tag und konnte morgens den Hagel aussitzen und erst um 10 Uhr loslaufen, als das Wetter wieder gut war
Das letzte Foto ist übrigens der Colorado River.
Wahnsinns Landschaft. Das wär meines ![]()
Ab Grand Lake starte ich bald Nobo. Schön zu sehen was mich auf der ersten Etappe in etwa erwartet. Genial. Danke für den Bericht und die Bilder. Ich will endlich los ![]()
zwei Tipps für diese Gegend, direkt bei Grand Lake: wenn du die RMNP Loop machst, ist wohl fast alles burn zone und nicht so toll. Insgesamt ist der Park wohl super, aber halt nicnt dort, wo der CDT durchläuft. Aber: Ganz oben an der Loop gibt es einen Abstecher zu Flattop Mountain und die Möglichkeit eines kurzen Ridgewalks mit Sicht auf die andere Seite der Divide. Ist laut eines Sobos, der dort wohnt, eine der besten Aussichten des ganzen Parks.
Und: Sobo vom Bowen Pass gibts eine Möglichkeit für einen Ridgewalk, der richtig genial aussieht. Habe wegen Wetter drauf verzichtet. Ist aif den Ley Maps zu sehen. Es ist die Ridge im 3. Foto von unten, die man entlang laufen kann, man kommt dann am Bowen Pass, von wo ich fotografiert habe, wieder raus.
lampenschirm Vielen Dank für diesen sehr schönen und ausführlichen Bericht. 🫶
Wie bist du mit dem Tarp/Polycro Set-up + Headnet zurechtgekommen hinsichtlich Wind/Sturm und Mücken? Gerade weil du einen Daunenschlafsack verwendest. Ist der nie nass geworden und war es dir nie zu zügig? Was hast du gemacht, wenn’s dir zu warm wurde? Einfach Bein raus strecken stelle ich mir bei Mücken Alarm schwierig vor.
Dune hat für mich alles gut funktioniert. Das Problem waren eher die Mini Groundhogs, die in dem oft vorhandenen weichen Waldboden oft recht locker saßen. Da ist mir das Tarp einmal zusammengekracht, wobei das ne fiese Mischung aus Schnee, der auf dem nicht allzu steilen Tarp nicht runtergerutscht ist, starkem Wind und weichem Waldboden war. War aber auch schnell wieder aufgerichtet. Ansonsten hatte ich keine Probleme. Generell findet man praktisch überall recht gut geschützte Zeltplätze, einzig in den San Juans war das schwierig.
Mücken waren nachts meist kein Thema, nur abends, aber auch nur Abschnittsweise. Ich hab, falls es mal warm war nachts und gleichzeitig Mücken gab (kein häufiger Fall…) den Schlafsack oben aufgemacht und den Oberkörper gelüftet. Das StS Bugnet ist ja deutlich mehr als ein Headnet, ich war zwarnimmer zu faul, aber im Prinzip kann man fast den gesamten Innenraum des Tarps drunterkriegen. Ich habs meist so etwa von Kopf bis Hüfte abgespannt (liegend). Und ein weiterer Vorteil: ein paar mal hab ichs in Pausen über mich drübergeworfen, da war so manch anderer neidisch… Ende Juli hatte es mal ein paar kalte Nächte, ab da waren die Mücken eh weg.
Kondens war oft Thema, auch auf dem Schlsfsack, aber da sehe ich nicht, wo ein Zelt besser gewesen wäre… hab den dann halt vormittags oft in die Sonne gelegt und ab und zu mal in einen Trockner geschmissen, wenn ich eh Klamotten gewaschen hab.
Klingt aber alles schlimmer, als es war
würde das Setup auf jeden Fall nochmal genauso mitnehmen. Vllt. sogar ein etwas kleineres Tarp.
Danke 🙏
Und wie war es mit Zecken? Ich glaube die wären mein Endgegner. 🫣
Grandiose Landschaft, tolle Fotos, informative Beschreibungen - vielen Dank! Ich habe schon manches Mal gedacht, und Deine Fotos bestärken mich darin, dass der CDT landschaftlich für mich insgesamt am ansprechendsten wäre (bin derzeit leider nur sofawandernd, daher reine Träumerei). Gleichzeitig gilt er ja auch als der anspruchsvollste amerikanische Long Distance Trail, was u.a. Wegefindung und Wasser angeht. Hast Du die Wegefindung als schwierig erlebt?
Hut ab vor Deinem minimalistischen Setup! Das ist wahrlich UL.
Hat Dein Hut etwas mit Deinem Spitznamen zu tun?
(sorry, falls ich dazu etwas überlesen haben sollte, ich lese den thread gerade „rückwärts“). Danke für das Mitnehmen, ganz toll!
P.S.:
DuneDas Problem waren eher die Mini Groundhogs,
Wenn Du kurz aufdringliche, kleine Tiere vor Dir siehst!… 😅
zwei Tipps für diese Gegend, direkt bei Grand Lake: wenn du die RMNP Loop machst, ist wohl fast alles burn zone und nicht so toll. Insgesamt ist der Park wohl super, aber halt nicnt dort, wo der CDT durchläuft. Aber: Ganz oben an der Loop gibt es einen Abstecher zu Flattop Mountain und die Möglichkeit eines kurzen Ridgewalks mit Sicht auf die andere Seite der Divide. Ist laut eines Sobos, der dort wohnt, eine der besten Aussichten des ganzen Parks.
Danke für die Tipps. RMNP Loop werde ich auslassen, das ist schon fix. Ich starte dann gerade und möchte es halbwegs ruhig angehen, ohne die 40km des Loops zwingend am ersten Tag machen zu müssen (Permit, Bear Can bei Übernachtung im Park). Ich komme von 400m über Meer und bin heuer nicht so fit wie gewünscht. Deshalb einfach mal easy ankommen und losgehen. Ggf. kann ich den Loop nächstes Jahr nachholen, wenn ich ab Grand Lake Sobo den Rest des CDT mache, wenn alles nach Plan läuft.
Mr.Tidy ja, das klingt vernünftig ![]()
GirlOnTrail ne, den Hut hab ich schon seit Jahren. Mein Forenname stammt allerdings noch von sehr viel früher aus Zockerzeiten... hat mit Wandern nix zu tun ![]()
Die Wegfindung war alles in allem sehr unkompliziert: Einfach FarOut hinterherlaufen. Klar, manchmal verpasst man ne Abzweigung oder so, aber echtes Navigieren war selten nötig. Markierungen waren mal besser, mal schlechter, aber alles in allem war das kein nennenswertes Problem. Interessant fand ich - und diese Vermutung hatte ich schon im Vorfeld gehabt - dass sich (fast) nur Leute, die vorher PCT und/oder AT gelaufen sind, beschwert haben. Ich kenne beide Wege selbst nicht, aber es fiel mir schon bei der Recherche auf, dass es fast immer z.B. hieß "im Vergleich zum PCT ist es kälter und regnet viel". Das mag stimmen, aber das heißt ja nicht, dass es absolut betrachtet viel regent und kalt ist. Ich hatte an 46 von 141 Tagen Regen, aber geschätzte 80% dieser Tage hats halt mal ne Stunde geregnet oder immer mal wieder etwas genieselt. Insgesamt sind auch die Rockies eine sehr trockene Gegend. Und klar, Colorado war kalt, aber ich hatte im Schwarzwald schon genauso kalte Nächte... also so richtig krass fand ichs nicht. Auch über den Abstand zwischen Resupplies und die Größe der Dörfer wurde sich beschwert, fand ich aber alles nicht so wild. Meistens 4-5 Tage, zweimal 8 Tage, selten mal 6, dafür v.a. in Colorado schon wieder so viele Möglichkeiten, dass man gut welche weglassen kann. Es gibt überhaupt nur einen Punkt, wo man zwingend ein Packet hinschicken muss (Pie Town), ansonsten ist gelegentlich mal die die Auswahl nicht so groß, aber man findet immer genug. Also ich find, da wird viel übertrieben. Technischer Anspruch ist exakt null, ich hab ein einziges Mal meine Hand an den Fels gelegt, und ob das wirklich nötig war... ich dachte immer wieder, so wie die über manche Sachen reden, muss man die Amis einmal ne Woche in die Alpen schicken, dann sind die traumatisiert, was da als normaler Wanderweg gilt
Und zur Länge: lustigerweise bin ich weniger km gelaufen, als der PCT hat, die 5000km vom CDT existieren nämlich praktisch nur in der Theorie.
Das soll nicht heißen, dass das ein einfacher Spaziergang ist, ich hab schon auch geflucht und geschimpft. Aber ich finde, die Messlatte ist da oft ein bisschen komisch bei vielen Wanderern.
4 Tage, 130km
„Colorado is kicking my ass“. Wohl keinen anderen Satz habe ich in den letzten knapp zwei Wochen öfters gehört. Alle uns Wanderer hat dieser Staat in den letzten Tagen vor große Herausforderungen gestellt. An die Höhe habe ich mich inzwischen weitgehend gewöhnt, das war in den ersten Tagen aber gar nicht so einfach, gerade bei den langen Aufstiegen bin ich doch schwer ins Atmen gekommen. Die eigentlich große Herausforderung gerade in den letzten Tagen war aber vor allem das Wetter kombiniert mit dem Terrain. Der Weg läuft hier viel oben auf Graten oder Bergrücken, oft über lange Strecken von 10 km oder mehr, ohne Abstieg unter die Baumgrenze. Dazu hatten wir vor allem in den letzten Tagen oft schlechtes Wetter mit viel Regen, vor allem auch Hagel, und vielen Gewittern. Gewitter sind hier um diese Jahreszeit nicht unüblich, allerdings kommen sie normalerweise erst nachmittags und dauern nur kurz. Das war letzte Woche nicht der Fall, es war völlig unberechenbar, was die ganze Strecke manchmal zu einem großen Glücksspiel gemacht hat. Einmal bin ich auch 3 km und 500 Höhenmeter einfach wieder zurück abgestiegen, um nicht oben dem Gewitter ausgesetzt zu sein. Wie ich inzwischen gelernt hatte, ist es nämlich sehr unangenehm, in offenem Gelände mitten im Gewitter zu sitzen. Auch jetzt mache ich gerade einen zusätzlichen Tag Pause, um Stürme abzuwarten. Wenn dann aber mal die Sonne scheint, oder es zumindest soweit aufklart, dass man Ausblick hat, dann ist die Gegend hier wirklich beeindruckend. Oft sieht man dann Dutzende Kilometer über die Bergwelt der Colorado Rockies (siehe Fotogallerie).
Da ich durch meinen Pausentag etwas Zeit habe, wollte ich, auch aus anderem Anlass, etwas über die sogenannte Trail Culture schreiben. Wie ich ja schon hier und dort erwähnt habe, treffe ich immer wieder andere Wanderer. Es dürfte eine niedrige dreistellige Zahl vom Wanderern sein, die mehr oder weniger gemeinsam Richtung Mexiko läuft. Es ist tatsächlich sehr faszinierend zu sehen, wen man wo trifft. Manche Wanderer sehe ich über Wochen sehr regelmäßig, manchmal passiert es auch, dass ich jemanden treffe, den ich schon seit wortwörtlich Monaten nicht mehr gesehen habe, wieder andere habe ich erst in der letzten Woche kennengelernt. Nichtsdestotrotz kennt man sich sozusagen, oft hat man auch schon zumindest mal die Namen gehört, es ist durchaus so, dass es hier eine Art Gemeinschafts- oder Gruppengefühl gibt zwischen den Wanderern. Das passiert natürlich jedes Jahr, und hat dazu geführt, dass es auf diesen großen Wanderwegen hier in den USA wie eine Art Subkultur gibt. Beispielsweise ist es hier üblich, sich nicht mit den eigentlichen Namen, sondern mit sogenannten trail-namen an zu reden, die man von anderen Wanderern bekommt. Die meisten basieren auf irgendeiner Episode oder Geschichte oder ähnliches, die auf dem Trail passiert sind, wobei der Großteil aller Wanderer ja schon mal einen ähnlich langen Weg gelaufen ist, und dadurch schon einen Trailnamen hat. Mein eigener trailname ist Yukon, wer mag möge „Cornelius Yukon“ googeln. Ein anderer Teil der Trail culture ist sogenannte Trail magic. Meist bedeutet das in etwa, dass irgendwelche wildfremden Leute irgendetwas für uns Wanderer machen, teilweise geplant, manchmal auch völlig zufällig. Beispielsweise gibt es manchmal an Stellen, wo es wenig Wasser gibt, Leute aus umliegenden Dörfern, die einfach eine Kühltasche mit Wasser an den Weg stellen, manchmal sogar noch mit Keksen, Süßigkeiten oder ähnlichem. Was ich auch schon erlebt habe, als ich mit einer anderen Wandererin an einer Straße entlang gelaufen bin, hat jemand angehalten, und uns gefragt ob wir etwas von McDonald’s wollen. Er ist dann tatsächlich 20 km in die nächste Stadt zurückgefahren und hat uns etwas von McDonald’s gebracht. Solche Sachen passieren immer wieder, die Leute gerade in den ländlichen Gegenden hier sind wirklich hilfsbereit und freundlich.
Gestern war ich in Leadville in Colorado, wo die CDT Coalition, das ist die Organisation, die diesen Weg hier organisiert und betreut, die sogenannten Traildays veranstaltet hat. Das ist ein eintägiges Event für alle sogenannten „Sobos“, so werden die Wanderer bezeichnet, die southbound, also südwärts, laufen, es gab Vorträge, Stände von Ausrüstungsherstellern, und diverse andere Workshops und ähnliches, vor allem aber war es eine Möglichkeit, für alle Wanderer, sich mal an einem Ort ohne Wamderstress zu treffen. Das war wirklich schön, auch wieder Leute zu sehen, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte, aber auch viele neue Leute kennenzulernen, die ich noch nicht getroffen hatte.
Die Wanderer hier auf dem Trail sind äußerst unterschiedlich, es ist wirklich faszinierend, wen man hier alles so trifft. Den Großteil der Wanderers sind natürlich US-Amerikaner, die zweitgrößte Gruppe machen wir Deutschen aus, aber ich habe schon Wanderer aus Tschechien, Frankreich, Dänemark, Brasilien, Japan, China, Kanada, Österreich, und der Schweiz getroffen. Ebenso divers ist es beruflich, es gibt Ingenieure, Lehrer, ITler, ich habe einen freiberuflichen Musikproduzenten getroffen, eine Kunstprofessorin, Krankenpfleger, Biologen, Entwicklungshelfer, Beamte, und eine große Gruppe sind auch Saisonarbeiter, die im Winter einige Monate arbeiten, beispielsweise in der Gastro, und dann im Sommer 6 bis 8 Monate wandern gehen. Auch altersmäßig ist hier alles vertreten, der Großteil ist zwischen Anfang 20 und Ende 30, aber ich treffe auch nicht wenige Wanderer jenseits der 50 oder 60. Der überwiegende Teil der der Wanderer ist grundsätzlich allein unterwegs, einige wenige Paare laufen den Weg zusammen aber es ist nicht unüblich, dass sich Wanderer in kleineren, manchmal auch etwas größeren, Gruppen zusammenschließen. Das heißt nicht zwangsläufig, dass man den ganzen Tag zusammen läuft, sondern eher, dass man gemeinsam Pausen macht, gemeinsam zeltet, und gemeinsam Zeit in den Städten verbringt. Ich bin nach wie vor alleine unterwegs, laufe immer wieder mit anderen, beispielsweise bin ich kurz vor Wyoming vielleicht eine Woche lang mit einem Brasilianer zusammen unterwegs gewesen, in den letzten Tagen war ich oft mit einem Amerikaner zusammen, und diese Abwechslung gefällt mir eigentlich gut. Es ist sehr angenehm und oft auch hilfreich, nicht alleine unterwegs zu sein, trotzdem gefällt es mir auch immer wieder gut, eine Weile alleine zu sein, und eine grundsätzliche Unabhängigkeit zu haben. Auf jeden Fall ist das soziale Element ein wichtiger Teil dieses Wegs und macht das Ganze durchaus noch einmal interessanter.
Nun werde ich mich gleich auf den Weg machen, als nächstes steht der sozusagen Höhepunkt des Weges an, Gray’s Peak mit 4350m.
Danke mal wieder für den Bericht. Danke auch für's "relativieren" der Herausforderungen des CDT. Gerade gestern erst habe ich eine neue CDT YT "Doku" eines alten PCT Bekannten von mir gestartet. So kurz vor meinem eigenen Start weckt das mal wieder Zweifel ob man denn selbst "stark" genug für dieses Abenteuer ist. Da wird immer in Extremen gesprochen und gefilmt... und eigentlich kenne ich die Herausforderungen eines langen Hikes, von Wüsten, ich habe CO bereits durchquert, usw. Also alles Puzzleteile der Herausforderungen des CDT bereits erfolgreich gemeistert aber trotzdem kommen dann Zweifel auf. Von dem her danke, dass du schreibst wie es ist. Eine Herausforderzng aber nicht zwingend eine Grenz- oder Nahtoderfahrung.
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