Materialberechnung Quilt

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  • Ich plane mir einen warmen KuFa Quilt zu nähen und bin mir unsicher mit wie viel Materialverbrauch ich kalkulieren soll um den Loft der Isolation gerecht zu werden. Letztes Jahr hatte ich mir eine Isojacke und Hose mit Apex genäht und habe "pi mal Daumen" 4 cm extra auf den Schnitt meiner luftig sitzende Windjacke und Hose gegeben. Das sitzt dann teilweise schon recht spack, wenn ich z.B. die Wade anspanne. Da der Quilt deutlich mehr Loft haben wird, wollte ich die Berechnung diesmal nicht so hemdsärmelig machen.

    Zur Vereinfachung stelle ich mir vor, dass der Quilt eine Halbkreis-Form über meinen Körper abbildet. Mein Dauenquilt hat an der Schulter 160cm Breite Innen. Ich nehme 160 mal 2, erhalte einen Kreisumfang von 320cm und einen Radius von 51cm. Für den Aussen Radius addiere ich die 6cm Loft zu den 51cm. 57 cm Radius ergeben 358cm Umfang. Der halbierte Umfang (also mein Quilt Außenmass) sind dann 179cm. Kommt das hin mit 160 cm Innen und 179cm Außen? Hat hier jemand praktische Erfahrungen? Mir erscheint das etwas viel.

    Und nimmt man dann eher den Mittelwert 170cm (von 160 innen und 179 außen) wenn es an den Stoffzuschnitt geht?

  • Ich hab zwar gerade keine Formel parat. Was ich dir aber aus meiner Kufa-Quilt-Näh-Erfahrung sehr empfehlen kann, wenn es um die Festlegung der Maße geht:

    1. Wenn du nicht das allerletzte Gramm sparen willst, dann besser etwas breiter und länger dimensionieren. Ich würde mich mehr darüber ärgern, dass in der Breite und Länge jeweils 5 cm für eine komfortable Quiltnutzung fehlen, als ich mich über ein paar eingesparte Gramm mehr freuen würde.

    2. Verlass dich nicht zu sehr auf deine Rechnerei. Besorg dir eine nicht ganz so dicke, aber dennoch stabile Plastikplane. Zur Not Müllsäcke zusammenkleben. Aber nicht die gelben Säcke, die sind zu dünn. Wenn du dich drehst uns wendest, die Beine und Arme anwinkelst, sollte die Folie nicht nachgeben.

    Auf die Folie zeichnest du dann mit Filzstift deine Maße drauf. Gerne auch in ca. 5cm Schritten größere und kleinere Abmessungen. Die Folie kannst du dann seitlich mit Klebeband entsprechend so festkleben, dass dein Folienquilt die gewünschte Maße hat.
    Die Fußbox bindest du mit einem Stück Schnur oder einem Gummi zu.

    Dann leg dich drunter, und schau, ob es passt. Mit den Maßen kannst du dann so lange spielen, bis es sich für dich gut anfühlt.

    Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, ob Ray Jardine dann noch eine Stoffzugabe draufpackt (die Nahtzugabe auf jeden Fall). Aber das ist dann schon ein guter Eindruck, ob der Quilt von den Maßen her passt. Einen Unterschied von Innen- und Außenmaßen würde ich nicht machen.

    Aus dem Kopf heraus kann ich aber auch nicht mehr sagen, wie es bei Ray Jardine war und auf die Unterlagen habe ich gerade keinen Zugriff.

  • Der differential cut ist bei Winterschlafsäcken essentiell, bei Quilts aber IMHO völlig wurscht. Das Teil wird ja nicht geschlossen wie ein Schlafsack, sondern ist ja eher wie eine Decke.. Bei einer vorgeformten Fußbox mache ich das für das Bodenpanel, aber das war es auch schon.

    Ich würde also den Durchschnitt zwischen Innen- und Aussenbreite hernehmen, und mir den differential cut schenken. Bedenke aber das der Stoff noch um die loftigen Aussenkanten herum muß. Ist dein Bezugsstoff also um die Lofthöhe (evtl. plus Nahtzugabe) breiter, dann ist das sehr sinnvoll, da die Endbreite des Quilts um etwa die Lofthöhe "schrumpfen" wird.

    1,6m Breite erscheint mir massig viel. Meine Decke zu Hause hat nur 1,5m Breite, alle meine anderen Outdoor- Quilts auch. Auch wenn ich mir so die üblichen Kaufquilts anschaue dann sind 1,5m oft die maximale Breite. Die meisten Stoffe und Isolationsvliese liegen ebenfalls 1,5m breit. Bei 1,6m Endbreite müsstest du also anstückeln. Mein erster Quilt war nur 1,2m breit, das war definitiv zu wenig, ich habe dann einfach 20 cm angestückelt und jetzt passt es.

    Guck doch mal ob du mit 1,4 bis 1,5m nicht auch klar kommst (ausrangierte Billigdecke nehmen und scheibchenweise abschneiden bis es zu viele Luftlecks beim Drehen gibt). 1,6m ist eine übliche Breite bei Schlafsäcken, aber da musst du dich ja auch darin bewegen können, deshalb sind die oft breiter als Quilts.

  • Ich habe für meine drei Quilts (Lavalan, Apex, Primaloft) einfach pi mal Daumen gearbeitet. 4 lfm Hüllenstoff, 2 lfm Apex 167 bzw. 4 Yards (teilweise gedoppelt) Primaloft (da ist übrig geblieben, war auch so geplant). Beim ersten habe ich auch frei Schnauze zugeschnitten, bei den weiteren jeweils den alten als Vorlage genommen und großzügig aufgerundet, weil ich. ja meine Nähmaschine kenne. Hat bis auf ein paar Zentimeter geklappt. Ich meine, Apex und Primaloft hätten etwa 135 cm Breite, das passt gut für mich.

  • Danke, dass so viele von euch in kurzer Zeit geantwortet haben. Das erfreut mich sehr! :love:

    Bei den Dimensionen orientiere ich mich an meinem Daunenquilt, d.h. die 160 cm an den Schulter sollen genau so sein. Die Isolierung möchte ich in Lagen machen. Eine Lage ganz rechts anstossend, eine Lage ganz links und in der Mitte liegt es doppelt. Aktuell stelle ich mir 15 cm an der Seite einlagig vor, dort wo ich den Quilt unter meinen Körper lege. Die Fußbox soll dreilagig werden und der offene Teil des Quilt bis zur Taille ebenso dreilagig.

    Die dreilagigen Teile haben die gleiche Lofthöhe wie mein Daunenquilt, daher erwarte ich eine ähnliche Wärmeleistung. Ich möchte einen KuFa Quilt probieren, da mein Daunenquilt regelmässig kollabiert. Zum einen durch die kalt-nasse Umgebung in der ich den Quilt verwende, zum anderen durch eine Termperaturanpassungsstörung durch eine neurologische Erkrankung (schon ein kleiner Wärmereiz kann von meinem Körper mit einem Schwitzanfall reguliert werden) und on top noch Nachtschweiß als Wechseljahre-Symptom. Und da ich gerne nähe, teste ich jetzt mal ob KuFa für mich in diesen Szenarien besser funktioniert.

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