Eigenschaften und Physik von Windschutzscheibenabdeckungen

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  • Wärmer als ne gleich dicke/schwere EVA-matte, weil noch Spiegelfolie?

    Für eine effektive Reflexion der Wärmestrahlung braucht es einen Luftraum zwischen Folie und Körper. Ansonsten könnte man sich ja die Luftkammern bei den Isomatten sparen.

    Womit wär so ne Windschutzscheibenfolie denn wärmetechnisch geschätzt vergleichbar?

    Mit einem nassen Handtuch?

  • Für eine effektive Reflexion der Wärmestrahlung braucht es einen Luftraum zwischen Folie und Körper.

    Wieso das den? Dafür hats doch den Äther? 😉

    Ansonsten könnte man sich ja die Luftkammern bei den Isomatten sparen.

    Ich wäre immer davon ausgegangen, dass damit die Konduktion reduziert wird was den eigentlichen Isolierteffekt hervorruft.

  • Für eine effektive Reflexion der Wärmestrahlung braucht es einen Luftraum zwischen Folie und Körper. Ansonsten könnte man sich ja die Luftkammern bei den Isomatten sparen.

    Aber spielt es denn eine Rolle, ob es Luft in einer Luftmatratze ist oder in kleineren Zellen in einer Schaumstoffmatte – solange ich nicht direkt auf der Reflexionsfläche liege, sondern eben etwas Abstand habe?

  • Mit einem nassen Handtuch?

    Also da muss ich wiedersprechen, meine Erfahrung jedenfalls ist eine andere. Hatte vor ein paar Jahren in der Hardangervidda ne Uberlite und 4mm Evazote dabei und naja, es war etwas fröstelig. Als dann noch die Uberlite Luft verlor hab ich in Eidfjord zum Glück so eine Autoscheibenmatte ergattern können und das hat überraschend viel gebracht. Es kamen die kältesten Nächte (Wasser war erstmalig gefroren) und es war dennoch angenehmer.

    Wärmer als ne gleich dicke/schwere EVA-matte,

    So viel dann leider auch nicht. Meine Autoscheibenmatte ist ca 4mm und die würde ich am ehesten mit 2mm Evazote vergleichen... Ist ein bisschen leichter aber natürlich deutlich weniger haltbar. Hauptvorteile ganz klar Verfügbarkeit und Preis, im Bekanntenkreis gibt's bestimmt auch überflüssige Exemplare umsonst ;)

    Der Schaum ist offenporig und sehr weich. Sobald man draufliegt, ist der platt.

    Guter Punkt, der so bei mir nicht ganz zutrifft. Direkt draufliegend ist die meisten Autoscheibenmatten natürlich platt. Ich hatte sie aber entweder unter Evazote oder zwischen Evazote und Luftmatte. Dazu lediglich meine zarten 65kg, vielleicht macht das den Unterschied :saint:

  • Also, letztes Jahr beim Wintertreffen in der Rhön hatte ich glampingmäßig den Platz vor der Isomatte mit einer ganzen Windschutzscheibenabdeckfolie ausgelegt, so als Zeltteppich.

    Bei Minus 8 Grad C könnte ich locker drauf sitzen und mich umziehen, ohne einen kalten Arsch zu kriegen.

    Der "nackte" Zeltboden allerdings war saukalt. Und bei Tagestouren hab ich zwei Stücke (so 70 x50 cm) im Rucki, selbst meine Traumfrau kann da auf einem vereisten Holzstumpen sitzen, wenn die doppelt gefaltet drunterliegt.

    Soo übel ist die nicht! Und offenporig ist der Schaum bei meinen Abdeckfolien auch nicht.

  • Moin!

    Als dann noch die Uberlite Luft verlor hab ich in Eidfjord zum Glück so eine Autoscheibenmatte ergattern können und das hat überraschend viel gebracht. Es kamen die kältesten Nächte (Wasser war erstmalig gefroren) und es war dennoch angenehmer.

    War die defekte Matte richtig platt oder hat sie über Nacht nur Luft verloren?

    Hast Du am Ende der Tour mal zusammengerechnet, wie viel diese Kombi komplett gewogen hat?
    Ich bin ja ein Freund von Matten-Kombinationen. (Und die ganz leichte Uberlite gab es damals noch nicht).

    Bei Minus 8 Grad C könnte ich locker drauf sitzen und mich umziehen, ohne einen kalten Arsch zu kriegen.

    Hast Du auch drauf geschlafen?

    Soo übel ist die nicht! Und offenporig ist der Schaum bei meinen Abdeckfolien auch nicht.

    Ich habe gerade überlegt, warum ich von den Matten so enttäuscht war.
    Zum einen, weil sie in der Vergangenheit, als der Isolations-Hack schlecht hin gefeiert wurden, aber mir nicht die Werte geliefert hatten, die ich erwartet hatte. Das Isolations-Gewichtsverhältnis war so mau, dass ich am Ende lieber andere Feststoffmatten mitgenommen hatte.

    Hast Du eine Matte einmal zurechtgeschnitten und den Rand in Wasser getaucht? Meine tollen Matten haben sich vollgesogen wie ein Schwamm. :(

    VG. -wilbo-

  • Ich wäre immer davon ausgegangen, dass damit die Konduktion reduziert wird was den eigentlichen Isolierteffekt hervorruft.

    Kennst Du Dich in Physik richtig gut aus?
    Ich bin ja immer dankbar für eine fachlich einleuchtende Erklärung wie, was funktioniert.

    Bisher war mein Erkenntnisstand, dass eine Rettungsdecke direkt auf der Haut nur die Kühlung durch Verdunstung verhindert. (Gleicher Effekt, wie wenn ich mir einen dünnen Zeltstoff auflege). Für die Reflexion von Wärmestrahlung braucht es doch einen „Luftraum“ um die Strahlungsenergie zurückzusenden. (Auf einer Rettungsdecke schlafen bringt, nach meinen jugendlichen Erfahrungen herzlich wenig) ;)

    Vielleicht können wir »die Physik der Alumatten« auslagern, um den Faden nicht zu verwässern?

    VG. -wilbo-

  • Kennst Du Dich in Physik richtig gut aus?

    Ne, bin eher Hosentaschenphysiker, quasi was der Taschenrechner zum Computer ist ;) da gibts hier bessere.

    Nach meinem Glauben, wenn du eine Rettungsdecke auf den Boden legst, wird die Wärmestrahung sicher Reflektiert, aber es drückt dir die Kälte durch durch Wärmeleitung, also Konduktion. Warum das mit Luft dazwischen anders ist, ist weil Gase sich anders erwärmen als Festkörper, sie haben deutlich schlechtere konduktive Fähigkeiten, dafür kommt noch Konvektion ("Wärmetransport") dazu, was durch Wind stark begünstigt wird, jetzt lehne ich mich mal aus dem Fenster, bei Deiner Luma also geringer ausfallen sollte, weil kein Wind drin, (bilde mir ein, da war dann noch was mit Bernulli - Strömungslehre - aber da hörts dann echt auf)

    Bei Festkörpern "hämmert" ein Atom aufs nächste und gibt so eine Änderung der Wärme schnell weiter, bei Gasen ist da zu viel Platz zwischen, was den konduktiven Wärmetransport eher verhindert, dafür können die sich dann frei bewegen (Konvektion). Es "dauert" quasi bis ein Atom das nächste trifft im Gas. Am Rand vom Kunststoff hast du also dann nichtmehr viele Atome die die Wärme auf und weitergeben können. Der Grund warum Luft so super isoliert.

    Ich persönlich wäre davon ausgegangen, das der Wärmetransport in deiner Luma ausschlislich über Konvektion statt findet und bin verwundert zu höhren dass man so große R deltas durch reflektion raus holt, aber wie gesagt, Hosentaschenphysiker 🤓

    Elektromagnetische Strahlung selbst (wo auch Wärmestrahlung dazu gehört) braucht grundsätzlich kein Transportmedium (den damals vermuteten Äther) und kann auch problemlos durch Festkörper durch oder innerhalb eines Festkörpers reflektiert werden, was ein Spiegel schön vor Augen führt

    2 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (30. Juli 2025 um 07:22) aus folgendem Grund: Moin, ich habe den Beitrag aus einem anderem Thema hier hier verschoben. LG

  • Womit wär so ne Windschutzscheibenfolie denn wärmetechnisch geschätzt vergleichbar? Wärmer als ne gleich dicke/schwere EVA-matte, weil noch Spiegelfolie? Wär ja durchaus auch so allgemein zum R-Wert-Pimpen unterm Oberkörper interessant, daran hab ich noch gar nicht gedacht!

    Moin, so mache ich das in der kälteren Jahreszeit unter der normalen Matte, bringt mir soviel, das ich bei -1 auf der Xlite schlafe.

    2 Mal editiert, zuletzt von JayJay (30. Juli 2025 um 07:38) aus folgendem Grund: Moin, Beitrag aus anderem Thema hier her verschoben. LG

  • ch persönlich wäre davon ausgegangen, das der Wärmetransport in deiner Luma ausschlislich über Konvektion statt findet und bin verwundert zu höhren dass man so große R deltas durch reflektion raus holt, aber wie gesagt, Hosentaschenphysiker 🤓

    Das ist ja der Unterschied zwischen einer reinen Luftkammermatte, (wie die kalten aus meiner Kindheit) und den Matten mit silberbeschichteter Folie in den Kammern.

    Elektromagnetische Strahlung selbst (wo auch Wärmestrahlung dazu gehört) braucht grundsätzlich kein Transportmedium (den damals vermuteten Äther) und kann auch problemlos durch Festkörper durch oder innerhalb eines Festkörpers reflektiert werden, ...

    Wenn ich eine Stoffschicht direkt auf die reflektierende Silberschicht lege, geht die Infrarotstrahlung also durch das Material und wieder zurück? Ich bin skeptisch, dass diese Schicht keine abschwächende Wirkung haben soll. :/

  • Hast Du das einmal mit einer dünnen Evazote vergleichen können?

    Nein, sowas besitze ich immernoch nicht. Ich müsste mir endlich mal eine zulegen. Habe nur ein kleines stück Sitzkissen, was ich beim letzten Herbsttreffen von Simplymad geschenkt bekommen habe. Grüße gehen raus:).

    (Wie verlinke ich Personen?)

    Einmal editiert, zuletzt von JayJay (30. Juli 2025 um 07:48)

  • Wenn ich eine Stoffschicht direkt auf die reflektierende Silberschicht lege, geht die Infrarotstrahlung also durch das Material und wieder zurück? Ich bin skeptisch, dass diese Schicht keine abschwächende Wirkung haben soll. :/

    Du bist hier bei der Wechselwirkung von Strahlung mit Festkörper/Flüssigkeiten/Gasen (nennen wir es FFG) und damit schnell am finalen Ende meines Glaubenshorizontes, jetzt wirds "blury"...

    Wenn eine Elektromagnetische Welle (also zB UV oder Wärmestrahlung, sichtbares Licht Mikrowellen usw) auf ein FFG trifft, hat sie drei Möglichkeiten. Sie wird entweder

    • absobiert, also "aufgesogen". Im Sichtbaren Bereich ist das der schwarze Körper. Sie wird
    • transmitiert, "durchdringt" also den Festkörper wie durch Glas im sichtbaren Bereich, oder sie wird
    • reflektiert, also "zurückgestrahlt" wie bei jedem farbigen, also zB einem weißen Körper (Spiegel sind echt freakige Sonderformen und ich hab keinen Plan wie das funktioniert)

    Wieso ist das so? Man kann von der Modellvorstellung jetzt deutlich tiefer gehen, und ich lese mich gerne nochmal ein wenns dich interessiert, aber nehmen wir ein einfaches Beispiel des Alltäglichen Lebens: Sexuelle Erregung

    Nicht jede Berührung regt in dir sexuelle Erregung hervor (zB in der Ubahn) und die Berührung, die bei dir selbiges hervorruft, muss bei anderen nicht zum selben Ergebnis führen (wir erinnern uns an die Vorstellung unsere Eltern haben Sex miteinander OMG). Der Grund warum das so ist, ist schlicht und ergreifen Geschmack, nennen wir es "Flavor" und halten wir es so abstrakt. Der Berührende und der Berührte Gegenstand haben jeweils eine Eigenschaft die zur sexuellen Erregung führt, oder eben nicht.

    Bei Welle vs FFG ist es ähnlich. Für die Strahlung ist es die Wellenlänge und bei FFG ist es eine Materialeigenschaft (oder besser eine Materialkonstante, ich erinnere mich es in den Energiebahnen/Leitungsband der Elektronen zu suchen/finden aber es scheint auch abhängig von der Atomstruktur zu sein??)

    Was für die eine Wellenlänge durchsichtig erscheint, ist für eine andere reflektierend oder absorbierend, je nach Stoff. Eine tolle Möglichkeit um Stoffe zu analysieren. Ich habe zB mal gehört, das Wellblech für UV Strahlung ziemlich durchsichtig zu sein scheint, und das unterschiedliche Gefühl vom Schatten eines Sonnenschirms zu dem einer Betondecke sollte erfahrbar sein. Man kann angeblich die Wellenlänge eines Radars so wählen, dass das Wasser komplett durchsichtig ist und man nur die Schiffe sieht 🤩

    Ob die Wärmestrahlung durch den Stoff hindurch geht, hängt jetzt vom Stoff ab. Da Wärmestrahlung recht langwellig ist, sollte es nur wenige Stoffe geben die sie durchdringt (wenn überhaupt) und sollte an sich immer absorbiert werden, was die "Silberschicht" mit refelktion ja zu unterbinden versucht. (Di KI meint Polyethylen Folien und Quarzglas können IR-durchlässig sein)

    Einmal editiert, zuletzt von WonderBär (30. Juli 2025 um 10:17)

  • War die defekte Matte richtig platt oder hat sie über Nacht nur Luft verloren?

    Zum Glück nur leicht Luft verloren, sonst wäre es wohl das Tourende gewesen bei etwa -2 Grad nachts.

    Hast Du am Ende der Tour mal zusammengerechnet, wie viel diese Kombi komplett gewogen hat?
    Ich bin ja ein Freund von Matten-Kombinationen. (Und die ganz leichte Uberlite gab es damals noch nicht).

    Es war eine Uberlite large, 350g.

    Später durch eine Uberlite RW (310g) ersetzt, die leider nach zwei Nächten delamimiert ist. Da wars vorbei mit dem Vertrauen in die Uberlite. Mit kleinen Kindern komme ich so selten raus, da ist mir das Risiko einer vermiesten Tour zu groß.

    Evazote war 180x50 à 4mm, 105g, Autoscheibenmatte bei ca 70x180 69g. Also alles zusammen 524g und für mich bis -2 Grad komfortabel, obwohl ich ne Frostbeule bin.

    Ich war von der Kombi eigentlich echt überzeugt, aber die Haltbarkeit der Uberlite war inakzeptabel. Wenn ich regelmäßig raus käme würde ich diese Kombination Autoscheibenmatte + Evazote+ Luftmatte jetzt mit einer Nordisk Ven oder Nemo Tensor Elite testen. Je nach Touranforderung dann mit 2mm, 4mm oder 7mm Evazote als Basis.

    Einmal editiert, zuletzt von Grmbl (30. Juli 2025 um 22:16)

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