Bergversicherung: DAV oder was anderes?

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Ich bin im Sommer eine Woche auf einer Transalp mit MTB in den Dolomiten unterwegs und überlege mir erstmals eine Bergversicherung zuzulegen. Ähnliche Touren in Zukunft sind angedacht.

    Fragen zu Bergversicherungen:

    Würdet ihr für die Tour eine Bergversicherung über den DAV abschließen? Was für eine Versicherung habt ihr, wenn ihr regelmäßig in Europa in den Bergen unterwegs seid?

    Für den Fall ich stürze irgendwo im Gebirge in Italien und müsste mit dem Heli abgeholt werden, würde die des DAVs dann greifen oder braucht es dafür was anderes, Auslands-KV?

    Danke im Voraus für euren Rat!

  • Hallo Dune,

    ich habe mich vor ein paar Jahren mit dem Thema befasst daher sind die Infos nur dann noch aktuell wenn der DAV sein Kleingedrucktes nicht aktualisiert hat aber zu dem Zeitpunkt habe ich mich für eine separate Bergeversicherung im Rahmen einer Unfallversicherung entschlossen.

    Die Hauptgründe waren:

    a) Die Summe der Bergekostenabsicherung war mir bei der DAV zu niedrig.

    b) Im Kleingedruckten steht/stand drin, dass die Versicherung bei "Bergunfällen" oder Verblockungen am "Berg" geift. Wortlaut weiss ich natürlich nicht mehr aber ich hatte daraufhin noch mit dem Versicherungsdienst des DAV gesprochen der mich an den Versicherer verwiesen hat die mir dann bestätigen konnten, dass die Police, so wie es dort steht nur bei Bergunfällen greift. Nun ist die Auslegung was genau ein Berg ist sehr dehnbar und auf solche Spielchen kann ich bei Versicherungen verzichten. Die versuchen im Schadensfall nämlich alles um nicht zahlen zu müssen.

    In meiner Bergekostenversicherung gibt es keine Einschränken, egal ob zu Wasser, an Land oder ähnlichem.

    Lediglich den Passus mit dem Expeditionscharakter habe ich drin gelassen. Wenn man den raus haben möchte wird es unglaublich teuer und das ist nach meinen Recherchen auch nicht nötig weil die Auslegung da relativ klar ist.


    PS: Gerade mal geguckt, es sind aktuelle 50.000€. Das ist solide und sollte meistens ausreichen. Wenn du also nur für den Bergsport suchst ist die DAV Mitgliedschaft sicherlich ein gutes Angebot. Ich würde aber wirklich empfehlen die Versicherungsbedingungen im Detail durchzulesen.

    Einmal editiert, zuletzt von janphilip (15. April 2026 um 13:29)

  • Ich les mich da auch gerade ein und bin auch über jeden Tipp dankbar. Ich schau mir gerade auch noch den ÖAV an. Und bei der Bergrettung Tirol kann man auch Mitglied mit Versicherungsschutz werden.

  • Achtung... geht es nur um Bergekosten, da reicht mir das Angebot der alpinen Vereine oder geht es weiter um Behandlung nach einem Unfall? Das ist dann eine Unfallversicherung oder so. Ist meiner Meinung nach was völlig anderes und bei einem Versicherer abzuschließen. Bei einer Mitgliedschaft im DAV ist das mit der Bergung ja nur ein Bonus.

  • Ich bin beim DAV, da ich zu 90% in den Bergen rumturne und zugleich etwas günstiger in den Hütten übernachte. Die Auslandskrankenversicherung etc bringt mich dann nach Hause.

    Es ist also ein Zusammenspiel mehrerer Versicherungen bzw. -sträger.

    Also ruhig mal in andere Policen reingucken, was dort so alles inkludiert ist! ;)

  • Achtung... geht es nur um Bergekosten, da reicht mir das Angebot der alpinen Vereine oder geht es weiter um Behandlung nach einem Unfall?

    Gute Frage, müsste ich nochmal drüber nachdenken. Hatte intuitiv nur an Bergekosten gedacht. Dass eine Unfallversicherung auch nützlich sein kann, wenn man sportlich in Gelände mit erhöhtem Verletzungspotential unterwegs ist, ist ein guter Punkt. Bleibt die Frage, ob eine Unfallversicherung inkl. Bergeversicherung am Ende günstiger sein kann, als DAV und separate Unfallversicherung. Muss ich mal recherchieren. So häufig nutze ich die Hütten derzeit noch nicht.

    Bezüglich Rücktransport steht beim DAV:

    „Kostenübernahme und Organisation für den medizinisch sinnvollen und vertretbaren Rücktransport zum Wohnort“

  • Auslands-KV ist eine eigenständige Versicherung, die man dazubuchen bzw. extra abschliessen muss. Gibt auch eine DAV-Seite, wo die verschiedenen Versicherungen (leider nur kurz) erklärt sind.

    Unfall = "plötzliches Ereignis". Offen bleibt bei der in der Mitgliedschaft automatisch enthaltenen Versicherung, was alles als "Bergsport" gilt. In den AGB und kurzen Erläuterungen, die sich hier und da auf DAV-Homepages finden, steht zwar, dass zum Bergsport auch Mountainbiken dazugehört (nicht vollzählige Aufzählung mit der Einleitung "zum Beispiel ..."). Gravelbiken z.B. steht aber eben nicht explizit drin, d.h. das bedarf ggf. der Erörterung bzw. kann streitig sein. Da viele Sektionen des DAV aber mittlerweile Gravelbiken anbieten, dürfte es mit drin sein. Wenn es nicht darüber inkludiert ist, dass eben alle Vereinsaktivitäten versichert sind, weil Vereinsaktivitäten. Drängen sich Fragen auf: Radtouren im Flachland? Ist das Bergsport? Anderes Feld: wie weglos darf es sein (Abgrenzung zu a) Fahrlässigkeit/Verschuldensmaßstab und b) Expedition)? Das ist halt Diskursentwicklung und die AGBs der verschiedenen Versichererer lassen immer wieder Fragen offen.

    Sone Fragen interessieren mich persönlich eher weniger (hat man halt ggf. Schulden bzw. Pech gehabt; bin ja umsichtig/vor-sichtig unterwegs). In Zusammenhang mit der Frage, warum bin ich eigentlich noch im DAV, wenn ich die letzten 10+ Jahre in keiner Hütte mehr war, an keiner Sektionstour mehr teilgenommen habe und ich die Heftchen überwiegend langweilig finde, würde ich eine Klärung aber sehr begrüssen.

    [und im DAV bleibe ich, weil ist ja ne Struktur, in der man sich auch engagieren könnte. Und wegen der Versicherung:-)]

    janphilip welche? Wenn wir hier auf den DAV hinweisen, können wir ja auch andere nennen finde ich.

  • Achtung... geht es nur um Bergekosten, da reicht mir das Angebot der alpinen Vereine oder geht es weiter um Behandlung nach einem Unfall? Das ist dann eine Unfallversicherung oder so. Ist meiner Meinung nach was völlig anderes und bei einem Versicherer abzuschließen. Bei einer Mitgliedschaft im DAV ist das mit der Bergung ja nur ein Bonus.

    Die Behandlung nach dem Unfall übernimmt deine Krankenkasse. Da musst du dir nur außerhalb der EU Gedanken drum machen. Dann braucht man eine Auslandskrankenversicherung am besten mit kostenlosem Rücktransport.

    Nochmal aufgeschlüsselt:

    Bergekostenversicherung: Bergung aus dem Gelände nach Verblockung oder Unfall. Dass die Verblockung mit drin ist ist meiner Meinung nach sehr wichtig!

    Krankenversicherung: Behandlung nach einem Unfall, bei Krankheit etc. pp.

    Auslandskrankenversicherung: Die deutsche Krankenversicherung zahlt nur innerhalb der EU. Außerhalb benötigt man eine Auslandskrankenversicherung. Mit Rückholung bedeutet, dass ein Krankentransport ins Heimatland bezahlt wird.

    Unfallversicherung: Zahlt nach einem Unfall verschiedene Einmalzahlungen je nach Police. z.B.: Ein Arm verloren: 20.000 €. Häufig kann man hier eine Bergekostenversicherung inkludieren lassen.


    Allgemein noch mal der Hinweis: Auch wenn es nervt: Lest euch die komplette Police durch! Ich hab mir die ausgedruck, mit Textmarker die wichtigen Sachen markiert und dann hinterher verglichen. Was man nicht versteht kann man gut googeln.

    Die Quick Infos und Zusammenfassungen der verschiedenen Policen sind oft irreführend oder verschweigen einige Dinge.

    3 Mal editiert, zuletzt von janphilip (22. April 2026 um 10:50)

  • Eine kleine Lücke ist noch bei anderen medizinischen Ereignissen; der Unfall setzt immer eine äußere Einwirkung voraus. Sowas wie Herz-/Kreislaufprobleme, Höhenkrankheit (nicht hierzulande) u. ä. dürfte in einer Unfall-Bergeversicherung nicht versichert sein.

  • Eine kleine Lücke ist noch bei anderen medizinischen Ereignissen; der Unfall setzt immer eine äußere Einwirkung voraus. Sowas wie Herz-/Kreislaufprobleme, Höhenkrankheit (nicht hierzulande) u. ä. dürfte in einer Unfall-Bergeversicherung nicht versichert sein.

    Siehe oben meinen Hinweis zur Verblockung! Wenn die mit eingeschlossen ist ist sowas abgedeckt. Manchmal wird der Begriff auch ausgetauscht durch "drohender Unfall" oder "Notlage".

  • Da wäre ich aber nicht sicher - Blockierung schließt meinem Verständnis nach keine Krankheitsereignisse ein.

    "Blockierung: Körperlich unversehrt, aber dennoch in Bergnot? – Bei einer sogenannten Blockierung sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, die Tour aus eigener Kraft fortzusetzen und kommen weder vor noch zurück. In den meisten Fällen kommt es zu einer Verkettung von Fehleinschätzungen, -entscheidungen und Ereignissen, die zu Überforderung und letztlich in eine Sackgasse führen. Kommen vielleicht noch schlechte Verhältnisse oder ein rascher Wetterumschwung hinzu, bleibt als einziger Ausweg häufig nur mehr der Notruf."

    Glossar BergwanderCheck
    Wie ging das gleich mit dem Gehzeitrechner? Und was genau sind noch mal "Stumme Zeugen"? – Werde souverän(er) im Umgang mit den verschiedensten…
    www.alpenverein.de

    Bei Notlage/Bergnot bin ich mit Dir konform (das schliesst der ASS des DAV ein), aber eben nicht eine Unfallversicherung.

    Einmal editiert, zuletzt von whr (22. April 2026 um 11:10)

  • Da wäre ich aber nicht sicher - Blockierung schließt meinem Verständnis nach keine Krankheitsereignisse ein.

    "Blockierung: Körperlich unversehrt, aber dennoch in Bergnot? – Bei einer sogenannten Blockierung sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, die Tour aus eigener Kraft fortzusetzen und kommen weder vor noch zurück. In den meisten Fällen kommt es zu einer Verkettung von Fehleinschätzungen, -entscheidungen und Ereignissen, die zu Überforderung und letztlich in eine Sackgasse führen. Kommen vielleicht noch schlechte Verhältnisse oder ein rascher Wetterumschwung hinzu, bleibt als einziger Ausweg häufig nur mehr der Notruf."

    https://www.alpenverein.de/artikel/glossa…18-624ca4b1f0bd

    Ich hatte das damals recherchiert und der wichtige Teil ist "nicht mehr in der Lage, die Tour aus eigener Kraft fortzusetzen". Das kann man bei einer Krankheit gut darlegen und deckt eigentlich alles ab.

    Solltest halt beim Einsteigen nicht sagen: "Och, ich hatte keine Lust mehr..." ;)

    PS: Das steht und hängt jetzt auch nicht an einem Begriff. Dazu stehen in der Police 2-3 Sätze. Die muss man lesen und sich angucken ob nur der Unfall oder auch weitere Notfälle abgedeckt sind.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!