Tipps fürs Allgäu?

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  • Ich wollte schon seit einer Weile mal ins Allgäu, nun habe ich Zugtickets für Ende September, ca. 7-10 Tage. Entlang des RE17 (Immenstadt-Sonthofen-Fischen-Oberstdorf) könnte ich aussteigen und sollte am Ende auch wieder in den Zug steigen können.

    Habe aber bisher noch nicht so richtig einen Plan. Mir wurde mal die Himmelsstürmer-Route der Wandertrilogie empfohlen. Kennt sie jemand? Welcher Abschnitt wäre in so 8-9 Tagen (langsames Tempo) + Anreise gut machbar und zu empfehlen? Wie überlaufen sind die Routen? Welche alternativen Routen könntet ihr empfehlen?

    Ich würde am liebsten

    - auf einsameren Wegen und eher Single Trails unterwegs sein

    - eine feste Route haben, an die ich mich orientieren kann (zwar mit Abweichungen nach Belieben oder Notwendigkeit, aber eine neue Route zusammenzustückeln würde mich eher stressen)

    - idealerweise mehr Gratpassagen und weniger Höhenmeter-Zickzack wandern

    - ein Plus wären klettersteigähnliche Passagen oder leichte Klettersteige in der Nähe, die man ohne Ausrüstung (und mit dem Trekkinggepäck auf dem Rücken) mitnehmen könnte. (Prinzipiell hätte ich schon auch Lust auf 'richtige' Klettersteige, aber ein Set für einen Steig mitzunehmen und den Rest der Tour mitzuschleppen scheint mir überdimensioniert.)

    Auch über sonstige Tipps für die Gegend würde ich mich freuen. Ich wäre mit Zelt unterwegs, wie unentspannt wäre es, wenn man da auf Unterkünfte verzichten wollen würde? Wie überlaufen wäre es zu der Zeit? Wettermäßig sieht es aktuell mild aus, ansonsten müsste ich wahrscheinlich talnahe Alternativen suchen. Irgendwas Regionsspezifisches zu beachten?

    Einmal editiert, zuletzt von ozeana (7. September 2025 um 22:56)

  • Mein Vorschlag:

    Von Sonthofen mit dem Bus nach Hinterstein, kurz vorher am Sägewerk (großer Parkplatz aussteigen).

    Über den/die Ostrach auf den Jägersteig hoch zur Rotspitze - Hasenecksattel - kleiner und große Daumen (Beginn von Hintersteiner Klettersteig, hier aber einfach) und vor dem Gratkopf zum Laufbichelsee runter und Richtung Edmund-Probst-Haus (nicht mehr auf dem Klettersteig).

    Danach den Wanderweg 428 zum Laufbacherecksattel und Himmelecksattel. Ab hier dem Grenzgänger gegen den Uhrzeigersinn folgen, der führt dich runter nach Hinterhornbach und ab dem Prinz-Luitpold-Haus dann selbigen Weg Richtung Schrecksee und über die Willersalpe zurück nach Hinterstein.

    Das sind so 70 km, größtenteils auf der Höhe, leichte Grate, etwas Kraxelei, Abstecher zum Hochvogel möglich.

    Ende September sind keine Ferien, also nicht zu viel los. Wildcampen ist so ne Sache, aber die Nächte sind schon lang (Zelt im Dunkeln auf- und abbauen).

  • ozeana 8. September 2025 um 08:06

    Hat den Titel des Themas von „Tipps für Allgäu?“ zu „Tipps fürs Allgäu?“ geändert.
  • Ich wäre mit Zelt unterwegs, wie unentspannt wäre es, wenn man da auf Unterkünfte verzichten wollen würde?

    Da würde mich auch mal der aktuelle Stand interessieren, ich bin schon Jahre nicht mehr in den deutschen Alpen unterwegs gewesen und hab nur mitbekommen, dass der ein oder andere bayrische Lokalfürst etwas am Rad dreht.

  • Ich hab gelesen (BR oder sowas), dass Hotspots wie der Schrecksee in der Hochsaison kontrolliert werden. Anscheinend ist das Biwakieren in dem deutschen Teil der Allgäuer Alpen verboten.

    Auf Tiroler Seite ist aber das Biwakieren überhalb der Baumgrenze erlaubt, selbst geplant. Es wird jedoch nicht erwähnt ob eine Übernachtung mit Zelt als Biwakieren gilt. Ich lege es aber so aus, dass es auch mit Zelt i.O. ist.

  • Völlige Fehleinschätzung für Tirol. Ist schlicht verboten. Wird nicht toleriert. Wenn man erwischt wird.

    Wurde einfach übertrieben in den letzten Jahren.

    Bzgl. Schrecksee - wer da noch campt ist selbst schuld.

  • Tirol hat tatsächlich schon seit Jahren die restriktivsten Regelungen (dafür sprengt man gern mal illegal eine Bergkuppe, um ein Skigebiet zu bauen).

    Hat Bayern eigentlich eine flächendeckende Regelung für das "alpine Ödland"? In der Regel ist die ganze Campirerei ja in den Landeswaldgesetzen geregelt, und man könnte darüber streiten, ob ein Waldgesetz oberhalb der Baumgrenze gilt 😁.

  • In der Regel ist die ganze Campirerei ja in den Landeswaldgesetzen geregelt, und man könnte darüber streiten, ob ein Waldgesetz oberhalb der Baumgrenze gilt 😁.

    Nö, kann man nicht streiten. Ist im Artikel 2 eindeutig geregelt auf welchen Flächen das bayrische Waldgesetz gilt. Ausserdem finden sich Reglungen zum Campen auch gerne in Naturschutz- bzw. Jagdgesetzen.

  • Leute, googelt doch einfach:

    "Ausnahmen von diesem Verbot bestehen in Bezug auf

    Grundflächen, für die durch Verordnung der Gemeinde eine befristete Ausnahme getroffen wurde,

    Campingausflüge von Schulen, Jugendorganisationen etc. für einen kurzen, durch den Anlass gebotenen Zeitraum und

    Biwakieren im hochalpinen Gelände für einen kurzen, durch den Anlass gebotenen Zeitraum.

    Unter dem angeführten Biwakieren wird in der Regel die einmalige behelfsmäßige Übernachtung im alpinen Gelände anlässlich von Bergtouren verstanden, entweder geplanterweise oder im Falle eines Schlechtwettereinbruchs, einer Verletzung oder bei Dunkelheit etc."

    Quellen:

    https://www.alpenverein.at/portal/natur-umwelt/respektamberg/zelten-biwakieren.php


    Campen in Tirol

  • Konkret fürs Allgäu reicht vielleicht schon der Verweis auf das Naturschutzgebiet "Allgäuer Hochalpen", dessen Lage und Bestimmungen man zB hier nachlesen kann: https://www.oberallgaeu.org/umwelt-und-nat…aeuer-hochalpen

    Demnach ist dort u.a. verboten: "Feuer zu machen, zu zelten oder außerhalb felsiger oder felsnaher Bereiche zu biwakieren".

    (Jo, felsnah ist halt auch wieder etwas schwammig ...)

    Die ganzen Seilbahnen usw. sind selbstverständlich ausgespart (Arbeitsplätze!! Wirtschaft!1!), von daher sollten meine bisherigen Biwaks unterhalb des Nebelhorns grad noch so rechtens gewesen sein ;)

  • Hi ozeana,

    Du könntest einfach die klassische, große Allgäurunde anfangen, soweit du eben nach Zeit und Wetter kommst!

    Nach Oberstdorf, dann direkt zum Grat Richtung Fellhorn hoch, dann immer den höchsten Wegen/Graten nach gegen den Uhrzeigersinn an der D/AU Grenze entlang (inkl. Südlichster Punkt Deutschlands, Heilbronner Weg, höchster Allgäuer Krottenkopf), bis nach Hinterstein. Dazwischen gibt's immer einen Abstieg nach Oberstdorf. (Biwakieren im felsigen oder felsnahen Bereich sind die Zauberworte..., ist dann allerdings ernsthafte, autarke Tour).

    Gruß!

  • Danke an alle für den Input zur Biwakiersituation und einen besonderen Dank an @Nelson und tereglu für die konkreten Vorschläge.

    Du könntest einfach die klassische, große Allgäurunde anfangen, soweit du eben nach Zeit und Wetter kommst!

    Da müsste ich nochmal genauer schauen, klingt nach etwas mehr Zusammenpuzzeln und Unterwegsgucken, oder gibt's das tatsächlich als eine suchbare Tour? Speichere ich jedenfalls als Option fürs nächste Mal.

    Das sind so 70 km, größtenteils auf der Höhe, leichte Grate, etwas Kraxelei, Abstecher zum Hochvogel möglich.

    Die Tour spricht mich sehr an. Erst dachte ich, man muss doch einiges zusammenstückeln, aber du hast den Verlauf super beschrieben und am Ende ist alles schnell überschaubar und übersichtlich geworden. Danke dafür! Das ist bei mir jetzt Option 1.

    Ansonsten ist noch die andere Seite von Sonthofen aus im Rennen, Nagelfluhkette, irgendwas zwischen Himmelsstürmer/E4 und andere Trails dazwischen, also etwas niedriger.

    Und dann müsste ich noch nach talnahen Ausweichrouten als Schlechtwettervariante suchen.

    Einmal editiert, zuletzt von ozeana (16. September 2025 um 23:01)

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