wasabi: Ich trage normalerweise ebenfalls S und denke daher nicht, dass deine Jacke für mich infrage kommt. Trotzdem danke!
Beiträge von Roiber
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Danke für die Empfehlung, Sevenfifty und RaulDuke. Hört sich super an und ich werde nach Gebrauchtangeboten Ausschau halten.
Wie fällt die Torrid denn aus, oder anders gefragt: Welche Jackengröße tragt ihr, bei welcher Körpergröße?
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Arc'teryx Nuclei FL [...] in Größe L.
Hört sich interessant an, die Jacke. Wie groß bist du denn?
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Liebes Forum,
ich habe meine geliebte Isolationsjacke Cumulus Climalite Full Zip verloren. Das ist ein herber Verlust, denn diese Jacke war meine Allzeitjacke für Freizeit und Alltag - leicht, winddicht, eine große Temperaturrange abdenkend (bei kühleren oder kalten Temperaturen mit Lagen drunter und/oder drüber), toller Schnitt. Kurz: Die perfekte Jacke.
Gekauft habe ich die Jacke vor ... ca. 8 Jahren für 135 EUR, das letzte Modell, leider abverkauft, gab's noch für 185 EUR, das aktuelle kostet nun aber 269 EUR. Vielleicht der richtige Zeitpunkt, um etwas Neues auszuprobieren.
Welche Synthetikjacken nutzt Ihr denn so?
Details Cumulus Climalite Full Zip:
Füllung: APEX 67 g/qm
Gewicht (M): 355 g -
Hallo bogus, tolle Bilder, toller, kurzweiliger Text. Hach, da werden Erinnerungen wach an meine beiden Touren in dieser Gegend. Insbesondere die Rogen-Umrundung, bei der sich die erste Hälfte ab Grövelsjön mit Deiner Wanderung deckte, bis der Kungsleden vom Rogen wegführt. Die Sauna an der Rogenstugan ist ein Traum. So eine Sauna bei sich zuhause - da würde selbst ein Seltenstsaunierer wie ich zwangsläufig zum Vielsaunierer werden. Die Landschaft dort: Ohne Worte, ich liebe sie!
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Ich schaue schon noch regelmäßig ins blaue Forum und manchmal juckt es mich auch in den Fingern, etwas zu schreiben. Aber ich habe mir fest vorgenommen, unter diesem Forumsbetreiber und unter nervigen Mods nichts mehr beizutragen.
Solange der Forumsbetreiber es so am Leben hält, wie jetzt, wird es schon weiter laufen. Schon auf "normale" Art und Weise ein Forum zu betreiben (also sich um den administrativen Teil zu kümmern, dazu vielleicht noch die ganze Technik selber zu wuppen) stelle ich mir sehr zeitaufwändig vor. Aber zusätzlich auch noch alleiniger Mod zu sein und die Meinungsführerschaft inne zu haben, da muss es ja fast ein Fulltimejob sein. Das wird sich ganz bestimmt nicht dauerhaft durchhalten lassen und die Frage ist, welche Änderungen der Forumsbetreiber vornimmt, wenn er irgendwann kürzer treten muss, bzw. was er mit dem Forum anstellt.
Dass es jemand käuflich erwirbt, kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Zwar wurde es thematisch geöffnet, aber der Schwerpunkt ist eben noch immer UL und damit bleibt es eine Nische. Und mit ODS gibt es ja bereits ein großes, allgemeines, etabliertes Outdoorforum. Der Zusammenschluss mit einem anderen Forum wäre ebenfalls denkbar, z.B. mit dem grünen Forum. Aber ehrlich gesagt kann ich mir auch das nicht so recht vorstellen, nachdem das blaue in den vergangenen Jahren thematisch ja doch ganz schön verhunzt wurde. Das Forum zu schließen, wird nicht infrage kommen. Der Forumsbetreiber wird sein Schaffen m.E. als zu bedeutend ansehen.
Ich denke, es wird auf eine der beiden folgenden Varianten hinaus laufen: Die Hilfe anderer annehmen und deren Meinungen zulassen (aber ob der aktuelle Forumsbetreiber das kann?) oder das Forum wird komplett an jemand anderen abgegeben und dann hängt die Ausrichtung eben vom Folgebetreiber ab.
Ich beobachte das gespannt aus der Ferne und bin froh, dass ich zwischenzeitlich sagen kann, dass dies relativ emotionslos passiert und dass mit dem grünen Forum eine neue Heimat für UL-Themen geschaffen wurde.
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Genau! Das ist ein GG Spinnshelter und zwar eins, dass Roiber vll sogar kennen könnte, wenn die Namen hier im neuen Forum gleich geblieben sind.

Haha, stimmt, eben nochmal nachgeschaut. Das ist ja tatsächlich mein ehemaliges. Schön, es auf Tour zu sehen. Und dann auch noch in Patagonien, das es mir so richtig angetan hat!
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Selbst damit schwitzt man.
Das kann man aber bekannterweise auch anders lösen (Befestigung an Burst- und Schultergurt) und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass hier jemand so etwas verwendet. Ich finde einen Schirm perfekt, zumal Dual-Use auch noch gegeben ist (Regenschutz). Aber hier geht's ja explizit um Sonnenhüte.
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Krempe mit integriertem Solarpanel - so zumindest mein erster Eindruck

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Roiber Option A: Flicken einnähen. Option B: Transferklebeband von beiden Seiten auftragen?
Danke Dir. Ich probier's mal mit der zweiseitigen Transferklebebandoption.
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Hat jemand eine gute Idee, wie bzw. ob ich diesen Schaden an meinem Cuben-Pack von micha90 repariert bekomme? Das ist eine Seite oben am Rollverschluss, die andere Seite sieht noch besser aus, bzw. da fängt es gerade erst an. Im Anfangsstadium vermutlich mit Transferklebeband. Aber bei der richtig kaputten Seite auf dem Foto geht das nicht mehr, oder?
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Nicht einreisen lassen ist zwar blöd, erst recht, wenn die Gründe nicht nachvollziehbar sind. Aber weshalb Abschiebehaft? Weshalb nicht einfach die Einreise ablehnen und wieder zurück schicken?
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Gibt es denn mittlwerweile ein Forums-Patch? Und woher kriegt man die Aufkleber, die im Nachbarfaden für so viel Aufregung sorgen?
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Ich habe mal gehört, dass Füchse gerne Schuhe klauen.
Berliner Stadtfüchse
.Kann ich bestätigen. Passiert in Berlin Mitte, wo ich eine Nacht mit Zelt im Garten verbrachte, in dem sich hin und wieder Füchse tummeln, Jungfüchse beim Spielen beobachtet werden können. Vom in der Apsis abgestellten Paar Crocs fehlte am Morgen ein Schuh und ward schließlich im Nachbargarten mit Bissspuren wieder gefunden.
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Lieber Mateusz,
ich gebe zu Ende diesen Jahres auch eine Selbständigkeit auf, an der mir viel gelegen hat. Mir einzugestehen, dass das Konzept nicht tragfähig ist und mir generell nicht gut tut und es besser ist, einen Schlussstrich zu ziehen, ist mir extrem schwer gefallen. Ich hoffe, es geht Dir wie mir und den Entschluss zu treffen, fühlt sich zumindest wie ein Schritt in die richtige Richtung an - für mich war es eine Befreiung!
Den Weg ins blaue Forum habe ich 2016 gefunden. Deine Überzeugung, Deine Kreativität und die Konsequenz, mit der Du an das Thema UL herangehst, waren von Anfang an ansteckend und haben Lust darauf gemacht, neue Wegen zu beschreiten. Deine Beiträge sind lehrreich, niemals besserwisserisch und ich lese sie immer gerne.
Alles Gute wünsche ich Dir - und das Beste noch oben drauf!
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Und schön geschrieben ist der Bericht auch noch. Danke für's Mitnehmen!
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Ich weiss ja nicht, wo du dieses Jahr den deutschen Sommer erlebt hast. Bei uns zuhause hatten wir mehrere extreme Gewitterfronten mit vollgelaufenen Kellern und Regenmengen von 60 Litern in drei Stunden.
Widersprichst Du Dir hier nicht selbst etwas? Im Eröffnungspost suchst Du ja nach einem Zelt, das im deutschen Sommer brauchbar ist und fragst nach der "Luftigkeit". Ich lese da raus, dass Du mit "deutscher Sommer" also schönes Wetter meinst. Es ist ja ohnehin anzuraten, sich das Wetter im Vorfeld anzuschauen - ob man bei einer angekündigten Gewitterfront unbedingt draußen übernachten muss...
Das Svalbard war mein erstes Zelt, allerdings die PU-Version, damals im Angebot für 130 EUR geschossen. Eigentlich hätte ich gerne das Hilleberg Akto gehabt, das war mir aber zu teuer. Das Svalbard habe ich damals als guten Kompromiss angesehen - etwas schwerer, dafür wesentlich billiger. Ich hab es ein paar Mal in Brandenburg eingesetzt und es hat mich auch auf meiner ersten Schweden-Tour begleitet. Direkt danach hab ich mir doch das Akto geholt. Das war, bevor ich UL für mich entdeckt habe und beide Zelte sind zwischenzeitlich wieder verkauft.
Ich glaube "luftig" waren sowohl Svalbard, als auch Akto nicht. Aber ich würde zwischenzeitlich generell kein solches Zelt mehr im deutschen Sommer (ohne Gewitterfront) nutzen wollen. Zu schwer, zu viel Zelt und auf zweiwandig verzichte ich auch lieber.
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Anspruch auf Löschung aller Beiträge gibt es nicht, lediglich derer, die persönliche Informationen enthalten, oder konkrete Rückschlüsse darauf bilden lassen. Nicks werden anonymisiert. Alles andere bleibt stehen, dementsprechend auch die Informationen, Reiseberichte, Fotos usw. Das ist in den Nutzungsbedingungen geklärt, denn ein Forum hat dahingehend ein übergeordnetes Interesse, es dauerhaft mit Informationen zugänglich zu machen, solange nicht die personenenbezogenen Daten dem dem Interesse übergeordnet sind.
Das hatte ich in den Nutzungsbedingungen des blauen Forums auch so gelesen. Gilt das grundsätzlich für Beiträge in Foren, oder nur wenn es in den Nutzungsbedingungen steht? Hier im grünen Forum steht z.B. nicht explizit, dass das Nutzungsrecht auch über die Accountlöschung hinaus Bestand hat.
Ist das, was exULgäuer nachfolgend geschrieben hat, also gar nicht korrekt?
Nach DSVGO könntest Du die Löschung aller Deiner Inhalte fordern, inklusive Nachweis.
Ich habe übrigens nicht die Absicht, Account und Beiträge im blauen Forum zu löschen. Ich frage nur interessehalber.
Generell sehe ich es wie mochilero im vorstehenden Post: Lasst uns doch einfach abwarten, wie sich das alles entwickelt. Nach Stephan kam Dennis, kam der jetzige Betreiber und auch das kann sich irgendwann wieder ändern.
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Ich beeile mich nicht, sauge die Eindrücke in mich auf und fotografiere. Mir kommt in den Sinn, was die Norweger über diesen Nationalpark sagen: Gott schuf die Femundsmarka im Zorn. Und als er sah, was er da angerichtet hatte, füllte er die meisten Löcher mit Wasser.
Erst gegen 17:00 erreiche ich den Abzweig nahe Røvollen (ich meine, das sei ebenfalls eine offene Hütte). Gestern in Muggsjølia hatte ich mir um 14 Uhr noch überlegt, ob ich es bis hierher schaffen könnte und dafür ca. 5 Std. veranschlagt. Trotz des guten Wetters heute habe ich 9 Std. gebraucht! Gut, dass ich mich gestern entschieden habe, wie ich mich entschieden habe.
Heute habe ich Lust wieder draußen zu schlafen. Ich nehme am Abzweig den Weg in Richtung Svukuriset, überquere noch den Fluss Røa und wandere am Südufer des Sees Nedre Roasten entlang. Ich hatte auf wegloses Gehen gehofft, aber da hier ein Pfad lang führt, nehme ich diesen.
Wie immer gegen 18:00 suche ich mir ein Plätzchen für die Nacht. Die Gegend ist eine beliebte Paddelgegend und so trifft man hier an vielen Stellen auf ehemalige Lagerplätze mit Feuerstellen. Ich überlege an einigen, ob ich bleiben soll und sammle dabei zurück gelassenen Müll ein. Irgendwann lasse ich mich an einer nieder.
Hier treffe ich auf eine Mücke (die einzige auf der ganzen Tour), die so unmotiviert ist, dass sie sich mit einem Handstreich vertreiben lässt. In der Nacht fröstle ich etwas an den Füßen und an den Beinen.
23.9. Tourtag 6
Ich stehe um 7:30 auf und komme nach dem Morgenprozedere um 10:00 los. Ehrlich gesagt ist mir unerklärlich, weshalb das immer alles so lange dauert. Aber eigentlich ist das auch egal, ich habe ja keine Eile.
Ich bin schon eine Weile gelaufen, habe soeben eine am See Øvre Roasten gelegene, private Hütte passiert, da stoße ich auf einen Fluss, an dem ich nicht mehr weiter komme.
Es muss einer der Zuflüsse aus dem Grøtadalen sein. Ich folge ihm flussaufwärts und finde aber keine geeignete Furtstelle. Bei diesen Temperaturen und hüfthohem Wasserstand furten - das will ich mir nicht antun. Noch dazu bei dieser Strömung. Ich weiß, dass es hier mehrere Zuflüsse gibt. Selbst wenn ich also diese erste Hürde geschafft habe, stehe ich evtl. schon bald vor dem nächsten Zufluss. Meine Kartenausschnitte helfen mir diesmal insofern weiter, als dass sie einen unmarkierten Pfad von der letzten Hütte in Richtung Süden ausweisen. Und dieser Pfad stößt irgendwann auf den markierten zwischen Reva und den Oasen, den ich bei meiner ersten Tour hier bereits entlang gegangen bin.
Gesagt, getan und nach vielleicht 45 Min. erreiche ich dann auch besagten markierten Pfad. Ein zwischenzeitlicher Plan sah vor, ihm ein kleines Stück in Richtung Osten zu folgen (und dabei die vier bis fünf dort installierten Brücken über die Zuflüsse aus dem Grøtadalen zu nutzen), dann aber weglos um den Kratlvola herum zu gehen und auf der Ostseite des Grøtåas das Grøtådalen zu durchwandern und irgendwann auf seine Westseite zu wechseln. Allerdings ist es schon Nachmittag und ich muss morgen Abend an der Fjällstation in Grövelsjön sein. Das könnte für weglose Experimente und unbekannte Furten etwas knapp sein. Ich entscheide mich kurzerhand erneut um und folge dem markierten Pfad bis zu den Oasen, um von da den unmarkierten durch's Grøtadalen zu nehmen. Ich passiere schon bald die Hütte, an der ich damals den alten Mann sitzen sah und verlasse den Bergwald. Auf dem Weg hinauf zu den Oasen kommen mir noch zwei schwer bepackte Angler entgegen.
Die letzten 200 m bis zu den Oasen gehe ich mal wieder querfeldein, der ausgelatschte und extrem steinige Pfad nervt in diesem ohnehin sehr steinigen Gelände. Oben angekommen bläst mit der kalte Wind mit voller Wucht entgegen. Ich blicke wie bei meinem ersten Mal über die durchquerte Femundsmarka. Interessanterweise ist das Gefühl diesmal ein völlig anderes. Was für eine wunderbare Landschaft, denke ich mir. Nur schade, dass es mit der weglosen Durchquerung nicht geklappt hat. Aber ich komme wieder, besser vorbereitet und dann schaffe ich das!
In der Ferne braut sich etwas zusammen. Sieht nach Schnee aus. Schon bald sind Teile des Nationalparks in Schneewolken gehüllt. Hier oben bin ich völlig ungeschützt und ohnehin muss ich bis morgen Abend in Grövelsjön sein und bis dahin noch das ganze Grøtadalen durchlaufen. Ich packe mich gut ein, zurre alles fest und gehe los, mich immer wieder etwas nervös umblickend und das Wetter beobachtend. Zwischenzeitlich braut sich sowohl östlich als auch westlich von mir etwas zusammen und ein scharfer Nordsüdwind trägt die Wolken in meine Richtung. Doch sie ziehen beidseitig an mir vorbei. Dazwischen - genau über mir - ein Streifen blauer Himmel.
Der Pfad ist nur kurz gut zu erkennen, dann finden sich mit Glück immer wieder Steinmännchen und schon bald verliere ich mich in der hier vorherrschenden Steinwüste. Aber die Richtung ist klar: immer geradeaus zwischen den Bergen auf meiner rechten Seite und dem sich am Boden des Tals entlang schlängelnden Grøtåas. Noch immer schaue ich mich regelmäßig um. Die stetig näher kommenden Schneewolken machen einen bedrohlichen Eindruck und ich möchte hier nicht von Schneegestöber überrascht werden. Ich will nochmals einen Blick auf meinen Kartenausschnitt werfen und stelle fest, dass ich meine Zip-Hülle mitsamt der Kartenkopien für heute und einen guten Teil des morgigen Weges verloren habe. Ich habe mir bei meinen Touren angewöhnt, meine Karten-Zip-Hülle unter meinen Brustgurt zu klemmen und schon immer denke ich mir, dass diese Lösung insofern nicht ideal ist, als dass Hülle samt Inhalt so mal verloren gehen könnten - insbesondere bei starkem Wind. Kurz überlege ich, ob ich meine Tour überhaupt wie geplant zu Ende gehen kann, oder im schlimmsten Fall umkehren und über markierte Pfade über den Umweg Svukuriset nach Grövelsjön gehen muss. Schnell beantworte ich mir diese Frage aber mit einem klaren Ja und ich mache mich auf, ein einigermaßen geschütztes Plätzchen für die Nacht zu finden.
Ich treffe wieder auf einen deutlich sichtbaren Pfad, bei dem es sich nur um meinen verloren gegangenen handeln kann. Dieser führt mich alsbald an einen See mit ein paar Bäumchen drumrum. Eine Seite des Sees liegt hinter einem Wall und ich treffe eilig die Entscheidung, in dessen Windschatten schleunigst mein Zelt aufzubauen. Denn zwischenzeitlich hat sich der blaue Streifen Himmel über mir geschlossen und der Wind hat nochmal deutlich angezogen. Als ich mein Zelt ausrolle und es mit ersten Heringen dagegen sichere, es meinen Kartenausschnitten nachzutun, beginnt es zu graupeln. Mein etwas routinierteres, zumindest überlegteres, Vorgehen führt dazu, dass das Zelt bald steht und ich trage noch schnell Steine zusammen und schließe damit auf den windzugewandten Seiten den Spalt zwischen Zeltwänden und Boden. Bald schon bin ich für die Nacht gewappnet. Währenddessen ist der Graupelschauer weiter gezogen und bis ich alles für die Nacht vorbereitet und gegessen habe, reißt der Himmel auf und alles macht wieder einen heiteren Eindruck.
Es ist 18:30 und so wie es jetzt aussieht, hätte ich auch noch 1 1/2 Std. weiter wandern können. Aber es hätte auch anders kommen und das Schneegestöber hätte länger andauern können. Im schlimmsten Fall bis in die Nacht hinein - und dann in dieser steinigen Gegend einen geeigneten Zeltplatz zu finden, hätte mich vermutlich für große Schwierigkeiten gestellt. Vorzusorgen war in diesem Fall sicherlich die bessere Option! Mir fällt auf, dass ich außer meinen Kartenausschnitten auch noch die Hülle für meine Windjacke sowie mein Taschentuch verloren habe. Ich ärgere mich - vor allen Dinge darüber, dass mein Müll jetzt hier zurückbleibt. Ich schaue mich noch etwas um und fotografiere.
Um 20:00 zeigt das Thermometer bereits 2 Grad an und ich verziehe mich ins Zelt und mummle mich so dick ein wie möglich, noch bevor die Nacht das Rot der untergehenden Sonne vollständig verschluckt hat.
24.9. Tourtag 7
Dass diese Nacht bequemer hätte sein können, ist einer unscheinbaren Mulde geschuldet, die mir beim hektischen Aufbau gestern nicht aufgefallen ist. Ich lupfe den Zeltrand ein wenig hoch und sehe, dass um mein Zelt herum Schnee liegt. Mit diesem minimalen Eindruck gebe ich mich vorerst zufrieden und frühstücke - erstmalig auf der Tour - noch im Quilt liegend. Ohne einen weiteren Blick nach draußen zu werfen, bereite ich alles für den Abmarsch vor und zusammen und erst dann schlüpfe ich aus dem Zelt und nehme beruhigt wahr, dass die Landschaft um mich herum nicht komplett mit Schnee bedeckt ist.
Um 7:48 setze ich meinen ersten Trackingpunkt. Obwohl ich weiß, dass ich heute ein straffes Programm vor mir habe, gehe ich es etwas langsamer an. Die das Tal flankierenden Gipfel sind von Schnee bedeckt und teilweise von Wolken verhüllt und es liegt noch immer Schnee in der Luft. Es ist nahezu windstill. Die vorherrschende Stimmung fasziniert mich. Ich gucke, fotografiere und genieße.
Ein paar Mal gehe ich das kurze Stück zum Grøtåa, um mir einen Überblick darüber zu verschaffen, ob ich hier furten hätte können, wenn ich meinen gestern verworfenen Plan, den Kratlvola zu umgehen, umgesetzt hätte. Mein Eindruck ist positiv. Bei einem nächsten Mal würde ich es probieren. Erst zuhause sehe ich, dass auf der Karte sogar zwei unmarkierte Pfade vermerkt sind, die den Fluss kreuzen. Ich nehme an, dass es sich dabei um einfache Furten handelt. Ich komme an einer verschlossenen Hütte vorbei, von der ein unmarkierter Weg in Richtung Westen, zwischen dem Stor-Svuku und dem Litl-Svuku hindurch führt. Eigentlich bis nach Svukuriset, aber ich könnte ihn auf halber Strecke verlassen und zum See Ronsjøen und dort auf dem markierten Weg von Svukuriset nach Stylen weitergehen, wie ich es auf meiner ersten Tour hier gemacht habe. An dem See habe ich damals meine letzte Nacht auf Tour verbracht. Dieser Weg sollte etwas kürzer sein und wäre vermutlich die vernünftigere Wahl. Das Grøtadalen kenne ich aber noch nicht und es reizt mich daher mehr. Und so nehme ich einen der von der Hütte abgehenden Wege, den ich für den richtigen halte, und laufe weiter.
Eben diese Hütten-Situationen haben sich auf dieser Tour als potentielle Fehlerquelle herausgestellt: Von einer solchen Hütte gehen oftmals zig Wege ab. Auf jeden Fall der Weg, den man kommt und der weiter führende Weg. Und über die anderen kann ich nur spekulieren: ein Weg zu einem nahe liegenden See oder Fluss, ein weiterer, auf dem der Hüttenbesitzer seine Hütte von wo auch immer erreichen kann und ggf. noch weitere. Jedenfalls ergeht es mir zigmal so, dass ich einem Weg folge und irgendwann den Eindruck habe, dass einer der anderen wohl besser gewesen wäre. Wirklich falsch war ich aber nie und die grobe Richtung hat immer gestimmt.
Das Grøtadalen gefällt mir. Dem unmarkierten Weg zu folgen ist nicht ganz einfach. Er ist oft nicht als Pfad erkennbar und nur sporadisch mit Steinmännchen markiert. Immer wieder verliere ich ihn oder ich möchte ihm nicht folgen (z.B. durch einen Sumpf) und halte eine andere Route für die bessere Wahl. Ich komme nicht schnell voran und so langsam fühle ich mich doch unter Zeitdruck. Immer wieder schaue ich zurück und überlege, ob ich nicht umdrehen und doch dem Weg von der vorhin passierten Hütte in Richtung Westen folgen soll. Ach was, denke ich mir, das wird schon, und folge weiter dem Grøtadalen. Ich gehe mal unten im Tal, mal weiter oben am Hang, mal ist es unten sumpfig und oben steinig und mal ist es genau anders herum. Zwischenzeitlich bin ich nur noch weglos unterwegs - also genau das, worauf ich eigentlich Lust habe!
Als ich mal wieder unten entlang gehe, vernehme ich ein seltsames Geräusch. Eine Art Schnauben. Sollte das jetzt meine erste Begegnung mit einem Bären in freier Wildbahn sein? Verhalten rufe ich ein "Heh" vor mich hin und schaue konzentriert in Richtung Grøtåa, aus der das Geräusch kommt. Nochmals ein Schnauben. Ich rufe abermals, etwas lauter und energischer. Und plötzlich sehe ich einen Elch in ca. 30 m Entfernung, wie er sich schnell durchs Unterholz davon macht. Ich bin hin- und hergerissen zwischen den Gefühlen "puh, also nur ein Elch" und "schade, dass das jetzt kein Bär war". Aber der ausgestopfte Bär im Coop in Brekken soll der einzige sein, den ich auf meiner Tour sehe und auch sonst bin ich auf keinerlei Bärenspuren gestoßen. Keine 10 Min. später treffe ich erneut auf einen Elch. Wir sehen einander von weitem, aber noch bevor ich meine Kamera zücken, geschweige denn ihm zurufen kann, er möge sich ab morgen, wenn hier die Elchjagd beginnt, in acht nehmen, ist er auch schon verschwunden
An einer Stelle, an der die Bäume wieder etwas dichter stehen, entdecke ich in 20-30 m Entfernung etwas leuchtend Blaues. Zuerst denke ich an einen Lagerplatz von einem anderen Wanderer. Aber als ich näher komme, stellt es sich nur als großer blauer Müllsack heraus. In Stücke unterschiedlicher Größe zerrissen und in der näheren Umgebung vom Wind verteilt. Ich widerstehe dem ersten Reflex, dass es mir jetzt zu doof ist, das alles einzusammeln und beginne mit dem Einsammeln. Es kommt einiges dabei zusammen und es ist ein Vielfaches von dem, was ich durch meine dämlichen Verluste in der Natur zurückgelassen habe. Unweigerlich kommen mir Kerstin und Frank aus Hamburg aus der Muggsjølia Hütte wieder in den Sinn. Und hätte es hier einen Besen mit zerbrochenem Stiel gegeben, hätte ich selbstverständlich versucht, diesen zu reparieren
Das letzte Stück bis nach Sylen zieht sich dann doch noch ganz schön. Weil ich keine Karte mehr habe (mein Foto von der Infotafel in Ljøsnåvollen zeigt die unmarkierten Wege nicht), weiß ich nicht, wo der unmarkierte Pfad entlangführt. Ich nehme an, wesentlich weiter unten im Tal. Weil ich nicht aber nicht runter will, nur um den Pfad dann evtl. nicht zu finden und festzustellen, alles wieder hoch zu müssen, weil ich davon ausgehe, dass ich den Fluss Røa hier oben pfadlos besser queren kann, bleibe ich lieber oben. Das bringt mir etwas Rumsucherei ein, bis ich einen darüber liegenden Baumstamm finde.
Wieder zuhause auf der Karte sehe ich, dass die Flussquerung im Tal völlig unproblematisch gewesen wäre - mittels Brücke.
Danach durchquere ich noch einen lichten, fast märchenhaften Wald, in dem alles mit Moos bewachsen ist.Ich steige hinab ins Tal und kurz vor Sylen treffe ich auf den von Svukuriset kommenden markierten Weg, den ich schon bei meiner ersten Tour hier langgelaufen bin. Etwa zehn Personen mit angelegten Schwimmwesten und Monsterrucksäcken mit Paddeln quälen sich den Berg hinauf an mir vorbei. Ich vermute, dass es sich um Packrafter handelt, frage aber nicht nach. Schade, da ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, was sie hier genau vorhaben.
Von da an kenne ich den Weg schon. Gespannt bin ich noch auf den Aufstieg vom See Grøvelsjøen hinauf über den Pass zwischen Salsfjellet und Sjøhøgda. Den hatte ich von meiner ersten Tour als sehr quälende Angelegenheit in Erinnerung. Mal sehen, wie es sich diesmal, mit einigen Kilos weniger, angeht. Das Ergebnis ist wie erwartet: Zwar geht es auch diesmal steil nach oben, allerdings ist das ganze wesentlich weniger anstrengend. Fast-UL sei dank! Ich habe den letzten Pass beinahe erreicht, als der Wind nochmals deutlich anzieht und mir von hinten Schnee und Graupel hinterher schleudert. Bis zu diesem Moment spiele ich noch mit dem Gedanken, die kommende Nacht in Grövelsjön neben der Fjällstation im Zelt zu verbringen - ab sofort freue ich mich auf ein warmes Zimmer mit Bett.
Etwa an dieser Stelle entscheide ich mich, die nächste Nacht in einem Zimmer mit Bett zu verbringen.
Ich komme um 17:30 an der Fjällstation an. Rezeption, Zimmer beziehen, Einkaufen im Shop, dann muss ich auch schon zum Essen, das ab 19:00 reserviert wird. Keine freie Platzwahl. Der Saal ist zwar sehr spärlich besetzt, ich werde aber visavis eines einzelnen Mannes um die fünfzig platziert. Mir ist eigentlich nach gemächlicher Zivilisationsannäherung und ich hatte auf einen einsamen Platz irgendwo in der Ecke gehofft, mit genügend Raum, meinen Erlebnissen und Gedanken nachzuhängen und Postkarten für meine Lieben zuhause zu schreiben. Ich bin daher etwas zerknirscht und hoffe, dass ich um eine Unterhaltung herum komme. Aber da eröffnet mein Tischnachbar auch schon das Gespräch. Mein Antworten sind zunächst stockend, doch dann komme ich schneller in Gang, als erwartet. Ein Schwede aus dem Süden des Landes, für eine 4-Tages-Tour mit Zelt hier hochgekommen und die Unterhaltung erweist sich als unerwartet unterhaltsam.
Anstatt meinen Fleischhunger befriedigen zu können, muss ich mit einem fleischlosen Büffet vornehmen - dafür mit Fisch. Den Vorspeisenteller mit einem Minihäufchen Etwas (Esslöffelvolumen), garniert mit zwei kleinen getrockneten Blättern, schaue ich zuerst ungläubig an. So ein Schickimicki-Essen ist so gar nicht das, was ich mir nach einer Woche Enthaltsamkeit vorgestellt habe! Irgendwann ringe ich mich durch, die Vorspeise hinter mich zu bringen und dabei bleiben mir doch tatsächlich die trockenen Blättchen im Halse stecken. Ich ringe nach Luft und rette mich, indem ich mein Wasserglas in einem Zug leere. Bei einem Büffet, so denke ich mir, muss es sich um einen Einheitspreis handeln. Eigentlich bin ich nach dem zweiten Nachschlag bereits satt, hole mir aber ob des Einheitspreises noch einen dritten. Als ich später meine Rechnung bezahle, stelle ich irritiert fest, dass die Servicekräfte genauestens registriert haben, von welchem Büffetbestandteil ich wie oft nachgeschlagen habe und dass das auch alles einzeln abgerechnet wird. Die Nacht verläuft unspektakulär.
25.9. Rückreise ab Grövelsjön
Mein Schlaf ist nur mäßig gut, was bei mir nicht ungewöhnlich ist, wenn mein Wecker am nächsten Morgen schon um 5:45 klingelt. Dafür ist es hier drin warm.
Bei der Rückfahrt nach Berlin wird es nochmal unerwartet spannend: Per Bus ab Grövelsjön um 6:50, die schwedische Bahn sollte mich dann von Mora aus mit zweimal Umsteigen nach Linköping bringen. Von dort hätte ich nach 45 Min. Aufenthalt den Flixbus nach Berlin genommen. Leider hat ein Umstieg wegen verspäteter Ankunft nicht geklappt und ich wäre eine Std. später in Linköping angekommen. Zu spät für meinen Bus. Die Schaffnerin lässt mich kostenlos nach Stockholm weiterfahren, damit ich dort mit dem Kundenservice meine Möglichkeiten klären kann. Das dortige "we can help you" leitet eine allumfassende, kostenlose und bei der Deutschen Bahn so nicht vorstellbare Rettungsmaßnahme ein: die Nutzung der Lounge am Stockholmer Hbf mit Getränken und Häppchen und eine 1. Klasse Fahrt nach Malmö, wo ich meine Busverbindung einhole und nunmehr entspannt um 22:15 zusteigen kann. Generell sind bei Flixbus frühere oder spätere Ein- und Ausstiege nicht gestattet, weshalb es zuvor vonnöten war, das alte Ticket (Linköping-Berlin) zu stornieren und ein neues (Malmö-Berlin) zu kaufen.
26.9. Rückreise / Ankunft in Berlin
Bei allem Stress am Vortag erreiche ich aber doch das Wichtigste: Zum geplanten Zeitpunkt um 8:15 in Berlin anzukommen!