Hallo Freunde des mehr oder weniger intensiven Lauf- und Fahrrad-Trainings.
Ich weiss, Gesundheitsthemen sind in Internetforen manchmal nicht unproblematisch. Ich hoffe, es ist trotzdem okay, wenn ich hier mal wieder meine Erfahrungen mitteile, vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen doch. Es soll ein Erfahrungsbericht sein und keine medizinische Beratung.
Ich habe nach unserer Sommertour entlang der Alps Divide Strecke beschlossen, dass ich diesen Winter fitter auf dem Rad werden möchte und vor etwa einem Monat angefangen, häufiger härter Rad zu fahren und auch begonnen, intensivere Intervalle ins Training einzubauen. Im Gegensatz zur Sommertour habe ich dann Probleme mit Schmerzen unter der Fußsohle bekommen und auch der Ansatz der Achillessehne hat manchmal etwas gezwickt. Ich kenne die Probleme von früher und weiß, dass hier Vorsicht geboten ist, wenn man nicht längere Zeit außer Gefecht sein möchte. Ich habe das früher immer mit ausgiebigen Dehnübungen der Muskulatur an der Beinrückseite, v.a. der Waden aber auch der Hüftbeuger und der Adduktoren immer wieder in den Griff bekommen. Sobald die Beweglichkeit im Sprunggelenk besser wurde, haben sich die Beschwerden auch gelegt. Irgendwie geht es da aber gerade nicht so richtig vorwärts und ich habe in letzter Zeit wirklich Probleme mit verhärteter und verkürzter Muskulatur der Beinrückseite und auch eingeschränkter Beweglichkeit. Meine Dehnerei bringt mich nicht weiter. Das ganze wird durch das Radfahren deutlich verstärkt. Jetzt kamen dann beim Intervalltraining auch noch Schmerzen an der Innenseite des Kniegelenkes dazu. Da war ich dann erstmal frustriert und auch etwas ängstlich, ob ich das Training überhaupt so weiter führen kann. Ich habe mit der Sitzposition und der Position der Cleats experimentiert und mir auch überlegt, ein Bikefitting zu machen. Vielleicht braucht es doch professionelle Hilfe.
Glücklicherweise habe ich mich an einen Artikel erinnert, den ich vor Jahren einmal gelesen hatte und der mir mit den ersten beiden Problemen wirklich geholfen hat. Ich habe die letzten Tage hart an meiner Wadenmuskulatur gearbeitet und diesmal nicht nur mit Dehnübungen sondern auch mit Massagen, zB mit dem Igelball, der hier noch herum lag. Heute bin ich ein für meine Verhältnisse ein härteres Intervalltraining auf der Rolle gefahren und siehe da: keine Schmerzen mehr an den Knien und deutlich weniger im Bereich der Fußsohle. Die nächsten Wochen werden zeigen ob ich auf dem richtigen Weg bin. Ich werde berichten, falls es Leute mit ähnlichen Schwierigkeiten gibt und Interesse besteht. Ich kann nur jedem empfehlen, bei solchen Beschwerden nicht untätig zu bleiben, sondern die zugrunde liegenden Probleme zu bearbeiten. Ich denke, dass wahrscheinlich 90% sportlich aktiver Männer Probleme mit einer harten, verkürzten Muskulatur der Beinrückseite haben, wenn ihr Sport nicht gerade Gymnastik ist... Dies hat dann Überlastungserscheinungen an anderen Stellen zur Folge, wie eben Plantarfasziitis und Achillessehnenprobleme. Und scheinbar auch mit Knieschmerzen.
Bei den Tageskilometerleistungen, die viele hier im Forum bei Langstreckenwanderungen tage- und wochenlang abspulen, sind solche Überlastungserscheinungen vorprogrammiert, wenn man die Leistung zu schnell steigert und sich nicht um die Beinrückseite kümmert, wenn man da schon die genannten Probleme mitbringt...
So, das soll es mal gewesen sein für den Moment.
Happy /healthy winter training allerseits!