Shakedown: Hochtour, Bergsteigen

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  • Hallo zusammen,

    hier meine aktuelle Packliste für Hochtouren im Sommer und mehrtägige Hüttentouren. Frühstück und Abendessen gibt es auf der Hütte. Snacks für die Touren bringe ich selbst mit.

    Letztes Jahr war es an der Zeit einiges an Kleidung zu ersetzen, insbesondere meine Midlayer. Hier der Link zum damaligen tollen Austausch.

    Beim Optimieren meiner Ausrüstung habe ich mich vor allem auf die Gemeinsamkeiten von Klettern, Skitouren und Gletschertouren konzentriert. Dabei bin ich immer mit meinem 20-Liter-Rucksack unterwegs. Mein Fokus lag insbesondere auf Bereichen, die ich bei allen Berg - Aktivitäten nutzen kann, vor allem Kleidung, Übernachtung- und Hygiene sowie Karabiner.
    Damit haben sich Gewichtseinsparungen für die Hochtour von 1.5kg ergeben, davon Gletscher-/Hochtouren spezifisch sind eigentlich nur:
    - ein Wanderstock statt zwei.
    - Hochtourengurt: das Packmaß ist hervorragend und super praktisch auch für Klettersteige.

    Wo seht ihr noch Einsparungspotenzial?

    Ich freue mich über jeglichen konstruktiven Austausch und Feedback - gerne auch über Kleinigkeiten. Aktuell sehe ich perspektivisch noch Optimierungspotenzial beim Rucksack, bei der Hardshelljacke und bei der Eisschraube.

    Habt ihr darüber hinaus noch Ideen, konkrete Vorschläge oder Denkanstöße? Gibt es Dinge auf der Liste, die ihr anders lösen, leichter ersetzen oder ganz weglassen würdet?

  • Rucksack und Eisschraube (Schutz myog), gehen ohne Abstriche in der Funktion leichter ja.


    Beim Kletterzeuch kann man glaube ich ein bisschen Ausmisten, der Balllock ist z.B. recht schwer. Bei Schnee und Eis bin ich inzwischen Fan von den Grivel Twin lock mit Draht.

    Die Schnapper kann man z.b. mit Camp Nano 22 Austauschen: Draht und etwas leichter. (Edelrid 19g emfehle ich nicht, zu klein)

    Warum 3 Prusiken und 2 Seilklemmen? Bei einer klassischen Hochtour kommt man eigentlich auch mit jeweils einem weniger aus.


    Zur Ersten Hilfe: Troz Biwaksack noch ne Rettungsdecke dazu und den Verband durch eine israeli Bandage ersetzen. Jeweils mehr Gewicht, lohnt sich m.E. aber.

  • Rucksack und Eisschraube (Schutz myog), gehen ohne Abstriche in der Funktion leichter ja.

    Dann aber doch lieber direkt die Aero Lite. Alu vs. Stahl bringt da definitiv noch mal was und man landet bei ±65g. ;)


    Beim Rucksack hast du ja ansonsten eh schon etwas, das in Richtung "Running Vest" geht und insofern kann ich da mal meine Liste zum Vergleichen verlinken: Running Vest Inspired UL Packs
    Ganz nett und sogar alpin-optimiert sind da z.B. die Packs von Samaya: Ultra Pace oder Alpine Pace. Letzterer sogar auch gut reduziert gerade.

    Als Flaschen dann natürlich tendenziell SoftFlasks sinnvoll und für mich nicht mehr wegzudenken.

    Trekkingstock gibts auch leichtere - insbesondere wenn du mit fixer Länge klar kommst.

    Hüttenschlafsack geht in MYOG aus 7D Soft Ripstop easy nochmals 40% leichter. ;)

    Brillen könnte man ggf. kombinieren, wenn du auf Photochrom (0-4 Reactiv bei Julbo) + Anpassung auf Sehstärke geht. Dann brauchts auch nur 1x Etui.

    Unterhose würde ich mich persönlich auf zwei (1x getragen und 1x Tausch) beschränken.


    PS: Noch paar Bilder für Berg-Sehnsucht. :D



    Kletterausrüstung:

    Beim Autobiner stimme ich meinem Vorredner zu: Grivel Plume HMS K3GH Twin Gate geht für 45g top.

    Schnapper wie gesagt Camp Nano oder auch die Edelrid 19g (ich persönlich komme auch mit der kompakten Größe gut zurecht, aber für den Nachsteiger sind die Camp definitiv etwas entspannter). Würde diese dann direkt mit den Schlingen zu Alpinexen kombinieren - da hast du das alles gleich schön verräumt und man kann ne Menge damit machen.

    Helm lässt sich z.B. mit dem Blue Ice Blast und ähnlichem leicht auch noch auf ± 140-150g bringen.
    3x Prusik ist mMn. min. 1x zu viel. Generell lässt sich vieles ja MultiUse mit obigen Schlingen genauso lösen.
    Schrauber wären die Grivel Plume Nut K3N mit 37g/Stück nochmals leichter.

    Zwecks Seilrolle gibts noch die Petzl Nano Traxion mit 51g - dort lassen sich die Zähne allerdings nicht feststellen - oder Edelrid Spoc mit 60g.


    PS: Noch paar Bilder für Berg-Sehnsucht. :)

    Einmal editiert, zuletzt von Capere (31. August 2026 um 18:40)

  • hmmm_42 vielen Dank für deine Antwort.

    Eisschraube: Was wäre denn ein geeigneter MYOG-Schutz dafür? Ich habe schon alte Wasserschläuche als Schutz für den Pickel gesehen …

    Bei der 30cm Prusik habe ich mich auch schon gefragt wofür ich sie bei einer Hochtour brauche. Ich werde mich ja wohl eher nicht abseilen müssen. Die ist mir aus Gewohnheit vom Klettern reingerutscht. Aktuell sammle ich darauf meine ganzen Karabiner und Exen (Expressschlingen). Dafür könnte ich aber auch eine der Bandschlingen doppelt oder dreifach nehmen.

    Die zwei verbleibenden Prusik sind für Selbst- bzw. Kamerad:innen Rettung gedacht. Die Seilrolle und Seilklemme brauche ich für einen Flaschenzug zur Bergung, insbesondere wenn die zu bergende Person deutlich schwerer ist als ich. Ohne diese Hilfsmittel hätte ich damit tatsächlich Probleme. Welche dieser Komponenten würdest du für eine Hochtour trotzdem weglassen oder reduzieren?

    Erste Hilfe:
    - Rettungsdecke: hier habe ich schon viele Berichte dazu gelesen. Was spricht für dich dafür, Biwaksack und Rettungsfolie dabeizuhaben? Und wie viel wiegt die Rettungsfolie?
    - Israeli Bandage: Schaut echt praktisch aus. Wie viel wiegt die?

  • Eisschraube: Was wäre denn ein geeigneter MYOG-Schutz dafür? Ich habe schon alte Wasserschläuche als Schutz für den Pickel gesehen …

    Bei der 30cm Prusik habe ich mich auch schon gefragt wofür ich sie bei einer Hochtour brauche. Ich werde mich ja wohl eher nicht abseilen müssen. Die ist mir aus Gewohnheit vom Klettern reingerutscht. Aktuell sammle ich darauf meine ganzen Karabiner und Exen (Expressschlingen). Dafür könnte ich aber auch eine der Bandschlingen doppelt oder dreifach nehmen.

    Die zwei verbleibenden Prusik sind für Selbst- bzw. Kamerad:innen Rettung gedacht. Die Seilrolle und Seilklemme brauche ich für einen Flaschenzug zur Bergung, insbesondere wenn die zu bergende Person deutlich schwerer ist als ich. Ohne diese Hilfsmittel hätte ich damit tatsächlich Probleme. Welche dieser Komponenten würdest du für eine Hochtour trotzdem weglassen oder reduzieren?

    Erste Hilfe:
    - Rettungsdecke: hier habe ich schon viele Berichte dazu gelesen. Was spricht für dich dafür, Biwaksack und Rettungsfolie dabeizuhaben? Und wie viel wiegt die Rettungsfolie?

    Gibt großen Schrumpfschlauch, denn man drüber machen kann (etwas länger belassen, damit man ihn bei Einsatz "abreißen" kann).

    Abseilen kommt gar nicht so selten vor - siehe auch oben am Matterhorn. ;)

    2x Prusik und 2x Seilklemme ist halt bisschen doppelt insofern, dass du mit TiBloc und MicroTraxion ja Spaltenbergung und Co. jeweils einbauen kannst. Also für Flaschenzug eh, aber auch zum Selbstaufstieg am Seil nutzbar.

    Rettungsdecke kommt auf ±35g. Ist halt flexibler einsetzbar, als nur der Biwaksack - zumal du dich bei Nutzung dieser auch noch weiter bewegen kannst vs. stationärer Bivy.

  • Als Flaschen dann natürlich tendenziell SoftFlasks sinnvoll und für mich nicht mehr wegzudenken.

    Trekkingstock gibts auch leichtere - insbesondere wenn du mit fixer Länge klar kommst.

    Hüttenschlafsack geht in MYOG aus 7D Soft Ripstop easy nochmals 40% leichter. ;)

    Brillen könnte man ggf. kombinieren, wenn du auf Photochrom (0-4 Reactiv bei Julbo) + Anpassung auf Sehstärke geht. Dann brauchts auch nur 1x Etui.

    Unterhose würde ich mich persönlich auf zwei (1x getragen und 1x Tausch) beschränken.

    Capere vielen Dank für deine Antwort.

    Über leichtere Wanderstöcke habe ich auch schon nachgedacht und hier im Forum immer wieder davon gelesen, aber bisher noch nichts Passendes gefunden. Ich verstelle die Länge von ca. 105–115 cm, je nach Einsatz, z. B. Aufstieg, Abstieg oder Winter mit Skitourenski. Beim Skitouren gehen finde ich den verlängerten Gummigriff meiner Stöcke ebenfalls praktisch, gerade bei längeren Querungen. Zusammengeklappt sollten sie außerdem nicht länger als ca. 58–59 cm sein, da sie sonst über den Rucksack hinausragen und z.B. beim alpinen Klettersteig oder bei Touren im 1. - 2. Grad nerven. Um Gewicht zu sparen, nehme ich nur einen Stock dafür mit.

    Vielen Dank, gut zu wissen, dass es Sonnenbrillen bis Kategorie 4 auch mit Sehstärke gibt. Das würde mir Brille, Etui und Kontaktlinsenzubehör ersparen.

    Das Weglassen der dritten Unterhose werde ich beim nächsten Mal ausprobieren. Ansonsten wird sie wohl mein Luxus-Item.

  • hmmm_42 und Capere, hier noch meine Gedanken zu Karabinern, Rucksack und Baselayer. Sagt mir bitte gerne eure Meinung dazu:

    Karabiner
    Ich habe meine vorhandenen Karabiner und die von euch genannten Modelle einmal in einer Liste zusammengestellt:

    Schnapper

    • Den Edelrid 19 g hatte ich schon in der Hand und als zu klein empfunden.
    • Den CAMP Nano 22 kenne ich nicht. Verfängt sich das Seil in der Nase des Schnappers? Capere, warum sind die für den Nachsteiger entspannter?
    • Der Edelrid Mission Bent (29 g) hat keine Nase. Der findet bei mir Verwendung bei Exen, Keilen und Friends.

    Schrauber

    • HMS-förmig: Petzl Rocha (45 g)
    • D-förmig: Grivel Plume K3N (37 g)

    Safebiner: mit der Verschluss-Kategorisierung des DAV (siehe hier und hier) :

    • Mittlere Kategorie:
      - Twist Gate: Grivel Plume HMS K3GH Twin Gate (45 g)
    • Safelock – hohe Kategorie:
      - Ball-Lock: Petzl Am'D Ball-Lock (75 g)

    Ich finde, Karabiner müssen gut mit einer Hand bedient werden können.

    hmmm_42 und Capere , warum habt ihr euch hier für einen Verschlusskarabiner aus der mittleren Kategorie entschieden?

    Könnt ihr bitte genauer ausführen, wie ihr mein vorhandenes Material (1 × 2 m Reepschnur, 1 × 4 m Reepschnur, 2 × 120 cm Bandschlinge, 1 × Seilrolle, 1 × Seilklemme, 2 HMS-Schrauber, 4 Schnapper, 1 × Safebiner) für eine klassische Hochtour mit Spaltensturzgefahr, ohne Seilkletteranteil, ändern würdet?


    Rucksack
    Danke für den Vorschlag. Hier bin ich echt noch unschlüssig, was es werden soll. Ich finde meinen laufwestenartigen Rucksack grundsätzlich super, gleichzeitig stört mich aber doch einiges daran.

    Baselayer
    Ich nutze Baselayer zum Schlafen und Hüttenbekleidung. Die Skiunterhose dient mir dabei als Wärmebackup, falls sich die Bedingungen unerwartet ändern. Ähnlich überlege ich beim Oberteil, statt ein weiteres dünnes Langarmshirts ein wärmeres (Winter) Langarmshirt mitzunehmen?

  • Vielen Dank für eure Anregungen! Vieles davon deckt sich mit meinen bisherigen Gedanken, einiges war für mich aber auch neu. Ich werde mir die Punkte noch einmal genauer anschauen und, wenn ich weiß, was ich möchte, an den passenden Stellen noch einmal nachfragen.

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