Moin allerseits,
gibt es hier Physiker / Ingenieure / Naturwissenschaftelnde aller Couleur, die mir dabei helfen mögen eine KI-Berechnung zu plausibilisieren? Gemini und ChatGPT kommen zu recht unterschiedlichen Ergebnissen. Und meine zwei Semester Maschinenbau haben mich nicht in die hohen Weihen der Strömungsmechanik vordringen lassen ![]()
Nach meinem Verständnis gibt es zwei Aspekte beim Thema Windwiderstandsfähigkeit:
1. Die strukturelle Stabilität: In wieweit schafft es das Zelt seine Form unter Einfluss von starkem Wind unter Annahme unfehlbarer Abspannpunkte beizubehalten. Da spielen also neben der Grundkonstruktion die Stärke des Zeltmaterials, die Stabilität der Stangen etc. rein.
2. Falls die Struktur aus (1) hält, wieviel Kraft müssen die Hauptabspannpunkte dann aufnehmen d.h. wieviel Windangriffsfläche haben wir?
Und eben genau um diese Frage (2) geht es mir.
Folgende zwei Zelttypen (Tunnel und Pyramide) und zwei Größen (2 Personen und 4 Personen) interessieren mich bei 120 km/h Wind (33.3 m/s):
Barents South Pole 2 Polar Tunnel
Breite: 145 cm | Höhe: 110 cm | Apsis Steigung: 44°
Barents Arctic 4 Polar Tunnel
Breite: 230 cm | Höhe: 120 cm | Apsis Steigung: 53°
HMG Ultamid 2 (schmale Seite zum Wind)
Breite: 211 cm | Höhe: 163 cm | Panel Steigung: 50°
HMG Ultamid 4
Breite: 282 cm | Höhe: 190 cm | Panel Steigung: 53°
ChatGPT berechnet A und schätzt Cw wie folgt:
South Pole 2 Polar:
A = 1.9 m2 (scheinbar approximiert über Halbkreis mit r = 1.1 m (Höhe des Zeltes)
Cw = 0.62
F = 800 N / 80 kg horizontale Zugkraft
Arctic 4 Polar:
A = 2.26 m2 (scheinbar approximiert über Halbkreis mit r = 1.2 m (Höhe des Zeltes)
Cw = 0.62
F = 952 N / 95 kg horizontale Zugkraft
Ultamid 2:
A = 1.72 m2 (einfache Dreiecksfläche)
cw = 0.6
F = 702 N / 70 kg horizontale Zugkraft
Ultamid 4:
A = 2.68 m2 (einfache Dreiecksfläche)
cw = 0.55
F = 1000 N / 100 kg horizontale Zugkraft
Beobachtung: ChatGPT scheint für A die Senkrechte zu nehmen und berücksichtigt laut eigener Aussage den Winkel der Apsis bzw. der Pyramiden-Flächen über den Cw-Wert.
Einschätzung: Dadurch, dass es die Frontfläche der Tunnel mit einem Halbkreis mit r = Zelthöhe approximiert, die Zelte aber beide deutlich breiter als hoch sind, unterschätzt dies c.p. die Fläche etwas.
Gemini hingegen spuckt folgendes aus:
South Pole 2 Polar:
A = 1.06 m2 (scheinbar parabolische Annäherung A = 2/3 b*h)
Cw = 0.32
F = 231 N / 23 kg horizontale Zugkraft
Arctic 4 Polar:
A = 1.84 m2 (scheinbar parabolische Annäherung A = 2/3 b*h)
Cw = 0.35
F = 438 N / 45 kg horizontale Zugkraft
Ultamid 2:
A = 1.72 m2 (einfache Dreiecksfläche)
cw = 0.55
F = 644 N / 66 kg horizontale Zugkraft
Ultamid 4:
A = 2.68 m2 (einfache Dreiecksfläche)
cw = 0.55
F = 1000 N / 100 kg horizontale Zugkraft
Beobachtung: Gemini scheint einen grundsätzlich ähnlichen Ansatz zu verfolgen. Es nutzt die Senkrechte für A und berücksichtigt laut eigener Aussage den Winkel der Apsis bzw. der Pyramiden-Flächen über den Cw-Wert.
Bei den Kräften, die auf die Pyramide wirken, scheinen sich beide Modelle einig zu sein.
Bei den Kräften, die auf die Tunnel wirken, setzt Gemini sowohl die Fläche, als auch den Cw Wert bedeutend niedriger an als ChatGPT.
Was sind eure Einschätzungen dazu? 🤓