Overnighter Juli 2025 im Pfälzer Wald

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  • Hi, ich finde es toll, all die Reiseberichte hier lesen zu können, war bislang aber zu faul oder zu beschäftigt, mir einen Moment Zeit nehmen zu können, um selbst einen zu verfassen.

    Bis jetzt.

    Also hier ist mein erster Reisebericht ;) der gleichzeitig eine Vorstellung hier im Forum ist, die ich in dieser Form viel schöner finde.

    Eines war mir klar - inspiriert von all den Berichten hier wollte ich meine erste Nacht alleine im Wald verbringen. Noch etwas anderes war mir klar - da ich familiär bedingt nur selten die Möglichkeit dazu habe mir mehr Zeit als für eine Tagestour zu nehmen, sollte es eine besonders schöne Tour werden. Schön heißt für mich - möglichst viele kleine verzauberte Singletrails anstatt Forstautobahnen, viel Wald und auf- und ab und möglichst wenige Menschen unterwegs.

    Auf meiner ersten Mehrtagestour bin ich von Campingplatz zu Campingplatz gewandert - jetzt stand ich vor der Frage, wo und wie ich eine gute Nacht alleine im Wald verbringen und gleichzeitig eine schöne Wanderung machen kann.

    Gleichzeitig war ich mit meinen Ängsten konfrontiert - die Vorstellung allein im Wald zu übernachten hatte eine ebenso faszinierende wie furchteinflössende Wirkung auf mich.Nach dem Lesen dieses Threads: Schlafen im Wald - Don't sleep with your Fears...oder? wurde mir aber schnell klar, dass ich nicht allein damit bin - das, und die im Thread beschriebene Erfahrungen haben mich sehr erleichtert und mir war klar, dass von den 3 größten Quellen der Angst: Förster, Wildschweine und seltsame Menschen, ich zumindest eine sicher dadurch ausschliessen kann, indem ich auf einem legalen Trekkingplatz übernachte.

    Also machte ich mich auf die Suche und fand eine für mich hilfreiche Kartenübersicht von Trekkingplätzen in ganz Deutschland auf dieser Seite: https://trekkingtrails.de/trekkingplaetze/ Nach dem ich dann auf Komoot einige Streckenplanungen zu Trekkingplätzen im Odenwald, dem Spessart und dem Pfälzerwald durchprobiert habe, fiel meine Wahl auf den Pfälzer Wald - vor allem auch deshalb, weil eine Freundin dort in einem kleinen Ort auf meine Kinder aufpasst, ich dort vor der Tour übernachten und dann direkt morgens starten kann.Als Übernachtungsplatz bot sich dann der Trekkingplatz am Herrentisch an und ich buchte direkt eine Übernachtung, wobei ich natürlich darauf setzte, dass niemand außer mir den gleichen Tag bucht - ich hatte Glück und konnte dann tatsächlich alleine dort sein ;) Dann machte ich die Feinplanung der Strecke auf Komoot - die vorgeschlagenen Wege ersetzte ich wo immer möglich durch Singletrails und baute noch ein paar Abzweige zu schönen Orten ein.

    Am Ende hatte ich eine Rundwanderung mit ca. 46km Länge und 1600HM und die Übernachtung irgendwo in der Mitte. Leider vergesse ich jedesmal, dass ich auf diese Strecke eigentlich noch mal mindestens 20% draufschlagen muss, um auf realistische Werte zu kommen. Insgesamt waren es dann etwas über 2000HM und 60 Kilometer, was mich ziemlich an meine Grenzen gebracht hat, da ich auch kaum Zeit für eine ordentliche Vorbereitung hatte.


    Bei meiner letzten Mehrtagestour war ich noch mit ca. 14kg Rucksack unterwegs. Das wollte ich mir diesmal nicht mehr antun. Was tun? Im Vorfeld der Planung war die Waldbrandgefahrenstufe so hoch, dass ich damit rechnete keinen Kocher nutzen zu können. Ich plante also kalte Küche ein - was mich beim Essen weniger stört, aber mir in Bezug auf heiße Koffeingetränke weh tut :( Aber so konnte ich das Konzept einfach mal ausprobieren, ich war neugierig wie sich das anfühlt und ausserdem war damit das Gewicht schon mal reduziert. Ich hatte einiges anderes an Einsparpotential identifiziert - kleinere Sachen, wie ein viel zu schweres Kopfkissen, Löffel, etc aber auch Zelt, Rucksack, Schlafmatte und Schlafsack boten noch Potential, dass ich aber nicht alles gleichzeitig angehen konnte. Meine Wahl fiel schliesslich darauf, meinen kuFA Schlafsack durch einen Dauenschlafsack zu ersetzen und die etwas zu große, und damit unnötig schwere STS Matte durch eine kleinere Naturehike 5.8 Matte zu ersetzen. Sparte direkt zwar nur ca 160g, indirekt konnte ich so aber zusätzlich noch meine 400g Buffy und 100g warme Socken, die ich im KuFa-Sack benötigte, um nicht zu frieren, einsparen.

    Schliesslich bin ich mit einem Rucksack gestartet, der um die 10kg wog, inklusive Essen und 3,5l Wasser/Getränken. Viel besser! Ich hoffe, ich kann das auch auf Mehrtagestouren in ähnlich geringen Dimensionen halten…

    Hier meine Liste auf Lighterpack: https://lighterpack.com/r/q7zajn

    Und hier noch die (grobe) Vorplanung auf komoot: https://www.komoot.com/tour/240364895…j8UN6ay&ref=wtd

    Genug der Vorrede, Jetzt Impressionen der Tour:

    Start irgendwo bei Edenkoben, nach ein paar Kilometern auf Asphalt durch Weinstöcke bietet sich die erste Aussicht:

    Und dann geht es in den Wald. Nach einiger Zeit stoße ich auf dieses Schild und beschliesse es erst einmal zu ignorieren, da die kleine Schlucht, durch die ein Bach fließt, einfach zauberhaft schön aussieht.

    Das ist sie auch auf dem weiteren Verlauf

    Aber dann komme ich einfach nicht mehr weiter und müsste rechts oder links den steilen Hang hinauf klettern, um wieder auf einen größeren Weg zu gelangen, was mir aber zu riskant erscheint, also kehre ich um, laufe zurück und nehme einen anderen Abzweig, der mich dann weiter im Aufstieg zum Taubenkopf durch eine sehr schöne Landschaft führt:

    Am Taubenkopf angekommen (ca 600m)

    bietet sich dann eine tolle Möglichkeit für eine kleine Pause

    Irgendwann steht der letzte Resupply an. Zwar soll es direkt am Trekkingplatz eine Quelle geben, aber da bislang alle Quellen, an denen ich vorbeigekommen bin trocken waren, beschliesse ich noch mal in der letzten Stadt Wasser aufzutanken. Dann geht es weiter, aber da wo das Navi mir sagt, dass es weitergehen soll, sehe ich einfach keinen Weg?!

    Ich frage einen Einheimischen und er kennt sich zum Glück aus und sagt mir, dass sich im ersten dieser Bögen ein Fußgängertunnel und eine dunkle Treppe verbergen, die man auf den ersten Blick nicht sehen kann :) Weiter geht es also durch den Tunnel

    und irgendwann kommt ein Schild, dass mir mitteilt, dass es nur noch 2,2 Kilometer bis zum Herrentisch seien. Ich freue mich, da ich schon ziemlich platt bin und der Rucksack wieder schwer geworden ist.

    Was mir bei einem Blick auf die Karte hätte auffallen können, die letzten Kilometer haben es noch mal in sich - es geht aus dem Tal noch mal ca250 HM höher, die ich dann keuchend und fluchend noch hinter mich bringen muss. Schliesslich komme ich mit der letzten Kraftreserve für heute am Trekkingplatz an und muss mich erst mal eine halbe Stunde hinlegen, bevor ich das Zelt aufbaue.

    Was mir ein bisschen Sorge bereitet, ist der wirklich krasse Fluglärm (nachher stelle ich fest, dass in dieser Gegend wohl Flugzonen der US Army liegen, in denen der Umgang mit Flugabwehrsystemen geübt wird...) , seit ich in die Gegend um Lambrecht gewandert bin. Aber gegen 19 uhr hört er komplett auf und es herrscht eine unglaubliche Stille im Wald, die nur ab und an durch ein Rascheln eines Tieres oben in den Baumwipfeln unterbrochen wird. Ich esse noch etwas, hänge meine Vorräte in den Baum und sobald es dunkel wird, verkrieche ich mich etwas angespannt in mein Zelt. Die Nacht verläuft allerdings ohne Störungen, ich liege zwar auf der neuen Matte echt gut, aber schlafe schlecht und wache dauernd auf - nur Geräusche höre ich, solange ich wach bin, so gut wie gar keine und kann die unglaubliche Stille genießen.

    In der Nacht fängt es an zu regnen und Teil 2 kommt nachher, wenn ich noch mal Zeit zum Schreiben habe.

  • Wieso 20% drauf? Schlingerst Du?

    Unterschied der durch Messfehler, und dass was durch den Kartendienst interpoliert wird (was mathematisch gesehen immer weniger ist las die richtige Anzahl hm) entsteht. Aber ich bin mir sicher, dass der Hauptteil von den mehr Höhenmeter Messfehler ist. (Vor allem auf relativ flachen Stücken, da misst er einmal 5m tiefer, einmal 5m höher, und hopp, hatt man 10 hm mehr gemacht.

    Im Wald kann man Höhenmessung per GPS eh vergessen und sobald das Wetter umschlägt ist auch die barometrische auch raus.

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