Tarp: mangelnde Spannung beim diagonalen Spannen

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  • Ich habe ein 3x2 m Tarp nach dieser Anleitung hier aufgebaut:

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    Erst einmal finde ich es verblüffend, wie durch die Asymmetrie der untergeschlagenen Ecke ein enormes Gemütlichkeitsgefühl entsteht.

    Dann aber ist die längere der beiden Diagonalen trotz aller Mühen nicht richtig stramm zu bekommen. Es entsteht also keine saubere Kante, sondern eine Art wellige Spannung, die aber bei Wind ordentlich knattert. Ich habe versucht, die Heringe anders zu setzen, aber leider kein Erfolg.

    Ist das mit einem simplen rechteckigen Schnitt rein physikalisch nicht hin zu bekommen?

  • Ist das mit einem simplen rechteckigen Schnitt rein physikalisch nicht hin zu bekommen?

    Es kommt auf das Material an.
    Regenwasserfeste Baumwoll-Tarps ziehen sich bei Nässe im Gewebe zusammen. Diese Schrumpfung von 3–4 % macht sich besonders in der Diagonalen bemerkbar. Ein nasses Baumwoll-Tarp steht also erheblich strammer, als ein trockenes. Dies ist einer der Gründe, warum ich so gerne mit diesem Material arbeite.

    Bei allen anderen Geweben hat man mehr oder weniger Stretch in der Diagonalen. Ich löse das inzwischen ganz pragmatisch mit zwei Liftern.

  • Erst einmal finde ich es verblüffend, wie durch die Asymmetrie der untergeschlagenen Ecke ein enormes Gemütlichkeitsgefühl entsteht.

    Dann aber ist die längere der beiden Diagonalen trotz aller Mühen nicht richtig stramm zu bekommen. Es entsteht also keine saubere Kante, sondern eine Art wellige Spannung, die aber bei Wind ordentlich knattert. Ich habe versucht, die Heringe anders zu setzen, aber leider kein Erfolg.

    Ist das mit einem simplen rechteckigen Schnitt rein physikalisch nicht hin zu bekommen?

    Das ist der Adirondack Aufbau. Ich mache den sehr gerne mit meine 8x10 Tarp und 2 Stöcken vorne. Durch die Naht ist die Diagonale gut straff und den Aufbau kann man auch abkürzen, indem man Eckpunkt am Boden festlegt, am anderen Ende der Ridgeline-Naht einen Stock macht, den zweiten Stock am übernächsten Abspannpunkt und die beiden restlichen freien Enden mit Hering fixieren. Alles gut überdacht und trotzdem freie Aussicht :)

  • Ist das mit einem simplen rechteckigen Schnitt rein physikalisch nicht hin zu bekommen?

    Das ist bei Rechtecktarps die in diversen Konfigurationen aufgebaut werden können fast unvermeidlich dass man in der Diagonalen keine ordentliche Spannung auf den Stoff bekommt. Bei schrägem Fadenverlauf verschränken sich die Webfäden zueinander und der Stoff längt sich. Gerade die Silikonbeschichteten sind davon betroffen. PU- beschichtet Stoffe sind da um einiges dimensionsstabiler. Meist ist es aber eh nur eine optische Sache. Dicht sind die modernen Tarpstoffe allemal.

  • Christian Wagner

    Moin Christian!

    Ich weiß, es widerspricht komplett Deinem schnitt-optimierten Design. Aber vielleicht hast Du einmal (experimentell) die gerade Gewebekante in die Tarp-Diagonale gebaut?

    Damit hätte man den Stretch von der Diagonalen an die Kanten verlagert, mit allen Vor- und Nachteilen …

  • Aber vielleicht hast Du einmal (experimentell) die gerade Gewebekante in die Tarp-Diagonale gebaut?

    So experimentierfreudig bin ich eigentlich gar nicht. Ich orientiere mich da meist sehr an dem was die Allgemeinheit so fabriziert und wenn ich da keinen krassen Handlungsbedarf sehe das anders zu machen dann bleibe ich beim Bewährten. Es gibt z. B. keinen mir bekannten Hersteller von Pyramidenzelten der den Fadenverlauf anders als parallel zur unteren Kante hat und dann in den Ecken Nähte in der Diagonalen (Ausnahme evtl. Golite Shangri- La, aber das kann ich nur vermuten). Diese sehen straffer aus, anders als bei dem Halbpyramidenaufbau eines Rechtecktarps, weil ein gewisser Catenary Cut mit reingeschnitten wird. Das ist dann auch schnittiger, aber der Verlust an Kopffreiheit ist dann schon fix mit drinnen. Beim Flat Tarp kann man die Kanten dann mit Liftern noch rausziehen, aber wozu? Wenn es kachelt, dann baut man sein Rechtecktarp eben anders auf (superflaches Firstzelt etc.).

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