Wandern, wo es politisch schwierig wird?

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  • Sorry, etwa off-topic aber dann doch nicht so ganz: Wenn sich jemand vor Weihnachten noch dafür interessiert, wo man Geld effektiv zur Demokratieverteidigung einsetzen kann (die anderen Themenfelder sind natürlich durchaus auch wichtig). Seit diesem Jahr fördert der Fonds nicht nur Projekte in Deutschland:

    https://effektiv-spenden.org/demokratie-verteidigen/

    Ist das Satire oder meinst Du das Ernst?

    Wo sind eigentlich deine "Demokratie - Verteidiger", wenn in Hamburg - Altona die Autos von Opposritionspolitikern brennen und die grüne Staatsanwaltschaft offensichtlich keine Anstrengungen unternimmt, diese Straftaten aufzuklären?

  • „Weniger bekannt ist das Paradoxon der Toleranz: Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“ -- Karl Popper, 1945

    ferals.eu - Wir sind Menschen, die das Gehen suchen. Wir entziehen uns den Wegen, um Pfade zu finden.

  • Man kann die Frage auch umdrehen, und sich fragen, wo am Land du als visuell eher mänlich attributierte Person mit Rock und bauchfreien Top nicht schräg angeschaut wirst. Ich kann mir jetzt nicht vorstellen dass das ein ostdeutsches Problem ist. Knutsch doch mal mit deinem gleichgeschlechtlichen Partner auf einer bayrischen oder österreichischen Skihütte. So richtig lange mit Zunge, zB an Sylvester. Das kann sicher gut gehen, aber irgendwann triffst du wieder einen mental in den 1960ern verhafteten, so betrunken, dass er mal sagt was er so denkt.

    Stimme dir grundsätzlich zu, wobei es eben was anderes ist lasziv rumzuknutschen, egal in welcher Konstellation, oder sich eben so kleiden zu können, wie man will, ohne sich Sprüche anhören zu müssen.

    Finde die Debatte "Osten" vs "Westen" grundsätzlich daneben. Der Westen hat den "Osten" erfunden und die Menschen werden seit Jahrzehnten zu unrecht diffamiert und als Menschen zweiter Klasse behandelt. Umso trauriger, dass dort dann Parteien erfolgreich sind, die sich eben einfach andere Gruppen rauspicken, die dann plötzlich schlechter behandelt werden sollen.

    Es lässt sich nicht leugnen, dass dort die AFD besonders erfolgreich ist. Und dann ist's auch egal, ob die Wähler waschechte Nazis sind oder nur unzufrieden mit der Gesamtsituation. Im Ergebnis ermächtigen sie eine Partei, die zum Teil jetzt schon Positionen vertritt, die nicht vereinbar mit der Verfassung sind. Das Wahlprogramm lässt auch nicht vermuten, dass die Situation der wirtschaftlich Abgehängten sich verbessern würde.

    Und um den Bogen zurück zum Wandern zu spannen, wurde hier ja zurecht angeprangert, dass Gastfreundschaft eben nicht selektiv sein kann. Und wenn die Gastfreundschaft alle Menschen ausschließt, die nicht dem "richtigen" Dasein entsprechen, habe ich auch keine Lust, mein Geld dort auszugeben. Selbst wenn ich persönlich vielleicht nicht negativ auffallen würde. Aus diesem Grund würde ich derzeit eben nicht in Ungarn, Italien oder Ostdeutschland wandern/Urlaub machen wollen. Mir ist klar, dass es dort auch andere Menschen gibt, die auch darunter leiden. Aber solange es eben Mehrheiten für menschenverachtende Politik gibt, ist es für mich kein Ort zum Wohlfühlen. Dafür gibt es noch zu viele andere Optionen, bei denen gar nicht erst in dieses Dilemma bzw diesen Kompromiss gezwungen werde.

  • Wer aus meiner Aussage herausliest, ich würde „die Menschen im Osten verunglimpfen“, leidet entweder unter einer gehörigen Leseschwäche (verzeihbar, dann bitte nochmal langsam und ohne Voreingenommenheit lesen!) oder agiert bewusst mit diffamierenden, bösartigen Unterstellungen.

    Letzteres ebenfalls wieder eine zentrale Eigenschaft von Menschen, denen ich auf meinen Wanderungen nicht begegnen möchte.

    PS: Warum ich es sein soll, der die Spaltung der Gesellschaft vorantreibt, wenn ich als schwuler Mann nicht mit Nazis an einem Tisch sitzen will, bleibt dein Geheimnis. Man würde sich doch zu erst einmal fragen müssen, warum nicht diejenigen, die nicht müde werden zu betonen, wen sie alles loswerden wollen, sobald sie an der Macht sind, die sind, die die Gesellschaft spalten? Einfach mal im Handumdrehen die Dinge auf den Kopf stellen und dann seine empörte Haltung zelebrieren. Ich bin es leid!

    Ja das ist der Unterschied zum Beispiel zwischen uns beiden.

    Du bist jemand der mit Unterstellungen , eigentlich sogar mit Verleumdungen arbeitet, denn wo gibt es denn Menschen in Deutschland, die sich selber als "Nazis" bezeichnen oder die zumindest offen mit den historischen Nationalsozialisten sympathisieren?

    Ich weiss ja nicht wo du so lebst, aber hier in der Lausitz sehe ich sowas täglich. Kollegen die sich täglich (!) mit dem Hitlergruß begrüssen, tätowierte SA,SS und NS-Parolen, Autoaufkleber und -kennzeichen mit Bezug zum 3.Reich usw.. Da muss man schon ziehmlich ignorant sein, um das nicht zu sehen.

  • "Wandern, wo es politisch schwierig wird?"

    Wandern hat ja nichts mit Politik zu tun oder sollte es nicht, aber ist dem Verfasser dieser Fragen eigentlich mal folgendes Aufgefallen:


    Da wo man besonders "mutig" gegen Nazis" kämpft, wo die Nachfolgepartei der SED und die Grünen enorme Wahlerfolge einfahren, im Berliner Bezirk Neukölln, da ist es nicht besonders schön zu wandern: Überall liegt Müll herum, man wandert durch einen Park und wird gleich angequatcsht ob man "was kaufen will", der Gestank von Urin liegt in der Luft, Grafitte verschmierte Häuserwänder mit dümmlichen Antifa - Parolen , kaputte Menschen, eine trostlose Umgebung, da helfen auch die paar Hipster - Yoga - Studios und obercoolen Szenekneipen nicht von Typen, die wie in einer Gated Community in diesem Elend hausen...

    Wie schön ist es da aber im "rechtsextremen" - Orban - Ungarn mittlerweile, ich war letztes Jahr erst dort. Alles ist sauber, vieles ist zwar alt und manchmal auch verkommen, aber diese mutwillige Zerstörung, dieses "Ungarn - Verrecke" - Klientel, die fehlt dort einfach völlig. Ein Politiker wie bei uns in Deutschland der offen sagt er findet Patriotismus zum Kotzen, eine Regierungspartei die auf die Nationalfahne uriniert, undenkbar im "rechtsextremen" Ungarn. Die Kriminalität ist niedrig, und das merkt man wenn man mit den Leuten spricht, viel lockerer als im verklemmten Deutschland. Echt ein tolles Land zum Wandern, kann ich nur empfehlen.

  • Sorry, etwa off-topic aber dann doch nicht so ganz: Wenn sich jemand vor Weihnachten noch dafür interessiert, wo man Geld effektiv zur Demokratieverteidigung einsetzen kann (die anderen Themenfelder sind natürlich durchaus auch wichtig). Seit diesem Jahr fördert der Fonds nicht nur Projekte in Deutschland:

    https://effektiv-spenden.org/demokratie-verteidigen/

    Ist das Satire oder meinst Du das Ernst?

    Wo sind eigentlich deine "Demokratie - Verteidiger", wenn in Hamburg - Altona die Autos von Opposritionspolitikern brennen und die grüne Staatsanwaltschaft offensichtlich keine Anstrengungen unternimmt, diese Straftaten aufzuklären?

    Also grundsätzlich haben wir ja, wenn kein perfektes, doch ein gut funktionierendes Rechtssystem. Glaubst du ernsthaft, solche Verbrechen würden aus politisch motivierten Gründen nicht weiter verfolgt? Egal wer gerade an der Macht ist, wäre das schon gravierender Missbrauch. Vielleicht gibt es einfach nicht genug Mittel zur Strafverfolgung, was definitiv auch ein Problem darstellt, aber immer das Schlimmste unterstellen bringt uns nicht nur nicht weiter, sondern macht uns auch verbittert. Meiner Erfahrung nach handelt es sich viel häufiger um Inkompetenz, als um Böswilligkeit. Damit lassen sich unglaublich viele Missstände erklären, ohne reflexartig immer auf die "andere Seite" drauf hauen zu wollen

  • Es gibt aber auch Möglichkeiten für kollektives Handeln. Da sehe ich besonders die Internet-Orte (beim CDT FarOut, Facebook- und Reddit-Gruppe) als wichtig.

    Das ist vielleicht ein guter Ansatzpunkt. Ich persönlich bin ja eher gerne für mich und offline beim Wandern. Aber ich sehe jetzt schon eher den Vorteil einer Online-Community, gerade auf langen Wegen. Man ist eben nicht allein. Wenn sich wirklich jemand unsicher fühlt, kann man kann sich helfen. Für den EB gibt's das ja wohl auch ein bisschen, wenn ich mich richtig an das Buch von Rebecca Salentin erinnere?

    Welche Message senden wir mit unserem Trip - auch ungewollt? Klar unterstützen wir auf Touren meistens vor Allem lokale Geschäfte in entlegenen Regionen. Aber ist es OK, den Lykischen Weg in der Türkei Erdogans zu wandern? Oder in den USA unter Trump? Oder den EB durch Orbans Ungarn?

    Das hat mich auch schon beschäftigt. Wie schon gesagt, im Zweifel um die eigene Sicherheit würde ich kein Risiko eingehen. Aber überall gibt es eben auch die Leute, die offen und tolerant sind, und für diese Begegnungen, denke ich, lohnt es sich. Etwas mehr Verantwortung hat man vielleicht, wenn man auf sozialen Medien unterwegs ist und auch Reichweite hat. Da sollte man sich schon überlegen, welche Dinge man wie kommentiert, finde ich - und vielleicht eben auch nicht nur die tollen Erlebnisse teilen, sondern auch die befremdlichen. Gerade auch wenn man merkt, dass man selber da einfach durch gewisse Privilegien gut durchkommt.

  • Maxi88 entweder du hast einen kindlichen Spaß an Veralgemeinerungen und Sterotypen oder nicht, aber was wird das hier? Zuerst erfahre ich von Dir, dass Du nicht so bist, und nur den Menschen siehst, immer bereit für Kommunikation bist. Und im nächsten Threat mal so richtig alles über einen Kamm zu scheren?

    Es ist dir wahrscheinlich nicht bewusst das Neukölln bis vor kurzem (mittlerweile längeren) direkt neben, eher in einem Flughafen gelegen war, und somit eines der ärmste Stadtfirtel Berlins war. Da ging keiner freiwillig hin. Komisch dass die nicht CSU gewählt haben.

  • Es lässt sich nicht leugnen, dass dort die AFD besonders erfolgreich ist. Und dann ist's auch egal, ob die Wähler waschechte Nazis sind oder nur unzufrieden mit der Gesamtsituation. Im Ergebnis ermächtigen sie eine Partei, die zum Teil jetzt schon Positionen vertritt, die nicht vereinbar mit der Verfassung sind. Das Wahlprogramm lässt auch nicht vermuten, dass die Situation der wirtschaftlich Abgehängten sich verbessern würde.

    Welche Position soll denn das sein?

    Ich kenne keine, aber vielleicht kannst Du ka mal eine nennen?

    Und um den Bogen zurück zum Wandern zu spannen, wurde hier ja zurecht angeprangert, dass Gastfreundschaft eben nicht selektiv sein kann. Und wenn die Gastfreundschaft alle Menschen ausschließt, die nicht dem "richtigen" Dasein entsprechen, habe ich auch keine Lust, mein Geld dort auszugeben. Selbst wenn ich persönlich vielleicht nicht negativ auffallen würde. Aus diesem Grund würde ich derzeit eben nicht in Ungarn, Italien oder Ostdeutschland wandern/Urlaub machen wollen. Mir ist klar, dass es dort auch andere Menschen gibt, die auch darunter leiden. Aber solange es eben Mehrheiten für menschenverachtende Politik gibt, ist es für mich kein Ort zum Wohlfühlen. Dafür gibt es noch zu viele andere Optionen, bei denen gar nicht erst in dieses Dilemma bzw diesen Kompromiss gezwungen werde.

    Das musst Du mir mal erklären, wer wird warum wo ausgeschlossen? SInd dann alle 179 anderen Länder auf dieser Welt auch alle Nazi - Länder, weil wir als Deutsche da auch nicht so einfach reingehen können um uns da nieder zu lassen?

    Einmal editiert, zuletzt von ChristianS (20. Dezember 2025 um 23:13) aus folgendem Grund: Verstöße gegen Nutzungsbedingungen entfernt.

  • ChristianS 20. Dezember 2025 um 18:42

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