(SE) Unterwegs auf dem südl. Kungsleden

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  • Hier gibt es viele schöne Reiseberichte aus allen Ecken Schwedens, jedoch nur wenige vom südlichen Kungsleden. Da ich diesen Weg letztes Jahr in Teilen gewandert bin, und immer noch gerne daran zurück denke, möchte ich gerne meinen Erfahrungen mit euch teilen. Einige Mitglieder aus dem Hängemattenforum werden ihn bereits kennen, aber das tut der Sache ja keinen Abbruch. Der Weg ist sehr schön, gut zu erreichen und bis zur Helags Fjällstation fast Menschenleer.

    Viel Spaß beim lesen


    Unterwegs auf dem südlichen Kungsleden


    Zeitraum: 07.08 – 23.08.2024

    Land: Schweden

    Region: Dalarnas und Jämtlands län

    Reisende: Bogus


    Route:

    Als „Südlicher Kungsleden“ („der Königspfad“) wird ein 357 Kilometer Fernwanderweg durch die nahezu unbesiedelten Skanden der schwedischen Provinzen Jämtland und Dalarna bezeichnet, der sich von Sälen unweit der norwegischenGrenze nordwärts bis nach Storlien erstreckt. In diesem Bericht geht es um den Abschnitt zwischen Grövelsjön und Storlien, gelaufen von Süd nach Nord.


    Prolog

    Das Jahr 2024 sollte ein ereignisreiches Jahr für mich werden. Ein relativ spontaner Wechsel des Arbeitgebers brachte einen unverhofften Segen an Freizeit mit sich. Was also tun mit so viel Zeit? Draußen sollte es sein, so viel war klar! Eine Wanderung wäre mal wieder schön. Ohne viel Buchen, einfach drauf los. Das heißt für mich auch automatisch mit Rucksack und Zelt oder Hängematte, um eine Unabhängigkeit von Zeit und Ort gewährleisten zu können. Kopf aus! Keine Termine und nicht dran denken, das der Check in nur bis dann und dann möglich ist und ich pünktlich hier und dort sein muss. Und da es auf einen Tag nicht drauf ankommt, ruhig etwas, was man sonst nicht macht bzw. wo sonst keine Zeit für ist.

    Fassen wir zusammen:

    Wild campen, ohne die Gedanken an legal oder illegal verschwenden zu müssen, auf einem langen Wanderweg in schöner Natur….da fällt mir als erstes Schweden ein.

    Ein Blick in meine GoogleMaps Datenbank soll Aufschluss geben. Diese besteht aus unzähligen fertigen Touren, die nur darauf warten auf das GPS zu gelangen, um endlich in die Tat umgesetzt zu werden. Der Bohusleden geistert mir schon länger im Kopf herum. Wasser gegen die Hitze des Sommers, Shelter zum übernachten und Bäume für die Hängematte….wäre alles vorhanden. Jedoch gab es Wälder und Wasser während unserer Kanutour am Bolmen zu genüge. Eigentlich finden 80% meiner Wanderungen in waldreichen Gebieten statt. Dieses Jahr soll ein Tapetenwechsel her.

    Warte mal, da war doch noch dieser Königsweg!? Nördlicher Teil? Südlicher Teil? Ganz? Halb? Alleine? Mit Hund? Fragen über Fragen.

    Die Anreise bis Kiruna mit dem Flieger scheidet aus Kostengründen aus. Zwei Tage Bahnfahren begeistert mich auch eher so semi. Etwas einfacher gelangt man anscheinend zum südlichen Kungsleden. Das Fjäll reizt mich schon lange, die Wegstrecke scheint machbar und ausgearbeitet habe ich den Weg vor einigen Jahren bereits schon. Es steht also fest…es geht zum südlichen Kungsleden.

    Da es im Fjäll keinerlei Schatten gibt, und wir seit Mai bei uns nur sengende Hitze haben, entscheide ich mich schweren Herzens gegen einen Hund als Begleitung. Dabei hatte sie ihre wichtigsten Sachen schon gepackt und war abfahrbereit. Das nächste mal wieder, Kleiner.

    *enttäuschte Hundegeräusche


    Ich liebe es mit den Hunden zu wandern, aber im Hochsommer kann es für die Fellnasen eine ganz schöne Belastung werden. Dann liegt es an uns, die romantische Vorstellung vom Wanderteam abzulegen und zum Wohl für das Tier zu entscheiden. Ginge es nach den Hunden würden sie ohne zu zögern bis ans Ende der Welt marschieren, auch auf drei Beinen wenn es sein muss. (Das es dort oben keinerlei hitzebedingte Probleme geben würde, wusste ich bis dato natürlich noch nicht). Die Entscheidung gegen den Hund ermöglicht wiederum das Flugzeug als Mittel zur Anreise, was uns zum Punkt Planung bringt.


    Planung

    Der Weg steht fest, das war noch das kleinste Problem. Zwei Sachen schwirren mir im Kopf herum.

    1. Es ist meine erste Wanderung vollkommen alleine

    2. Macht meine Bandscheibe das mit?

    Für 360km würde ich ganz grob erst mal 3 Wochen einplanen, inkl. An- und Abreise. So lange war ich noch nie alleine unterwegs, geschweige denn überhaupt alleine. Ist es eine gute Idee? Was ist, wenn ich mich nach ein paar Tagen selbst nicht mehr leiden kann? Vielleicht fange ich lieber etwas kleiner an? Eine gute Option wäre der Einstieg in Grövelsjön. Der Weg verkürzt sich auf etwas über 200km und der erste Abschnitt ohne Versorgungsmöglichkeiten (hohes Gewicht an Verpflegung) wäre außen vor, was uns wiederum zum Gedanken Punkt 1. bringt.

    Anfang 2022 hatte ich arge Probleme mit meiner LWS Bandscheibe und war ein gutes halbes Jahr ans Sofa gefesselt. Eine Reha, viel und regelmäßiges Training und eine gute Therapeutin haben alles wieder hingebogen. Einen schweren Rucksack für autarkes Wandern habe ich aber seit dem nicht mehr getragen. Und auch wenn der alte Kadaver zu 95% wieder rund läuft, ist der Gedanke daran immer noch ein Endgegner. Es kann aber auch nicht voran gehen wenn man immer an diesem Punkt hängen bleibt. Also bleibt nur eins, Versuch macht kluch.

    Klar war allerdings, dass das Gewicht runter muss! Trangia, 2P Zelt und Deuter Rucksack müssen weichen, Kleidung aufs nötigste reduzieren, Essen aus der Tüte und wenn wir schon dabei sind, versuchen wir es auch mal mit Trailrunnern anstatt Hanwag Bergstiefeln. Das sind viele Änderungen auf einmal. Allerdings habe ich diese Gedanken schon länger und wollte eh ein paar Tipps und Anregungen der vielen crazy UL Packlisten umsetzen. Alles in allem eine völlig neue Erfahrung. (Das Geld was hinterher in neue Ausrüstung geflossen ist, hätte ich auch locker für einen Flug bis Kiruna ausgeben können:)


    An und Abreise wurden wie immer mit resrobot.se geplant. Einfach ein gutes Tool! Zug, Flug, Bus und Bahn, Tag und Nachtreisen von Hamburg, Berlin oder Hannover…alles wurde durchgespielt, aufgeschrieben, für gut befunden und am nächsten Tag wieder verworfen.

    Am Ende werden es 14 reine Wandertage, geflogen wird nachmittags von Hannover aus nach Arlanda, dort eine Nacht im Hotel und am nächsten Morgen weiter mit dem Zug nach Mora und Bus nach Grövelsjön. Abreise per Flieger von Trondheim. Die Trailrichtung ist von Süd nach Nord vorgesehen. Das ermöglicht einerseits die schnelle Abreise über Trondheim mit dem Flieger, andererseits hat man den ganzen Tag die Sonne auf dem Rucksack, welche über das Solarpanel die Stromversorgung sicherstellen soll. Soweit der Plan.


    Nun endlich zur Reise


    0.0 Zu Hause – Stockholm Arlanda

    Mittwoch, 07.08.24

    Wetter: Sonnig, schwül heiß


    Ein Gewitter liegt in der Luft als es voller Vorfreude zum Flughafen HAJ nach Hannover geht. Die Temperaturen sind seit Wochen um die 30°. Das ist überhaupt nicht mein Wohlfühlwetter und schon gar nicht zum wandern. Ich hoffe das es „dort oben“ ein paar Grad kälter sein wird. Aber erst mal rein zum Check in. Den Rucksack habe ich zu Hause vorbildlich in einen großen blauen Müllbeutel verstaut, um Probleme mit den Gepäckbändern zu vermeiden. Die gute Frau am Schalter erklärte mir allerdings, dass Sperrgepäck, wozu auch Wanderrucksäcke gehören, grundsätzlich von Hand abgewickelt wird. Das heißt, dass der Rucksack in eine Transportwanne kommt und händisch an Auf und Abgabepunkt verladen wird. Es besteht also keinerlei Gefahr, dass sich die Gurte oder ähnliches in den Rollen verfangen können und deshalb muss der Rucksack auch nicht in Folie oder Tüten gehüllt werden. Wieder was gelernt.

    Der Check-in verläuft problemlos und so bleibt noch Zeit für ein überteuertes Weizenbier in der Wartehalle. Mit 30min Verspätung hebt um 19:15h der Flieger endlich ab. Dank musikalischer Untermalung aus den Earbuds vergeht die Zeit wie im Flug und gg 21h befinden wir uns plötzlich im Landeanflug über Stockholm.

    *Schärengarten von Stockholm


    Am Gepäckband warte ich gute 20min auf meinen als Müllsack getarnten Rucksack, welchen ich unter einem Lächeln der Mitreisenden in Empfang nehme und etwas abseits der wartenden Fluggäste auspacke. Weiter geht es auf einen kleinen Snack hoch zum Mc Donalds in der Skycity. Ich kann den Fraß eigentlich nichts mehr abgewinnen, aber mangels Alternativen ist es besser als hungrig ins Bett. Im Anschluß wird noch der richtige Bahnsteig für den nächsten Tag ausgekundschaftet, so das ich in aller Ruhe ausschlafen kann, und mich morgens nicht schon mit Örtlichkeiten und Wegesuche beschäftigen muss.

    Mein Hotel für die Nacht (Comfort Hotel Arlanda) ist aus dem Haupteingang raus und ein mal über die Straße. Fertig! Im Hotel kann ich die Nacht vernünftig schlafen und nach dem Frühstück frisch gestärkt die weitere Reise antreten, ohne mir die halbe Nacht um die Ohren zu schlagen. Der Tag wird noch lang genug werden und man ist ja auch keine 20 mehr. Rein gehts mit Self-Check-in, Zimmer beziehen, Sachen aus dem Rucksack-Flugmodus sortieren, kurz ankommen und ab ins Bett. Ich schlafe sofort ein. Vom Fluglärm hört man im Zimmer rein gar nichts.


    0.1 Arlanda – STF Grövelsjön

    Donnerstag, 08.08.24

    Wetter: Regen


    Der Wecker klingelt um 06:20h. Aber darauf bin ich vorbereitet. Seit 06:00h liege ich bereits wach. Vorfreude ist doch die schönste Freude. Erstmal unter die Dusche. Danach geht es runter zum Frühstück, welches zwar übersichtlich ist aber dennoch lecker schmeckt. Einzig mein großes Glas Orangensaft stellt sich nach dem ersten Schluck als Orange/Ingwer Shot heraus, welcher mir schlagartig alle Muskeln im Gesicht zusammen zieht. Dafür wohl auch die Schnapsgläser neben dem Saftspender:)

    Im Anschluss geht es wieder Hoch aufs Zimmer, Rucksack packen, kurz sortieren und ab zum Airport.

    *Reiseoutfit


    Haupteingang rein, Rolltreppe hoch zur Skycity und auf der anderen Seite hinunter zur Centralstation. Alles klappt hervorragend. Wie aus Schweden gewohnt, kommt der Zug sehr pünktlich und die nächsten 3 1/2h Stunden geht es nun Richtung Mora Central. Nach einer Weile werden die Fahrkarten kontrolliert und der Schaffner weist mich darauf hin, dass ich erste Klasse sitzen könnte und so oft ich möchte Kaffee aus dem Speisewagen holen kann. Das lasse ich mir nicht 2x sagen und so verbringe ich den Rest der Zeit im ältesten intakten Zugabteil der Welt. Der ganze Wagen innen inkl. den Tischen aus dunklen Holz, die Sitze dick aufgepolstert, ähnlich eines alten Kinosessels, dennoch funktionell und bequem.

    *Nostalgie pur


    Mora Station macht an sich nicht viel her. Erinnert eher an einen Provinzbahnhof, als an den Prunk einer weltberühmten Messerstadt.

    *Der Bahnhof von Mora enttäuscht etwas


    Eine Pfadfindergruppe belegt alle Sitzmöglichkeiten und Schließfächer gibt es im Bahnhofsgebäude leider auch keine. Der Weg in die Stadt ist allerdings obligatorisch, da ich im örtlichen Outdoorladen Nära Fjället Gaskartuschen kaufen muss. Nach den ersten Schritten Richtung Innenstadt beginnt es wie vorhergesagt zu Regnen. Also Regencover überziehen und auf gehts.

    Die City ist in ca. 15min zu Fuß gut zu Erreichen. Der Laden hat alles wichtige im Sortiment und Gaskartuschen in jeder Größe sind zu bekommen. Natürlich darf auch ein Besuch gegenüber im Mora Conzept Store nicht fehlen. Die Fußgängerzone rauf im ICA gibt es Küchlein und Quarkgebäck für eine kleine Fika und da der Regen minütlich stärker wird, setze ich mich hinterher noch auf ein Bierchen ins Waynes Coffee. Kurzerhand komme ich mit einer Frau ins Gespräch, die mir begeistert vom großen Radrennen am kommenden Wochenende erzählt. Geradelt wird von Sälen nach Mara und es ist ihre erste Teilnahme an solch einer Veranstaltung. Allerdings drängt die Zeit und sie muss rüber zur Anmeldung. Nun machen auch die Straßensperrungen und Eventzelte Sinn, welche mir auf dem Weg hierher schon ins Auge gefallen sind. Leider werde ich dann nicht mehr hier sein.

    Die Wetterapp sagt für den restlichen Nachmittag keine Besserung voraus. Weiter nördlich, ab Idre, soll hingegen die Sonne scheinen. Meine Weiterfahrt ist eigentlich für 16:22h gebucht, aber was soll ich noch 3h hier rum sitzen?

    *puhh, das fängt ja gut an


    Ich beschließe zum Bhf. zu gehen und den Busfahrer zu fragen, ob ich mit meinem Ticket auch einen Bus eher nehmen kann. So kann ich die Zeit bis zum Anschlussbus wenigstens in Idre in der Sonne verbringen. Der Busfahrer ist sehr nett und nimmt mich bereits um 14:45h anstandslos mit. Als ich im Bus meine Sachen sortiere bemerke ich, das mein Raincover von innen Nass ist. Das fängt ja gut an. Nun bin ich gerade aus der Stadt raus und meine letzte Option Sachen zu besorgen ist dahin. Unterwegs checke ich im Handy meine Möglichkeiten und tatsächlich gibt es an der Haltestation Idre Konsum einen kleinen Outdoorladen.

    Aussteigen muss ich dort sowieso. Zum einen um den Anschlussbus zu bekommen und zum anderen wollte ich mich mit Abendbrot eindecken, welches ich im Bus verzehren kann, um das bei Ankunft in Grövelsjön schon erledigt zu haben. Der Laden ist wirklich sehr klein und Kerngeschäft scheinen Angelzubehör und Fangkarten zu sein. Aber es gibt auch Kleidung und etwas Outdoorequipment. Und tatsächlich kann ich hier im Nirgendwo ein neues Silikon Raincover für meinen Rucksack bekommen. Der Tag ist gerettet.

    Noch schnell zwei Baguette und etwas Salami aus dem ICA besorgen und weiter gehts die nächsten und auch letzten 1 1/2h mit dem Bus über das Idrefjäll nach Grövelsjön. Um kurz nach 20:00h steige ich nach 2 Tagen Anreise endlich an der STF Grövelsjön aus dem Bus.

  • 0.2 STF Grövelsjön – Övre Fosksjön (6 km) 222m rauf - 125m runter

    Donnerstag, 08.08.24

    Wetter: blauer Himmel und Sonne, kalt


    Die Wolken haben sich tatsächlich während der Fahrt verzogen und der Trail empfängt mich mit einem wunderbaren Regenbogen.

    Da ich den ganzen Tag auf meinem Hintern gesessen habe und voller Vorfreude auf den Weg bin, beschließe ich umgehend aufzubrechen. Ein kurzer Check der Infotafel, Track auf der Uhr starten, Karte in die Hosentasche und los. Ich hatte schon im Vorfeld für mich festgelegt, dass ich nicht stur dem Hauptweg folgen wollte, sondern eher meinem Bauchgefühl und den Gegebenheiten vor Ort. Schön sollte es werden und keine strikte Abarbeitung von Kilometern.

    So geht es gleich zu Beginn nicht auf den ausgeschrieben Hauptweg, sondern bergauf entlang des Winterweges Richtung Osten. Dieser wird gekennzeichnet durch rote Holzkreuze auf zwei Meter hohen Holzpfählen, ähnlich dem Andreaskreuz. Unter dem rhythmischen platschen der Holzplanken, welche bei jedem Schritt in das moorige Sumpfland drücken, steige ich auf. Wo keine Planken liegen, schwimmt der Moosboden teilweise auf dem Wasser, so dass man wie auf einer großen Blase aus Moos geht. Ein ulkiges Gefühl.

    Durch all die Ablenkung rings herum bin ich einen Schritt lang unvorsichtig, und schon ist es passiert. Der Fuß steckt tief im Sumpf. Gut, dass der Schuh gerade neu ist und das Goretex noch einwandfrei seinen Dienst verrichtet. Alles ist trocken geblieben. Aber so schnell kann es gehen, da muss ich in Zukunft besser acht geben. Um so höher ich komme, um so besser wird die Sicht. Auch, da die Bäume und allg. die Vegetation, mit jedem Meter an Höhe weniger werden. Ich sauge diese Stimmung, die Natur förmlich auf. Diesen Anblick, welchen es so nur hier oben im Fjäll zu geben scheint, untermalt von der untergehenden Sonne. Kilometer weit kann man sehen, bis zu den letzten Bergen am Horizont. Einfach schön.

    *Das erste mal im Fjäll. Der Anblick hat einen um.


    Schon bald stehe ich auf einem breit ausgetretenen Wanderweg, mitten im scheinbar kahlen Fjäll. Unterwegs treffe ich ein Pärchen welches die STF Station als Ziel hat. Da ich mir im Vorfeld einen möglichen Zeltplatz an einem See ausgekundschaftet hatte, frage ich sie, ob sie unterwegs andere Zelte oder Leute gesehen haben? Ihre Antwort zauberte mir sofort ein breites Grinsen ins Gesicht: „There is absolutely Nobody“. Damit kann man doch arbeiten. Nun muss der Spot nur noch halten, was die Aufnahme bei GE verspricht.

    *Am Ende des See`s (rechte Seite) hatte ich mir den Platz im Vorfeld ausgesucht


    Nach ca. 5,5 km erreiche ich den See Övre Fosksjön, an dessen Südufer sich tatsächlich ein kleiner, ca. 1m breiter Strand aus Kies inkl. einiger Zeltplätze befindet. Das ganze Areal liegt dazu noch im Windschatten des Fosksjönkläpparna, welcher etwas Schutz vor dem strengen, kalten Südwest Wind bietet. Heute habe ich alles richtig gemacht. In der Dämmerung baue ich mein Zelt auf und richte mich für die erste Nacht häuslich ein. Nach einer kleinen Katzenwäsche im kalten See genieße ich noch einen Augenblick die vollkommene Stille um mich herum, sowie den sagenhaften Sonnenuntergang. Bald treibt mich die Kälte in den Schlafsack. Wenigstens keine 30° mehr;)

    *ohne Worte

    3 Mal editiert, zuletzt von bogus (19. Dezember 2025 um 11:48)

  • ChristianS 16. Dezember 2025 um 14:02

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • 1. Övre Fosksjön – Storrödtjärnstugan (20,5 km) 509m rauf - 494m runter

    Freitag, 09.08.24

    Wetter: Bedeckt mit einsetzenden Regen, kalt, windig



    Am Abend liege ich noch lange wach. Die vielen neuen Eindrücke und die späte Wanderung lassen mich vorerst nicht einschlafen.

    Später in der Nacht wache ich auf und bemerke wie klirrend kalt es ist. Mein 300er Cumulus LiteLine mit Comf. +4° ist definitiv am Ende. Dazu kommt eine Luftfeuchte von gefühlten 100%. Es ist wie zelten mitten in einer Wolke. Das Fußende des Schlafsacks fühlt sich auf der Außenhaut feucht an. Bei einer Kontrolle mit der Kopflampe stelle ich aber fest, das ich von der Zeltwand locker noch gute 15cm entfernt bin. Daher kann es also nicht kommen. Zusätzlich zu meinem Longsleeve und dem Pullover ziehe ich mir den Atom Hoody an und die Kapuze fest über den Kopf. Über das Fußende kommt vorsichtshalber die geschlossene Regenjacke, nicht das es doch noch anstreift.

    Ab 05:00h bin ich erneut wach. Bei meinem Toilettengang entschädigt die aufgehende Sonne allerdings die nächtlichen Unstimmigkeiten.


    Da die Wetterapp ab 11:00h durchgehenden Regen vorher sagt, beschließe ich noch kurz zu chillen und dann den Tag frühzeitig zu beginnen. Es gibt das erste Frühstück, bestehend aus Oatsome Smoothie mit Hafermüsli und einer Tasse Kaffee. Nach dem Zeltabbau bin ich um 07:30h wieder auf dem Trail.

    Der Himmel ist anfangs freundlich, bezieht sich aber mit der Zeit. Der Wind treibt weiterhin kalt und ungemütlich von hinten an. Nach ca. 3 1/2km auf breiten Pfaden geht es rechts ab Richtung Töfsingdalens NP. Im Internet ist wenig darüber bekannt bzw. geschrieben und es wird von einer weglosen Gegend mit hunderte Jahren alten Bäumen und haushohen Felsbrocken berichtet. Ein kleiner felsiger Abstieg führt hinunter zu den Schutzhütten am Särsjön See.

    Die zwei Shelter liegen recht nah bei einander und sind gut ausgestattet mit viel gerader Fläche und Platz für Zelte. Andere Wanderer treffe ich hier allerdings nicht an. Etwas weiter unten am See befinden sich auch noch ein paar „Ferienhäuser“, die meist von Anglern über eine Institution der Kommune (Name leider entfallen) gemietet werden können.

    Für mich geht es allerdings weiter auf kleinen, von Kiefernnadeln bedeckten Singletrails Richtung Hävlingestugorna. Kurz vor den Hütten kommen mir drei junge Männer mit dicken Rucksäcken entgegen. An jedem Rucksack steckt eine Fliegenrute senkrecht dem Himmel empor. Es bleibt aber bei einer freundlichen Begrüßung und jeder geht weiter seinen Weg.

    An der Hävlingestugorna unterhalte ich mich eine ganze Weile mit dem Hüttenwirt über Gott und die Welt. Ein sehr netter Mann der sich auch gerne Zeit nimmt wenn keine Übernachtung dabei heraus springt. Er bestätigt mir, das dass Wetter heute noch umschlagen wird und den Rest des Tages Regen angesagt ist. Spätestens ab mittags. Es ist allerdings erst 10Uhr…eindeutig zu früh um den Tag zu beenden. Die nächste Möglichkeit zur Einkehr wäre die Storrödtjärnstugan, gute 10km entfernt. Da die Hüttenwirte untereinander scheinbar alle ein gutes Verhältnis pflegen, nimmt er kurzer Hand sein Handy und ruft „oben“ an. Es sind noch einige Betten frei und ich kann gerne vorbei kommen, so die Rückmeldung.

    Das ist doch mal ein Wort. Und in Anbetracht der Wetterlage, welche aus 15h Stunden Dauerregen besteht, eine willkommene Option. Wir verabschieden uns und ich mache mich auf den Weg. An der kleinen Holzbrücke über den Särsjön passiere ich ein Schild zum Töfsingdalens NP. Wenn das der Eingang sein sollte ist der NP wirklich weglos und äußerst steinig.




    Allgemein verändert sich der Weg während des Aufstiegs zum Olåsen erheblich. Waren die Wege bis hierhin teils sehr breit und gut begehbar, sind sie nun deutlich schmaler und übersät mit Steinen. Diese sind zwischen Handball und Medizinball Groß, gesäumt von dicken Felsbrocken rechts und links. Alles eingebettet in einen Wald aus Moorbirken, welche gerade die ersten Anzeichen einer goldenen Herbstfärbung zeigen. In vier Wochen wird es hier sicher magisch aussehen.


    Zu allem Überfluss kommen die ersten Regentropfen hinzu. Als ein Großteil des Anstiegs vorbei ist, ziehe ich meine Regensachen über. Sicher ist sicher.

    Ab einer gewissen Höhe lichten sich die Birken wieder und ehe man sich versieht steht man auf freier Pläne mit weiter Sicht. Ganz da oben am Horizont befindet sich die Slagusjön Raststuga. Die Hütte ist auch bitter nötig, da meine Hände vor lauter Kälte und Nässe langsam das kribbeln anfangen.


    Oben angekommen sehe ich das die Tür schon offen steht. Drinnen sitzen drei junge Schweden und ihr Vierbeiniger Begleiter Falcon. Noch bevor ich fragen kann ob ich eintreten darf, wird mir heißes Wasser und Suppe angeboten. Mega!

    Wir kommen ins Gespräch und sie erzählen mir von ihrer Tour. Von Grövelsjön zu Fuß zum Hävlingen, von da an mit dem Kanu zum Rogen und nun zu Fuß zurück zum Auto. Das Gebiet zwischen Grövelsjön und Rogen scheint für Wochenendausflüge sehr attraktiv zu sein.

    Über den Rogen sprechen sie allerdings nicht so begeistert. „Stones, Stones and much more Stones“ und „such a Random Forest“ bekomme ich öfters zu hören. Aber Gut, die sind als Einheimische auch schwer Verwöhnt. Ich habe zu Hause nur den Stumpenharz und freue mich hier über quasi alles :)

    Nach einer guten halben Stunde breche ich wieder auf, um die letzten Kilometer auf dem nassen und wolkenverhangenen Weg hinter mich zu bringen. Die Tatsache, das der Regen mittlerweile die mintfarbenen Moosflechten auf den Steinen in einen rutschigen Schlick verwandelt hat, macht das vorankommen nicht einfacher. Auch sind die Markierungen teilweise verblasst oder nicht mehr sichtbar.


    Um so erleichterter bin ich, als im Nebel endlich die Umrisse der Hütte zu erkennen sind.


    Die Hüttenwirtin hat auf Grund des Telefonats schon auf mich gewartet. Sie bittet mich herein ins warme. In der „Küche“ steht eine Kellerhexe schwedischer Bauart, welche eine mollige Wärme im ganzen Haus verteilt. Während sie dem Ofen weiter einheizt, erklärt sie mir die Abläufe in den STF Hütten. Alles hat eine klare Struktur. Frische Eimer mit Wasser aus dem See, dreckige Eimer mit Abwaschwasser für die Latrine. Baden hier, Trinken dort. Einfach aber effektiv.

    Nach einer kleinen Überschlagsrechnung trete ich vor dem bezahlen der Übernachtung kurzerhand in den STF ein. Das geht problemlos mit Adresse und Unterschrift. Mit dem Wissen, dass mein Schlafsack bei schlechteren Wetter wirklich nicht mehr erholsam schlafen lässt, rentiert sich die Mitgliedschaft bereits bei/ab der dritten Buchung. So kostet eine Übernachtung als Mitglied 400SEK anstatt 550SEK. Weitere Vergünstigungen inbegriffen.

    Die Hütte füllt sich langsam über den Tag, aber alles bleibt im Rahmen. Ich gehe noch bei eisigen Wind und Regen vor dem Haus baden, schreibe mein Tagebuch und bereite eine ordentliche Doppelportion Travellunch zu. Am Abend studiere ich die Karte für den weiteren Weg.

    Erschöpft und glücklich über das warme Bett, lausche ich den prasselnden Regentropfen am Fenster und schlafe bald ein. Morgen früh soll die Sonne lachen.

    Einmal editiert, zuletzt von bogus (19. Dezember 2025 um 11:47)

  • 2. Storrödtjärnstugan – STF Rogenstugan (17 km) 494m rauf - 604m runter

    Samstag, 10.08.24

    Wetter: heiter bis sonnig, windig

    Um 06:00h morgens wurde der erste Rucksack gepackt. Das Rascheln der Tüten holt mich aus dem Schlaf. Ein älterer Mann, welcher einst von Deutschland nach Norwegen gezogen ist, will aufbrechen. Am gestrigen Tag hatte er schon 600km in den Beinen und wollte noch weiter bis Sälen. Bewundernswert.

    Eine halbe Stunde später schiebe ich vorsichtig den schweren Stoffvorhang bei Seite und sehe, das die Vorhersage recht behalten hat. Die Sonne schien aus allen Knopflöchern. Ich nehme alles, was ich zur Morgenhygiene und zum Frühstück benötige, mit aus dem Haus und genieße draußen mit einer Tasse Kaffe das hier und jetzt.

    Alles ist ruhig, keine Menschenseele, die Sonne zaubert ein tolles Licht, man hat nichts von all dem Luxus zu Hause greifbar, nicht mal Strom, und trotzdem verspürt man eine ungewohnte Dankbarkeit. Dankbar, all das hier erleben zu dürfen. Es ist ja niemandem vorenthalten, aber die wenigsten kommen auf die Idee, es einfach mal zu machen.

    *Fältjägarnstuga

    Anscheinend habe ich eine ganze Weile im „hier und jetzt“ verbracht, denn unbemerkt steht plötzlich die Hüttenwirtin mit ihrem Dackel neben mir, und erkundigt sich, ob ich gut geschlafen habe und ob alles in Ordnung sei. Ich scherzte, das nur eine Hand voll Moltebeeren den Tag noch besser machen könnten.

    „ there is a secret Spot behind the House with lots of berries“ entgegnet sie mir. Sie müsse nur kurz mit dem Hund eine Runde gehen, dann würde sie es mir zeigen.


    Ich war baff. Moltebeeren kannte ich sonst nur von Fotos oder Erzählungen. Und die Frau hielt Wort. Kurze Zeit später hatte ich mein Töpfchen ausreichend gefüllt und war bereit für das beste Frühstück seit langem.


    Es folgt die tägliche „morning routine“ mit Sachen packen, Wanderkleidung anziehen, dies das, etc. Um 09:30h geht es auf Richtung Rogen NP.

    Meine frisch geschnürten Schuhe muss ich bereits 200m hinter der Hütte wieder ausziehen. Die Holzbohlen sind derart überschwemmt, das trotz Goretex trockenen Fußes nichts machbar ist. Dieses Spielchen setzt sich mehrmals fort. So gehe ich vorerst die nächsten Meter einfach Barfuß weiter.

    *weiter Richtung Rogen NP


    Nach dem Sumpfgebiet geht es auf gewundenen schmalen Pfaden Bergab zur Grenze des Rogen NP und im weiteren Verlauf des Weges wechseln die Passagen zwischen vielen Metern Holzplanken über Grasland und Sumpf sowie steinigen Abschnitten auf kleinen Wegen.

    *Hier beginnt der Riese aus Fels und Stein




    An der Brücke vor dem Vindskydd am Südende des Rogensee`s fülle ich noch mal meinen Wasservorrat auf, bevor ein langer und steiler Anstieg zum „Gipfel“ des Tandsjövålen (993m) auf mich wartet.

    *südlichser Zipfel des Rogensee`s


    Ab hier werden die Wege tatsächlich sehr abenteuerlich. Trittsicherheit und Gleichgewichtssinn sind eine Grundvoraussetzung, um hier weiter zu kommen.

    Ich muss kurz lachen, als ich daran denke, wie ich bei den ODS gefragt habe, ob der Weg mit dem Wanderwagen machbar sei. Völlig absurd ;).

    Auf halber Höhe gelangt man auf eine Art Hochplateau, teils mit flachen, heideähnlichen Sandflächen, die sogar einen Zeltplatz ermöglichen würden. Kurz vor den letzten Höhenmetern mache ich eine ausgedehnte Mittagsrast im strahlenden Sonnenschein, mit Cappuccino, Powerbar und warmen Porridge

    *Stromversorgung läuft einwandfrei


    Frisch gestärkt geht es an die letzten Höhenmeter. Allgemein ist es nicht sonderlich steil, aber der langgezogene, stetig ansteigende Weg, teils über esstischgroße Steine laugt auf Dauer aus.

    *Blick zurück


    Kurz vorm Gipfel zeigen sich die ersten Rentiere. Ruhig grasend stehen sie überall verteilt am Hang. Ein toller Anblick, auf den ich mich schon lange gefreut hatte. Sie haben jedoch immer ein Ohr und ein Auge auf den störenden Wanderer gerichtet, um im Zweifelsfall schnell das Feld räumen zu können.

    Oben angekommen hat man einen phantastischen Blick über einen Großteil des Rogens. In der Ferne sieht man, wie teils kräftige Schauer niederregnen.

    Oft habe ich gelesen, dass die Leute hier enttäuscht im Regen oder dichten Nebel standen. Das Problem habe ich nicht. Allerdings macht der Wind einem längeren Aufenthalt einen Strich durch die Rechnung. Ohne meine dünne Kapuze, welche ich stets als Nackenschutz unter dem Hut trage, wären die letzten Tage schon äußerst ungemütlich geworden.

    *Blick über den Rogensee


    Nach einer kleinen Fotosession und einem Videocall, um meine Begeisterung teilen zu können, geht es auf der anderen Seite des Berges wieder hinab. Auf einsamen Singletrails beginnen schon bald die Bäume wieder die Oberhand zu gewinnen.

    *Moosetraps ?(


    Unten im Wald verweisen Infotafeln auf die Geschichte dieser Gegend. Einst wurden hier Elchgruben (Moosetraps) ausgehoben, um den majestätischen Tieren zu Leibe zu rücken. Grauenhaft, wenn ihr mich fragt. Aber so war es nun vor langer Zeit gang und gäbe.

    Im weiteren Verlauf des Weges quere ich eine größere Holzbrücke über den Stor-Tandsjön und eine Wohnsiedlung mit Ferien-, bzw. Sommerhäusern. Mich zieht es jedoch geradewegs zur Rogenstugan.

    Dort angekommen treffe ich auf den noch recht jungen Hüttenwirt. Schnell kommen wir ins Gespräch, da ihm als erstes meine leichten Trailrunner auffallen und er interessiert nachfragt. So etwas sieht man hier unter Einheimischen eher selten.

    Im weiteren Verlauf des Gesprächs ergibt sich die Möglichkeit, kleinere Annehmlichkeiten wie die Sauna, auch ohne Hüttenaufenthalt nutzen zu können. Dafür wird dann zwar eine Servicegebühr fällig, die aber dank Mitgliedschaft auch wieder günstiger ausfällt als normal.

    Das kommt mir sehr entgegen, da ich eigentlich eine Nacht im Zelt für heute fest eingeplant hatte. Der Wind weht zwar teils stürmisch aus West, aber wenn sich ein Plätzchen finden lässt, wo es nicht so drückt, geht es an!

    Nach einem kleinen Einkauf im Stuganshop geht es mit einer Dose Bier, einer Tafel Schokolade, Knäckebrot und Salami für das Abendbrot auf Entdeckungstour.

    *erstmal um das wichtigste kümmern


    In zweiter Reihe auf dem Hauseigenen „Zeltplatz“ werde ich unter einer alten, angekippten Kiefer fündig. Der Platz passt perfekt für mein Zelt. Zwar ist der Boden etwas sumpfig, aber das Groundsheet regelt den Rest.

    *traumhafter Campspot


    *Die Uhr lädt ohne Probleme direkt am Panel


    Um 18:00h ist die Sauna fertig angeheizt. Eigentlich erst die Damen, dann die Herren, und im Anschluss gemischt. Da sich die Nachfrage unter den Damen aber in Grenzen hält, kann jeder sofort hinein. Direkt am Seeufer gelegen, mit Holzofen befeuert, ist das etwas, was ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen möchte.

    *links zwischen den Bäumen die Saunahütte


    Zusammen mit einem Österreicher, welcher hier auf Grund des Windes seit Tagen fest sitzt, verbringe ich den Abend in der Sauna. Zum abkühlen geht es in das kalte Wasser des kristallklaren Sees. Bei mannshohen Wellen ist das am heutigen Tag noch die Kirsche auf der Sahnetorte.

    Nach intensiven Austausch über unsere Touren und Abenteuer, zur Abwechslung mal wieder auf deutsch, geht es noch kurz für den Sonnenuntergang an den See und danach erschöpft aber glücklich ins Bett. Was für ein toller Tag!

    Einmal editiert, zuletzt von bogus (19. Dezember 2025 um 11:49)

  • 3. STF Rogenstugan – Rödviken Vindskydd (8,5 km) 178m rauf - 202m runter

    Sonntag, 11.08.24

    Wetter: heiter bis sonnig, kalt

    Am nächsten Morgen werde ich um 07:00h vom Regen geweckt. So war das aber nicht abgemacht! Da die nächsten Etappen mit den Kilometern etwas unpassend liegen, und ich dadurch heute eh nur 9km gehen will, habe ich keinerlei Zeitdruck und bleibe einfach liegen. Nach einer Stunde prasseln die Tropfen immer noch auf die Außenhaut des Zeltes, also beschließe ich mein Frühstück in den Apsiden zuzubereiten. Schließlich wird das Zelt mit eben diesen großen Apsiden beworben, dann soll es mal zeigen was es kann.

    Mit dem Müslibecher in der Hand studiere ich mal wieder die Karte. Ehrlicherweise kann man bei genauerer Betrachtung der Karte mehr wissenswertes entdecken, als im TV-Programm zu Hause. Vielleicht behalte ich dieses Ritual einfach daheim bei.

    Die Tropfen werden weniger, also mache mich langsam fertig für den Tag. Leider muss ich dabei feststelle, dass ich irgendwo meine Zahnbürste verlegt habe. Ich trockne noch schnell das Zelt mit meinem Handtuch und mache mich im Anschluss auf zur Rogenstuga, in der Hoffnung, eine neue Zahnbürste im Shop zu finden.

    Gerade als ich eintreffe, tritt der Hüttenwirt aus der Tür. Er und seine Frau wollen eine Wanderung unternehmen, um irgendetwas zu besorgen. Perfektes Timing. Tatsächlich werde ich fündig und kehre mit einer neuen Bambuszahnbürste, Blå Band Tütennahrung und Kex Waffelgebäck zum Zeltplatz zurück.

    Der Wind hat in der Zwischenzeit ganze Arbeit geleistet und das Außenzelt ist fast getrocknet. Ich packe alles ein und bin gg 10:00h reisefertig.

    Es geht über kleine Wanderpfade, die sich immer wieder mit langen Metern an Holzplanken abwechseln. Vorbei an viel Moor und Grasflächen, Rentieren und Bachläufen. Ich denke an die drei Männer in der Schutzhütte, als sie den Rogen mit „random Forest“ beschrieben habe. Das trifft hier ganz gut zu. Spektakulär ist es nicht.

    Von den vielen kleinen Seen nördlich des Weges bekommt man leider nichts zu Gesicht, was sehr schade ist. Auch der Rogen schimmert nur ab und zu in der Ferne. Auf dem letzten Abschnitt vor dem Shelter nehmen die Steine wieder zu und der Wald wird dichter.

    Plötzlich taucht ein kleines Schild auf…links ab zum Vindskydd. Es geht ca. 50m einen Hang hinunter und auf halben Wege glitzert schon die Sonne auf der Wasseroberfläche durch die Baumreihen hindurch. Der Platz ist wunderbar gelegen und durch die vorgelagerte Halbinsel vor Wind geschützt. Noch dazu ist niemand anzutreffen, herrlich. Einzig das Platzangebot für Zelte ist äußerst beschränkt. Die Feuerstelle ist mittig vor dem Shelter gelegen und je nach Windrichtung entweder ein Feuer, oder das Aufbauen der Zelte nicht möglich.

    Da ich ganz alleine bin, beschließe ich das Zelt eingepackt zu lassen und dafür ein schönes Lagerfeuer zu machen. Einen Schlafplatz richte ich mir innerhalb der Hütte aus den Bänken her, die dafür aber noch in der Höhe angepasst werden müssen. Eine kleine Fummelei, aber Zeit habe ich ja heut genug.

    Das Bett ist gemacht. Als nächstes steht Feuerholz auf dem Plan. An der Kreuzung oben auf dem Weg ging es auch zur anderen Seite weiter, dazu alte Kiefern weit und breit, die wiederum hervorragendes Brennholz versprechen. Also machte ich mich auf den Weg.

    Nach ca. 300m komme ich zu den vorhin erwähnten kleineren Seen, nördlich des Trails. Einige Fischerhäuschen und Boote liegen am Ufer, in der Ferne Rentiere beim grasen, eingebettet in einer friedlichen Ruhe, welche nur durch das Rauschen des Windes unterbrochen wird. Ratz fatz habe ich zwei Arme voll Holz zusammen und mache mich wieder auf den Heimweg.

    Wieder am Shelter angekommen, bilde ich mir ein, plötzlich eine Rentierglocke zu hören, wie man sie von den Kühen im Allgäu kennt. Diese Glocke stellt sich allerdings als Alutasse heraus, welche außen an einem Rucksack baumelt. Vier Kanuten aus Deutschland sind auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz. Nach einigen Überlegungen und einer ausgedehnten Kaffeepause beschließen die vier hier zu bleiben, und kurze Zeit später steht der ganze Platz voll mit vier Einpersonenzelten. Kreuz und quer, krumm und schief. Ihr erinnert euch, ich hatte schon Bedenken bei einem ;)

    Seis drum, das Feuer hatte sich für den Abend erledigt und ich beschließe für mich, die öffentlichen Plätze in Zukunft so gut es geht ganz zu meiden.

    Mit einem Podcast auf den Ohren sinke ich schon bald in den Schlaf.

    Einmal editiert, zuletzt von bogus (19. Dezember 2025 um 11:50)

  • 4. Rödviken Vindskydd – Gaalovenjohke (18,3 km) 502m rauf - 412m runter

    Montag, 12.08.24

    Wetter: Heiter, kalt, windig

    Da der gestrige Tag mit 9km recht kurz und ich am Abend früh im Bett war, ist meine Bodybattery fast auf auf 100%. Ein gutes Zeichen für die heutige Etappe.

    Die Nacht war wärmer als erwartet und durch den offenen Windschutz gab es keine Probleme mit Kondens oder ähnlichen. Da nichts abzubauen, ist läuft die morning routine heute besonders schnell ab. Waschen, Kaffee trinken, Müsli essen, Sachen in den Rucksack und los.

    Ich verabschiede mich von den Jungs, die teilweise noch im Schlafsack liegen, und bin um 08:30h unterwegs.

    Der Himmel ist grau in grau, der Wind bläst unverändert von schräg hinten in den Nacken und so bleibt auch meine Kapuze am heutigen Tag wieder unentbehrlich. Gut, dass mein neuer Hut Kinnriemen hat, so sitzt er zuverlässig auf meinem Haupt.

    *eisiger Wind, wie jeden Tag


    Wie auch die letzten drei Tage geht es auf steinigen Singletrails weiter Richtung Norden. Vorläufiges Ziel heute, der Fluss Gaalovenjohke in gut 20km Entfernung.

    Gleich zu Beginn geht es etwas Bergan, herum um den Bustvålen zur Kreuzung Revahütten. Zwischendurch zeigt sich immer wieder der Rogen durch die Bäume. Im Hintergrund hängen dicke graue Wolken, die auch den ein oder anderen Regenschauer im Gepäck haben.

    Von der Kreuzung ist es nur ca. 1km bis zur Norwegischen Grenze. Ich biege hier allerdings rechts ab Richtung Skedbrostugan.

    *Im Hintergrund der Rogen, an dessen Ufer gelangt man allerdings nur selten


    Plötzlich ändert sich der Trail. Die Steine werden größer, die Landschaft wird rauer, öffnet sich und ich kann von oben in das Tal vor dem Skedrbofjället sehen. Es verschlägt mir die Sprache.

    *Blick ins Skedbrofjäll

    Es scheinen immer mehr blaue Lücken durch die Wolkendecke, welche die Spitze des gegenüberliegenden Berges fest umschlossen hält. Dazu die saftig grünen Kiefern…das Bild ist perfekt.

    Etwas weiter wird mein Weg von einer Gruppe Rentieren versperrt. Auch sie scheinen die Holzplanken zu nutzen, um leichter im sumpfigen Gelände voran zu kommen.

    Wir konnten uns allerdings ohne Probleme einigen und ich durfte passieren. Der weitere Weg wird immer beeindruckender. Die Kulisse wechselt irgendwo zwischen Herr der Ringe und Winnetou. Kleine Berge ganz aus Stein, über die es auf und ab geht, vorbei an Jahrhunderte alten Baumskulpturen. Bislang ist es eindeutig der schönste Abschnitt des gesamten Weges.


    *Da liegen ein paar Jahrhunderte auf der Seite

    Ich bin froh, als ich in der Ferne die wehende weiße Fahne der Skedbrostugan ausfindig machen kann. Trotz ständiger Bewegung bin ich durchgefroren, die Hände schmerzen vor Kälte. Ein paar Handschuhe wären toll, und das mitten im August.


    *Sekdbrostugan


    Nach kurzer Absprache mit dem Hüttenwirt darf ich eintreten. Auch wenn man sich mit eigenem Brenner nur eine Tüte Suppe warm machen will, werden 40SEK Servicegebühr fällig, als Mitglied im STF wohlgemerkt, sonst 80SEK. Aber gut, wir wollen nicht knauserig sein und einen warmen Ofen kann ich wirklich gebrauchen. Dieser knistert auch schon leise vor sich hin, als ich die Küche betrete. Ein weiterer Mann liegt in seinem Bett und liest ein Buch. Der einzige Gast vor Ort.

    Als mein Teekesselchen auf dem Ofen köchelt, kommen wir ins Gespräch. Er ist Angler und eigentlich mit dem Packcraft unterwegs, doch auf Grund des Windes musste er seine Plänen ändern und nun das beste draus machen. Einquartiert hat er sich in der Stuga und befischt nun die umliegenden Seen. Wir tauschen uns über das Angeln, die schwedischen Gepflogenheiten und Gott und die Welt aus. Mein Englisch wird von Tag zu Tag flüssiger und die Verständigung klappt, wenn auch teils mit Händen und Füßen, recht gut.

    Die Zeit vergeht wie im Flug und nach einer Tasse Cappuccino und einem Teller Tomatensuppe rödeln wir Beide langsam zusammen. Er will noch auf den See, Rotforellen fangen und anschließend hoch ins Skedbrofjäll, Ausschau halten nach Moschusochsen. Ich will weiter zu meinem angepeilten Rastplatz.

    *Skedbrofjället (1138m) mit Skedbrosjön

    Wie vorausgesagt ist zwischenzeitlich der Himmel vollends aufgeklart und richtig gutes Wanderwetter. Gut gelaunt geht es voran, als wie mit dem Pinsel gezogen plötzlich die Steine aufhören und ein weiteres Stück Sumpfland auftaucht.


    *keep on!

    Langsam entwickelt die sich die Landschaft weiter zu einer Art Seenplatte. Rechts und links überall Wasser, mittendurch der Trail als kleiner Trampelpfad in Kniehohen Blaubeersträuchern und Heidekraut.

    Hinter der nächsten Kurve tut sich ein Spot mit Mega Aussicht auf. Der Platz wirkt auf den ersten Blick sehr einladend, doch leider ist der Boden äußerst uneben und klitsch nass. So sehr ich mich auch anstrenge einen geeigneten Platz für mein Zelt zu finden, muss ich am Ende einsehen, dass es nichts wird. So weit kann es aber auch eigentlich nicht mehr sein.



    *was für ein schöner Platz


    Ich gehe rechts entlang des Dalstenhån, bis ich an dessen Ende wieder auf den Winterweg treffe. Von da an geht es erneut etwas hoch auf eine Anhöhe und langsam kommt in mir die Frage auf, ob und wie man hier bloß zelten soll? Hoffentlich habe ich mich nicht verzettelt bei meiner Recherche.

    Ein weiteres mal geht es Bergab und als die Kiefern langsam weniger werden, komme ich unter einem Blätterdach aus Moorbirken auf eine Lichtung. Das Tal macht den Eindruck eines ausgewaschenen Flussbettes, feiner weißer Kiesel auf den Wegen, verkrüppelte Moorbirken hier und da und immer wieder ebene, moosbedeckte Plätze zum Zelten. Im Hintergrund reihen sich die Berge aneinander, der glasklare Fluß schlängelt sich einmal schützend um den Platz durch grasbedeckte Moorlandschaft.

    *Im Hintergrund links das Rödfjället


    *der Fluss Gaalovenjohke


    Einfach ein mega Platz und ein toller Tag. Auf jeden Fall bisher der schönste der Reise, wenn nicht sogar der letzten Jahre. Ich bin hin und Weg und langsam gehen mir die die Superlativen aus. Ein großartiges Gefühl von Dankbarkeit überkommt mich für diese schöne Zeit.

    *Zelten in einem Bilderbuch. Die Götter meinen es heute gut mit mir


    Nachdem die Euphorie wieder etwas abgeklungen ist gehe ich zur Tagesordnung über. Ab 15:00h geht das heute ausnahmsweise Oberkörperfrei. Wäsche waschen, Zelt aufbauen, sich selber waschen, und ein Doppelpack Nasi Goreng von Travellunch zubereiten, im Anschluss ein kleines Nickerchen auf der recht neuen Holzbrücke. Während ich dort so liege, kommt in diesem Moment die einzige Person des ganzen Tages daher, geht wortlos über die Brücke und verschwindet wieder über den Berg zwischen den Birken.

    • *Meine Küche. Topf, Schüssel und Kaffeebecher in einem

      Am Abend sammele ich noch etwas Holz um endlich mal mein Lagerfeuer zu entzünden. Das gehört auf so einer Reise bei so einer Kulisse für mich einfach dazu. Die trockenen Äste der Birken scheinen auf den ersten Blick ok, aber in den Flammen qualmt das Holz mehr als es brennt. Es ist mit viel Arbeit verbunden das Feuer am Leben zu halten, und so beschließe ich bei Einbruch der Dunkelheit ins Bett zu gehen. Besser kann es heute auch einfach nicht mehr werden .

    Einmal editiert, zuletzt von bogus (19. Dezember 2025 um 11:51)

  • Die Höhenmeter halten dich ja in Grenzen…

    Das stimmt. Es gibt nur immer wieder knackige, bzw langgezogene Anstiege aus den Tälern. Und die vielen vielen Felsen im Rogen sind nicht zu unterschätzen. 2-3 Tage akute Stolpergefahr. Teilweise war die Sohle der Trailrunner etwas dünn wenn man nur von Felskante zu Felskante hüpft.

  • Hallo bogus, tolle Bilder, toller, kurzweiliger Text. Hach, da werden Erinnerungen wach an meine beiden Touren in dieser Gegend. Insbesondere die Rogen-Umrundung, bei der sich die erste Hälfte ab Grövelsjön mit Deiner Wanderung deckte, bis der Kungsleden vom Rogen wegführt. Die Sauna an der Rogenstugan ist ein Traum. So eine Sauna bei sich zuhause - da würde selbst ein Seltenstsaunierer wie ich zwangsläufig zum Vielsaunierer werden. Die Landschaft dort: Ohne Worte, ich liebe sie!

  • Danke für die Blumen;)

    Ja, eine holzbefeuerte Sauna hat schon was besonderes. Gerade mit so einem Ausblick. Und wie du auch sagst, die Gegend einfach herrlich. Ich war schon viele viele male in Schweden, aber oft nur südlich oder im Bereich Dalsland zum Kanu fahren. Das höchste war bis an die Hohe Küste an der Ostsee. Aber wenn man ehrlich ist fangen auf der Höhe, ab Idre würde ich sagen, die Sehnsuchtsorte erst richtig an. Eine Kanutour am Rogen wäre auch noch mal ein Abendteuer. Jedoch habe ich auf dem Kungsleden gesehen das der Wind, gerade im Rogen, die Tourenplanung schnell übernehmen kann=O

  • 5. Gaalovenjohke – Fjällnäs Camping & Lodges (21,2 km) 612m rauf - 673m runter

    Dienstag, 13.08.24

    Wetter: heiter und kalt


    Um 06:20h werde ich wach und wundere mich, wieso die Sonne noch nicht aufs Zelt scheint. YR sagt ab frühen Morgen Sonne voraus. Der Blick aus dem Zelt schafft Klarheit. Sie steht noch nicht hoch genug, um über das Rödfjället mit stolzen 1243m zu scheinen.

    Die Nacht war wieder mal recht feucht. Die Nähe zum Fluß und die Windstille haben alles in der Umgebung mit einer Schicht Morgentau überzogen. Mit meinem 40x40cm Allzweckhandtuch wische ich die Feuchte von der Zeltwand ab und hänge die Wäscheleine um in die ersten Sonnenstrahlen. Danach gehe ich hinunter zum Wasser um zu Frühstücken. Ich kann mir alle Zeit der Welt lassen, denn so kann ich nichts einpacken. Gegen 09:00h bin ich dann abreisebereit.

    Es geht durch dichten Birkenwald hoch hinauf über die Hänge des Rödfjälls, was am frühen Morgen eine ernsthafte Anstrengung darstellt. An der Broktjärnskojan verschnaufe ich kurz und inspiziere die neu erbaute Hütte. Sie ist mit einem Ofen, gehackten Holz, Axt und Säge sowie einer Alu-Notfallkiste ausgestattet. Darin befindet sich alles was man zum Überleben benötigt, von nagelneuen Trangiazubehör bis hin zur Trockenration. Alles unversehrt und einsatzbereit. Wäre bei uns leider kaum vorstellbar.

    *Schutzhütte Broktjärnskojan


    Die Hütte ist aber erst der Anfang des Berges. Die nächsten Kilometer gehen weiter steil Bergan.

    Oben angekommen freue mich über den Ausblick, welcher den Weg der letzten zwei Tage erahnen lässt

    *hinten rechts das Skedbrofjäll, links dahinter der Bustvålen am Rogen

    *Kilometerweite Sicht nach Norwegen


    An dem moosbedeckten Bächlein fülle ich meine Flasche auf und bemerke beim Blick aufs Handy, das tatsächlich hier oben mal wieder Empfang ist. Ich nutze die Gelegenheit um mich zu Hause zu melden. Denn seit der Nacht an der Rogenstuga gab es kein Lebenszeichen mehr von mir.

    Beim Blick zurück erklärt es sich auch, wieso der Berg Rödfjäll heißt. Im Herbst muss es hier einfach herrlich aussehen.

    *Das Rödfjället

    Der Weg wird zunehmend besser und auch die Steine sind plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Ich erreiche nach vier Tagen das Ende des Rogen NP, auf das durch eine kleine Schautafel hingewiesen wird.

    *Das Ende des Rogen NP, im Hintergrund das Skedbrofjäll


    In der Ferne sieht man schon die ersten Bergkuppen des Hamrafjälls und noch weiter hinten ein paar letzte Schneefelder. Langsam wird es spannend.

    *bessere Wege Richtung Hamra


    An der Gabelung kurz hinter dem NP biege ich rechts ab Richtung Tänndalen, über den Bach Svanån und entlang des Sees Svansjön. Der Weg ist gut ausgelaufen und ich kann lange Meter machen. Ein ganz anderes Gehen als noch auf den steinigen Wegen zuvor.

    *Traumhaus

    Während einer Kaffeepause am Bach realisiere ich, wie viele Touristen hier umher spazieren. Nun scheint es wohl vorbei mit der Ruhe. Die Menschen beschränken sich allerdings auf einfache Wege, gut begehbar und am besten nicht weiter als 1h entfernt. Mein Weg entlang des Svansjön scheint allerdings wenig begangen zu sein.

    Die Strauchweiden werden immer dichter und zwischendurch verschwindet der Pfad dann endgültig. Hinzu kommt natürlich noch Wasser und Sumpfboden. Es sind glücklicherweise nur ein paar Abschnitte und nach guten 1 1/2h erblicke ich das Skigebiet/Bikepark von Tänndalen.

    *Schattenplatz

    *Ferien - Wohnpark ohne eine Menschenseele


    Was mich stutzig macht, ist, das niemand weit und breit zu sehen ist. Das ganze gleicht einer Geisterstadt wie aus dem Film. Unten vor den roten Häusern steht ein Kinderkarussell mit vier Reifen, befestigt an vier Armen, welches von alleine seine Runden dreht. Die Fallout Serie könnte es nicht besser darstellen. Es ist wirklich spooky.

    Ich erblicke einen Sportstore, wo ich gleich die Gelegenheit wittere, mir ein paar Handschuhe zuzulegen. Ich bin wirklich nicht zimperlich, aber der andauernde und kalte Wind hat mich schon so manche Nerven gekostet. Und die Richtigen Berge kommen ja erst noch, da will ich wenigstens etwas vorbereitet sein.

    Gesagt getan. Bikehandschuhe zum Downhill fahren müssen es richten. Die gefütterten Heestra waren mir dann doch etwas zu teuer. Der Verkäufer im Shop fragt mich ob ich auch die Polarlichter in der Nacht gesehen habe. Die sozialen Medien sind voll damit. Leider habe ich das nicht. Es hätte das Fass der Glückseligkeit gestern wahrscheinlich auch zum überlaufen gebracht. Traurig bin ich nun trotzdem etwas, diese Chance hier oben verpasst zu haben.

    Das gesparte Geld der Handschuhe gebe ich 100m weiter im Hamra Livs aus, wo es eine Packung Nudeln, neues Müsli, zwei Dosen Bier und eine Tafel Schokolade gibt. Zum Abendbrot einen Salat mit Baguettestange. Weiter geht es entlang der 84 Richtung Fjällnäs Camping & Lodges. Ein Päärchen, welches ich in der Storrödtjärnstuga kennengelernt habe, hat mir den Platz inkl. des Hikers Breakfast empfohlen. Das werde ich mir ansehen.

    Nach 500m auf dem Asphalt habe ich allerdings die Schnauze voll von der Straße und halte das erste mal in meinem Leben den Daumen raus. Und tatsächlich dauert es nicht lange bis ein Norweger auf Einkaufstour anhält und mich zum einsteigen auffordert. Keine Frage wohin und wozu, einfach rein. Noch bevor wir uns richtig kennenlernen rauscht das Schild des Campers an uns vorbei und wir halten an. Danke für die tolle Fahrt.

    Der Platz liegt zwischen der Landstraße 84 nach Norwegen und dem See Malmagen. Mittig steht ein altes „Bauernhaus“, welches die Rezeption, Sanitären Anlagen und eine Küche beinhaltet. Runter Richtung See gibt es einen großen Schotterplatz für die Camper und Wohnmobile, ebenfalls Holzhütten zum mieten. Die Zeltwiese liegt oben an der Straße mit einem großen Tipi drauf für die Glampingfreunde.

    In der Rezeption gibt es auch das ein oder andere für Wanderer zu kaufen wie z.B Gaskartuschen, Trekkingnahrung, Süßes usw. Kein ausgestatteter Outdoorladen, aber ähnlich den Vorräten auf den Stugas würde ich sagen.

    Ich Buche eine Nacht im Zelt, das Frühstück für morgen und für den Abend die Sauna. Obwohl mein Zelt unmittelbar an der Straße steht, wird es abends ruhiger, sobald der Laden im Dorf zu hat und der Verkehr gen Null geht.

    Nachdem alles aufgebaut ist esse meinen Salat und begebe mich zum aufwärmen und entspannen mit meinem Multihandtuch in die Bastu ;)

    Als ich wiederkomme hat ein junger deutscher Wanderer neben mir Quartier bezogen. Er geht den Weg von Norden aus und hat einige Storys aus dem Fäll zu gebrochenen Zeltstangen und zerrissenen Zelten im Gepäck. Es ist kein Zuckerschlecken oben im Helags.

    Wir erzählen von unseren Erlebnissen auf dem Trail und geben uns gegenseitig Tipps für die nächsten Tage. Endlich im Schlafsack, genieße ich die Vorzüge des W-Lan, schaue mir noch Bilder an und schlummere dann friedlich und erschöpft ein.

    Einmal editiert, zuletzt von bogus (19. Dezember 2025 um 11:52)

  • 6. Fjällnäs Camping & Lodges – Klinken (19,6 km) 852m rauf - 934m runter

    Mittwoch, 14.08.24

    Wetter: blauer Himmel und Sonne, warm


    Die Nacht war sehr windig, was aber zur Folge hat, dass es heute keinerlei Probleme mit Feuchtigkeit gibt. Um 06:00h muss ich raus aufs Klo. Bei dieser Gelegenheit nehme ich gleich meine Powerbank mit ins Waschhaus zum aufladen.

    Zurück im Zelt fallen mir sofort wieder die Augen zu. Als ich zum zweiten mal aufwache ist es bereits nach acht. Frühstück steht 08:30h abholbereit in der Rezeption. Ich packe meine sieben Sachen zusammen und mache mich auf den Weg. Ich bekomme einen schicken Korb mit allem was das Herz begehrt. Verschiedene Brötchen, Croissant, Wurst, Käse, Obst, Marmelade, ein Ei, Kaffee, Saft und Milch. Einfach großartig. Um das gebührend zu zelebrieren gehe ich runter zum See, wo ich gestern eine Picknikbank entdeckt habe, und lasse es mir gut gehen.

    *Blick zurück


    Einzig die Berge im Hintergrund nehmen langsam Form an und überragen die eher kleinen Hügel vergangener Tage deutlich. Die Kroktjärnstugan lasse ich nach ein paar Fotos links liegen und gehe auf schmalen Wegen weiter zur Långbrottjärnstuga.

    *Blick voraus

    *Schutzhütte Kroktjärnstugan


    Über den Fluss des Långbrottsjöarna kreuzt eine etwas größere Hängebrücke aus Metall und die wärmende Sonne lädt ein, um bei einer ausgiebigen Rast die Füße im kalten Wasser baumeln zu lassen.

    *Mit dem Arsch im Wind ;)


    *Verlassene Hütte der Samen


    Es gibt Knäckebrot mit Salami, eine Tasse Cappuccino und einen Riegel. Zum zweiten mal liege ich diesen Urlaub nun Oberkörperfrei in der Sonne. (Es sollte tatsächlich das letzte mal bleiben).

    Aus heiterem Himmel rennt plötzlich neben mir ein Rentier quer durch den Fluß. Bis ich mein Handy aus dem Hüftgurt gekramt habe ist er auf der anderen Seite die Böschung hoch und im Fjäll verschwunden.

    Nach der Pause geht es erneut bergauf ins Långbrottfjället. Die Felsen sind nun ganz verschwunden und die Landschaft besteht ausschließlich aus Grashügeln. Plötzlich kommen mir fünf Wanderer innerhalb von 10min entgegen. So viele habe ich die ganzen letzten Tage nicht gesehen.

    Oben angekommen gibt es einen ersten Blick auf den Helags. Auch der vorgelagerte, 1.681m hohe Predikstolen ist auf den Bildern zu erkennen. Das ist mir aber erst hinterher aufgefallen. Mein Ziel für die nächsten Tage ist also schon sichtbar, das motiviert und steigert die Vorfreude.

    *Helags voraus


    Hier oben ist es eigentlich ganz schön, jedoch macht der fast schon stürmische Wind einen längeren Aufenthalt recht ungemütlich. Hinter dem Klastjärnen See geht der Trail langsam wieder Bergab ins Tal und sobald man aus dem Wind heraus ist, sind gefühlte 25°. Die steigenden Temperaturen und die drückende Luft kommen mir komisch vor. Ein Blick in die App bestätigt meine Befürchtungen…Gewitter im Anmarsch.

    *Das Grüne Tal von Arryn, ähh Klinken

    *Brücke über den Ljusnan

    *Trinkwasserqualität an jedem Bach

    *alter Heuschober im Klinkental


    In der Talsohle angekommen führt eine Brücke über den Fluss Ljusnan, wo sich direkt auf der anderen Seite der Shelter befindet. Aber irgendwie kann ich mich mit diesem Spot nicht anfreunden. Es ist dieses Gefühl, was ab und an mal sagt: „Hier nicht!“

    Ich habe in der Vergangenheit immer gut daran getan, darauf zu hören. In der Karte ist Flußabwärts noch ein weiteres Shelter eingezeichnet und die Schilder zeigen an, das es 1,5km bis dahin sind. Die gehe ich nun auch noch. Wenn es nichts ist komme ich halt wieder zurück.

    Gesagt getan, beim zweiten Shelter gefällt es mir deutlich besser. Zugegeben ist es eher ein Bushaltestellenhäuschen als ein Shelter, aber die Vibes hier sind besser. Ich baue mein Zelt am Fluss auf und bereite im Anschluss einen Topf Spaghetti Bolognese.

    *Ein einfacher Unterstand steigert den Komfort bei Regen um 100%


    *erste Reihe


    Hier in der Nähe zu Ramundberget besteht sogar Handyempfang und die Akkus sind alle voll. Deshalb gönne ich mir heute um 18:00h mal die Blaue Stunde auf NDR1, während ich ein paar Dehnübungen mache und die gute Zeit genieße. Für den mentalen Akku einfach Gold wert.

    Und tatsächlich muss ich zum ersten mal auf dieser Reise mein Mückennetz auspacken. Der Wanderer auf dem Camper hatte es mir für das waldige Tal bereits prophezeit. Bislang konnte es problemlos im Rucksack verweilen, aber das Wetter, das viele und hohe Gras sowie die Nähe zum Fluss sind wohl eine gute Mischung für Mücken bzw Knots. Aber auch das tut der guten Stimmung heute keinen Abbruch.

    Ab und an kommt eine Gruppe mit dem E-Bike aus Ramundberget vorbei, aber sonst bleibe ich für mich alleine. Den Abend verbringe ich mit Tagebuch schreiben und Tagesplanung für morgen. Da es ab heute Abend die nächsten 24h regnen soll, buche ich ein Bett in der Fältjägarstuga. Das werden dann morgen 14km im Regen, aber mit Aussicht auf eine richtiges Bett und einen warmen Ofen stellt das kein Problem dar.

    Bis zum Einschlafen bleibt der Regen weiterhin aus

    Einmal editiert, zuletzt von bogus (19. Dezember 2025 um 11:53)

  • 7. Klinken – STF Fältjägaren Fjällstuga (16 km) 685m rauf - 333m runter

    Donnerstag, 15.08.24

    Wetter: regen, windig, kalt

    Um 04:00h morgens werde ich von dicken Tropfen geweckt, welche lautstark auf das Außenzelt prasseln. Da ich gut geschützt liege drehe ich mich kurz um und schlafe sofort wieder ein. Gegen acht drückt dann die Blase und ich muss hoch. Der Regen ist in einen leichten Niesel über gegangen und ich nutze die Gelegenheit, meine Sachen die 50m ins Shelter zu tragen. Dort kann ich mich in Ruhe ausbreiten, Frühstücken und den Rucksack packen. Das Zelt ist beim verstauen noch sehr klamm. Ich fürchte da muss ich mich später noch mal drum kümmern. Vorerst mache ich mich um 09:00h auf den Weg zurück zum ersten Vindskydd in Klinken.

    Von da aus geht es wieder steil bergan, hinaus aus dem Tal. Nach einer Weile höre ich ein plätschern in den Büschen. Ein Wasserfall rauscht neben dem Trail hinab ins Tal. Von der anderen Seit gestern konnte man ihn schon erahnen, nun weiß ich ungefähr wo ich bin.


    Oben angekommen gilt es den Fluß zu queren. Den Kollegen auf dem Campingplatz in Fjällnäs habe ich noch gefragt, ob es irgendwelche Probleme mit Furten gegeben hat. „Nein nein, alles in Ordnung“ war seine Aussage. Heute sieht es etwas anders aus und der Regen hat seine Hausaufgaben gemacht. Viele Steine sind von den Wassermassen verschluckt und ich habe gedanklich schon meine Schuhe ausgezogen.

    *Die kleinen Bäche sind nach dem Regen ordentlich gefüllt


    Nach ein paar Metern Fluß aufwärts finde ich jedoch eine halbwegs geeignete Stelle, die ich mit Hilfe der Trekkingstöcke gut queren kann. Glück gehabt.

    Die Sicht wird mit jedem Schritt schlechter und irgendwann gehe ich komplett im Nebel…oder den Wolken, das ist hier mittlerweile schwer zu unterscheiden. Nur auf die Rentiere ist wiedermal verlass, die sind immer in der Nähe, ganz gleich bei welchen Wetter.

    *mystic Moments


    Ich bin froh als ich nach einer Weile die Schutzhütte Svaaletjahke erreiche. Als ich die Tür öffne kommt mir eine gemütliche Wärme entgegen. Drinnen sitzt ein Vater mit seinen drei Söhnen. Sie warten das gröbste an Schlechtwetter ab. Da der Ofen in den Hütten nur im äußersten Notfall zu verwenden ist, haben die Jungs sich den Gasbrenner angeschmissen und heizen damit ordentlich ein. Mit Vatis Hilfe füllen die Kids das Logbuch aus, welches in den Hütten zur Nachverfolgung der Route ausliegt. Wir unterhalten uns eine ganze Zeit lang, während ich mir einen kleinen Snack bereite.

    Unterdessen klart es draußen tatsächlich auf. Die blauen Lücken in der Wolkendecke werden immer größer und ich will die Chance nutzen und weiter ziehen. Bis zur Hütte sind es noch 8km laut Uhr.

    *Es sind die Kleinigkeiten auf die man achten muss


    Der Wind hat sich auch verändert, allerdings nicht zum guten. Er bläst mir heftig entgegen. Teilweise muss ich sogar die Stöcker nutzen und mich zur Windabgewandten Seite abstützen, um nicht aus dem Tritt zu geraten. Wenn das hier oben so weiter geht, habe ich wohl die letzte Nacht in meinem Zelt gelegen.

    (Allgemein kann ich mich mit dem Xmid nicht so 100%ig anfreunden. Es hat einfach zu viele große Flächen, die schon bei mittlerem Wind nicht straff genug sind, um Außen und Innenzelt verlässlich zu trennen. Resultat ist dann eine nasse Innenzeltwand, welche bei meiner Körpergröße wirklich sehr unvorteilhaft ist. Ich brauche eh schon die 2P Variante, damit ich diagonal liegen kann und nicht oben und unten anecke. Dazu kommt, das man im Auslieferungszustand einzig zwei Abspannleinen an den Poles dabei hat und acht mini Heringe. Für die laue Sommernacht wie Gestern im windstillen Tal ist es toll, aber für alles andere in dieser Gegend ist es m.M.n nichts. Hier oben sind die UL Zelte einfach im Nachteil und den Elementen nicht gewachsen. Es hat schon seine Gründe wieso die Skandinavischen Hersteller alle etwas Robuster und schwerer bauen.)

    Ca. 4km hinter der RH gilt es dann doch noch einen größeren Bach zu queren. Und das geht beim besten Willen nicht mit Schuhen. Also alles ausziehen, durchwaten und wieder anziehen. Aber halt! Vielleicht gehe ich erst mal weiter. Der nächste Anstieg ist zwar zu sehen, aber noch etwas hin. Es fühlt sich schon lustig an, wenn der aufgeweichte Boden unter dem Gewicht des Körpers zwischen den Zehen hindurch quetscht. Und das alles bei einstelligen Temperaturen. Aber ich lag mit meiner Vermutung richtig. Die nächste Furt lässt nicht lange auf sich warten.

    Als das geschafft ist geht es wieder einmal bergan. Am Scheitelpunkt des Weges sieht man ganz in der Ferne plötzlich die Fältjägarstugan. Ich bin wirklich froh als ich dort ankomme. Heute ist einfach kein schönes Wanderwetter.

    Ich werde freundlich von der recht jungen Hüttenwirtin begrüßt. Als ich die Küche betrete beginnt sie zügig mit der Einweisung. Von meiner Anmerkung, dass ich über die Regeln auf den Hütten im Bilde bin lässt sie sich nicht abbringe und rattert ihren Text runter.

    Direkt danach greift sie zum Schrubber und wischt meine Fußabdrücke über, welche von den feuchten Socken auf dem Holzboden zu sehen sind. Mir dämmert es, das die gute Frau es nicht so easy nimmt hier oben. Meine Frage, ob wir nicht den Ofen anfeuern können wird verneint. Es würde zu schnell zu warm werden und dann müsste man wieder Lüften. Holz sei hier Mangelware und wenn man nicht erfroren ist unterwegs würde man sich auch so aufwärmen können. Wäsche trocknet auch draußen im Wind.

    Okkeeeeeeeee, dann ist das wohl so. Ich gehe runter zum See um mich im eisigen Wind und noch kälteren Wasser zu waschen. Es ist wirklich kein schönes Ritual, aber der Schweiß muss ja irgendwie runter. Bei der Gelegenheit wasche ich auch gleich mein Kleidung ein mal durch. Oben hänge ich alles auf die Leine und verziehe mich ins Haus.

    Über den Tag verteilt kommen noch ein Vater mit seiner bereits erwachsenen Tochter und drei Trailrunner, ebenfalls von Klinken bzw. Ramundberget. Alle samt Schweden.

    Irgendwann fällt mir auf, das sich wirklich alle im Raum ausschließlich auf Englisch unterhalten. Ich meine es sind Landsleute, sie könnten es auch auf schwedisch tun. Da ich der Sprache jedoch nicht mächtig bin, scheint es wie selbstverständlich, das sie mich mit einbeziehen in ihre Gespräche. Ich bin wirklich gerührt, diese Art der Gastfreundschaft kannte ich noch nicht.

    Am Abend kommt die Hüttenwirtin noch mal vorbei, macht für alle eine Feuerunterweisung, kündigt Schlafen und Frühstückszeiten an und erkundigt sich zum Schluss noch im Namen des STF, ob und wie wir von der Schließung der STF Gåsen erfahren haben. Fehlt nur noch das wir alles Unterschreiben müssen;)

    (Gut das Sie nicht gesehen hat, wie ich mein Außenzelt im Schlafbereich hinter dem Vorhang getrocknet habe. Dann wäre es das für mich gewesen;)

    Morgen Früh soll die Sonne raus kommen, dann geht es schlanke 13km zur Helags Fjällstation.

    Einmal editiert, zuletzt von bogus (19. Dezember 2025 um 11:54)

  • Klar war allerdings, dass das Gewicht runter muss! Trangia, 2P Zelt und Deuter Rucksack müssen weichen,

    Ah, alles klar! Ich hatte schon gerätselt wegen - s.o.! ;)

    Aber bei Deiner Größe ist dann ein „2P-Zelt“ wahrscheinlich auch eher ein 3P-Zelt, wenn wirklich noch jemand rein soll. ;) Bist Du mit Deinem X-Mid für die Tour funktionell zufrieden gewesen? (Man hört ja doch mitunter, dass Wandernde dort oben häufiger ein selbststehendes Zelt bevorzugen, oder in Richtung „Hilleberg“ upgraden, zumindest „beim zweiten Mal“.) Ich liebe ja mein X-Mid solid heiß & innig, es ist mir das liebste unter meinen ganzen Zelten. Allerdings braucht es ja schon in der 1P-Version wirklich etwas (einigermaßen ebenen) Platz aufgrund des riesigen Flys. Was ich an dem Zelt ganz enorm finde, ist, wie gut es die Wärme hält. Wahrscheinlich gerade in der kleineren Version.

    Irgendwann möchte ich mir auch noch das 2P gönnen, für Touren, bei denen es nicht auf das letzte Gramm ankommt.

    P.S.: Ah, sorry, lese gerade erst den jüngsten Teil, das hat sich überschnitten! Da schreibst Du ja gerade etwas zum Zelt.

    Einmal editiert, zuletzt von GirlOnTrail (18. Dezember 2025 um 20:51)

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