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  • Weiss jemand, wie jetzt die Wassersituation in den Vogesen ist? Kann ich mit Wasser rechnen, wo Quellen/Bäche in der App eingezeichnet sind? Oder sind diese Wasserquellen ev. ausgetrockenet?


    Und sind Gaskocher erlaubt oder gibt es sonstwelche Probleme aufgrund von Waldbrandgefahr?

    Ich war auch gerade im Schwarzwald an einem Brunnen der nur tröpfelte. Da hatte ich ansonsten schon oft meine Flasche gefüllt. In den Vogesen sollte es nicht besser sein. Bei Waldbrandgefahr würde ich im Wald auf keinen Fall kochen und am besten auch nicht da übernachten. Am besten Hütten, Gites oder Campingplätze aufsuchen, dann hast du Wasser und du bist relativ sicher. Die Feuerwehr hat zur Zeit genug zu tun.

  • Weiss jemand, wie jetzt die Wassersituation in den Vogesen ist? Kann ich mit Wasser rechnen, wo Quellen/Bäche in der App eingezeichnet sind? Oder sind diese Wasserquellen ev. ausgetrockenet?

    Also, ich antworte mir mal selbst ;)

    Wasser ist erstaunlicherweise kein Problem, viele Quellen führen noch Wasser, wenn auch wahrscheinlich weniger als sonst.

  • Weiss jemand, wie jetzt die Wassersituation in den Vogesen ist? Kann ich mit Wasser rechnen, wo Quellen/Bäche in der App eingezeichnet sind? Oder sind diese Wasserquellen ev. ausgetrockenet?

    Also, ich antworte mir mal selbst ;)

    Wasser ist erstaunlicherweise kein Problem, viele Quellen führen noch Wasser, wenn auch wahrscheinlich weniger als sonst.

    Das könnte so sein der Vermutung nach aber sicher ist das nicht

  • Letzte Woche bin ich vom südlichen Ende des Hexatrek in Hendaye in die schöne Schweiz zurück gereist. Daher an dieser Stelle meine Eindrücke nach 4 Monaten wandern durch Frankreich, Spanien, Andorra und der Schweiz. Ich bin die normale Route des Hexa gewandert (komplett), ohne Ausflüge auf die HRP (Haute Route Pyrenees). Falls möglich, will ich die HRP im Sommer 2027 abwandern.

    Zum Trail allgemein: Hexa spielt landschaftlich in einer anderen Liga, als fast alles, was die Triple Crown Trails in den USA zu bieten haben. Ein Tag auf dem Hexa ist fast immer ein besseres Landschaftserlebnis als nahezu der gesamte Appalachian Trail. Man ist mitten in den Bergen, statt nur am Rand wie auf dem PCT in Washington. Gewiss, die Sierras bieten ebenfalls schöne Bergpässe, verglichen mit jenen auf dem Hexa sehen diese aber eher bescheiden aus.

    Der Hexa ist über 1000 km kürzer als der PCT, die gesamte Höhendifferenz ist jedoch fast dieselbe (149’000 m auf dem PCT vs. 140’000 m). D.h. der Hexa ist wesentlich anstrengender zu wandern. Es gibt fast nirgendwo Rennpisten wie auf dem PCT. Viele Wege auf dem Hexa sind ziemlich technisch, es empfiehlt sich oftmals genau hinzuschauen und die Füsse gezielt zu platzieren. Ansonsten fliegt man auf die Schnauze und schlimmstenfalls droht ein Absturz. Auch wandert man durch imposante Geröllfelder, teilweise mit meterhohen Felsbrocken. Da ist maximale Trittsicherheit erforderlich. Nicht zu unterschätzen ist überdies das Wetter. Gewitter in den Bergen ziehen leider nicht immer an der anderen Talseite entlang und man muss damit rechnen, das Zelt ziemlich plötzlich aufstellen zu müssen.

    Idealerweise wandert man Anfang Juni in Wissembourg los. Im 2026 gab es jedoch Probleme mit der Hitze. Hinunter zum Genfersee wandert man häufig im Wald und im Schatten sowie in der Höhe, mit etwas Glück erwischt man ein wenig Wind. In den Alpen ist man ständig über 1500 Metern, im Süden Frankreichs stiegen leider die Temperaturen im September unangenehm an. Hinzu kamen ausgetrocknete Wasserquellen.

    Startet man hingegen Ende Juni, so sind die Chancen grösser, der Hitze zu entkommen. Dafür ist man dann mit geschlossenen Lebensmittelläden und Campingplätzen gegen Ende des Trails konfrontiert. Im Frühling 2026 gab es ausserdem Waldbrände. Der Trail war nur minimal geschlossen, es gibt momentan nur drei Abschnitte, die offiziell geschlossen sind. Die GR Trails ausserhalb des Hexa waren stärker betroffen. Die ganz grossen Waldbrände in der Region Bordeaux waren abseits des Hexa.

    Es gibt ein paar Besonderheiten auf diesem Trail, die man bereits bei der Vorbereitung zur Kenntnis nehmen sollte:

    Zahlungsverkehr: Frankreich ist ein modernes Land, in Supermärkten wird kontaktlos bezahlt, z.B. mit Apple Pay. Viele Alphütten und Restaurants in den Bergen bestehen jedoch auf Barzahlung. In Ausnahmefällen akzeptieren sie eine Banküberweisung. Dies ist jedoch super aufwändig. IBAN Nummern abtippen ist mühsam, niemand hat einen QR-Code. Zumindest meine Bank wollte auch immer eine Adresse des Kontoinhabers. Barbezüge in Euros an Bankomaten im Ausland sind nicht unbedingt billig. Stand heute würde ich deshalb mit Beträgen von mehreren hundert Euronen arbeiten und tatsächlich dreistellige Eurobeiträge in bar mitschleppen.

    Bewirtete Hütten in den Bergen: Eine grosse und anstrengende Lotterie. Obwohl viele Hütten zum selben Verein gehören, entscheiden die Hüttenwirte selbständig, wie gastfreundlich sie sich verhalten möchten. Spontane Gäste sind nicht überall gerne gesehen. In derselben Hütte kann jemand Hexatreker willkommen heissen, der Kollege am nächsten Tag wird fast zum Teufel gejagt. In einer Hütte werden schon mal 34 Mahlzeiten zubereitet, ohne Reservation gibt es jedoch nichts zu essen.

    Es gibt sehr verschiedene Arten von Unterkünften in Frankreich. Am unkompliziertesten waren Campingplätze. Diese sind meistens auch vernünftig bepreist. 15 Euro pro Nacht ist bereits am oberen Ende. Dann gibt es Gasthäuser, sogenannte Gites. In urbanen Gegenden werden diese nur Wochenweise vermietet. In Berggebieten nehmen sie aber auch spontan Gäste auf und sind erstaunlich günstig. Mit etwas Glück kann man für unter 20 Euro in einem normalen Bett in einem Einzelzimmer übernachten und hat allen Komfort einer Ferienwohnung inkl. Zugang zu einer voll ausgestatteten Küche (und zu anderen Gästen, die kochen, nennt sich dann yogi..).

    Unter allen Umständen vermeiden sollte man das Übernachten im Vanoise-Nationalpark oder das Konsumieren in deren Hütten. Dort geht es nur darum, Menschen in Zelten zu vertreiben, damit die unverschämt abgezockten Hüttengäste in diesem Park möglichst nicht von verschwitzten Menschen beunruhigt werden. Bereits am Eingang (auf einem riesigen Parkplatz) gibt es ein Schild, auf dem Zelte als umweltschädigend (Erosion!) verteufelt werden. Natürlich hat der Park dort sogar die Steckdosen ausgeschaltet, nicht dass sich jemand erfrecht, seine Powerbank zu laden und schändlicherweise den Strom zu stehlen. Der ganze Park ist aber voller Kühe, da ist dann die Erosion gar kein Problem. Parkangestellte lügen, wonach es um die Hütten keinen Platz mehr für Zelte gibt, falls man den Platz nicht im Voraus reserviert hat. Glücklicherweise gibt es mitten im Park ein Ski-Resort, dort akzeptieren sie sogar Powerbanks in Restaurants. Im ganzen Park gibt es abends illegale Zeltler. Diese stellen ihre Zelte dann schon mal in super-sensible Feuchtgebiete. Ich wünsche den Zuständigen dort jedenfalls noch ganz viel Ärger mit Menschen in Zelten.

    Es geht auch anders: Im Bereich der Tour de Montblanc haben Hütten einfach eine kleinen Bereich eingezäunt und verweisen Biwakierer in Zelten dorthin. Das klappt gut, die Hütten verkaufen einem im Gegenzug gerne ein Bier oder eine Mahlzeit. Gerüchteweise wollen die Zuständigen auf der Tour de Montblanc im 2027 mehr Ranger aufbieten, um den Übertourismus einzuschränken. Einzelne Hütten auf dieser Tour sind überlastet. Ohne Reservation soll offenbar der Zugang zu diesen Hütten verboten werden. Alle Hütten im Voraus zu reservieren ist jedoch schwierig, selbst wenn man jeden Tag erheblich Zeit für Logistik einplant. Es gibt schlichtweg nicht überall Telefon-Empfang.

    In den Pyrenäen gibt es unbewirtete Hütten und je nach Jahreszeit Räume in saisonal geschlossenen Hütten. Da ist dann auch das Hängen des Essens angezeigt, wegen den Mäusen.

    Im Oktober sind die meisten Schafherden bereits wieder im Tal. Mit Schutzhunden hatte ich deshalb in den Pyrenäen keinerlei Probleme. Auf dem ganzen Trail hatte ich ungefähr 5 Begegnungen mit Schutzhunden. Ausgebildete Hunde unterscheiden zwischen Wölfen und Menschen. Neben dem Geruch identifizieren diese Hunde Menschen am Verhalten. Es gibt überall Schilder, auf denen einem die Problematik einfach genug erklärt wird. Auch gibt es Bären, leider nicht sehr viele und ich habe leider keinen gesehen.

    Ausrüstung: Ultraleichte Gear ist in Frankreich nahezu unbekannt. Schwer im Trend sind Decathlon und Millet. Letztere Firma ist vor allem bei Wandernden auf der Tour de Montblanc beliebt. Die erstehen dann schon mal ein T-Shirt mit “Tour de Montblanc, 170 km”. Da war ich natürlich sehr beeindruckt.

    Wer grosse Füsse hat, sollte sich Schuhe senden lassen. In Frankreich gibt es an vielen Orten Smart-Lockers, Sendungen müssen nicht mehr postlagernd an Post-Filialen geschickt werden. In manchen Ladengeschäften ist bei Grösse 46 Schluss.

    Schuhe für den Hexatrek sollten in allen Richtungen belastbar sein, ohne zu kippen und äusserst griffige Sohlen aufweisen. Es ist unabdingbar, auf schrägen Steinplatten auch bei Näse sicher stehen zu können. Vibram Megagrip ist nicht verkehrt, schlaues Stollen-Design auch nicht. Aufgrund der bisweilen tiefen Stufen und der damit verbundenen Schläge hatte ich den Eindruck, die Hoka Speedgoats seien nach 400 km bereits verbraucht. Daraufhin habe ich Schuhe von Normal gekauft. Diese sind nicht teurer als Hokas, sind aber wesentlich stabiler gebaut und haben durchgehenden Gummi an der Aussensohle. Der Gripp ist jedenfalls sensationell, auch auf steilen Wegen bei grosser Näse.

    Kleinere Lebensmittelhändler sollten immer am Morgen angesteuert werden, nicht jedoch im Laufe des Nachmittags. Dann haben diese wegen Zu geschlossen und öffnen erst gegen 17:00 Uhr wieder. Dasselbe gilt für Restaurants, diese öffnen Abends manchmal nur zwischen 19:00 und 21:00 Uhr.

    Die App: Laut ein paar Freunden aus Frankreich ist der Hexatrek immer noch ein Projekt einer einzelnen Person namens Kevin. Dies sieht man auch an der App. Irgendwer hat die App in den Kommentaren übel zugespamt, Fotos mit seinem Logo inklusive. Bei Apps wie FarOut wäre dies kaum möglich. Immerhin gibt es humorvolle Kommentare: "a town full of BMW-owning wankers....".

    Am Ende des Trails erhält man einen Flyer mit der Bitte, die App mit fünf Sternen in den App-Stores zu bewerten. Persönlich denke ich, dass die Macher dieser App eher damit rechnen müssen, dass die App aus den Stores rausgeschmissen wird. Aus welchen Gründen auch immer verlässt die Route hin und wieder die GR Trails. Mal wird man auf eine Strasse ausserorts gelotst, während der GR Trail separat verläuft. Andernorts verläuft die Route über unüberwindbare Felsen. Oder über private Strassen. Oder die Route wechselt plötzlich die Flussseite. Blöd, wenn der Fluss infolge Regens nicht gequert werden kann, Brücke gibt es nicht. Die Grundkarte ist Opensource, jedoch sehr alt und in der Zwischenzeit wurden neue Wege gebaut.

    Die POI in Ortschaften sind fast nutzlos, da sie nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden. Oder es wird ein Restaurant angezeigt, es gibt jedoch Kommentare von vor 2 Jahren, wonach das Restaurant längst geschlossen ist. Es empfiehlt sich unbedingt, eine seriösere Navigationsapp parallel auf dem Smartphone zu haben. In grösseren Ortschaften hilft einem z.B. Google Maps, eine Unterkunft zu finden.

    Die Hexatrek App zeigt einem nicht mal an, auf welchem GR man sich befindet. Dies wäre jedoch wichtig, damit man beispielsweise andere Wandernde, die z.B. dem GR 5 folgen, rechtzeitig verabschieden kann 😔. Und ja, die Distanzangaben stimmen nie. Wenn die App sagt, es seien 27 km ins nächste Dorf, sagen mehrere GPS-Uhren, es seien 34. Derartig grosse Differenzen gibt es bei FarOut nicht. Höhenunterschiede habe ich nie kontrolliert, an manchen Tagen wandert man über 2000 m empor, da machen ein paar hundert Meter mehr oder weniger den Braten auch nicht mehr feiss.

    Eine berühmte Hikefluencerin hat einen Guide für den Hexa geschrieben (den ich hier gerne nicht verlinke). Da steht dann schon mal drin, es gäbe keinerlei Probleme mit Insekten. Nach meiner Erfahrung ist eher das Gegenteil der Fall. Es gibt Mücken und Bremsen aller Art und in der Nähe von Wasser kann dies zum Problem werden. Französische Insektensprays funktionieren gut.

    Hendaye verfügt über eine Flixbus-Anbindung und man kann mit Flixbus direkt von Hendaye nach Zürich fahren (in 17 Stunden). Dies sollte man jedoch nur im absoluten Notfall, z.B. bei eingeschränktem Zugriff auf finanzielle Ressourcen, tun. Da das Budget von Flixbus ebenso tief ist, wie das ihrer Kunden, werden die Reisebusse ungenügend gewartet. In meinem Fall fing der ganze Bus immer wieder an zu vibrieren, inklusive dem Lenkrad und die Fahrer hatten Mühe, ihn auf Kurs zu halten. Dabei war der Bus eigentlich von Setra und nicht älter als 2 oder 3 Jahre.

    Dafür konnten die Fahrer immer wieder die Meldung “TCO Warning” weg klicken (diese Meldung erscheint beispielsweise wenn der Bus zu lange am Stück fährt und der Fahrer deshalb die maximal am Stück erlaubte Lenkzeit überschreitet…) und sie fuhren häufig auf die Begrenzungslinie am Strassenrand. 10 cm weiter wäre dann die Leitplanke gewesen.

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