Via Dinarica 2023 - Bosninen & Montenegro

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  • #Prolog:

    Wir hatten uns schnell für den bosnischen Teil entschieden, der als der schönste und am besten markierteste /gepflegte gilt.
    VIA DINARICA v2 - BOSNIA AND HERZEGOVINA
    Von Kroatien, aber auch von Slowenien liest man nicht viel Gutes.

    Für diesen Abschnitt gibt es sogar einen Guide, dessen Digitalformat jedoch derart beschnitten und unbenutzbar war, dass wir ihn kurzerhand wieder zurück gegeben haben.
    Rowman & Littlefield

    Anhand der Bewertungen der Etappen auf Outdooractive, wo auch der 'offizielle' gpx Track liegt, war klar, dass es ab dem Blidinje NP interessant wird.

    Die Bewertungen zu den Etappen auf Outdooractive - oder auch der hierauf basierenden Via Dinarica App (beides gräuslich zum Navigieren) entpuppten sich (erst spät entdeckt) als äußerst hilfreiche Kommentierung mit gelegentlich wichtigen Details.

    ‎Via Dinarica Trail
    ‎The Via Dinarica App is your best tool to navigate the striking region of Western Balkans. Whether you are looking for some biking routes, hiking tips, a…
    apps.apple.com
    Via Dinarica Trail – Apps bei Google Play
    Wandern und Spazierengehen, gepaart mit der reichen Tierwelt dieser Ostfront
    play.google.com


    Ich werde den Bericht entlang der Abschnitte halten, in den die Strecke gegliedert ist.

    Vorab das TLDR Fazit für Ungeduldige:
    Via Dinarica BiH: unbedingt, absolute Empfehlung. Wer ~7-10 Tage hat, erlebt hier spektakuläre, abwechslungsreiche, völlig einsame Landschaft auf so gut wie ausschließlich single Trail.
    Nach Montenegro verlängern kann man - muss sich dann aber auf deutlich mehr Verbindungsetappen einstellen - oder den Daumen raus halten.


    #Anreise:

    tib hatte noch ein paar Tage Interrail über, womit er zumindest mit einigem schwitzen und Ach und Krach nach Zagreb kam - und dann per Bus - ebenso zäh bis Sarajevo.

    Ich war noch einen Moment zu Hause gebunden und flog mit schlechtem Gewissen nach Tusla hinterher und dann ebenso per Bus weiter nach Sarajevo.
    (Angeblich soll die Verbindung nach Tusla eingestellt werden, Lokalpolitik in Aufruhr etc.)

    Je nachdem, von wo man anreist, wären auch Sarajevo, banja luka, Zadar, Split, Dubrovnik oder auch Podgorica Anreiseoptionen per Flug.

    Alles nicht optimal, alles aber auch nicht dramatisch.

    Von Sarajevo fährt einer der wenigen Züge des Landes ein paar mal am Tag nach Mostar - mit Stop in Jablanica, dem östlichen Ende des NP.
    Die Fahrt wurde als besonders schön durch den Canyon beschrieben - war aber eher eine normale Zugfahrt.
    Dafür derart günstig, dass ich mich nach dem Ticketkauf noch einmal versicherte, ob es denn auch wirklich ein Ticket für ZWEI Personen war.



    In Sarajevo kann man durchaus einen Tag zubringen, wenn es sich einrichten lässt, viel mehr muss es dann aber auch nicht sein.

    Jablanica ist für eine Brücke und die damit in Zusammenhang stehenden WWII Kampfhandlungen bekannt - und verfügt über ein ziemlich gigantisches Dokumentationszentrum, das wir uns ehrlich gesagt zugunsten von etwas belesen gespart haben. https://en.m.wikipedia.org/wiki/Bridge_on_the_Neretva

    Wir kamen frühmorgens aus Sarajevo an, nach einer Stärkung mit frischem Börek - das beste während der gesamten Reise, wie sich herausstellen wird, auf Feuer gebacken - ging es dann auch schon los. Es war ordentlich warm in der Ebene, die Vorgärten voll mit Trauben, Kiwi, Feigen etc.

    Wir hatten den verrückten Gedanken, einfach das Stück in den Park zu trampen, fuhren aber irgendwann entnervt Taxi, als weder Locals, noch Touris mit uns in der Sonne Erbarmen haben wollten - und wir nicht noch mehr Zeit verlieren wollten. Mit 30-35€ bis zum Blidinje See ist man dabei, so be it.

    Vielleicht noch kurz nachgeschoben - es scheint, als wäre die Via Dinarica von Seiten der Macher noch weiter in Vergessenheit geraten, alle zuvor schon - während sie von Seiten der Nutzer mehr und mehr Popularität erfährt.

    E-Mails im Vorfeld, sowohl an die bosnische Sektion, wie auch an die generelle Mailadresse bouncten. Als ich aber Ländersektionen anschrieb, bekam ich Antwort aus Kroatien, die jedoch auch eher nach Zerfall klang:
    "Club Via Dinarica Croatia, that handled Via Dinarica in Croatia, doesn't exist any more (either it's domain viadinarica.hr). You can ask me (I was the founder and the president of the Club). I can maybe answer also about parts of Via Dinarica in other countries, as far as I know. Now, the people that lead Via Dinarica are different then 10 years ago, so I don't know all of them... but, in main topics, the Via Dinarica Trail is the same as it was founded 10 years ago"

    Der bosnische Teil, bis auf überraschenderweise den Sutjeska NP ist allerdings weiterhin super markiert. Auch Montenegro war dahingehend super.

    "Not all those who wander are lost"

  • Kommen wir zum ersten Abschnitt, dem #Blindinje Nationalpark. http://www.visit-blidinje.com/?lang=en https://en.m.wikipedia.org/wiki/Blidinje_plateau Dort war man per Mail übrigens auf Zack :thumbup:

    Besagtes Taxi karrte uns also mangels Tramp-Erfolg und fortschreitender Stunde und zunehmender Hitze aus Jablanica (200hm) gern Westen zum Blindinje Jezero, den wir als markanten Startpunkt auf etwa 1180m auserkoren hatten, um von da aus wieder gen Osten zurück nach Jablanica aufzubrechen.

    Wir kurvten und schraubten uns also aus dem Tal heraus, bis sich plötzlich die imposante Hochebene zeigte, auf der sich wiederum recht abrupt im steilen Anstieg das Blindinje Plateau bis auf 2228m in die Höhe reckte.

    Es war knackig warm - zum Glück schienen wir mit unserer Wahl des Sonnenschutzes voll im lokalen Trend zu liegen ^^


    Die Richtung war klar - aufwärts. Zunächst noch bewaldet, vorbei an einer imposanten Kirchenanlage (http://www.visit-blidinje.com/masna-luka/?lang=en), später dann mit weniger und weniger grün.

    Nb - Kirchen und Moscheen - je nach Landesteil - sollten sich als stets bestens finanziell ausgestattet, auf's beste instandgesetzt oder nett gebaut herausstellen - auch noch im winzigsten, fast verlassenen Dorf - oder gar ganz ohne selbiges - in Hoffnung auf Wiederansiedlungen. Die Fortsetzung des eingefrorenen Konflikts mit anderen Mitteln...

    Es wurde langsam spät, wir stoppten noch kurz auf der bewirtschafteten Vilinac Hütte, die als eine der am schönsten gelegenen des ganzen Landes gilt (zu recht - tatsächlich kein Bild gemacht).

    Bis auf einen Raki (tatsächlich der einzige der Tour, man glaubt es kaum) sind wir ganz gut durchgekommen, die Vierergruppe rund um den Hüttenwart, allesamt von der lokalen 'Alpenvereinssektion', waren aber bereits gut in Schwung. Es gab ein paar Tipps und Geschichten dank eines in Deutschland lebenden Besuchers - und die Warnung, es würde kalt nachts, Richtung Gefrierpunkt. Die Hütte hatte eher Sauna Temperatur, da waren wir nicht ganz sicher, ob nicht einfach das Kälteempfinden eine andere ist...

    Noch war Sonne da, ein Stück weiter wollten wir noch, es waren ein paar Plateaustellen in der Karte ersichtlich - von der Hängematte hatte ich mich gedanklich für diese Nacht bereits verabschiedet.

    An der ersten Möglichkeit hätten sich bereits zwei Belgierinnen eingerichtet, die uns mit Nachdruck die toooooollen flat Spots eine Ecke weiter nahelegten. Also gut, man will ja nicht aufdringlich sein, also noch ein Stück weiter gezogen, was soll's. Vorteil - den Hajducka vrata noch in der blue hour und nachts sehen (Langzeitbelichtungen hat tib mit der Kamera gemacht, sry).

    Wir mampfen noch länger andächtig mit Blick auf den Bogen - ich schlage mir mehrmals den Gedanken aus dem Kopf, meine Matte einfach in das bröcklige Felstor zu hängen bis es langsam zunebelt und tatsächlich frisch wird.

    Die Nacht war tatsächlich kalt, wir tragen alles, was wir dabei haben - und fragen uns nicht nur ein Mal, ob wir beim erwarteten Temperaturbereich gehörig in's Klo gegriffen haben.

    Kleiner Blick in die Zukunft - es sollte direkt die kälteste (und eigentlich einzige kalte) der ganzen Tour werden.

    Wir wachen in einer tropfend nassen Dunstwolke auf, selbst meine offene Halbpyramide ist von innen wie außen pitschnass, bei jeder Böe tropft es in's Gesicht. Bodenbrüten olé! :rolleyes:

    Dementsprechend zögern wir das Aufstehen noch etwas hinaus. Irgendwann wird absehbar, dass es langsam klarer wird und so machen wir uns auf.

    Noch ein Blick zum Arch, der ist zumindest schon mal erkennbar, das Tal dahinter nur bruchstückhaft für Sekunden je nach Wolkenbewegung.

    Es wird mit jedem Schritt besser und so haben wir bald wieder tolle Ausblicke beim langen Abstieg runter bis Jablanica

    Auch der ersten Schlange begegnen wir - die sich aber zumindest von selbst verzieht - und nicht, wie ein späterer Kollege per Wanderstock vom schmalen Trail gen Abhang katapultiert werden muss.

    Wie bereits zu der Etappe gelesen, führt das letzte Stück vor Jablanica an der lokalen Müllkippe vorbei, die sich bereits etliche Höhenmeter zuvor durch wilde Ergänzungen ankündigt. Ein malerisches Panorama!

    Gen Spätnachmittag sind wir in Jablanica, die Sonne brutzelt inzwischen ordentlich im Tal und die Oberschenkel merken den ersten amtlichen Abstieg gehörig.

    Da kommt es wie gelegen, dass wir uns die lokale Spezialität Lamm am Spieß natürlich nicht entgehen lassen dürfen, wie man uns auch auf der Hütte nochmals mit Nachdruck nahelegte. (Die es nebenbei gesagt allerdings fast überall in Bosnien gibt, natürlich verstärkt im muslimischen Teil)

    Durch Jablanica schiebt sich derweil aus Mostar kommend eine nicht enden wollende Blechschlange, die Nachteile der bergigen, schwer zugänglichen Gegend mit nur wenigen Verbindungsstraßen.

    Da die Ausflugslokale allesamt etwas der Straße nach aus der Stadt heraus den Fluss entlang liegen zwar nervig, aber dafür wenigstens sicher - rasen kann hier gerade keiner ^^

    Wir schlagen uns ordentlich voll, packen dann noch bestesbörekderwelt von der Bäckerei des Vortrags für später ein und füllen die Vorräte für die nächste Etappe bis zum resupply am boracko See in ein paar Tagen und dann geht es auch schon wieder hoch aus dem Tal raus ehe es zu sehr dämmert.

    Am besagten, riesigen Dokumentationszentrum an der zerstören Brücke ist irgendeine Feierlichkeit, Musik, viele Leute etc. Wir schauen nur kurz vorbei, der Trachten tragende Chor älterer Damen treibt uns umgehend weiter, Flamenco wirkt dagegen geradezu lebensbejahend =O

    Ein letzter Blick auf die Neretva, die uns noch öfter begleiten soll. Wir laufen eine ganze Weile in die Dunkelheit hinein, bis wir über den steilen an - und Abstieg in's nächste Tal auf einem winzigen Fleck Kuhweide kurz vor Ravna endlich eine ebene Stelle für tib's neues, selbst genähtes tarptent - und für mich ein paar hübsche Bäume zum Hängen finden. Endlich keine feuchte Bodennacht mehr (für mich :saint:)

    Der nächste, noch steilere Aufstieg in die zweite Etappe, das Prenj (https://en.m.wikipedia.org/wiki/Prenj) wartet, noch steiniger, noch karstiger, noch trockener, wir vertrösten ihn auf morgen :thumbup:

    "Not all those who wander are lost"

  • Weiter geht's in's Prenj.
    Nachdem wir in Ravna Wasser aufgefüllt hatten, kam das unvermeidliche, wenn man sich im Tal befindet und der Aufzug kaputt ist ^^

    Über 1600hm verteilt auf stramme 7km - immer auf dem Bergrücken hinauf - man gönnt sich ja sonst nichts.

    Einerseits verfluchten wir den eine ganze Weile lang ziemlich zugewucherten Trail voller morgendlicher Spinnennetze - andererseits - ohne den Schatten der Bäume hätte das ganze bei mehr und mehr praller Sonne noch mal deutlich weniger Spaß gemacht als ohnehin schon.

    Dementsprechend reichte es zwischen dem vormittäglichen Geschufte ohne weitere Vorkommnisse oder auch nur Ausblicke auch gerade mal für ein einziges Foto.

    An der verschlossenen Hütte (Schlüssel Versteck wird wohl bei Anruf - und wir auch immer man eine Gebühr entrichtet - verraten) machten wir Pause und füllten nur so halb überzeugt unser Wasser am Regenwassersammeltank auf, über den dir meisten Hütten im Wasserarmen Karst der Region verfügen. Meistens ließ es sich jedoch vermeiden, auf diese für uns eher Fallback Lösung zurückzugreifen - und vertragen haben wir das Wasser auch durchweg.

    Irgendwann stand plötzlich eine einsame Wanderin vor uns, die aus der anderen Richtung kam - und auch als deutsche - und bis zur Grenze nach Montenegro als einzige VD Wanderin entpuppte.

    Ein bisschen Austausch über das zu Erwartende in beiden Richtungen - und dann ging es auch schon weiter zum spannenden Teil des Aufstiegs - in die Hochebene des Prenj.

    Wirklich spektakuläre, weite Landschaft in der Nachmittagssonne - und wieder einmal völlig einsam. Zudem wieder ganz anders als noch im Blidinje.

    Das erste Minengebiet - sowohl mit Schild, als auch in OSM verzeichnet. Wir fanden allerdings kein zweites Schild, was den Anfang des Feldes am anderen Ende ankündigte, aber wir kamen ja zum Glück aus der 'richtigen' Richtung :D=O

    Gen Abend wurden die Campstellen wieder rarer - die ersten Quellen, die endlich wieder verzeichnet waren, waren allesamt trocken - also weiter zur nächsten Hütte mit Quelle.

    Kurz vor der Hütte war ein alternatives Wegstück mit Nachdruck verblockt - das war dann schon eindrücklicher als das Schildchen, das eher danach klang, aus könne man Minen dort eben nicht ganz zu 100% ausschließen.

    Auch die Quelle unterhalb der nächsten Hütte tröpfelte nur noch minimal, es blieb abermals nur der Regentank der Hütte - diesmal wenigstens isoliert und im Boden versenkt und nicht in der prallen Sonne wie mittags.

    Die Hütte war von ein paar älteren Herren aus der Gegend belegt, die von hier aus wohl ein paar Gipfeltouren machten.

    Kommunikation mit translate, Händen und Füßen mühselig - und so richtig einladend, uns zu sich herein zu bitten waren sie nicht, also machten wir draußen Quartier.

    Schmunzelnd musste ich an die Schilderungen der Wanderin von mittags zurück denken, wir hilfsbereit doch alle wären - selbst Essen gab sie uns noch mit, weil sie viel zu viel von anderen auf dieser Hütte hier mitgegeben bekommen hatte. Ob es sich wohl um die selben Herren handelte?

    Es war lange nicht so frisch wie die Nacht zuvor, obwohl die Nacht klar war, aber die Hütte lag etwas erhöht und die Feuchtigkeit sammelte sich wohl unten bei der Quelle. Aufbauen, kochen Sterne gucken - und dann ab in die Hängematte.

    Die Nacht blieb deutlich wärmer, was eindeutig der leicht erhöhten Lage zuzurechnen war, wie wir alsbald erfahren, als ein noch sichtlich vom einer kalten, feuchten Nacht gezeichneter, etwas älter nicht ganz so wanderaffiner, etwas gemütlicher Partner und kurz danach die wanderbegeisterte, drahtige, weibliche Gegenstück zu uns aufsteigen, deren Nacht des Morgens daher verfrüht endete.

    Wir frühstücken und packen im Multitasking Modus und können so - mit Wasser aus dem Regentank für mehr oder minder den ganzen Tag bepackt noch im Schatten der Gipfel den ersten Anstieg machen.

    Ich weiß gar nicht mehr, woran es lag, aber so richtig auf 100% war der Akku bei uns beiden nicht. Wir entscheiden uns gegen die extra Runde über das steile Gipfel Dreigestirn Otis (2097), Zelena Glava (2115) und Botini (2115) als uns am Pass die Sonne mit bereits ordentlich Kraft begrüßt. Der lange Abstieg bis zum boracko See, über 35km und 2000m runter, zum Großteil Baum- und schattenlos und ohne zuverlässige Quellen auf einem weiten Teil der Strecke wird noch fordernd genug.

    Der Gipfelschlenker - auch vom Lager aus beeindruckend genug

    Wir entscheiden uns abweichend von der VD Etappe für eine andere, direkterr Route über den Glavica, den uns auch das Paar vom morgen empfohlen hatte.

    Gut zwei Drittel lang genießen wir weiter die Landschaft des Prenj, bis er das letzte Stück etwas schotterig, serpentinig gen Zivilisation geht.

    Als der boracko See am Nachmittag aus der Höhe zum Greifen nah scheint, wähnen wir uns schon alsbald im kühlen Nass, etwas entspannen, Energie tanken - und den halben, dort verzeichneten Laden leer kaufen. Zumindest, was Eis und kühle Getränke angeht.

    Aber wie so oft täuscht der Anblick über die noch beträchtliche Höhe hinweg, der Weg schlägt noch etliche Bolten um den halben See herum - und zuguterletzt ist der letzte Abstieg zum See wie im gpx Track verzeichnet in der Böschung zunächst nicht einmal findbar.

    Vermutlich nehmen viele, die der VD folgen schon im Südwesten den Abstieg zum See und sparen sich die Runde im Uhrzeigersinn bis zum Nordosten.
    Da die Alternative, einer viel (und schnell) befahrenen Art Bundesstraße zu folgen ebenso unbehaglich erscheint, suchen wir noch eine Weile weiter - und finden schließlich einen alten Pfad, der traumhaft mit allem zugewuchert ist, was dornt und brennt ||


    Es zieht sich, es nervt, es peinigt - die tiefstehende Nachmittagssonne brät uns einseitig - aber irgendwann sind wir deutlich zerschundener als erwartet endlich unten.

    Von Norden, an noch erstaunlich wenig sanierten Häusern, dafür erfreulich viel Obstbäumen vorbei, kommen wir an den nördlichen der zwei Campingplätze am Ostufer.

    Wir genehmigen uns am Eingang und Mini Kiosk, der kaum noch in Betrieb scheint (aber sich als der einzige auf OSM verzeichnete Laden entpuppt, auf den wir zum resupply gebaut hatten) beim netten Platzwart direkt ein Eis. Eher zufällig dadurch zahlen wir nicht direkt für einen Platz, sondern schlendern mit dem Eis erst einmal über den Platz, im zu schauen, ob sich ein Fleckchen - und vielleicht sogar ein Hangplätzchen findet. Der Platzwart meinte zwar, es ist jede Menge Platz, schließlich sind gerade alle nach dem Wochenende abgereist, aber irgendwie obsiegt wohl mein 'checking, just in case' Drang.

    Beim ersten Dauer-Camper, der direkt vor seinem Caravan ein recht großes, offenes Feuer brennen hat, schauen wir uns noch kurz gegenseitig an. Andere Länder... Dauercamper haben bestimmt Narrenfreiheit...

    Aber kaum ein paar Schritte weiter, geht es munter so weiter. Feuer hier, irgendwelche riesenhobos da, improvisierte Grills dort. Der eigene Nachwuchs sitzt im Kinderwagen im vollen Dunst des eigenen Ofenrohrs, campiert wird dicht an dicht - nicht bis an, nein, bis auf den Stand. Nicht nur beim Feuer herrscht ein reger Wettstreit, auch Musik schallt aus jedem einzelnen Autoradio. Blendet man den Umstand aus, dass sie Gefährte motorisiert sind (was schwer ist, schließlich laufen genügend Motoren) - und der überall herumliegende, sofern nicht verbrannte Müll eindeutig von unserer heutigen Zivilisation kündet, muss sich so ein Wikingerlager angefühlt haben.

    Völlig klar - wir ziehen weiter zum anderen Campingplatz - fester als jetzt kann man Daumen kaum drücken, dass der eine bessere Option ist. Links der See - rechts steigt das Tal steil an - und weiter kommen wir heute beim besten Willen nicht mehr großartig.

    Als wir dort ankommen, können wir unseren Augen kaum trauen. Weitläufig, kaum Leute, direkt am Strand ein paar Tische und eine Bar, aus den Lautsprechern säuselt entspanntes easy listening :huh:.
    Kneif mich! Die Fata Morgana der Campingplätze ist echt!

    Wir rätseln noch eine Weile, was in aller Welt einen absichtlich auf den anderen Campingplatz treiben könnte, die nette Betreiberin rollt auch nur die Augen, wie wir berichten, von dort zu kommen.

    Ein Sprung in den hübschen See (die Rauschschwaden vom ersten Platz sind auch aus der Ferne über den See noch sichtbar), kühle drinks - eine echte Dusche - Sachen öffentlich durchspülen, WLAN - paradiesisch. Dann geht's auf in Richtung Restaurant und weiterem Laden, der in bester Tante Emma Manier alles (oder eher wenig, aber ausreichend) bereit hält, was wir für die nächsten Tage benötigen.

    Oh - und die Sichtung eines echten Yugo! https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zastava_Yugo

    Das Essen im Cafe und Restaurant (ja, es wird auch am späten Abend noch reichlich Kaffee im Cafe verzehrt) ist unerwartet gut, tib läuft mit der Speisekarte amok, wir sind seelig.

    Wieder am Campingplatz angekommen fällt uns auf, dass die LED Scheinwerfer, die unsere Ecke beleuchten noch immer an sind, weit und breit aber niemand der Betreiber mehr.

    Die eine Stimme im Kopf sagt, die werden bestimmt irgendwann automatisch aus gehen. Die andere improvisiert aus den Nylonsocken-Schultergurttaschen schon mal eine Schlafbrille - und so dämmern wir bald in einen herrlich festen Schlaf.

    "Not all those who wander are lost"

  • Als ich des Nächtens mal wach werde und die Schlafmaske von den Augen schiebe, wird klar, dass die Scheinwerfer wohl durchballern, der morgen bringt Gewissheit. Aber wahrscheinlich stört das sonst einfach niemanden im fetten Zelt oder Camper.

    Der See sieht nebelig frisch aus, wir machen uns noch kurz auf zu einem Kaffee im Ort und dann weiter, ein Stück die Straße lang bis zum Abzweig auf den Trail.

    Die Straße ist weder hübsch, noch sonderlich sicher zu Fuß mangels Weitsicht. Wir halten beim Laufen den Daumen raus - und wie so oft hält die abgefuckteste Karre, während alle anderen uns krampfhaft ignorieren und vorbei brausen.

    Zwei Straßenarbeiter machen uns Platz in der Kiste voller schmierigem, staubigem Werkzeug und neben uns mit bis zum Abzweig, dazu ein bisschen Konversation mit Händen und Füßen.

    Nach dem Abstieg zum See folgt der Aufstieg in die nächste Berggegend. Dabei geht es heute zunächst ein ganzes Stück die Neretva entlang. So etwas wie die Lebensader des Landes - und der, in den man auch von der emblematischen Brücke in Mostar springt. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Neretva

    Wirklich hübsch, je höher wir können, desto tiefer liegt sie in ihrer Schlucht, bis wir nur noch den Canyon wahrnehmen. Es wird gebadet - und partiell Wildwasser geraftet.

    Umso bitterer die Meldung, die ich dieser Tage las:
    "Riesiger Müllteppich treibt nach Hochwasser im bosnischen Neretva-Tal" =O

    Folgen für Adria in Kroatien?: Riesiger Müllteppich treibt nach Hochwasser im bosnischen Neretva-Tal
    Neun Tage nach der Hochwasser-Katastrophe in Bosnien-Herzegowina hält ein Staudamm den Müll davon ab, weiter flussabwärts zu schwimmen. Nun könnte dieser…
    www.tagesspiegel.de

    Direkt etwas erfrischen und waschen und dann weiter hinauf

    Es folgt ein knackiger Anstieg, die Bäume werden weniger - und die Sonne sengt.

    Dann eine weile eher gelatsche - und so langsam die Suche nach Wasser. Die ersten Quellen erweisen sich als leer - und so landen wir an einer aufgestauten Quelle, die die einzig verlässliche wir und breit sein wird. Wir hatten davon schon in einem Tourbericht gelesen, schöpfend halb im Loch zu hängen entbehrt trotzdem nicht einer gewissen Komik.

    Dann wird die Landschaft ever zur langsamer ansteigenden Hochebene, Felder und Schafe prägen das Bild

    Die Schäfer, die dort oben in den Sommermonaten leben, pflegen äußerst üppige Selbstversorgergärten - da läuft nicht nur den Schafen am Zaun das Wasser im Munde zusammen:S

    Sodann ein Stück uriger Buchenwald, wie immer unmöglich im Bild festzuhalten

    Und dann eine gigantische Hochebene zur Linken, gefällig hügelig, mit Steinmauern und schaffen fast etwas Irland Flair, würde der Abgrund der Schlucht zur Rechten nicht stets daran erinnern, dass man sich auf fast 1500m befindet.

    ... Und die Ruinen daran, dass es Bosnien mit seiner Geschichte ist...

    Wir treffen einen Schäfer fortgeschrittenen Alters, 'unterhalten' uns etwas. Er schenkt uns noch etwas Wasser und zieht weiter. Schuhwerk sind dicke Wollsocken in Slipper artigen Gummiüberschuhen - interessant. Der pinke, vermutlich ausrangierte Rucksack der Enkelin ist noch weit zu sehen.

    Dann ein beeindruckend alter Friedhof mit der wohl besten Aussicht ever - und dann immer weiter - Hochebene links, Schlucht rechts - in fantastischer Abendsonne - wir können uns gar nicht satt sehen von dieser Kulisse

    Irgendwann grübeln wir, ob die gefälligen, kleinen Senken eigentlich kleine Krater sein könnten? Herausgefunden haben wir es nicht.

    Das höchstgelegene, dauerhaft bewohnte Dorf, Lukomir - und ein paar umliegende Weiler sind können näher, die Lagersuche beginnt - und irgendwann kann Tib mich der immer noch weiter muss, um eine vielleiiicht noch bessere Stelle zu finden endlich bremsen und wir schlagen auf.

    Der Tag war nicht ohne - vor allem der Anstieg auf die Hochebene - die Sonne erbarmungslos - und die Klamotten sind voller Salz. Wir sind platt - Tib dämmert es später, dass ihm die Sonne wohl ein bisschen einen mitgegeben hat - ich bin dann wohl nur Dank Schirm verschont geblieben.

    Dementsprechend werden die Sterne und die Aussicht auf die andere Seite der Schlucht aus der Hängematte auch nur noch im Augenwinkel des Einschlafens genossen - beeindruckend war die Sicht jedoch.

    "Not all those who wander are lost"

  • Nachdem der lykische Weg abgearbeitet ist, versuche ich mich mal daran, einen der ewig unvollendeten Reiseberichte ein stück weit zu komplettieren, wenn auch die Erinnerung bereits krankt...

    Die Sonne kommt direkt über das gegenüberliegende Plateau - und so brehcen wir alsbald auf nach Lukomir, weit ist es ja nicht mehr.


    Als das höchstgelegene, dauerhaft bewohnte Dorf ist es überraschend touristisch, sowohl, was Wanderer angeht, als auch Kleinbusse mit Frauengruppen in Vollverschleierung, wenn auch optisch nach wie vor recht urtümlich.




    Wir stoppen für ein selten mäßiges Börek zum ungewohnten Wucherpreis, dann noch ein Käffchen und ne Ostblocklimo :love: - und dann geht es auch alsbald weiter, während die Damengruppe im Restaurant aufläuft, um den Hammel zu verspeisen




    Wir kraxeln die Schlucht herunter - und auf der anderen Seite wieder hinauf - und schauen zurück auf das lange Plateau von gestern.


    Es geht über eine äußerst vertrauenswürdige Brücke


    Und wieder hübschen, allerdings recht beschwerlichem Buchenwald


    Bis wir uns wieder auf einen traumhaft exponiert gelegenen, nicht enden wollenden Grat auf 1900m schrauben, auf dem es nun bis in den Abend hinein lang geht:love:





    Humans for scale








    Wir steigen hinunter Richtung Tusila, wo ein Refugio im Ort zum Nächtigen einlädt. Das Abendessen ist schon durch, der Hüttenwirt und sein ordentlich angetrunkener, Deutsch sprechender Kumpan sind ausgenommen nett und würden uns sogar noch mal ein paar Nudeln zaubern, aber wir wollen keine Umstände machen und essen im gegenüberliegenden, relativ groß geratenen Ausflugsrestaurant, wo die bestellten Gerichte jedoch auch nur noch im Rhythmus des Mikrowellen-'Ping' auf den Tisch kommen.

    "Not all those who wander are lost"

  • Der nächste Abschnitt ins Kalinovik ist kein Highlight, sondern eher Verbindungsetappe. Auch der Wirt empfiehlt, es doch mal per Anhalter zu versuchen, da das Rudel Holz-LKWs, dass im Restaurant von gestern Abend gerade Station macht, da wohl zumindest in die Richtung müssten.
    Relativ finstere gestalten, wir sind uns erst nicht sicher, ob wir verstanden werden, die Reaktionen und Gesten sind eher...spartanisch.
    Aber als es los geht, werden wir mit auf den LKW verteilt und los geht die Tour über Stock und Stein mit dem Riesengefährt immer einen Finger breit am Abgrund die schmale, kurven- und kehrenreiche Strecke lang.


    Die LKW Kolonne ist irgendwann an Ihrem Ziel, also geht es ein Stück zu Fuß weiter, bis uns ein Pickup auf der Ladefläche mitnimmt. Die Belegschaft ist unterwegs in ein 'Dorf', wo eine große Moschee gebaut werden soll. Das 'Dorf' dazu gibt es noch gar nicht so richtig, bis auf ein paar Containerhäuser - muslimische Siedlungspolitik im Grenzgebiet von Bosnien-Herzegowina und der Republik Srpska wie uns scheint.



    Dann wieder ein Stück zu Fuß, bis der nächste Pickup uns einsammelt. Die Ladefläche ist voll Holz, obenauf wir.


    Kurz vor Kalinovik hält der Pickup am Wegrand bei einem alten 2er Golf, der dort scheinbar wartet. (Hatte ich schon erwähnt, dass die Gegend ein Paradies für Golf II Fans ist?)
    Dessen zivil gekleidete Fahrer schlägt mit einem Siegelhammer Markierungen in das Holz unter uns - und dann geht es weiter.
    Wir sind unentschlossen - wow, hier wird wirklich drauf geachtet, dass nur legales Holz geschlagen wird - oder doch eher - wow, ist das einfach, hier an so einen Hammer zu kommen und sein Holz zu legalisieren.

    Wir setzen also unseren Fuß in die Republik Srpska - und stellen sofort fest, es ist...anders. Irgendwie unbehaglich, grau, missmutig - und lauthals militaristisch. Wirklich wohl fühlen wir uns nicht.




    Wenigstens hübsche Lada gibt's


    Wir essen im Hotel Moskau, dass auch schon mal bessere Zeiten gesehen hat und sich perfekt in den Blues der Stadt einfügt, und ziehen weiter stadtauswärts, wo wir nach ein paar erfolglosen Versuchen vom nächsten Golf mitgenommen werden.
    Abermals sind wir uns nicht so richtig schlüssig, ob wir verstanden wurden, wo wir eigentlich hinwollen, zu selbstverständlich nickt unser Fahrer das kleine, weit abseits der eigentlichen, größeren Verbindungsstraße gelegenen Kaff ab, dass wir als Ziel angeben. Die Sitze werden von allerlei Werkzeug freigeräumt, die Rucksäcke fliegen in den Kofferraum. Die Karre ist ja innen fast zugestaubter, als außen.


    Unser kettenrauchender Fahrer in Haudegenoptik und mit entsprechender Fahrweise brät durch den Wald, dass wir mit dem GPS kaum folgen können, wo wir raus müssen. Drive it like you hate it könnte auch seine Devise sein, die finstere Mine inklusive. Ein bisschen mulmig ist das ja alles - wie der wohl die Bosnienkriegzeit verbracht haben mag? Er versucht uns mehrmals mit Händen und Füßen zu bequatschen, doch in ein anderes Dorf, dass uns ert mal nichts sagt, mitzufahren, wir bleiben mal besser bei unserem Plan.
    Da stoppt er auch schon - tatsache, unser Abzweig! Kurzes verabschieden - und schon fliegt er von Dannen.

    Wir laufen noch ein Weilchen Richtung Dunkelheit - und schlagen Lager auf
    Vorbei an Einschusslöchern


    Und wenigstens noch ein klein wenig herzeigbarer Landschaft samit freilaufender Pferde





    "Not all those who wander are lost"

    Einmal editiert, zuletzt von questor | hangloose (22. September 2025 um 22:43)

  • Der nächste Morgen beginnt neblig.


    Dann etwas Hochebene





    Wald nach Vollernter Einsatz?



    Und etwas Touri-Infrastruktur in der Entstehung, wo wir an etwas, was vielleicht mal ein kleines Restaurant werden könnte oder ist, aber jedenfalls nicht geöffnet, kurz auf den Sitzgelegenheiten draußen Halt machen zur späten Mittagspause. Auch dort ist das militärisch-nationalistische Auftreten in der Republika Srpska noch zugegen.




    irgendwann kommt ein Golf II angebraust - verdammt, nicht, dass das Ärger gibt, dass wir uns hier so ausgebreitet haben!
    Die finstere Gestalt, die aussteigt entpuppt sich - als unser Golfpilot von gestern - und das ausdruckslos-finstere Gesicht von gestern zeigt einen klitzekleinen Anflug von Freude. Er gibt uns zu verstehen, dass das seine Bude ist - und da dämmert es uns, dass er uns wohl gestern einfach gleich bis hierhin mitnehmen wollte.
    Da stellt er uns noch zwei Bier hin - und springt auch schon wieder in seine treue Staubschleuder und fliegt von dannen - schon eine kuriose Erscheinung.

    Dann wird es endlich wieder sehenswert und bergig, und so laufen wir bis Sonnenuntergang, der heute besonders spektaulär ausfällt. Wie passend, denn das wird unser letzter gemeinsamer Abend werden, Tib muss morgen Richtung Heimat aufbrechen.




    yay - Petzibär?








    "Not all those who wander are lost"

  • Es nebelt des Morgens wieder einmal, klart aber alsbald auf











    T. hatte die große Straße nach Gacko als am erfolgversprechendsten angepeilt, um der Zivilisation wieder näher zu kommen, und so ist der Abschied plötzlich nah. Weiter zum Sutjeska NP und dem Maglic als höchsten Berg des Landes muss ich zwar auch ein Stück die Straße lang, aber uns dämmert relativ bald, dass wir wohl besser einzeln den Daumen raushalten, um unsere an großen Straßen bisher äußerst miesen Chancen auf einen Lift zu maximieren.
    T. kommt wohl relativ schnell weg, ich laufe irgendwann in die richtige Richtung und halte immer mal den Daumen raus.
    An einer Parkbucht, an der es auch eine Quelle gibt, quatsche ich den Fahrer des Tiefkühl-Lieferwagens und seinen Copiloten an, die eben noch mit eher merkwürdiger Fahrweise und viel zu lauter Musik an mir Vorbeigezogen sind.
    Sie nehmen mich mit - jedoch bin ich mir recht schnell nicht mehr so sicher, ob das so eine gute Idee war. So richtig fahrtüchtig scheinen sie mir eigentlich nicht mehr, die Sonnenbrille scheint auch eher die wahrscheinlich tellergroßen Pupillen verstecken zu sollen - und die Laute Musik ist nicht mal gut. Aber wahrscheinlich ist der Job ohne chemische Aufheiterung auch einfach todeslangweilig, in der dünn besiedelten Gegend von Haus zu Haus zu rollen, und Omma ihr tiefgefrorenes Kaisergemüse vorbei zu bringen.
    Zum Glück bin ich alsbald am Abzweig zum Nationalpark - und der Lieferwagen schlenkert ohne mich weiter.

    Am bemannten Schlagbaum treffe ich auf eine andere VD Wanderin, die sich mit dem "Kassierer" des Parkeintritts, wie sich herausstellt, ein Redegefecht liefert. Sie hat kein weiteres bargeld bei sich, außer noch ein paar kroatische Münzen, scheint aber auch nicht so richtig akzeptieren zu wollen, dass Eintritt fällig ist. Ich hatte davon gelesen, dass Teilweise an offiziellen Campstellen etwas kassiert würde, so richtig transparent war das jedoch alles nicht herauszufinden. Ich schlage vor, für zwei zu zahlen - wie es der Zufall will, hat der Kassierer gar kein Wechselgeld - scheint so seine Masche zu sein, dadurch seinen privaten Schnitt zu machen. Das wird mir dann doch etwas zu albern, zumal das Wechselgeld gar nicht mal wenig gewesen wäre - und nachdem ich auch noch in die Diskussion mit einsteige, findet sich dann doch ebenso zuuufällig doch noch Wechselgeld.
    Da fällt mir wieder ein, dass ich dem Nationalpark zumindest einmal schreiben wollte, was da für Praktiken laufen - vielleicht mache ich das tatsächlich noch.

    Wir laufen einen Moment, die Gutste ist die VD tatsächlich von Anfang an gelaufen - und rät mit vollem Herzen davon ab - zumindest vom kroatischen Teil. Worte wie Steinwüste, elende Hitze, mieser Wegzustand fallen. Ich weiß nicht mehr, wie ange sie schon unterwegs war, nur noch, dass es wirklich lange war, was sich auch mit Ihrem Tempo während der Unterhaltung deckt. Als es dann in Serpentinen bergauf geht, setze ich mich ab, Geduld ist nicht so meins, zumal das Wetter umzuschlagen scheint.

    Und so kommt dann auch, was der Wetterbericht angedeutet hatte. Ein Regen Sinnflutartigen Ausgusses - gefolgt von stattlichem Hagel.


    Ich kauere mich unter eine ordentlich belaubte Buche und wettere ab, Rucksack zwischen den Beinen, Regenmantel und Sonnenschirm drüber - und bleibe gut trocken, bis es nach einer gefühlten Ewigkeit endlich aufhört.
    Hilft halt nur nicht, wenn der Pfad danach durch ziemlich zugewachsenen - und jetzt komplett nassen - Jungwald führt, und man mit jedem Schritt eine ordentliche Ladung abstreift, auch der Boden völlig durchweicht und von Rinnsalen durchzogen ist - und dazu noch Böen dafür sorgen, dass auch die großgewachseneren Bäume ihre nasse Ladung wieder auf mir abwerfen. Und so bin ich nach einer Weile auch ohne Regen ganz gut durchnässt.

    Hatte ich beim Einstieg in den NP noch kurz damit geliebäugelt, noch über den Maglic hinaus durchzuziehen, streiche ich den Plan bei diesem Untergrund direkt wieder. Zumal der direkte Anstieg, den ich angepeilt hatte, gar nicht mal so unambitioniert sein soll.

    Also suche ich mir im (Sicht)Schutze des Waldrandes Lager, da es an den offiziellen Campstellen keine Bäume mehr, dafür aber ggf. den nächsten Gebühreneintreiber geben soll, und habe tatsächlich mal im hellen ein Lager aufgebaut 8| Von den Bäumen regnet es weiter munter herunter, als würde es mich immer ordentlich gießen - da muss doch irgendwann mal Ende sein?
    Die Klamotten trocknen unter dem Tarp - oder tropfen vielmehr ab, die Luftfeuchte ist zu hoch für viel mehr - und ich habe ausnahmsweise noch etwas Muße, mich mit der weiteren Tourplanung zu befassen.
    Morgen soll es früh los gehen, keine Lust auf Menschenmassen beim Sturm auf den Gipfel.

    "Not all those who wander are lost"

    2 Mal editiert, zuletzt von questor | hangloose (24. September 2025 um 07:33)

  • Als ich morgens früh aufbreche und den offiziellen Campingspot passiere, staune ich nicht schlecht - ganz schön was los, denn - man kann mit dem Auto bis hierhin fahren. Aber zum Glück schlafen die meisten noch oder packen gerade erst zusammen.
    Ganze Teeniegruppen liegen wie die Sardinen nebeneinander im Cowboy Camp.

    Dann mal rauf auf die 2386 Meter! Ich hatte mich ja für den direkten Aufstieg entschieden - und direkt ist die Devise. Kurz hinter dem Campspot geht es direkt steil und geröllig bergauf - und wird auch so bleiben. Ein paar noch frühere Gruppen habe ich schnell eingeholt und staune, in welchen Fittnessleveln und Altersklassen man sich diesen direkten Aufstieg zumutet. Und ich staune noch viel mehr, als jene Gruppen bei Ihrer Verschnaufpause im Geröll erst mal den Schnaps zücken zum Mut machen. Ich werde natürlich im Vorbeiziehen zum Mittrinken animiert, kann mich aber gerade noch bremsen, mir noch vor acht auf nüchternen Magen im Geröllfeld einen Sljivovica hinter die Binde zu kippen. Das Bild wiederholt sich - Wandergruppe in Volksfeststimmung, Schnaps, viel Gelächter - und gefährliche Überforderung mit dem Gelände. Nicht nur die ordentlich schnaufenden älteren Semester, am laufenden Band gerät zudem ordentlich Geröll in Bewegung. Das nichts passiert ist in Anbetracht zahlreicher anderer Gruppen darunter ein Wunder.
    Ich sehe zu, dass ich etwas weiter außen aufsteige und jeweils möglichst schnell vorbei komme.



    Oben angekommen bin ich tatsächlich einer der Ersten - und Nebel und Wolken lichten sich gerade.






    Ich genieße ein wenig die Aussicht und Sonne, beäuge die Tito Verehrung, dann noch ein Frühstückssnack, und weiter geht es, rüber nach Montenegro.
    Die Grenze ist schon nach wenigen hundert Metern passiert. Der Abstieg in Richtung Piva Stausee führt durch ein hübsches Tal, unten soll es etwas Resupply geben - und so läuft es sich gut weg.













    Unten angekommen gibt es ein paar Häuschen, einige scheinen auch Schlafplätze und Campspots anzubieten - nur der Kiosk scheint nicht mehr in Betrieb. Mist, dann heißt es jetzt wohl etwas stärker Vorräte rationieren.




    Zwischen steilem Fels und dem nicht enden wollenden Stausee führt lediglich eine Straße entlang - und so wird es trotz ganz hübscher Blickwinkel auf den See doch eine ziemliche Latscherei.


    Dann durch Felstunnel, nur echt mit frischen Steinschlag,


    über die Staumauer - und nun? Wo geht's denn hier weiter? FML! Quasi senkrecht wieder nach oben auf der gegenüberliegenden Seite, da hab ich mal wieder Höhenlinien übersehen. Zu allem Überfluss hat es sich inzwischen langsam auch wieder zugezogen - und es dauert nicht lange, bis das schnaufende, schimpfende ich die Serpentinen hinauf auch noch den Regenmantel übwerwerfen darf, damit der ganze trockengewanderte Kleiderschrank auch trocken bleibt.
    Immerhin gibt's einen entschädigenden, schönen Blick hinunter auf den Stausee -


    und oben ein ganz nettes Plateau, auf dem ich noch etwas Strecke mache, ehe es bei Einzug der Dunkelheit in die Falle geht, um noch ein wenig zu recherchieren, wie ich den ausgefallenen Resupply ausbügeln könnte. Verzeichnet ist auf dem Weg in den Durmitor NP nichts - ob es trotzdem in den Dörfchen etwas geben könnte?


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  • Als ich morgens aufbreche, ist es wie zumeist noch neblig,



    lichtet sich aber zusehends. Ich komme alsbald an einer kleinen Kuhherde vorbei, die von zwei Frauen mehr oder minder erfolgreich die Straße entlang getrieben wird. Ich versuche mein Glück, in Erfahrung zu bringen, ob es in den umliegenden Dörfern auf dem Weg zum Durmitor Resupply Möglichkeiten geben könnte - und bin erstaunt vom Englisch-Niveau. Turns out - ich habe die Dorflehrerin erwischt :)

    Das war's dann aber auch schon mit Glück - man scheint noch so sehr Selbstversorger zu sein, dass nicht mal wirklich Wissen vorhanden ist, wo es einen Laden geben könnte, aber ist sich relativ sicher, dass da nichts ist. Dafür kann sie mir noch ihren Lieblingsgipfel im Durmitor empfehlen, den Prutaš(2393m).
    Das lasse ich mir nicht entgehen und plane die Ecke, in der ich dort einsteigen wollte, etwas um.

    Also bleibt mir nichts weiter übrig, als weiter in die Richtung zu laufen - und auf einen Lift zu hoffen, um sicher noch bei den Optionen am Durmitor-Einstieg einkaufen zu können, es ist noch eine ganze Ecke.
    Die skurile Kraterlandschaft, die sich in der Dämmerung nur erahnen ließ, begleitet mich noch ein gutes Stück.


    Nur...Verkehr gibt es zunächst überhaupt nicht. Und als ich irgendwann an eine etwas größere Straße gelange, auf der wenigsten selten mal ein Auto fährt, bin ich nicht vom Glück verfolgt. Es scheinen bereits eher Touristen in Richutng Durmitor zu sein, zumeist serbische Kennzeichen, da hatte ich interessanterweise noch nie Glück - man mag selbst urteilen, was das über die serbische Mentalität aussagt.

    Irgendwann hat eine Familie Erbarmen, die sehr gut Englisch spricht, womöglich ist auch das eine Hürde in den Köpfen vieler Vorbeigefahrener. Sie sind tatsächlich auch unterwegs Richtung Durmitor - und auch die Richtung zum Prutaš stimmt, und so befinde ich mich kurze Zeit später am Einstieg. Macht tatsächlich was her, der P.



    Und auch der Blick von oben jat die Mühen gelohnt.


    der sodann folgende Gratweg zum Škrčko Ždrijelo ebenso.


    Dann Abstieg zum Veliko Škrčko Jezero (1684m)


    und gleich wieder steil rauf in Richtung Planinica (2330 m), wo man dann, in Anbetracht der relativ weglosen Schinderei auch wieder allein ist.





    Und dann war's das auch schon mit dem spektakulären Durmitor-Teil. Es bleibt noch herauslaufen, wieder endlos bergab. Die Wege werden immer ausgetretener, es ist spätnachmittags und nicht mehr viele unterwegs zum Glück.


    Am Crno Jezero mit Parkplatz herrscht jedoch noch so richtig Volksfeststimmung,


    und so ziehe ich noch noch Zabljak durch für den angepeilten Resupply und kulinarischen Amoklauf.
    (den ich übrigens mehrfach einfordern muss, da man mir die Kiloplatte für zwei wohl nicht zutraut, als ich nach ein paar anfänglichen Snacks rund um Börek &co zur inzwischen deutlich fortgeschrittenen Stunde zu allen Schandtaten bereit im Fresstempel auflaufe).


    Endlich habe ich auch mal wieder Wlan - im ganzen Städtchen gibt es ein Netz, btw.
    Meine SIM-Karte will seit dem Grenzübertritt nämlich kein mobiles Internet mehr ausspucken, obwohl roaming in Montenegro eigentlich inklusive sein soll.
    Bei der Recherche trifft man zwar auf allerlei andere frustrierte Touris mit dem selben Problem - aber leider keine Lösung :|

    Wer Russlandfreund ist, macht daraus übrigens keinen Hehl, fiel mir seit überschreiten der Grenze am Stausee übrigens schon mehrfach auf.




    Retrospektiv scheint es in dem Städtchen nur zwei Klassen an Hotelzimmern zu geben - Luxus oder Abfuck. Gelandet bin ich wohl in letzterer, gehofft hatte ich auf die trotz herausragender Bewertungen scheinbar nicht existente goldene Mitte. Egal, viel war ohnehin nicht mehr frei - und wurzeln schlagen wollte ich eh nicht, lesson learned.

    "Not all those who wander are lost"

    2 Mal editiert, zuletzt von questor | hangloose (29. September 2025 um 18:40)

  • Vielen Dank für die launige Fortsetzung! Hatte zum Glück Zeit, die ersten Berichte auch nochmal zu lesen, so dass ich wieder orientiert war :thumbup:. Ist zwar kein Weg, den ich nachwandern würde, aber tolle Bilder und unterhaltsamer Schreibstil, schön, dass du noch ans Vervollständigen denkst.

  • Soo, Zeit, aus diesem Urlaubsmolloch wieder raus zu kommen.

    Noch die Annehmlichkeiten guten Kaffees und Frühstücks mitgenommen - und dann aber auch nichts wie weg aus der Zivilisationsfalle.
    Bis auf ein paar anfängliche Radausflügler in diese Richtung wird es schnell wieder einsam,


    Tourismusprojekte sind hier offensichtlich eher in die Hose gegangen.


    Zunächst dirt road,


    dann eher weglos, grasig, mühseelig und mit Markierungen im hohen Gras, die eher etwas von Schnitzeljagd haben.

    Die Weite hat was, aber es kommt einem noch weniger so vor, als würde man nennenswert vom Fleck kommen. Zumal da hinter mir eine ordentlich dunkle Wolkenfront aufgezogen ist, der ich nun schon eine halbe Ewigkeit versuche, zu entkommen.


    A popos Wasser - so gerne ich es von oben vermeiden würde, so sehr hätte ich gerne mal wieder etwas von unten gezapft. Aber da herrscht absolute ebbe. Und zwar nicht nur an der ersten, zweiten oder dritten eingezeichneten Quelle, sondern komplett - niente nada. Gen frühem Abend fange ich an, auch die mit Umwegen erreichbaren mit abzugrasen, bei den meisten lässt sich nicht mal erahnen, wo da mal was gewesen sein soll, aber die Graslandschaft macht das auch nicht unbedingt einfacher.

    Irgendwann lasse ich die vergeblichen Umwege sein, baue auf den letzten Rest in der Flasche, hebe mir den irgendwo zu Anfang des Tages gepflückten und den Tag mitgeschleppten Apfel (jehova!) für morgen auf, und hänge mich mit etwas Gezirkel an zwei allein stehenden Bäumen auf in der Hoffnung, dass sich da morgen schon was finden wird.

    vielleicht war die vor ein paar Stunden an einem Grab im Nirgendwo deponierte Flasche doch ein Wink mit dem Zaunpfahl? =O

    "Not all those who wander are lost"

  • Ich wache auf, und mir brummt ordentlich der Schädel. So fühlt sich das also an, wenn man anfängt, zu dehydrieren...
    Ich inhaliere den Apfel, das tut gut - und dann nichts wie los, auf zum Wasser!
    Welches Wasser?
    Es geht weiter, wie es gestern endete. Endlose Graslandschaft, eine nicht vorhandene, eingezeichnete Quelle jagt die nächste.
    Und auch in Sachen Weg, beziehungsweise weglos-beschwerlicher Graslandschaft


    nebst kaum auffindbarer Markierung ist alles beim Alten.

    (die grobe Peilrichtung wird zumindest mitgegeben - wenn man einen der Steine denn im Gras entdeckt hat)

    Die Sonne ballert schnell wieder ordentlich - und lässt meinen Schädel noch mehr explodieren - yay!

    So langsam ist das ganze nicht mehr lustig. Ich habe keine Erinnerung mehr daran, wie lange das so weiter ging, aber das war definitiv das erste Mal, in meiner Wanderkarriere, dass ich ernsthaft unruhig bezüglich Wasser wurde.

    Irgendwann komme ich an eine Art Bergdorf, beziehungsweise in der Weidesaison genutze Bretterverschläge, die von irgendwo einen Quelle per Schlauch zu sich geleitet haben.

    Viel Kommunikation ist nicht möglich, aber die Blicke sind nicht schwer als Staunen zu dekodieren, als ich gar nicht mehr aufhöre, zu trinken :D

    Dann geht es wieder auf Schotterpiste weiter, bergab in's noch endlos entfernte Mojkovac. In praller Sonne natürlich. Der Blick auf die Karte verspricht, dass das auch so bleiben wird - der Trail ist als Radroute verzeichnet <X

    Ich bin entnervt, und versuche, mich von den wenigen Richtung Tal holpernden, vierrädrigen Seelenverkäufern mitnehmen zu lassen, zunächst ohne Erfolg.

    Ein älterer Herr nimmt mich schliesslich in seinem betagten Wagen mit, der geschätzt auch noch ein Stück älter als ich ist. Ich habe Glück, er fährt tatsächlich bis Mojkovac und hat sich stadtfein gemacht! Für den Friedhof, wie ich beim Parken merke ?(

    Mojkovac ist weit entfernt von sehenswert.

    Ich halte mich an diversen Kaltgetränken und wlan auf - und besorge mir entnervt noch eine montenegrinische SIM Karte, da ich partout nicht herausfinden kann, weshalb meine bosnische hier nicht wie versprochen läuft. Ich komme mit zwei Benelux-Mädels in's Gespräch, die die Gegend schon etwas mehr erkundet haben. irgendwo entlang der Route kommt wohl noch ein netter See, an den sie zum relaxen trampen wollen, aber sonst klingt das alles eher underwhelming - und die Route ist weiterhin Radroute und Schotter - so gar nicht meins.

    So viele Tage habe ich auch gar nicht mehr. Will ich die auf diesem Abschnitt zubringen?
    Wie so oft passiert die Planänderung dann aus einer Mischung aus Spontanimpuls und logistischer Notwendigkeit ganz schnell.
    Keinen Bock auf ereignisloses Gelatsche auf Schotterpisten im nirgendwo? Ein Bus nach Plav in wenigen Minuten? War Mawi nicht in der Gegend unterwegs und könnte mir da vielleicht noch lohnenswerte Abschnitte zuschustern?
    Ich hetze Zur Bushalte, recherchiere und kommuniziere während der Fahrt, die sich, auch wegen Straßenarbeiten ewig zieht - und lande am frühen Abend in Plav - mit einer neuen, zusammengeschusterten Route für die verbleibenden Tage - und etlichen anderen Wandertouris, scheint ein echter Hotspot für Kurzwanderer zu sein.

    Btw. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, was mir die letzen Tage im Hinterkopf schwelte?
    Ich bin ja über die grüne Grenze nach Montenegro eingereist. Und fliege auch aus Montenegro zurück - wo ich ja offiziell nie eingereist bin...:/8|
    Und wie ich jetzt, wo ich wieder Internet habe, bruchstückhaft auf den VD Facebook Gruppen lesen kann, war das wohl früher problemlos, inzwischen braucht man dafür aber angeblich einen Permit - oder muss sich direkt nach Übertritt bei der zuständigen Grenzpolizei melden. Wirklich verlässliche infos kriege ich aber auch nicht so recht zusammengeklaubt.
    Tja, blöd...Ich bin schon Tage im Land - und weit von der Grenze entfernt...In Plav gäbe es dann zumindest wieder eine Grenzpolizei...aber - schlafende Hunde wecken und ein Problem kreieren, wo es bisher gar keines gab? Oder aber am Flughafen merken, dass da durchaus eines besteht und wohlmöglich nicht mitfliegen? Tricky.
    Aber hier ist ja wiederum die albanische grüne Grenze...Da rüber machen, zurück kommen und sich dann ordnungsgemäß registrieren, als wäre nichts gewesen?
    Ich laufe mal zur Touri Info und fühle vorsichtig vor. So richtig im Bilde sind die aber auch nicht. Irgendwie kann man wohl einen Wisch bekommen, wenn man die erste Nacht nach Grenzübertritt eine Übernachtung bucht, wie das genau funktioniert, kann man mir aber auch nicht erläutern.

    Meine geplante Route führt über Gusinje, da gibt es auch eine Touri Info und sowas wie ein Fremdenverkehrsamt, was wohl von der albanischen Grenze aus die nächstbeste Anlaufstelle wäre - ich vertage das Problem mal auf später.

    Also noch schnell einkaufen - und dann wieder munter rauf, auf den Smetni vrh.


    Ordentlicher Anstieg, aber inzwischen kühl - und ich habe endlich wieder Lust, zu laufen, es braucht einfach was für's Auge.

    Es fängt an zu dämmern

    und pünktlich zu den angehenden Lichtern im Tal hänge ich mit Ausblick und Vorfreude auf die neue Gegend in den Bäumen - wie es scheint erst mal alles richtig gemacht.

    "Not all those who wander are lost"

    Einmal editiert, zuletzt von questor | hangloose (11. Oktober 2025 um 09:45)

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