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  • Aber wenn ich mir aber dann überlege, daß selbst unbehandelte Daune nach nicht all zu langer Zeit eigentlich weniger bauscht, besonders wenn man viel schwitzt. Ich denke der Schweiß und die nächtlichen Ausdünstungen verkleben die Daune im Lauf der Wanderungen und am Ende ist der Schlafsack/Quilt doch nicht mehr so dick wie anfangs.

    Ist das eigene Erfahrung oder nur Hörensagen?

    Ich habe im Drei- Jahreszeiteneinsatz nämlich eine völlig andere Erfahrung gemacht. Leicht feuchtes verpacken ist IMHO kein Problem und wird in der nächsten trockenen Nacht auch wieder von der Körperwärme weggetrocknet. Daune bauscht auch nicht weniger nach "all zu langer Zeit". Ich habe bei meinen Daunensäcken auch nach Jahren von (zugegebenermaßen moderater Benutzung) keinerlei Loftverlust. Gewaschen habe ich sie auch noch nie, lediglich gelüftet. Erst nachdem ich Mal meinen Daunensack vier Jahre lang auf einem Segelboot im komprimierten Zustand gelagert habe, ist ein gewisser Loftverlust eingetreten.

    Auch die Sache mit der durchnässten Daune ist doch auch künstlich hochgekocht. Mein Schlafsack ist in einem Stuffsack mit Dichtkragen verpackt (=Drybag) und befindet sich dort nochmal in einer Plastiktüte. Selbst als mal mein Rucksack in Nordschweden für einige Sekunden komplett im Fluß untergetaucht war ist der Schlafsack kein bisschen nass geworden.

    Warum schwitzt du nachts. Falls es dir zu warm ist, dann öffne den Schlafsack und lass Körperteile nach draussen hängen zum abkühlen.

    Ich denke auch dass einige der Probleme mit Daunensäcken daher rühren dass im Zuge des jährlichen "es muss immer leichter werden"- Wahns die Schlafsäcke immer mehr unterfüllt werden. Dann hat man eben kaum mehr Daune im Sack, und wenn die dann feucht wird dann ist halt bald der Ofen aus. Kauft bei einem renommierten Hersteller, am besten mit leichtem Overfill. Die 50 Gramm sind gut angelegt. Meine letzten kommerziell erhältlichen Schlafsäcke waren von Yeti und wurden Ende der Neunziger angeschafft. Damit war ich top zufrieden, und diese sind immer noch prima in Schuß, leider aufgrund der verwendeten Hüllmaterialien nicht mehr zeitgemäß. Danach habe ich nur noch MYOG- Säcke gebaut. Diese waren immer ordentlich gefüllt mit hochwertiger Daune (Gärtner, Wien) und machten keine Probleme.

  • Und macht daraus später Sondermüll? Ist die "Hydrophobisierung" auf Wachs- oder Silikonbasis?

    Und dann kriegt man es scheinbar auch nicht überall gereinigt.

    Richtig, die Reinigung ist ein Problem, denn es kann Klumpen. Denn die Hydrophobierung ist oft auf Paraffinbasis. Da PFC aus dem Programm ist bleibt als Alternative noch Silikon, ja.

    Sondermüll ist das heutzutage damit nicht mehr.


    Mountain Equipment schreibt dazu:

    Eine wasserabweisende Hülle ist wohl die bessere Methode, etwas trocken zu halten, als das Innenleben zu imprägnieren.

    ...

    wasserabweisende Daunen hat, genau wie unbehandelte Daunen, eine Belastungsgrenze, an der sie sich vollsaugen und verklumpen.

    ..


    Eine große Rolle spielt, wie und wo man die Daunen im Schlafsack platziert. Das sind die Entwicklungen und Konstruktionen, die einen Schlafsack interessant machen. Denn die Daunendichte beeinflusst, wie sich die Feuchtigkeit durch die Daunen bewegt. Mit diesem Wissen kann der Feuchtigkeitstransport bis zu einem gewissen Grad gemildert werden.

    Skills are cheap - Passion is priceless

  • Christian Wagner und nachts schwitzen: betrifft dich vermutlich nicht, weil zumindest dein Nickname auf männlich deutet, aber viele Frauen kommen irgendwann in die Lebensphase, in der sie von einem Moment auf den anderen urplötzlich anfangen zu schwitzen, im bloedsten Fall läuft richtig die Brühe. Da macht ein Daunenschlafsack keinen Spaß mehr und das Ding kollabiert - frag mal Kay.

  • Ist das eigene Erfahrung oder nur Hörensagen?

    Ich war zwar nicht gemeint, aber ich habe diese Erfahrung tatsächlich selbst gemacht. Und dafür musste ich nicht einmal wirklich schwitzen. Die Haut gibt nicht nur Schweiß in Form von Flüssigkeit ab, die Schweißporen sondern auch Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf ab und die Zellen leiten Feuchtigkeit per Diffusion (Transdermaler Wasserverlust) nach außen. Beides passiert auch ohne, dass uns zu warm ist und wird durch ungewohnte Luftfeuchtigkeit in der Umgebung beeinflusst. Je nachdem, wie gesättigt die Luft im Schlafsack ist und wo der Taupunkt liegt, kann es durchaus passieren, dass die Daunen dadurch feucht werden und verklumpen. Im Winter werden genau deshalb VBLs oder Overbags mit Synthetikfüllung genutzt, um den Wasserdampf gar nicht erst in den Schlafsack zu lassen, oder, um den Taupunkt in die Synthetik zu verlagern. Im Winter geht man einfach ein deutlich höheres Risiko ein, als im Sommer, wenn man das nicht beachtet.

    In meinem Fall lag ein Teil des Problems auch bei mir: Damals hatte Cumulus gerade eine wasserdichte Außenhülle (Pertex Endurance) ins Programm genommen, was damals als der heiße Scheiß gehandelt wurde. Da ich für meinen großen Trip wirklich auf alles vorbereitet sein wollte, hab ich die bestellt. Morgens konnte man schön sehen, wie der Außenstoff in der Fläche von innen feucht war uns dort eben auch die Daunen verklumpten und rund um die nicht versiegelten Nähte alles trocken blieb. Hier konnte die Feuchtigkeit problemlos entweichen. Ja, mit einem anderen Außenstoff wäre weniger passiert, aber es zeigt doch, wie viel Feuchtigkeit im Spiel ist, auch wenn man nicht schwitzt. Nach 19 Monaten hab ich den Sack dann zum OST gegeben und die mussten 150 von 700g Daunen ersetzen, weil die trotz Waschen nicht mehr zu retten waren. Zu viel Salz und Fett.

    Heute ist das Problem durch dünnere und bessere Materialien bestimmt besser geworden, aber an unserer Haut hat die Evolution in der Zeit nichts geändert.

    mfg
    der Ray

  • Ich hab doch 3 Jahreszeiteneinsatz geschrieben.

    Ich habe den Winter nur ins Spiel gebracht, weil er anhand von VBL und Overbag gut zeigt, wie viel Feuchtigkeit auch ohne Schwitzen vom Körper ausgeht. Das passiert in allen vier Jahreszeiten gleichermaßen. Im Winter ist nur das Risiko größer.

    Mein konkreter Fall spielte sich zwar in allen vier Jahreszeiten ab, aber den Winter habe ich in Griechenland und der Türkey verbracht. Da gab es nur selten mal frostige Nächte.

    mfg
    der Ray

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