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  • JayJay hatte freundlicherweise beim Wintertreffen eine Menge Einmaloveralls verschenkt. Da konnte ich glücklicherweise auch einen ergattern. Das Material ist wohl Soft Tyvek. Das ist winddicht und recht wasserabweisend. Wasserdicht würde ich es nicht nennen, wirklich stabil auch nicht, dafür ist es sehr leicht.

    Damit man nicht als Tatortreiniger in der Pampa herumläuft wurde der Overall kurzerhand zur Jacke umgeschneidert. Der Schnitt des Overalls ist recht clever. Oben auf der Schulter befindet sich keine Naht. Dafür geht auf Höhe der grünen Linie eine Naht einmal rundherum. Dort kann man dann je nach gewünschter Länge der Fertigen Jacke nach unten messen (4 cm für den Saum nicht vergessen), und abschneiden. Den Reißverschluß habe ich einfach herausgeschnitten, sauber Heraustrennen ist bei Soft- Tyvek IMHO kaum möglich.

    Nachdem unten der Saum mit dünnem Gummizug angebracht, und der wasserdichte Reißverschluß eingenäht wurde ist die Jacke schon um einiges stabiler. Die Stichweite habe ich auf "Maximal" eingestellt um das Material nicht unnötig zu schwächen.

    Ich habe noch bei allen horizontal verlaufenden Nähten die Nahtzugabe, nach oben umgeschlagen, fest gesteppt. So kann eventuell eindringendes Regenwasser wenigstens zum Teil auch wieder rauslaufen.

    Die Gummibündchen an den Ärmelabschlüssen und an der Kapuze habe ich erst mal im Originalzustand gelassen da ich die eigentlich gar nicht mal so schlecht finde.

    Wie sich das filigrane "Stöffchen" in der Praxis schlägt werden wir sehen.

    Wen ich den wasserdichten RV nicht schon zu Hause gehabt hätte dann hätte ich wahrscheinlich den existierenden RV weiterbenutzt. Dieser ist allerdings nicht teilbar, somit wäre es eine Schlupfjacke geworden. Die Abdeckleiste ist mit einem Selbstklebestreifen versehen, diesen hätte ich als Klebesaum umgeschlagen und kleine, selbstklebende Klettstücke zur Fixierung benutzt.

    Übriggeblieben sind die Beine und der RV. Für eine Hose hat es bei mir von der Länge her nicht mehr gereicht, aber da könnte man ja noch einen zweiten Overall für verwursten.

    Ach ja: 154 gr.

    Vielen, vielen herzlichen Dank an JayJay für die Bereitstellung des Overalls. :saint::saint::saint::saint:

    Einmal editiert, zuletzt von Christian Wagner (9. März 2026 um 16:01) aus folgendem Grund: Absätze, Ergänzung

  • Ich dachte immer, Tyvek ließe sich sehr gut verkleben...

    Das sagt Dupont (der Tyvek-Hersteller) dazu, nennt aber kein Produkt.

    Seaming & Sealing
    A variety of processes and materials can be utilized in order to create a seam or seal with DuPont™ Tyvek®.
    www.dupont.com


    Es gibt Tyvek Klebeband in einseitig und doppelseitig. Z.B. das einseitige hier (nur mal schnell ge-ecosiat)

    DuPont™ Tyvek® Acrylklebeband 75 mm x 25 m. - BAU-MATERIAL
    Dupont, Tyvek ,Dupont Tyvek ,einseitiges, Klebeband für Membranen und Dampfsperren, Klebeband,ACRYLIC
    bau-material-shop.de

    Omorotschka War das das Material, mit dem du im Sommer auch dein Packraft geflickt hast?

    Und im blauen Forum gibt es einen Tyvek kleben Faden, den damals wilbo eröffnet hatte - der kennt sich also auch damit aus...

    "When was the last time you did something for the first time?" (Scout)
    "Nichts leichter als das", antwortete Frederick. "Komm mit!"

  • Ich habe ja seit Jahren ein Bein von so einer Art Overall , als Kopfkissen Bezug mit auf Tour.

    Sieht mittlerweile etwas schäbbich aus, da man den Kopfschweiß nicht komplett raus bekommt, in der Waschmaschine. Habe einfach das schmale Ende des Beins fest zu geknotet und das weite Ende knote ich dann locker zu, nachdem ich da meine Klamotten reingestopft habe. Packe da ebenfalls seit Jahren auch ein Aufblaskopfkissen mit rein, da ich gerne ein dickes Kissen habe.

    Leider taugt es nicht als Packsack für dinge die trocken bleiben müssen, da es ja nur bedingt wasserfest ist.

    Ist halt ein Luxus Item, so ein Kopfkissen Bezug, aber Soft Tyvek, zumindest von meinem Anzug, ist ein wahrer Gesichtsschmeichler! Von beiden Seiten.

    Wiegt 20g, ist also im Vergleich zu einer Fotoausrüstung oder eines Helinoxstuhls noch zu verschmerzen, als Luxus Dingens!

    Falls man hier von JayJay keine mehr umsonst bekommt, Kleinanzeigen ist voll davon. Meiner hat vor 3 oder 4 Jahren 2€ plus Versand gekostet und wird in einem großen Briefumschlag verschickt. D.h. insgesamt wird das Ding, so man es bei Menschen kauft, die es wahrscheinlich von ihrem Arbeitgeber mitgehen lassen, bei um die 4€ liegen.

    Für eine Jacke und zwei Kopfkissen Bezüge nicht so viel!

    Hatte auch versucht mir aus den beiden Ärmeln, die ich abgeschnitten hatte, bis auf einen schmalen Streifen, der über die Schultern und den Nacken verläuft, einen Ärmelschutz zu Basteln, bzw Schneiden, um beim Tragen eines Regenponchos, keine nassen Untersrme zu bekommen.

    Diese „Konstruktion“ hielt sich sogar am gewünschten Platz, ist aber auf meiner ersten echten Regentour ziemlich schnell durchgeweicht. Taugte also leider nix!

    Auf jeden Fall kann man sich aus so einem Overall, sehr schöne Dinge machen, die sogar jemand mit zwei linken Händen bewerkstelligt kriegt.

  • Währe die Jacke nicht viel leichter geworden, wenn man so einen ganz dünnen Reißverschluss, wie bei den Decathlon Windjacken, eingenäht hätte?

    Und den unteren Gummizug könnte man ja weg lassen, wenn man das Ding einfach wie ein Hemd in die Hose steckt? Ich meine, das Material ist ja super weich, könnte also eigentlich nicht stören.

    Oder man macht tatsächlich ein Schlupfhemd daraus, dann hat man gar keinen Reißverschluss.

    Bin gespannt, was du berichten wirst, wie doll man darin schwitzt.

    Denn es ist ja sehr wahrscheinlich, weniger atmungsaktiv, als ne dünne Nylonjacke!

    P.S. Der Ärmel wiegt übrigens nur 14g. Wer also nicht noch ein Aufblaskisse da mit reinstopfen will, spart als Kopfkissen Bezug nochmal horrende 6g.

    Nur das man dann nur noch eine Weste aus dem Anzug machen kann, bzw als Einarmigerbandit durch die Gegend strolcht!

    Einmal editiert, zuletzt von RaulDuke (9. März 2026 um 17:52)

  • Währe die Jacke nicht viel leichter geworden, wenn man so einen ganz dünnen Reißverschluss, wie bei den Decathlon Windjacken, eingenäht hätte?

    Bestimmt! Allerdings traue ich dem Material nicht wirklich viel zu. Den wasserdichten RV hatte ich halt noch zu Hause und so war es für mich keine Wahnsinnsinvestition, außerdem ist das auch Konstruktiv sehr easy zu bewerkstelligen. Die Variante mit Schlupfanorak mit Nutzung der vorhandenen Abdeckung wäre ungleich aufwändiger gewesen. So war es für mich nur eine knappe Stunde und die Jacke war fertig.

    Die 4 Gramm die der dünne Gummizug am unteren Saum wiegt kann man IMHO verschmerzen.

    Die Idee mit dem Kopfkissenbezug ist Spitze! Das werde ich Mal ausprobieren. Meine üblichen Packbeutel, welche ich sonst immer dafür genommen hatte, sind aus Silnylon und rutschen mir immer recht leicht von der Matte.

    Ein weiterer Usecase für die abgeschnittenen Beine wäre noch ein Essensbeutel. Der muss IMHO auch nicht wasserdicht sein. Alles was bei mir an Essen nicht nass werden darf ist sowieso nochmal extra verziploct (Zucker, Instantkaffee usw.). Mein aktueller Proviantbeutel ist aus Moskitonetz.

    LG, Christian

  • Ich benutze als Fraßbeutel einen wasserdichten Rolltopbeutel von Osprey. 30g!

    Den hänge ich halt fast immer draußen irgendwo auf, wegen Mäusen o.ä.

    Der hat am unteren Ende so eine praktische kleine Schlaufe, wo man ne Leine mit nem Toggel durchziehen kann, damit das Gewicht nicht am Rolltopverschluss hängt.

  • Weil du auf die lange Stichweite wg. der 'Wasserdichtigkeit' abgehoben hast und kleben nicht erwähntest.

    Ah jetzt ja, ok, darauf kann ich was antworten: Kurz gesagt, ich kann halt nähen und habe sowohl Maschine und auch Garne da. So war die insgesamt recht flimsige Jacke mit minimalem (v. A. zeitlichem) Aufwand zusammengekloppt. Mir da jetzt noch groß Gedanken über Verklebung und die damit einhergehenden konstruktiven Änderungen zu machen war mir ehrlich gesagt den Aufwand nicht wert, aber du kannst ja mal machen und berichten;). Wenn ich in eine Jacke relevant Hirnschmalz und Aufwand stecken sollte dann würde ich die aus ordentlichem Material machen.

    Den Anwendungsbereich der Jacke sehe ich so bei Tagestouren/ Overnightern wenn gutes Wetter angesagt ist - eher so "just in case". Klar kann man da noch die Nähte abdichten, man kann es aber auch IMHO erst mal lassen. Test unter der Dusche steht noch aus...

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