Annapurna Circuit

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  • Hi,

    ich überlege dieses Jahr in Nepal zu wandern. Unter Anderem den Annapurna Circuit NATT. Da ich das frühe Zeitfenster verpasst habe, wird es wohl so Oktober werden, das scheint dann die andere Reisezeit zu sein. Ich habe da ein paar Fragen:

    1. Wie ist die Versorgung der Verpflegung auf dem Trail? Ich habe gelesen, dass es eine Art Teehäuser gibt und man da wahrscheinlich hauptsächlich frisch zubereitetes Essen bekommt? Bekommt man auch Nahrung für unterwegs die nicht frisch ist, bzw. mit welcher Regelmäßigkeit kann man das Essen wieder auffüllen?

    2. Wie sind die Erfahrungen mit Trinkwsser? Kann man das gefiltert aus den jeweiligen Wasserressourcen nehmen? Ich frage wegen Düngung, das war ein Teilen von Neuseeland ein Problem.

    3. Da ich im besten Szenario 3 Monate Zeit habe, was lohnt sich da noch in der Ecke anzuschauen? Nach Bhutan würde ich auch gerne noch rüber um mir das glücklichste Land der Erde und deren Bewohner anzuschauen.

    4. Gibt es jüngste Erfahrungen zu dem Thema Guidepflicht? Eigentlich soll man ja einen haben, aber da ich wie immer solo unterwegs sein werde passt das für mich nicht.

    5. Wenn ich das richtig gelesen habe scheint Oktober Monsumzeit zu sein. Mit welchen Temperaturen kann man so in den Höhen rechnen?

    6. Ist wildcamping möglich und erlaubt?

    7. Irgendwas wichtiges vergessen?


    Danke euch

    Grüße

    Oska

  • Zu 1.: Man kann sich komplett mit den Lodges durchschlagen, ich hab am Ende mein Zelt einfach spazieren getragen 😂. Zusätzlich die Teehäuser und Mikrokioske in denen du Kekse o.ä. bekommst, auch auf dem NATT wirst du nicht verhungern.

    Zu 2.: Ich hab wenig gefiltert, es gibt im Annapurna Gebiet eine Organisation, bei der Frauen in den Dörfern Wasser aus Osmoseanlagen verkaufen, kostet uns westliche Touristen ein paar Cent und die Dorfbevölkerung bekommt sauberes Wasser umsonst, ich hab das meiste Wasser dort bekommen.

    Zu 3.: Buthan fänd ich auch interessant, wenn du eh bereit bist zusätzlich Geld auszugeben ist das Mustang Tal am Rande des AC auch cool .

    Zu 4.: Soll angeblich schon wieder gestrichen sein, Info aber ohne Gewähr.

    Zu 5.: Ich war im November unterwegs, aber in den Höhen ist es generell kalt, auf 5000m musst du mit Dauerfrost rechnen.

    Zu 6.: Prinzipiell ja, aber Übernachtung in den Lodges fand ich am Ende auch interessanter, kostet im Vergleich zu Europa eh fast nix, da sollte man einfach ein paar Rupies im Land lassen.

    Zu 7.: Du kannst dich auch an den Begründer der NATTs wenden, Andrees ist Belgier, der in Deutschland lebt und mega hilfsbereit: http://www.nepal-dia.de/Diavortrag_Nep…_de_ruiter.html

  • Wenn ich das richtig gelesen habe scheint Oktober Monsumzeit zu sein. Mit welchen Temperaturen kann man so in den Höhen rechnen?

    Monsunzeit ist eher bis Ende September, wobei das kann sich von Jahr zu Jahr verschieben. Der Annapurna Circuit ist eher schon im Regenschatten, sollte also keine grossen Einfluss haben. Eher problematisch kann die Anreise sein, falls durch den Monsun Strassen/Wege beschädigt werden. Das sind die Leute vor Ort gewohnt und Lösungen werden gefunden, kann aber doch Zeit in Anspruch nehmen.


    schrenz warst Du nicht mal vor Ort ? Sonst gibt es noch den Eskapist, aber ich finde seinen hiesigen handle nicht.


    Für weiteres Reisen kann ich natürlich Indien empfehlen. Von dort ist Delhi, Rajasthan undoder/Himachal Pradesh nicht weit


    EDIT: Schrenz ist mir natürlich zuvorgekommen.

  • Ich habe zwar nur Erfahrung aus der Khumbu-Region (Drei-Pässe-Trail 2023), aber das meiste dürfte auf den AC übertragbar sein.

    1. Du bekommst überall frisches und schmackhaftes Essen. Auch allerlei Snacks. Ich hatte so gut wie nichts dabei.

    2. Füll Deine Flasche einfach mit abgekochtem Trinkwasser in den Teahouses. (es gibt auch überall Wasser im Plastikflaschen zu kaufen).

    3. Khumbu mit 3-Pässe-Trail - in der Khumbu-Region gibt es keine Guide-Pflicht. Du kannst da auch andere Sidetrips machen wie Besteigung von Island Peak oder Mera Peak. Wenn Du von Jiri aus nach Lukla läufst statt von Ramechap aus zu fliegen, ist das pro Richtung auch schon rund eine Woche. Nepal hat unterschiedliche Klimazonen, neben dem Himalaya im Norden ist in der Mitte gemäßigtes Klima auf rund 1500 m asl (incl. Kathmandu) und im Süden subtropisches wie im angrenzenden Indien; da gibt es z. B. den Chitwan NP. - Bhutan ist teuer und auch stark reguliert.

    4. Im letzten Herbst war eine Bekannte ohne Guide auf dem AC (wohl auch im Wesentlichen NATT) unterwegs, und es gab keine Probleme. YMMV.

    5. Eigentlich dauert der Monsun nur bis September, aber je nach Jahr kann er sich schon bis deutlich in den Oktober hinziehen. Vormittags ist es in der Sonne recht angenehm, am Nachmittag kann es dunstig werden. In Gorakshep (5100 m) war es Anfang November in der Nacht -18°C Tiefstwert. Tagsüber in der Regel Plusgrade, nachts je nach Höhe unter dem Gefrierpunkt. Die Unterkünfte sind unbeheizt.

    6. Ich habe in 3 Wochen nur eine einzige (geführte) Tourgruppe mit Zeltübernachtung gesehen. Teahouses verlangen für die Übernachtung 500-1000 Rupien, etwa 3-6 EUR. Bei mehr Luxus auch etwas mehr.

    Aufenthaltsraum Teahouse:

  • Ich kann sehr den Khopra Danda Trek empfehlen, der ist deutlich weniger begangen als der Annapurna Circuit. Wir haben von dort aus Teile des Annapurna Circuits gelegentlich gesehen bzw gekreuzt und waren jedes Mal froh, nicht auf dieser Trekkingautobahn unterwegs zu sein... Der Trek geht nicht ganz so hoch, ist aber ebenfalls mega beeindruckend.

    Wir sind mit einer Führerin gegangen und hatten mit ihr total Glück. Allerdings wird man ganz schön betüddelt, da mussten wir uns erst ein bisschen eingrooven... Auf eigene Faust wandern geht bestimmt, wird aber nicht gern gesehen.

    Die Wege sind alle recht einfach zu gehen, weil es viel über Fußwege geht, die die Dörfer verbinden und die in aller Regel mindestens so breit wie ein Yak sind (und idealerweise so breit, dass man einem entgegen kommenden Yak ausweichen kann...).

    Trinkwasser und lecker essen gab es auf allen Hütten.

  • der ist deutlich weniger begangen als der Annapurna Circuit.

    Oska hat ja den NATT geplant, da ist ziemlich wenig los (mein Stand 2019), die Lodges sind oft winzig und ich war da oft allein oder höchstens mal zu zweit.

    Auf eigene Faust wandern geht bestimmt, wird aber nicht gern gesehen.

    Hat nach meinem Empfinden niemanden gejuckt, ich war ziemlich froh allein unterwegs zu sein, die Etappenplanung der Guides ist doch sehr unterfordernd, wenn man ein geübter Wanderer ist (was wohl auf die meisten im Forum zutrifft).

  • hat ja den NATT geplant

    Oh! Die Abkürzung kannte ich noch gar nicht, hört sich tatsächlich nach kurzer Recherche besser an.

    Und was die Frage 'alleine oder mit Guide' angeht... Ja, wir haben tatsächlich auch etwas sehnsüchtig auf die geschaut, die alleine unterwegs waren und sind zu dem Schluss gekommen, nächstes Mal alleine wandern zu wollen.

  • Die Notwendigkeit von Guides wird auch gerne in den Reiseführern verbreitet und von den Hoteliers in Kathmandu werden Gruselgeschichten erzählt, um den Cousin einen Auftrag zu verschaffen, wie mir abends mal eine einheimischer Guide erzählte, der davon mega angepisst war, da es das Land viel schlechter dastehen lässt, als es in Wirklichkeit ist.

    Ich fand die tägliche Orga super easy, meistens rief man dir schon am Dorfrand ein "you need a room, Sir?" entgegen.

  • ich danke euch für die vielen Infos. Habe mir mal die Seiten vom Eskapist angeschaut, da sind auch viele hilfreiche Infos zum Trail.


    schrenz

    Zu 7.: Du kannst dich auch an den Begründer der NATTs wenden, Andrees ist Belgier, der in Deutschland lebt und mega hilfsbereit: http://www.nepal-dia.de/Diavortrag_Nep…_de_ruiter.html

    Habe mir das eBook von dem gekauft, ist aber viel Text und wenig Bilder. :)


    whr

    Bhutan ist teuer und auch stark reguliert.

    Was meinst Du mit stark reguliert?


    - Da es ja anscheinend doch recht schattig werden kann, wie ist das dann nachts bei den Lodges mit Bettzeug/Decken? Mein Quilt geht bis -6, aber der war in Island schon nachts an der Grenze. Und wenn es dann noch kälter wird weiß ich noch nicht so ganz was ich da noch mitnehmen sollte.

    - Sofern nur der AC, Zelt ist also nicht notwendig? Würde mit Thermarest dann ja ca. 1 kg sparen, was dann wahrscheinlich mit Klamotten wegen der Kälte eh wieder dazukommt, aber dann halt nicht doppelt. :)

  • whr

    Bhutan ist teuer und auch stark reguliert.

    Was meinst Du mit stark reguliert?

    - Da es ja anscheinend doch recht schattig werden kann, wie ist das dann nachts bei den Lodges mit Bettzeug/Decken? Mein Quilt geht bis -6, aber der war in Island schon nachts an der Grenze. Und wenn es dann noch kälter wird weiß ich noch nicht so ganz was ich da noch mitnehmen sollte.

    Bhutan AFAIK (war nicht dort): derzeit 100$/Tag Tourismusabgabe; Guide-Pflicht nicht nur beim Wandern außerhalb der Städte, sondern auch bei Besichtigungen. Geführte Tour des Snowman Trek (4 Wochen im Expeditionsstil) im Bereich 10.000 $.

    Nepal Teahouses: Du hast min. eine Decke, meist kannst Du auch mehr haben. Die Räume sind praktisch immer mit zwei Betten ausgestattet, bei Einzelbelegung hast Du also automatisch eine zweite.

    Das ist für Khumbu-Verhältnisse schon ein besseres Zimmer (hatte auch ein angeschlossenes Bad - sowas nennt sich "attached room" und kostet dann typ. 9 EUR pro Nacht).

  • Bhutan AFAIK (war nicht dort): derzeit 100$/Tag Tourismusabgabe; Guide-Pflicht nicht nur beim Wandern außerhalb der Städte, sondern auch bei Besichtigungen. Geführte Tour des Snowman Trek (4 Wochen im Expeditionsstil) im Bereich 10.000 $.

    Kann ich so bestätigen (nagel nicht auf die genauen Beträge fest - aber das Prinzip ist richtig)

  • wie ist das dann nachts bei den Lodges mit Bettzeug/Decken?

    Wie whr schon sagte, normalerweise bekommst du schon was passendes, ich war allerdings ab und an schon froh um meinen Schlafsack zusätzlich (Cumulus LL400), in den ganz hohen Lodges am Tilicho Lake und Thorung La (beide um 5000m) hätte ich mir schon den Hintern abgefroren.

    Sofern nur der AC, Zelt ist also nicht notwendig?

    Ich würd's tatsächlich weglassen.

    Habe mir das eBook von dem gekauft, ist aber viel Text und wenig Bilder. :)

    Ist halt mehr so eine Art Roadbook für den NATT 😄, du kannst ihn auch einfach anmailen bei Fragen, wir hatten damals einen total netten Mailwechsel.

  • Zitat

    Sonst gibt es noch den Eskapist, aber ich finde seinen hiesigen handle nicht.

    Ich war hier noch gar nicht angemeldet, wusste auch überhaupt nicht, dass es ein neues Ultraleicht-Trekking-Forum gibt:)

    Jedenfalls, zum Thema:

    Zitat

    Gibt es jüngste Erfahrungen zu dem Thema Guidepflicht? Eigentlich soll man ja einen haben, aber da ich wie immer solo unterwegs sein werde passt das für mich nicht.

    Einen Guide braucht man nur für die schon bisher beschränkten "restricted areas" (Manaslu, Upper Mustang etc.) In der Annapurna Conservation Area (ACA) interessiert es niemanden, ob man alleine oder sonstwie unterwegs ist. Ich habe vor ein paar Tagen gehört, dass es wohl Pläne gibt, dass die TIMS-Checkpoints von TAAN (dem Trekking-Verband) wieder neu besetzt werden sollen. Ich schätze aber da wird in der nächsten Zeit nicht viel passieren, da ja demnächst Wahlen in Nepal sind.

    Von dem, was ich in den letzten 2 Jahren in Nepal gesehen habe, bin ich mir inzwischen auch nicht sicher, ob die Guidepflicht in absehbarer Zeit überhaupt kommt. Es ist wahrscheinlich nicht 100% ausgeschlossen, aber da ist sehr viel lokaler Widerstand. Gerade von den Lodge-Besitzer und den Village Committees und die haben auch schon einiges mitzureden. ACA ist ja z.B. eine Selbstverwaltungszone. Das geht gar nicht so einfach, dass da jemand von außen kommt und neue Vorschriften erlässt. Da müssten wenn überhaupt noch sehr viele Leute davon überzeugt werden, dass das wirklich im Interesse von allen ist und nicht nur von den organisierten Agenturen.

    Zitat

    Wenn ich das richtig gelesen habe scheint Oktober Monsumzeit zu sein. Mit welchen Temperaturen kann man so in den Höhen rechnen?

    Ich hatte letzten Herbst bis Mitte Oktober Regenschauer und die locals haben auch alle gemeint, dass der Monsun in den letzten Jahren 2-3 Wochen länger dauert, also so bis 3. Oktoberwoche. Das war vor allem im Süden des Annapurna-Hauptkamms nervig, weil es auch ohne Regen ab 10:00 Uhr total bewölkt war. Manang waren Ende Oktober nachts schon leichte Minusgrade. Ich hab aber ein paar mal gecampt (-10° Quilt) und es war okay.

    Zitat

    Ist wildcamping möglich und erlaubt?

    Ja ist kein Problem, aber auf dem maintrail des Annapurna Circuit macht's nicht so viel Sinn. Da gibt es zu viel Lodges und Dörfer. Das ist dann Camping neben der Straße oder im besten Fall im Garten von der Lodge^^

    Zitat

    Da ich im besten Szenario 3 Monate Zeit habe, was lohnt sich da noch in der Ecke anzuschauen?

    Buthan wurde ja schon erwähnt, ist halt komplett reguliert, da geht nix ohne Guide. Tibet genau so. Eine Option wäre noch Sikkim, das grenzt direkt im Osten an. War ich letzten Herbst am Überlegen, bin dann aber doch nach Pokhara. Da kann man's natürlich auch sehr gut aushalten - schön warm bis Mitte Dezember und viele Möglichkeiten für Tageswanderungen und Kurztreks.

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