2P 4Season Mid mit Ofenkapazität für Einsatz oberhalb der Baumgrenze

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  • Hallo zusammen,

    ich suche derzeit nach einem leichten Ersatz für mein HB Nallo 3GT für den ganzjährigen Einsatz und würde gerne meine Gedanken mit Euch teilen. Bei der Recherche haben sich auch einige Fragen ergeben, über Eure Meinungen dazu und natürlich auch generell zu der Thematik würde ich mich sehr freuen :)

    Einsatzgebiet: ganzjährig Touren am Rand vom/im norwegischen Fjell, Schottland, diverse Höhenzüge in Mitteleuropa (kein Hochgebirge). Langfristig evtl. auch Island, Patagonien. Konkret geplant fürs kommende Jahr sind autarke Touren für 1-2w im Saltfjellet-svartisen-nationalpark und im/um Valadalen Nationalpark. Werde es mit neuem Zelt natürlich zu Beginn ruhiger angehen, um entsprechendes Skillset bei wiedrigen Bedingungen aufzubauen. Nutze in gemäßigten Klimaten zwar ausschließlich Mids, habe damit aber bisher noch keinen echten Sturm / stürmischen Wind mitgenommen. Mit dem Nallo hab ich schon wirklich mieses Wetter durchgestanden.

    Zum Ofenbetrieb: Bin selten ausschließlich oberhalb der Baumgrenze unterwegs, und würde bei einzelnen Touren gerne die Möglichkeit nutzen, unterwegs auch mal Sachen zu trocknen und zu kochen (ggf. Sicherheitsbackup bei Brennerdefekt, Verlust (tatsächlich schon vorgekommen:rolleyes:) oder unerwertet hohem Brennstoffverbrauch). Außerdem ist die Gemütlichkeit im Winter schon sehr nice to have. Dass das in Island oder auch Schottland wegen Holzmangel nicht funktioniert ist mir bewusst, hätte nur gerne für entsprechende Touren die Option.


    Anforderungen: 

    • generell die Prämisse: "So leicht wie möglich, so schwer wie nötig". Gewicht fürs Fly ohne Heringe <1kg wäre toll aber kein Muss.
    • Platz für 2Personen a 1,90 mit Winterausrüstung (2cm Schaum-, 7cm Luftmatte, 18cm Daune, 2cm Synthetik -> 210cm+ Liegelänge auf einer Höhe von 30cm). Von der Breite her benötigen wir erfahrungsgemäß mind 135cm am Kopfende, 100cm am Fußende, mehr ist immer besser.  Auch entsprechender Platz zum Sitzen wäre ein Traum, um auch mal 1-2 Tage abwettern oder einen Restday genießen zu können, das sehe ich aber eher als Luxus. Werde das Zelt zu zweit mit Mesh/Solid Inner und Solo eher ohne Inner nutzen. Bei Ofennutzung wird das Inner natürlich ausgehängt.
    • Robuster Stoff, der auch wiederholten mechanischen Abrieb wegstecken kann (bodennaher Aufbau mit Steinen und/statt Heringen, Schleifen über Untergrund während Aufbau bei Wind, etc.). Wäre schön, wenn ich das Shelter für viele Jahre (Jahrzehnte) nutzen könnte. Ergo kein DCF... Und bin auch was 20D Silnylon angeht etwas skeptisch. Hier meine erste Frage: reicht ein gutes 20D Silnylon wirklich aus? Oder besser höher ansetzen (30D 6.6 Silnylon, 45D Silpoly, 45D Silnylon)? Kenne dickeres Silnylon nur vom Nallo (Kerlon 1200, 30 D High Tenacity Ripstop Nylon 6.6) und denke, vergleichbares wäre durchaus geeignet? Meine anderen Shelter bestehen alle aus Silpoly / DCF, hatte aber mal eine 15D Silnylon Gewebeprobe in der Hand und das wäre mir definitiv zu zart. Die Threads zum Thema Silnylon vs. Silpoly und die verlinkten Podcasts/Vids sind mir bekannt, dennoch tu ich mir da irgenwie schwer/habe zu wenig Erfahrung mit dem Material
    • Gut gearbeitete und zahlreiche Abspannpunkte (sauber auf Kappnaht), gerne auch in verschiedenen Höhen. Lifter mitten auf einem Panel sind mir schon eingerissen, daher bin ich da etwas skeptisch...
    • mind. 5C Zipper
    • Regensicherer Eingang, d.h. Tür liegt nicht oberhalb des Schlafplatzes/Inners
    • Snowflaps würde ich mir gerne sparen. Denke im Ofenbetrieb bin ich eh unterhalb der Baumgrenze und finde dort Material Material (Laub, Schnee, etc.) um die Unterkante vom Fly abzudichten und die Wärme drinnen zu halten (mit genug Lüftungsmöglichkeiten für einen sicheren Betrieb natürlich). In den Sommermonaten eh nicht notwendig/unerwünscht; in den Shoulderseasons/Winter ohne Ofen mit blankgefegtem Fels würde ich dann gegen Draft/Spindrift auf ein solid Inner zurückgreifen. Sinnvolle Gewichtsersparnis für die wärmere Jahreszeit oder stupid light?
    • entsprechend wäre es schön falls solid Inner verfügbar, aber kein Muss (ggf. MYOG)
    • Ofenkompatibel, d.h. Lüftungsmöglichkeiten in Bodennähe und an der Spitze. Falls ein Mid bei Auslieferung noch keinen Stovejack verbaut hat, kalkuliere ich mit +100g. Ist das realistisch? Platz beim Ofenbetrieb sollte auf jeden Fall für 1P im Liegen oder 2P im Sitzen sein. 2P im Liegen wäre schön, aber kein Muss da der Ofen zum Schlafen eh aus ist. Fragen dazu: Stört ein Stovejack die strukturelle Integrität des Flys? Und steckt ein stärkeres Gewebe potentiellen Funkenflug besser weg als schwächeres oder ist das zu vernachlässigen? Dass ein Funke bei beidem einfach durchglüht ist klar, aber wie sehr ist das Gewebe danach geschwächt?
    • möglichst wenig MYOG-Anteil, zumidest am Fly. Übe mich zwar immer mal wieder an der Nähmaschiene, aber mein Leben würde ich dem Gestümpere nicht anvertrauen^^ An möglichen Innervariationen werde ich mich aber früher oder später versuchen, ist ja kein tragendes Element.


    Vorteile die ich in einem Mid (insbesondere gegebüber Tunnelzelten) sehe:

    • mind. gleiche, bei drehendem Wind höhere Windstabilität bei deutlich geringerem Gewicht (das Nallo mit den großen Panelen ist bei Seitenwind schon einordenliches Segel)
    • kein Gefummel mit vereisten Gestängekanälen, besonders mit Fäustlingen
    • mehr Heringe/Nägel/Befestigungspunkte im Boden, bevor das Gestänge aufgerichtet wird (4-6 vs 2 beim Nallo)
    • eine Mittelstange ist leichter/schneller zu reparieren oder durch (Trekking-)Stöcke zu ersetzen als 3 bzw. 6 Faltgestänge, die auch noch gebogen werden (geplant ist, das Mid bei Touren mit "Wetter" mit extra Stange aufzubauen)
    • Bessere Belüftungsmöglichkeiten (hoher Aufbau)
    • (Flexiblere Nutzungsmöglichkeiten zu allen Jahreszeiten und Regionen durch Einsatz von nur Groundsheet, Bugbivy, Mesh Inner, Solid Inner, für jeweils 1P oder 2P.... zugegeben, mit etwas Zeit an der Nähmaschiene lässt sich das in Tunnelzelten bestimmt auch realisieren. Die Verfügbarkeit am Markt ist aber deutlich geringer, so ist z.B. das Meshinner fürs Nallo seit Jahren ausverkauft)


    Folgende Zelte habe ich mir (online) angesehen und verworfen. Falls jemand etwas anders sieht oder ergänzende Kommentare dazu hat, gerne her damit :) Gewichte beziehen sich immer aufs Fly inkl. Stovejack, ohne Heringe und ohne Abspannleinen, sofern nicht anders angegeben.

    Argali Rincon 2P: Maße: 275x224x137; 620g; 20D Silpoly; Zipper YKK 5 -> auf 30cm Höhe zu wenig Platz, Tür über Schlapfplatz (Fußende), Material vermutlich Nano-Ripstop da alle anderen Zelte vom Hersteller auch in NanoRipstop (keine guten Erfahrungen mit gemacht, lieber richtiges Ripstop, 20D eh schon am unteren Ende) Positiv: Flaps am Rand vom Stovejack zum Abdichten bei nichtgebrauch

    Argali Absaroka 4P: Maße: 330x290x188; 910g; 20D Nano-Ripstop Silpoly; Zipper YKK 5 -> Material sicher Nano-Ripstop (!! s.o.); relativ hoch, nur ein Ring aus Abspannpunkten relativ niedrig angebracht

    Peaks Solitude 4P: Maße: 320x274x203; 1106g inkl. Abspannleinen; 20D Silnylon; Zipper? -> sehr (unnötig) hoch, hätte statt/zusätzlich zum Trekkingpolekreuz lieber ein paar Abspannpunkte mehr im oberen Bereich gehabt. Einstieg nicht unbedingt regensicher, könnte durch Länge kompensiert werden.. Dann 20D Silnylon (kann ich schwer einschätzen). Dazu noch verhältnismäßig schwer und mit Import teuer... Wäre aber sehr interessiert zu sehen, wie sich das Kreuz bei stärkerem Wind bewährt. Hab irgendwie Bedenken, dass das Kreuz um die Achse (Mittelstange) bewegt und zusätzlichen Stress aufs Gewebe ausübt:/ drüben im blauen hat sich ja jemand eins zugelegt, bin gespannt was er berichten wird. Positiv: Entlastungspunkte für Tür

    MLD Duomid: *deren Website ist gerade down, genaue Daten reiche ich nach* 20D Silpoly -> aus Erfahrung: bei Nutzung mit Inner und Winterequipment nicht genug Platz für hintere Person, besonders verstärkt bei Wind. Positiv: Lifter auf mittlerer Höhe, leicht, MLD (für mich) bewährte Qualität in Verarbeitung

    Luxe Outdoor Hexpeak f6e: Maße: 340x300x160; 1370g; 40D 260T Ripstop Nylon silikonisiert; Zipper? (sehen dick aus) -> sehr schwer, Schneeelappen nicht gewünscht (s.o., nachträglich entfernen?). In Kombination mit Solid Inner all in all knapp 3 kg, fast so schwer wie das Nallo. Positiv: Abspannpunkte auf verschiedenen Höhen(!!!), robustes Material, beide Personen schlafen neben Stange, also gleicher Platz verfügbar. sehr viel platz im Inner, regensicherer Einstieg, günstig! Neutral: Röhrenlüfter mit mesh ist nettes feature, aber unsicher ob ich darauf vertrauen kann dass der im Ofenbetrieb wirklich offen bleibt, besonders bei viel Schneefall... würde wshl für den Seelenfrieden tdm. die Tür einen Spalt öffnen / mit Stöckchen offen halten. so gesehen wieder extra Gewicht

    Tipik Scaramus Duo: Maße: 332x332x184; 905g in 30D Silpoly, 765g in 20D Silnylon, bei beidem müssen noch 100g für Stovejack addiert werden; YKK 5 Zipper, YKK8 auf Wunsch -> irgendwie sehe ich den Hut bei viel Wind kritisch, hab das Gefühl dass da der Hut abhebt und Wasser einfach reingepustet wird.. kenne das nur von großen Baumwolljurten, aber dort ist das immer die erste Schwachstelle bei richtig Wind+Regen, dabei ist die Konstuktion aber eine andere... gibts dazu Erfahrungen/Meinungen? Denke der Aufbau verkompliziert sich zusätzlich... ansonsten auch sehr teuer (DCF Type Money) und nur ein Ring aus Abspannpunkten. Positiv: sehr leicht, auch mit Inner. regensicherer Einstieg, 2PInner und Ofen gleichzeitig nutzbar, Xavier (Tipik) würde auf Wunsch wshl auch extra Abspannpunkte anbringen

    Seek Outside Cimmaron light 4P: Maße: 260x290x182, 992g, 30D 6.6 Ripstop Silnylon, Zipper? -> Ring aus Abspannpunkten sitzt sehr tief, auf Bildern sieht es immer sehr saggy aus, kann aber auch Anwenderfehler sein^^ HalfNest auf Seite statt hinter Stange, dadurch zu zweit zu schmal. FullNest bedeutet Regen/Schnee im Innenzelt da unter Tür -> müsste selbst angefertigt werden (solid inner sowieso)

    Slingfin Cinder Cone: Maße 274x274x182; 765g + 100g Stovejack; 10D Nylon 66 ripstop; YKK VISLON™ Aquaguard -> generell recht klein, auf 30cm Höhe zu zweit hinter Stange zu klein, vor und hinter Stange quer liegend ggf Schnee/Regen bei offener Tür auf Schlafplatz, bei Nutzung mit Inner sicher Regen/Schnee im Inner, 10D silnylon mit vermutlich kurzer Lebenszeit. Positiv: leicht, gute Lüftungsmöglichkeiten

    MLD Supermid: Maße: 280x280x175: 740g + 100g Stovejack; Silnylon; YKK #8 Zipper -> minimal größerer Footprint als Cindercone, dafür niedrigere Mittelstange, entsprechend gleiche Problematik und knapp zu klein


    Die beiden Favoriten:


    Luxe Outdoor Hexamid F6a: Maße 340x300x160, 895g + 100g Stovejack; 40D 260T Ripstop Nylon silikonisiert; Zipper? (sehen dick aus)

    Positiv: robustes Material, beide Personen schlafen neben Stange, also gleicher Platz verfügbar. genug Platz im Inner, regensicherer Einstieg, günstig, Enlastungspunkte für Tür

    Negativ: Stovejack muss nachgerüstet werden, ggf. auch höhere Abspannpunkte wie beim F6e, im Vergleich dann wieder etwas schwerer

    (Fast) die eierlegende Wollmilchsau?


    Tipik Aston XL: Maße: 300x265x170; 680g in 30D Silpoly, 560g in 20D Silnylon, + 100g jeweils für Stovejack; YKK 5, YKK8 auf Wunsch

    Positiv: sehr leicht -> 4-500g, mit 2P Inner ca. 1kg leichter. Durch Länge von 3m mehr Platz hinter Stange als bei Cindercone oder Supermid. Abspannpunkte auf verschiedenen Höhen, Stovejack schon bei Auslieferung verbaut

    Negativ: Solid Inner knapp bemessen (120cm an Kopf/Fußende, Mitte 150, Länge 250), teuer, keine Sitzhöhe für hintere Person

    Frage an Besitzer des Zeltes: kann das schmale Ende im Inner dadurch kompensiert werden das einer etwas schräg liegt? kanns mir irgendwie nicht so ganz vorstellen, evtl. sollte ich ein Papiermodell basteln... oder versuche ich mir das schön zu reden und sollte mich eigntlich hinter die Nähmaschiene klemmen?

    und allgemein an alle die Fragen: würde euch das 20D Silnylon / 30D Silpoly für den genannten Einsatzzweck reichen? Oder Tipik (Xavier) bitten das Gerät in 30D 6.6 Ripstopnylon (Ripstop nylon 6.6, tent fabric, silicone-coat, 40g/sqm| buy) anzufertigen? Oder gleich in 40D (Ripstop nylon, tent fabric, silicone-coated, 55g/sqm| buy) aber warum dann nicht gleich das F6a kaufen? Oder das F6e und mit der Schere ran? Nimmt Luxe Outdoor ( FlorianHomeier ) Custom Bestellungen an?:saint:

    So das ist nun doch mehr Text geworden als geplant. Vielen lieben Dank fürs Lesen und die Aufmerksamkeit, freue mich auf und über Eure Meinungen! :)

    Einmal editiert, zuletzt von Assel (24. Dezember 2025 um 14:05)

  • lampenschirm 19. Dezember 2025 um 17:59

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Ich bin großer Freund von Mids - aber ob sie einem gut aufgebauten Nallo ebenbürtig oder gar überlegen sind, würde ich zumindest bei den großen Mids mal mit einem Fragezeichen versehen wollen.
    Mein Ultamid 4 wiegt mit allem Klimbim wie du es beschreibst etwa 800g weniger als mein Nallo 3 Äquivalent von Barents (ohne GT Apsis - die stört mich im Sommer nur).
    Was ich an einem Mid liebe ist die Ästhetik, Eleganz und Einfachheit.

  • Beitrag von WonderBär (20. Dezember 2025 um 02:20)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: Die 3 Siebe des Sokrates (20. Dezember 2025 um 02:26).
  • Nachdem ich „Fjäll Anders“ Experimentalreise mit seinem Ultamid mitverfolgt habe, hab ich die Idee mit dem Mid im Winter wieder verworfen (andere mögen zu anderen Schlüssen kommen):

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    Mein Kumpel hatte ein Duomid auf seinem Vita Band FKT und hat es gehasst. Viel zu klein für ihn. Dabei ist er gar nicht sooo groß. Knapp über 1,80.

    Ich selber hab ein Cimarron Light und bin damit an sich ganz zufrieden. Hab es schon auf einer einfachen Wintertour benutzt und habe das auch wieder vor. Unterhalb der Baumgrenze zeltend allerdings. So richtig ins kalfjäll würde ich mich damit nicht trauen. Auch wenn ich es ganz gut ohne sag abgespannt bekomme. Denke, dass deine Vermutung da richtig liegt.
    Zipper ist ein YKK 5er, wenn das die Frage war. Gut finde ich gerade die snow flaps, die waren im Winter Gold wert. Würde ich nicht ohne wollen.
    Hab auch ein solid half inner dazu, die gibts ganz günstig auf Aliexpress und passen perfekt. Benutzt hab ich es aber noch nicht. Denke aber, dass das zu zweit rein zum schlafen durchaus gehen würde, solange man nichts gegen kuscheln hat.

    2 Mal editiert, zuletzt von PositivDenken (20. Dezember 2025 um 07:37)

  • Vielen Dank für Euren Input! Muss gestehen, dass mich Eure Einschätzung der Windstabilität etwas überrascht. Da habe ich mich wohl verschätzt... umso wertvoller der Austausch!

    Mein Ultamid 4 wiegt mit allem Klimbim wie du es beschreibst etwa 800g weniger als mein Nallo 3 Äquivalent von Barents

    Wieviel wiegt denn Dein Setup mit Klimbim? das Fly spielt ja gewichtsmäßig in der selben Liga wie die von mir gelisteten Silnylonshelter (mit anderen Charakteristika natürlich). Mein Nallo wiegt grob 3,5kg, derzeit kalkuliere ich bei Mid+Solidinner+Stange+16Heringe+ 12Leinen gute 2kg

    Was ich an einem Mid liebe ist die Ästhetik, Eleganz und Einfachheit.

    Hätte ich schöner nicht schreiben können:)

  • "Fjäll Anders" kannte ich aus einem anderen Video, die Reihe zum Ultamid hatte ich noch nicht auf dem Schirm, danke! Besonders interessant: er hat beim Aufstellen der Stange das Problem, dass er die Heringe wieder rauszieht (weil: steiler Winkel? Schneedecke oberhalb mit zu wenig Wiederstand? Freiruckeln durch Bewegung in Leine?). Hatte das Problem noch nie da noch nie mit Mid in Tiefschnee, fester Boden war mit bissl Buddeln immer erreichbar. Food for thought.. Cool gelöst fand ich seinen Skifuß für die Mittelstange. Und auch er nutzt Snowflaps...

    Mein Kumpel hatte ein Duomid auf seinem Vita Band FKT und hat es gehasst. Viel zu klein für ihn.

    Überrascht mich, komme mit MLD Cricket/Solomid XL auch mit Wintersetup gut klar🤔 aber so hat wohl jeder seine Vorlieben/Ansprüche

    Danke auch für die Infos zum Cimarron! Meinst Du, das Half Inner passt auch hinter die Stange statt seitlich? oder ist das zu lang?

  • Kurz und knapp:

    • Für zwei Personen plus Ofen brauche ich eine Grundfläche mit ca. 3 m Kantenlänge / Radius.
    • Stangenhöhe dementsprechend um die 2 - 2,3 m. (Je steiler um besser bei Schneelast).
    • Snowflaps sind gut gegen Treibschnee. 
      Vielleicht so breit, dass es eine leichte Erhöhung am Saum gibt.(Tentipi) Damit hat der herunterrutschende Schnee es etwas schwerer den Rand herunter zu drücken.
    • Abspannungen und Spitzenverstärkung sollten sehr solide verarbeitet sein.
    • 20 D Gewebe haben mir zu viel Dehnung. Ich persönlich würde nicht unter 40 D gehen, je nach Fadenqualität.
    • Auf Lifter entlang der Doppelkappnähte kann ich verzichten, da ich bei Sturm eh den Zug rausnehme. Flächenhafter sind mit noch mehr Vorsicht zu genießen.
    • Möglichst wenig Abspannpunkte am Boden. (Toten Mann im Pulverschnee verbuddeln und warten ist p.i.t.a.) Wenn ich es mir wünschen könnte, würde ich vier Haupt- und vier Nebenabspannpunkte wählen.
    • Mindestens einen 5c Spiral- oder Zahnreißer.
    • Extra Bodenlüftung würde ich unten am Eingang improvisieren.
    • Leider ist das ganze Hottent-Setup mit Ofen, Rohr, Stovejack und Werkzeug unverhältnismäßig schwer.

    Gedanken zu den Zelten:

    • Das Luxe Outdoor Hexamid F6a habe ich lange selber gehabt, finde es aber für 2P + Ofen zu klein.
    • Das Tipik Aston XL halte ich ebenfalls für zu klein. Rund um den Ofen brauche ich einen gewissen Sicherheitsabstand.

    VG. -wilbo-

  • Auch Dir Danke für Deine Einordnung und Erfahrungswerte, weiß ich sehr zu schätzen! :)

    Hab ehrlich gesagt noch nie nachm Zeltplatzplanieren und/oder Anker setzen warten müssen, gab immer eine genügend feste Schicht oder es war eh fester Altschnee.. aber das war Glück und kann man sich natürlich nicht verlassen.

    muss ich wohl nochmal in mich gehen, welche Kompromisse ich bereit bin einzugehen.

  • muss ich wohl nochmal in mich gehen, welche Kompromisse ich bereit bin einzugehen.

    Es ist und bleibt ein ewiger Kampf mit dem Kompromiss. :)

    Aktuell recherchiere ich Material für den Entwurf eines simplen Winter-Mids für die Verwendung mit einem Hobo statt eines Ofens.
    Die Herausforderung ist so leicht wie möglich, für den Einsatz zwischen -40 und -50 Grad Celsius.

  • Danke auch für die Infos zum Cimarron! Meinst Du, das Half Inner passt auch hinter die Stange statt seitlich? oder ist das zu lang?

    Hm, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Was hätte das denn für einen Vorteil? Das Cimarron ist allerdings nicht quadratisch, einen Fuß länger als breit.
    Ich kann das aber gerne mal ausprobieren, komme aber gerade von einem Overnighter und bin etwas platt. Mal schauen, wann ich dazu komme…

  • Aktuell recherchiere ich Material für den Entwurf eines simplen Winter-Mids für die Verwendung mit einem Hobo statt eines Ofens.
    Die Herausforderung ist so leicht wie möglich, für den Einsatz zwischen -40 und -50 Grad Celsius.

    Ohhh das klingt sehr spannend:) vielleicht darf man sich ja auf Materialtest/Prototypen freuen?

    OT: Weiß nicht ob bekannt, aber mit Kältemischungen kann man relativ einfach spezifische Temperaturen bis grob -50 erreichen. Blanko mit nur Trockeneis sinds glaube -80. Hab auf die schnelle diese Tabelle gefunden: https://www.chemie.de/lexikon/K%C3%A4ltemischung.html

    Nur Aufpassen wegen Belüftung/CO2 Vergiftung!!

    und -40 -50 ist ja wirklich knackig, wie/wo möchtest Du es einsetzen?

  • Was hätte das denn für einen Vorteil?

    In meiner Vorstellung hätte die hintere Person wegen der steileren Wand (rechteckige Form) etwas mehr Höhe am Kopf/Fußende... evtl hab ich da aber auch nen Denkfehler. Und man müsste beim Betreten des Flys nicht so aufpassen, keinen Schnee/Wasser ans/aufs Inner zu beförden.

    Bitte keine Umstände wegerm Testen, eilt überhaupt nicht! Über ne kurze Einschätzung beim nächsten Einsatz würd ich mich natürlich freuen^^ Hoffe der Overnighter war schön:)

  • Mein Kumpel hatte ein Duomid auf seinem Vita Band FKT und hat es gehasst. Viel zu klein für ihn.

    Überrascht mich, komme mit MLD Cricket/Solomid XL auch mit Wintersetup gut klar🤔

    Das hängt vermutlich sehr von der Definition von Winter und Lokalität ab? In geschützten Lagen und gemäßigten Temperaturen, klar. Mit einem -30°C Schlafsack wäre das Solomid auch ohne mich quasi schon bis zur Decke gefüllt, sagt mir die Erinnerung – und hätte definitiv immer und ständig Kontakt mit dem feuchten Zelt. Es ist allerdings schon lange her, dass ich damit unterwegs war – und immer nur mit 3 JZ Ausrüstung.

    Mein Ultamid 4 wiegt mit allem Klimbim wie du es beschreibst etwa 800g weniger als mein Nallo 3 Äquivalent von Barents

    Wieviel wiegt denn Dein Setup mit Klimbim?

    Ultamid 4

    • Shelter (Spruce Green, im Packsack): 741 g
    • Full Insert (im Packsack): 814 g
    • Carbon Stange: 300 g
    • 12x Heringe: 183 g

    Summe ~1.700 bis 2.000 g je nachdem ob mit oder ohne dedizierter Stange.
    In der Praxis würde ich keine Packsäcke mitnehmen, war jetzt aber zu faul die separat zu wiegen. Vermute 60g oder so wird man noch abziehen können.


    Barents 3 P Tunnel (Ähnlich Nallo 3 ohne GT-Apsis)

    • Innenzelt + Außenzelt + Sack: 1.940 g
    • Gestänge 2x DAC 10.25 mm: 450 g
    • 14x Heringe: 214 g

    Summe: 2.600 g


    Also 600 g bis 900 g Differenz, je nachdem, ob dedizierte Stange mitgenommen wird, oder nicht. Ein Unterschied, gewiss, aber durch zwei oder drei Leute geteilt auch nicht riesig. Wenn man in Gegenden unterwegs ist, wo man das Full Insert und die Stange beim Ultamid 4 Setup weglassen kann, wird die Differenz natürlich schnell größer. Dann sind wir bei 1.7 kg Gewichtsunterschied.

    Ich persönlich sehe die jeweilige Entscheidung eher unter dem Aspekt, welche Unterkunft für die Art von Unternehmung mehr Spaß macht und konzeptionell besser passt. Beides tolle Lösungen für in meinem Fall 2 Personen mit recht großem Hund. Bei kurzen Trips zu zweit mit Hund reicht uns auch ein Ultamid 2. Das wird bei längerer Tourdauer mit Hund allerdings irgendwann etwas unnötig eng. Ohne Hund ist ein Ultamid 2 für uns die perfekte Größe.

    Mit beiden würde ich allerdings nicht in den skandinavischen Winter im offenen Fjell ziehen, wenn man nicht gerade auf einem Trail mit Hütteninfrastruktur unterwegs ist. Daher sind diese Einschätzungen auch für den 3 JZ Einsatz.

    Und von Hot Tents habe ich 0,0 Ahnung. Insofern dies nur als neutrale Zahlen :)

    5 Mal editiert, zuletzt von Bohnenbub (31. Dezember 2025 um 08:15)

  • vielleicht darf man sich ja auf Materialtest/Prototypen freuen?

    Das mit dem Prototypenbau wird sich noch eine Weile hinziehen.
    Materialtests machen wir wahrscheinlich keine, da es am Ende eh nur eine Wahl geben wird.
    Nylon (weil kälteresistent), Pu-Beschichtetet (da Brand-reduzierend). Das was reißfest und leicht ist, wird es dann wohl werden.

    ... und -40 -50 ist ja wirklich knackig, wie/wo möchtest Du es einsetzen?

    Der Entwurf ist für Fabian von Bushcraft Yukon. Dort oben haben Sie gerade Temperaturen in dem Bereich.
    Im letzten Winter ist einem Kumpel von ihm, das Fly vom MSR-Elixir im Dauereinsatz zerbröselt.
    (Polyester versprödet unterhalb von -40 Grad Celsius)

    VG. -wilbo-

  • wilbo Wie verhalten sich Baumwoll Zelte bei den Temperaturen? Ich stelle mir vor, dass die stocksteif frieren, falls die mal feucht werden. Oder ist das bei einem Ofen im Zelt immer alles trocken? Ansonsten klingt das ja beim Wort "Bushcraft" nach einem schönen Material!

  • Wie verhalten sich Baumwoll Zelte bei den Temperaturen?

    Perfekt!
    Bei den Temperaturen herrscht extrem trockenen Kälte.
    Leider liegt das leichteste Material was man verwenden kann zwischen 170 und 200 g/qm. :(

    Mit der Materialauswahl sind wir nicht dogmatisch sondern nehmen das, was für den Anwendungsbereich optimal funktioniert.

    Oder ist das bei einem Ofen im Zelt immer alles trocken?

    Nope,
    bei uns im feuchten Winter trocknet das Zelt durch den Ofen nur in den oberen zwei Dritteln.

  • Mit einem -30°C Schlafsack wäre das Solomid auch ohne mich quasi schon bis zur Decke gefüllt, sagt mir die Erinnerung

    Langsam zweifle ich an meinem Urteilsvermögen:S mit dem 30cm Setup oben +Longjohns&Langarmshirt fang ich bei (gemessenen) -19 an zu frösteln. Und in meiner Einbildung war da noch gut Platz im Cricket... muss ich wohl nochmal ran und ausmessen.

    Lieben Dank auch für die neutralen Zahlen und Erfahrung!^^ Hatte überlesen, dass Dein Barents keine Apsis hat, so wird ein Schuh draus. Worst case 600, best case 1700g einsparen klingt ja erstmal ganz gut^^ Generell die Möglichkeit beim Mid, das Shelter an unterschiedliche Gegebenheiten anzupassen, ist schon viel wert. One shelter to rule them all!!

  • Das mit dem Prototypenbau wird sich noch eine Weile hinziehen.
    Materialtests machen wir wahrscheinlich keine, da es am Ende eh nur eine Wahl geben wird.
    Nylon (weil kälteresistent), Pu-Beschichtetet (da Brand-reduzierend). Das was reißfest und leicht ist, wird es dann wohl werden.

    Verstehe:thumbup: Cooles Projekt, coole Projektpartner!

  • Wenn du viel Platz im Innenzelt und einen regensicheren Eingang wünscht dann guck vielleicht noch mal beim Seak Outside Guardian. Gibt es als Hot Tent Bundle und erfüllt dann alle deine Wünsche. Mit dem 2 Stangen Setup kommt es deinen Wünschen nach der Innenraumaufteilung glaube ich besser nach als ein 1-Stangen Mid. Der Stoff von Seak Outside ist stabil und das Guardian hat keine Zipper die kaputt gehen können.

    Kleine Korrektur zu deiner Liste oben. Das MLD Supermid ist SilNylon. Der Zipper ist ein YKK #8. Ich habe das Zelt und bin von der Stabilität mehr als überzeugt. Aber hat halt keine Ofenvorrrichtung und es regnet ins Full Inner von daher ist es für deine Anforderungen nicht wirklich der beste Kandidat.

  • Bitte keine Umstände wegerm Testen, eilt überhaupt nicht! Über ne kurze Einschätzung beim nächsten Einsatz würd ich mich natürlich freuen^^

    Da ich grade sonst nix zu tun hab. Das inner passt locker auch quer rein. Ich frage mich gerade, ob es nicht so ist, dass das Zelt einen Fuß breiter ist als lang (als wenn Länge die Linie ist, die parallel zum Reisverschluss verläuft).

    Das inner ist das 2p solid inner von Knot. Wie man vielleicht sieht, die zweite Person hat nicht viel Platz unter dem „Dach“. Ohne Berühren des inner geht es nicht.

    Ursprünglich hatte ich es für das Duomid XL gekauft, welches ich für Wintertouren eigentlich ideal finde (mal von der fehlenden Schürze abgesehen), solange man alleine ist und sich generell auf ein Mid einlassen will. Da hat es aber nicht reingepasst weil zu hoch.

    Wie man vielleicht sieht: da ist kein „sag“ am Cimarron, man muss es nur richtig aufbauen. Wie bei jedem Mid halt.

    Der Overnighter war klasse. Gestern kam sogar die Sonne raus. Das erste Mal Sonne in meinem Gesicht seit vielen Wochen.

    PS: Ich hab mir den Reißverschluss nochmal genauer angeschaut, denke das ist doch ein #8, wenn ich ihn mit anderen vergleiche. Kenne mich da leider nicht so gut aus. Draufstehen tut auch nix außer YKK.

    PPS:

    Ach ja. Also nach meiner Aufassung also breiter als lang.

    4 Mal editiert, zuletzt von PositivDenken (22. Dezember 2025 um 13:47)

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