Warum kein Weg an Island vorbeiführt

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  • Da kann ich gerne helfen, wenn auch erst 10 Jahre danach

    Womit wir Grund 10 und Grund 11 gelistet hätten. Kann man sich gerne individuell benennen.

    Wunderschöne Bilder, danke whr .


    Ich erlaube mir nochmal Laugavegur, danach bitte andere Fotos...

    Alftavatn die Erinnerung an die Anzahl der Hütten mal wieder ... unscharf gewesen.


    ...

    Die wenigen Leute auf den Bildern: zweimal meine Freundin als Schrankwand, einmal Gegenverkehr. Die eine Furt unterwegs sah nicht anders aus als bei whr. Eine "Problemstelle", an der sich die Leute stauen. Reale Problemstellen: Wetter (liest man vorher) und Orientierung (ab bißchen neben dem Trail). Planung!


    Vom überm Wasserfall nicht in Richtung Parkplatz geguckt...

    ...ist man schon fast in Vik. Tanke, Bushalte, Shops 50 Meter entfernt. Nächster Fotostop Jökulsarlon.

  • Aber stimmt das, dass es in Island kaum trails gibt und deswegen die ganze Welt auf immer derselben (2?) rumläuft?

    Island ist sehr dünn besiedelt (<4 Einwohner/qkm - DE hat 234, Norwegen 14); von denen leben auch noch 2/3 auf der kleinen Reykjanes-Halbinsel und insgesamt 94% in Städten. Wo nichts ist, ist nichts. Also nicht nur keine Trails, sondern auch keine sonstige Infrastruktur, um sich z. B. zu verpflegen. Wovon es viel gibt, ist Wasser; Konsequenz: Flüsse können zeitweise unpassierbar sein. Die von mir genannten populären Trails liegen im südlichen Hochland; es gibt auch weitere Tageswanderungen dort. Im echten Inland ("Outback") gibt es Pisten, entlang denen man wandern kann, mit der Problematik von Flusspassagen (die Fahrzeuge sind teilweise deutlich höhergelegt). Es gibt kein Jedermannsrecht; um das empfindliche Moos zu schonen, dürfen Zelte streng genommen nur an dafür ausgewiesenen Plätzen aufgebaut werden, im Inland wird Wildzelten beim Wandern entlang der Pisten toleriert. Eine Inseldurchquerung z. B. hat schon einen gewissen Expeditionscharakter.

    2 Mio Touristen 2018, zentriert auf wenige Monate, stehen knapp 400.000 Einwohnern gegenüber.

    Harmlose Flusspassage:

    Fußgängerbrücken haben schon mal Räder, weil der Fluss nicht jedes Jahr an der gleichen Stelle fließt.

    Einmal editiert, zuletzt von whr (22. Dezember 2025 um 14:03)

  • Insofern ist es schon den einen oder anderen LNT-Gedanken wert, wofür man "Reklame" macht. Aber vielleicht ist hier sowieso schon alles verloren - das müssen die beurteilen, die schon dort gewesen seid. Die Bilder sind jedenfalls ...zu Hinknieen (und Hinfahren) schön.

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • WonderBär naja, jenseits der wenigen Trails wirds schnell kompliziert (Geothermik, Wasser, Orientierung, Sturm). Frag mal Bohnenbub und andere, die nicht nur bißchen abseitig schlenkern, sondern längere Touren machen.

    Ahoi!

    Ich durfte bislang zwei größere Touren auf Island machen. Beide empfand ich als sehr bereichernd. Beides ist auch schon länger her:

    Mit BernieHH von Skaftafell über den Skeidarajökul zum Grenalon und auf und am Südrand des Vatnajökull entlang (von wo aus ich leider gen Süden aussteigen musste, weil der Dritte im Bunde überfordert war). Bernd ist dann alleine weiter zum Westrand Vatnajökull und von dort nach Süden. Bei ODS gibt es von BernieHH einen Bericht dazu. Ich kann gerne in den kommenden Tagen mal in den Archiven nach eigenen Fotos wühlen.

    Mit Gerald Klamer war ich, wenn ich mich recht erinnere, so um die 370 km unterwegs mit dem Ziel die drei großen Eiskappen zu verbinden; vom Langjökull über Hofsjökull zum Vatnajökull und dann die Tungna ein Stück weit mit Packraft gen Landmannalaugar/Südküste. https://www.sidetracked.com/fine-lines-iceland/
    (der Ton des Artikels ist etwas laut)

  • (der Ton des Artikels ist etwas laut)

    Finde die Ausführungen zur Comfort-Zone schon sehr treffend. Die muss man für sich kennen.

    In der Zwischenzeit zurück zum SAC-Schwierigkeitsgrad T Null / Keksesser:

    Wegen der Vögel.

    (Jökulsarlon, 50 Meter vom Parkplatz, caficon , die Fotos zum Hinknien können auch Fotoanfänger wie ich und die Touris auf Ringstrassen-Leihwagentour knipsen. Im Hafen von Höfn gab es damals outdoors eine Fotoausstellung eines Profis und Geo-Profs: der Vatnajoküll mit Farben, blühendes Gelb Rot, und Grün mit Fels vor Eis, Wasser, Himmel, vermutlich in einem späten Frühjahr. Der Laugavegur so T2, grundsätzlich einfach gehbar.)

    Wir waren dann mal 2 Nächte auf dem Camping in Höfn. Das hier ist vom 02.09., kurz nach 7, langes Frühstück, im Touri-Office nach dem Wetter geguckt, alles ok, dort auch ein paar Gps-Punkte für unterwegs bekommen, wir wollten mal hier oder da lang, vielleicht ne Woche am östlichen Rand des Vatnajökull in Richtung Norden.

    Zum Bauernhof getrampt und dann die F-Road lang (keine Ahnung, ob tatsächlich F-Road oder nur Fahrweg), die mit dieser Aussicht auf Múlaskáli aufhörte:

    Paar Meter davor wurde die Gruppe abgeholt. Man sieht noch Trails und ist schon nah am Gletscher, kann auch noch näher ran.

    Am 03.09. dem Weg gefolgt, nieselig, verhangen, nach mal 10 Meter steil aufwärts schon angestrengte Flappe in nassen Regenklamotten auf den Bildern, die ich hier nicht zeige. Langsam, lustlos, irgendwann gegen Mittag schon ans Zeltaufbauen gedacht und das Gps für gestört gehalten, weil der Luftdruck niedriger war als der niedrigste Luftdruck, den ich im Zusammenhang mit Wetter so im Hinterkopf hatte, aber nichts weiter dabei gedacht. Weitergetrottet, es wurde zunehmend noch verhangener und nasser, bis die nächste Hütte in den Blick kam:

    Blick war kurz nach 2, um drei sind wir da, hingetrödelt, noch diskutiert, ob wir Bock haben, Zelt am Flüsschen aufzubauen, irgendwie nicht - und verbringen den ersten Herbststurm des Jahres glücklich in der Hütte. Die Fensterläden sofort wieder zu gemacht bis auf einen. Was sich dann als bedenklich herausstellte (das Fenster nicht abzudecken). Die Hütte vibrierte, wir trocknen. Draussen konnte man nicht mehr stehen und wir kriegten nur mit grösster Kraft die Tür wieder zu, weil wir noch mal fühlen mussten, wie stark der Sturm ist. Die Geschichte habe ich schon mehrmals erzählt. Ofen an, Freundin Mittagschlaf. Ich verbringe den restlichen Nachmittag mit Küche-mit-wenig-Wasser-Putzen, weil ich mal eben ins Waschbecken pinkelte und selbstverständlich nicht im Kopf hatte, dass der Wind auf dem Abfluss stehen könnte. Sowas macht man ja auch nicht. Igitt der Herr. CN: Pinkelfontäne.

    Das nächste Foto ist dann nächsten Morgen um sieben. Eisregen peitscht über den kleinen See.

    Nachmittags klart es auf, jetzt sieht man die Wand und es stürmt noch.

    Bei steifer Brise dann mal raus, erstmal Runde zum Klohäuschen und abends Spaziergang:

    Man ist schon nah am Gletscher, über dem der abziehende Sturm noch nachtost.

    Das Gelände etwas schwieriger als am Laugavegur.

    Und was für ein Sonnenaufgang am nächsten Morgen.

    Was bedeutet denn das?

    Bald wieder tiefe Wolken, deshalb östlich statt nördlich, back to Ringstrasse. Von den Herbststürmen haben wir nur im Plural gelesen und dies war wohl und wäre Richtung Norden wohl die letzte Hütte. Unterwegs treffen wir einen Suchtrupp, der uns fragt, ob wir eine Gruppe von Wanderreitern gesehen hätten, die vermisst werden. Nein, haben wir nicht. Niemand gesehen.

    Der Abstieg war zwar markiert. Aber wir fanden ihn nur deshalb problemlos, weil das einer der Gps-Punkte war, die uns das Touri-Office mitgegeben hatte (hatten wir nach gefragt, weil wir davon gelesen hatten).

    Bis Unten hat es sich eingeregnet, ein kräftiger, sehr dichter Landregen. Ohne viel Wind und Nachmittags mit Hütte, von der es nicht mehr weit zur Ringstrasse war.

    ***


    Die Hütte:

    8|

    Höhepunkt des Fotos ist der aus der Kapuze im Halbprofil rausguckende Gesichtsausdruck meiner klatschnassen Freundin. Habe ich hier weggeschnitten.

    An der Ringstrasse werden wir am nächsten Tag vom Postboten mitgenommen, der sich als Bergsteiger outet und berichtet, dass der Sturm hier 49 m/s erreicht habe. Die örtliche Zeitung mit Titelfoto der Bergrettung, die mit kurzen Lawinensonden nach eingeeisten Schafen tastet.

    Gelernt: bei Herbststurm lieber in der Hütte als im Zelt, das dann so leicht sein kann wie man denkt, dass es mit dem Wetter unterhalb dessen klarkommt. Also viel leichter als die 2,8 Kg, die wir bei der zweiten Island-Tour für anderswo bergerfahrene Wander-Normalos dabeihatten.

    Edit: Grund Nr. 12 - Glück.

  • Hatte die Hütte Fensterläden? frage ich mich heute morgen. Oder haben wir die nur während des Sturms vermisst? - Meine Fotos sind aus dem gleichen einen Fenster raus. (Sind sie das?). - Doch mal zum Bücherregal gegangen.

    Sieht nach zumindest ein paar Fensterläden aus (Egilssel). Hatte ich nach der Tour besorgt, blättere ja gerne in so speziellen Lexika. Hütte war mit dicken Drahtseilen im Fels verankert.

    Jón G. Snæland, Fjallaskálar á Íslandi. "Í þessari bók er í máli og myndum lýst hartnær 400 skálum, gömlum og nýjum, sem reistir hafa verið víðs vegar á Íslandi." (ist aus dem Text vom Buchrücken). Autotranslate isländisch manchmal so ähnlich wie aliexpress. Auf der Homepage des anderen Buchladens sagt die englische Beschreibung "ca. 140 Hütten". Inhaltsverzeichnis listet überschlägig ca. 240. Edit: ach, Kopfrechnen vorm Frühstück. 4 mal ca. 80. Einige wenige sehen aus wie so Erdkeller in Köhlerhügeln oder wie kleine Höhle. Scheinbar einzige Auflage: 2010.

    WonderBär "Aber stimmt das, dass es in Island kaum Trails gibt?". Ich würde meinen (vermuten), es gibt Pfade für Tageswanderungen an den Hütten, aus denen man auch mehrere Tage machen kann. Ob die markiert sind ist eine andere Frage. Könnte schnell mal weg- und spurlos aussehen. Mehrtägige Trails, auf die island tourism damals hinwies, gab es so um die 10, eher weniger. Würde ich meinen. Auch wieder unscharfe Erinnerung. Zum "Wandern" zählt Reitwandern und "Autowandern". Dass irgendwo eine Hütte ist, heisst vielleicht noch nicht, dass sie auch zugänglich wäre.

  • So viele schöne Island Photos! :love: Ich war 2016 für drei Wochen zum fotografieren auf Island und mein Traum ist es dort auch mal Mehrtageswanderungen zu machen. Ich erlaube mir ein paar Eindrücke zu ergänzen.


    Nach dieser Entdeckung bin ich sehr achtsam über Steinstrände gelaufen.


    19.06. um 01:44 morgens, Mitternachtssonne über Hornstrandir


    Im Myvatn-Gebiet


    Es hat mich beeindruckt, wie nah man an geothermische Features heran konnte, wenn man etwas Abseits der touristishen Ziele agierte. Vielleicht ist inzwischen schon mehr abgesperrt, damit wir Touristen nicht alles zertrampeln.


    So viele tote Insekten auf einem Auto hatte ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen. ;(


    Nur ein Bruchteil der Steine, die unser Gastgeber in den Ostfjorden aus den Bergen geholt hat. Im ganzen Haus Vitrinen mit den schönsten Steinen. Draussen im Garten war nur das "Minderwertige" 8|


    Vestmannaeyjar Inseln


    Straßenschilder, die eigentlich eine Haltebucht davor erfordern ^^

    Die Straßen ins Hochland blieben leider bis Ende Juni gesperrt, da noch so viel Schnee lag.

  • Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigeratte:

    Grund Nr. 13: die Annäherung an die Abreise wäre allein schon eine Reise wert.

    Wir waren dann noch in Djúpivogur am rumlaufen.

    Und kamen im Bus auf der Ringstrasse mit Katja aus der Schweiz ins Gespräch, als Stau war. Egilsstaðir - Seyðisfjörður war in beide Richtungen gut trampen.

    Seyðisfjörður hat nen Camping (wir und ein Helsport-6er mit einer norwegischen Familie, sonst leer) und nen Hostel (Katja).

    Dieter-Roth-Archiv und Hangout der internationalen Kunst-Stipendiaten, die wir nach 2 Abenden gut kannten und die uns den nächsten Tag früh nach Egilsstaðir mitnahmen, so dass wir den Bus Richtung Bakkagerði kriegen konnten, Passhöhe Dyrfjöll ausgestiegen.

    Die Ostfjorde sehen etwas norwegischer aus

    und ich bin überzeugt, hier kommen die Strickmuster her.


    Bakkagerði. Wir waren im aufziehenden zweiten Herbststurm abgestiegen, die Busfahrerin hatte uns gesagt, es werde knapp. Pitschnass und Katja mit einem frischen Pflaster auf der Stirn ins offenstehende Hostel, in dem kein Warden war. Die nassen Klamotten aufgehängt und dann im Dunkeln in Sandalen bzw. auf Neoprensocken ins 2 km entfernte Restaurant gegangen, prima Fischsuppe, paar Drinks, wurde spät. Auf dem Rückweg fiel uns auf, dass mehrere Autos irgendwie ziellos mit Fernlicht im Dorf und auf der Passstrasse rumfuhren. Dann hielt die Busfahrerin in ihrem privaten Auto neben uns: es wurde gesucht und zwar nach uns. Man hatte befürchtet, dass wir auf dem Weg im Unwetter verloren gegangen seien.

    Nächsten Tag trampten wir nach Seyðisfjörður zurück. Könnte man auch als Trail in 2 bis 4 Tagen durch die Küstenberge laufen. Da sind einige Trails in den Ostfjorden.

    Fähre stand dann schon und zelt hatte in unserer Abwesenheit auf dem Camping 140 km/h (Zeitung) überstanden. Die norwegische Familie hatte eine ziemlich schlaflose Nacht. Wir machten noch einen der "7 summits of Seyðisfjörður", nämlich den einfachsten,

    und nahmen die "albanischen Bunker" in Augenschein (diese 3 kleinen Kuppeln),

    bei denen es sich um eine Installation akustischer Kunst handelte, in die Landschaft gebaut von einem deutschen Künstler mit Juniorprofessur in Uruguay. Das Echo, um das es ihm ging, ging so, aber der Weg war nice.

    In der Tanke abgehangen.

    Grund Nr. 14: die Fährfahrt. 36 Stunden und sehr beeindruckend.

    Thorshavn bei Regen. Man kann gute Wolle kaufen.

    Grund Nr. 15:

    Ich, zum dritten Mal im Leben: den Spielautomaten auf einer Fähre geknackt. Adrenalinstoss: wie finde ich wen von der Crew ohne dass sich jemand anders meinen Jackpot unter den Nagel reisst. Etwas über 400 Euro, knapp die Hälfte haben wir im Restaurant verbraten. Danach wurden die Spielautomaten auf Fähren in Eurpoa abgeschafft. Früher hatten sich da halt die Raucher getroffen.

    Hirtshals dann war schon bekannt, hauptsächlich Strand und Paddelkanäle. Zugverbindung eher sehr naja. Flensburg die Hafenkneipen klasse zum Zwischenübernachten.

    Zu den Faröern fällt mir noch ein, dass mich auf den Shetlands beim Trampen mal der Trainer deren Fussball-Nationalmannschaft auf dem Weg zum Länderspiel gegen die Faröer mitgenommen hat. Das Stadion war eher so ne Wiese und an das Spiel habe ich keine Erinnerung.

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