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  • Hallo ihr lieben,

    ich möchte eigentlich seit unserer Tour in der Hardangervidda einen Reisebericht über Trekking mit Baby schreiben.

    Nun sind, ich kann es kaum glauben, schon 2 Jahre vergangen und ich habe immer noch keinen geschrieben. Ich schaffe es einfach nicht mit den Ansprüchen die ich eigentlich an den Bericht hatte.

    Da mich aber immer mal wieder Anfragen diesbezüglich per PN erreichen, mache ich jetzt einfach einen Faden auf, schreibe meine Erfahrungen zusammen und suche in den nächsten Tagen auch noch ein paar Bilder raus.

    Auf das Tagebuch, die detaillierte Route, Packliste und was ich mir nicht alles vorgenommen hatte müsst ihr wahrscheinlich verzichten aber vielleicht ist es trotzdem besser als nichts.


    Als Präambel möchte ich folgendes loswerden:

    Lasst euch durch niemanden verunsichern, dass sowas mit Kind nicht möglich ist! Auch nicht von euch selbst.

    Wir haben vor der Tour so dermaßen viel Gegenwind, auch von Freunden und Familie bekomme, dass wir echt unsicher geworden sind. Da sind Begriffe gefallen wie "verantwortungslos", "unverantwortlich", "viel zu klein" und viele viele weitere Bedenken.

    Als wir dann auf Tour waren haben selbst die Norweger gestaunt und viel nachgefragt wie und warum wir das machen.

    Es war richtig schön, gerade auch bei jungen Leuten die wir getroffen haben, nach den Gesprächen zu merken, dass sie auf das Thema Eltern-Werden durch die Begegnung mit uns einen anderen Blickwinkel bekommen haben und hoffentlich den Mut und die Motivation aufbringen sowas auch mit ihren Kindern zu machen.

    Während der Tour haben wir mehrfach festgestellt, dass sich die Pflege unseres Kindes sogar "einfacher" anfühlt als zu Hause. Man ist ja, gerade beim ersten Kind eigentlich ständig in der Überforderung. Wir konnten damit auf Tour deutlich besser umgehen als zu Hause und waren alle drei entspannter als mit all dem Komfort zu Hause.

    Was ja eigentlich total kontraintuitiv ist: Wir dachten auch, es wäre viel anstrengender wenn man keine Wickelkommode, keine Badewanne, kein Heißwasser, keinen Mülleimer etc. pp. dabei hat. Das genaue Gegenteil war der Fall!


    Auswahl der Tour:

    Folgende Überlegungen zur Auswahl der Tour möchte ich jedem ans Herz legen.

    • Schwierigkeitsgrad:
      • Man sollte eine Bewertung der Schwierigkeit einer Tour vornehmen nach folgenden Kriterien: Kondition, Orientierung, Klima, Technik/Trittsicherheit (Absturzgefahr etc. pp.).
      • Danach sollte man sich ehrlich beantworten: Wo stehen wir da ohne Kind? Und dann sollte man den Schwierigkeitsgrad dramatisch verringern!! Eine solche Tour sollte man nicht machen um irgendwas zu schaffen! Keine Strecke, kein Ziel, kein gar nichts! Es gibt also kein Ziel, das ist das erste was an einer solchen Tour anders ist.
      • Das bedeutet auch: Man muss zu jeder Zeit aussteigen können!
    • Tagesetappen:
      • Als Planungsgrundlage empfehle ich die Tagesetappen die man normalerweise geht durch 5 zu teilen und diesen Schnitt als groben Plan zu haben. Aber noch mal: Es geht nicht um eine Tour mit Start und Zielpunkt! Bei uns war es zum Beispiel so, dass weder der Start noch der Zielpunkt der ursprünglichen Planung entsprachen! :)
      • Außerdem haben wir weitere Must-Haves und Don't-Haves definiert.
    • Must-Haves:
      • Ausstieg innerhalb eines Tages immer möglich
      • Gute medizinische Versorgung im Tourgebiet
      • PLB dabei
      • Bergekostenversicherung für alle Beteiligten (Kleingedrucktes lesen wegen dem Kind)
      • Eigene Erste Hilfe Fähigkeiten (Normalen Erste Hilfe Kurs auffrischen + Baby Erste Hilfe Kurs). Meine Freundin ist Ärztin daher ist dieser Punkt bei uns gut abgedeckt.
      • Wenn kein Elternteil eine medizinische Ausbildung hat würden wir empfehlen vorher mit dem Kinderarzt zu sprechen. Der kann einem eine Reiseapotheke zusammenstellen mit Anleitung was wann gegeben werden sollte. Also zum Beispiel: Was gebe ich dem Kind wenn es plötzlich hohes Fieber bekommt um die Zeit in die Zivilisation zurück zu überbrücken.
    • Don't-Haves:
      • Kritisches Klima im Tourengebiet
      • Furten über Kniehöhe
      • Absturzgefahren / Ausgesetztheit/ Kletterpartien jedweder Art. Auch keine ganz kurzen Passagen.
      • Keine Bären im Tourengebiet

    Ausrüstung:

    Hier wird es spannend. Ohne ultraleicht und ultra reduziert geht es nicht. Es wird so schon mehr als schwer das alles zu schleppen! Wir haben z.B. normalerweise immer leichte Sandalen für Furten, Lagerleben und als Notfall Schuhe dabei. Haben wir nicht mehr reinbekommen, sind also zu Hause geblieben. Eigentlich wollte meine Freundin ihre Regenjacke mitnehmen, hatte keinen Platz mehr, ist zu Hause geblieben. Der Poncho musste reichen.

    Es ist hier tatsächlich vor allem auch das Volumen ausschlaggebend und nicht nur das reine Gewicht. Man muss daher also wirklich extrem reduzieren. Wir haben tatsächlich auch noch mal Sachen kurz vor der Tour aussortiert und im Auto gelassen.

    Nun zu einigen Details:

    Kraxe: Auf jeden Fall vorher ausprobieren! Bei uns gab es RIESEN Unterschiede darin wie lange unser Kind ruhig drin sitzen mochte! Wir sind alle Kraxen auf kurzen Wanderungen Probegelaufen. Gewichte rein, Kind rein und dann 1-2 Stunden wandern gehen. Das haben wir mit 3 Modellen gemacht und uns für die Osprey Kraxe entschieden. Die hat unserem Kind am besten gefallen und hat wirklich sehr viel zusätzliches Stauvolumen! Das ist krass was man da unter dem Sitz noch unterbringen kann!

    Außerdem hat die Osprey Kraxe eine Wassersystemaufhängung die mega genial ist. Da passt eine 500 ml Blase hinter das Rückennetz. Das ist sehr angenehm weil man rankommt ohne alles auszupacken.

    In die Kraxe haben wir alles gestopft was halbwegs leicht war: Poncho, Windeln und Zubehör, Mückennetz, Trockennahrung, Kleidung plus die 500 ml Wasserblase.

    Den Rest habe ich getragen in einem 85 l Monster von einem Rucksack.

    Wir haben es nicht gewogen aber ich schätze ohne Wasser lagen wir bei ca. 25 kg Rucksack und 20 kg Kraxe. Mit Wasser entsprechend mehr.

    Mückennetz:

    Handelsübliches, kleines Mückennetz für Kinderbetten welches man über die Kraxe werfen kann. Im Gehen und auch in den Pausen oder Abends bis das Zelt steht GOLD wert!

    Verpflegung:

    Grundverpflegung einplanen und so planen, dass man in den Hütten nachkauft. Anders geht es nicht.

    Das Baby wurde bei uns gestillt. Mit Milchpulver müsste es aber auch gehen.

    Windeln:

    An dem Thema wären wir fast gescheitert und mussten auch auf Tour dann noch ein bisschen nachbessern.

    Unsere Tipps:

    2x wasserdichte, wieder verwertbare Stoffwindel Windelüberhosen

    Kompostierbare Einwegsaugeinlagen für Stoffwindeln. Kompostierbare Wochenbetteinlagen gehen auch. Dazu Bambusvlies zur Verteilung. Da gibt es im Netz genug Anleitung wie man Stoffwindeln zum funktionieren bringt. Hier nur mal ein Beispiel: Hamac kompostierbare Saugeinlagen – 30Stk. | Wegwerf Saugeinlagen für Stoffwindeln | zerohero.ch

    Man muss wirklich genau gucken, dass die zu 100% kompostierbar sein. Häufig steht das da und dann ist doch irgendwo Kleber oder Gewebe welches aus Plastik ist. Vorher bestellen und testen!

    Ihr müsst vorher testen wie viele dieser Windeln ihr am Tag braucht und entsprechend mitnehmen. In stabilen ZipLocs alle Luft rausdrücken oder sogar vakuumieren!

    Dazu eine wasserdichte Unterlage so zurechtschneiden, dass man sie nochmal als Windel drum herum packen kann. Zwei Sicherheitsnadeln halten diesen riesen Apparat dann an an Ort und Stelle... :)

    Babykleidung GANZ wichtig:

    Die Babykleidung muss 100% frei von Baumwolle sein! Nehmt nur Sachen aus Wolle/Seide oder Wolle mit. Wir hatten Anfangs das Problem mit einem Body, der war Baumwolle/Wolle gemischt und hat aus der Windel heraus die Feuchtigkeit gezogen.

    Als Überkleidung zum Schlafen und im Zelt hat sich ein Wollwalk Anzug bewährt. Tagsüber: Wasserdichte Jacke mit Kapuze, wasserdichte Latzhose, wasserdichte Schuhe.

    Dual Use:

    Unser Babyschlafsack bestand aus einer unserer Daunenjacken die wir mit einem Haargummi unten zugemacht haben. Die Ärmel über der Brust verknotet und der Sack ist dicht und warm. Bedeutet aber, dass ein Eltern Schlafsack so dick sein muss, dass man ohne Daunenjacke nicht drin friert.

    PLB (Personal Locator Beacon):

    Ist für mich Pflicht mit Baby auf dem Rücken.


    Beim Rest gerne fragen, mehr fällt mir gerade nicht ein.


    Die Eckdaten unserer Tour:

    • 2 Erwachsene Eltern mit viel Trekking Erfahrung.
    • Hardangervidda im Sommer.
    • Wetter: 50% Strarkregen bei ca. 15°C Tags und 6° Nachts. Auch mal Sonne zwischendurch aber ansonsten typisch fürs Fjell eher grau in grau.
    • Kind: 6 Monate alt, wurde zu dem Zeitpunkt zu 100% gesäugt.


    Erfahrungen:

    Wir hatten extrem viel Regen aber vorher schon damit gerechnet. Ein Poncho ist unserer Meinung nach absolut Plicht. Darunter kann man: Wickeln, spielen, stillen, schlafen ohne das Mama/Papa oder das Kind auskühlen oder nass werden.

    Unser Kind hat in der Kraxe hervorragend gechillt. Es gab ganz selten mal die Situation das wir anhalten mussten weil das Kind keine Lust mehr hatte und das war meistens bei Dauerregen wenn es unterm Poncho dann doch zu langweilig wurde, man aber auch gerade nicht schlafen wollte.

    Auf der besagten Tour hatten wir es noch nicht aber auf den darauffolgenden schon: Ein Fenster im Poncho, einfach selber reingenäht und mit Seamgrip abgedichtet. Macht die Durchhaltefähigkeit noch mal besser weil man rausgucken kann. Aber auch so war unser Kind auch unter dem Poncho erstaunlich zu Frieden. Ein bisschen singen zwischendurch oder ein Kuscheltier dazu und es hat gepasst.

    Teilweise standen wir wirklich bis zu den Knien im Schlamm, dass war mit dem schweren Gepäck echt ne Zumutung und die Füße waren später eigentlich dauerhaft nass oder steckten in unseren Seal Skin Socken.

    An Pipi Geruch im Zelt muss man sich gewöhnen, da am Zelthimmel immer eine notdürftig gewaschene Überziehwindel hängt.

    Start und Zielpunkt sind bei uns wie gesagt spontan vor Ort umgeplant worden. Damit waren wir sehr zu Frieden. Wirklich gelaufen sind wir am Tag im Schnitt wahrscheinlich nicht mehr als 3-4 Stunden.

    Geschlafen haben wir nie auf der Hütte aber wir haben mehrmals auf einer Hütte gegessen und Verpflegung nachgekauft. Außerdem haben wir uns gewissenhaft jeden Tag, entweder auf der Hütte oder auf einem Gipfel mit Handy Empfang den aktuellen Wetterbericht gezogen um nicht von einer Sturmfront überrascht zu werden.


    Ich gucke wie gesagt die Tage über dass ich Fotos nachreiche. Ist jetzt wie gesagt alles andere als ein Reisebericht aber es hat auch nicht wirklich in keine der anderen Kategorien im Forum gepasst...

    6 Mal editiert, zuletzt von janphilip (24. September 2025 um 08:58)

  • Hey vielen Dank für die ganzen Infos und den Faden, freut mich dass du es geschafft hast 😉 auch ohne genauen Bericht und Bilder schon sehr hilfreich!

    Wir haben es leider nie geschafft loszuziehen, da schon ein paar wenige Parameter ungünstiger waren. Hauptpunkt war, dass meine Frau mit Gepäck, also weder mit Kraxe noch mit Trage längere Strecken schafft und auch nicht dafür zu begeistern war. Dazu hat es leider mit dem Stillen nicht geklappt sodass Babynahrung mit muss. Das ist schon ein ganz anderes Gewicht, für eine Woche braucht es sehr viel Pulver (ist schon wieder lange her so genau weiß ich es nicht mehr aber >1kg), jedenfalls sehr großzügige Reserven (nicht immer wird ausgetrunken. Und ohne das Zeug dastehen ist absoluter Horror). Dazu Thermoskanne für immer heißes Wasser sowie ein kleiner Vorrat abgekochtes Wasser zum Mischen. Mit Flaschen alles zusammen ca 2,5kg.

    Ich hatte tatsächlich auch per PN nachgefragt, da ich aus deinem OT im anderen Faden gedacht hatte du warst alleine mit Kind. Dahingehend gingen zwischenzeitlich meine Überlegungen, natürlich keine lange Tour. Hauptproblem ist dann Stauraum, war es ja selbst bei euch. Daher wäre ich an dem genauen Modell der Kraxe interessiert! Ich hab beim Kauf natürlich nur aufs Gewicht geachtet 8o und die Deuter Kid comfort active (gebraucht) gekauft, wiegt aber auch 2,6kg 8| Gepäckraum 12 Liter, damit kommt man nicht weit und daran ist es gescheitert. Ich hab dann mit Brusttasche experimentiert, das ist auch bei Tagestouren sehr praktisch (Omm Chest pod, 4 Liter), aber vermutlich hätte ich sowas wie von Aarnpacks gebraucht. Falls jemand anderes in die Richtung überlegt: ich glaube Rucksack und Tragetuch ist dann doch die einzige Lösung. Ich habe es dann letztendlich aber nie gewagt, dafür haben wir viele Tagestouren gemacht. Aber bald wird der "große" 3, wir üben ohne Windeln und er kann jetzt schon vereinzelt 4km am Tag wandern (aber auch zero days kommen vor ^^), ich glaube nächsten Sommer gehen wir auf Tour!

  • Viel kann ich auch nicht beisteuern. Die Art Tour, die ich gerne laufe, wird noc heine ganze Weile nicht funktionieren.
    Bis auf Tagestouren noch in der Trage in allerlei Ländern haben wir es da zu wenig gebracht - und gerade ist die brut zum Schleppen zu schwer, zum nennenswert am Stück selberlaufen noch zu unfokussiert. Mal gucken, was noch kommt.

    Hier gibt's ja schon einen Thread zu Klamotten/Ausrüstung, da ließen sich auch noch konkrete Tipps einpflegen.

    Zopiclon
    20. Oktober 2024 um 09:18

    Ich verlinke von dort auch noch mal hier her der Auffindbarkeit halber.

    Thermoskanne für immer heißes Wasser sowie ein kleiner Vorrat abgekochtes Wasser zum Mischen

    Wir sind wenn auch nicht so viel gewandert, recht viel gereist und haben daher zumindest in diesem Umfeld ein Stück weit auf's Wesentliche reduziert, wo sich das ein- oder andere auch für's Wandern übertragen ließe.
    Ist ein super individuelles Thema, aber nur als Hinweis, dass das ggf. auch anders funktionieren kann. Bei uns war kaltes - unabgekochtes Wasser kein Problem und wurde angenommen und vertragen, das hat das Handling ungemein vereinfacht.

    "Not all those who wander are lost"

    2 Mal editiert, zuletzt von questor | hangloose (23. September 2025 um 23:25)

  • Bei uns war kaltes - undabgekochtes Wasser kein Problem und wurde angenommen und vertragen, das hat das Handling ungemein vereinfacht.

    Das ist definitiv hilfreich so ein Kind ;) Kalt haben wir tatsächlich immer wieder (oft auch etwas ungeplant :D) versucht, das wurde abgelehnt. Abkochen dachte ich jetzt an Hardangervidda.

    Zuhause haben wir das zwar auch gemacht, aber primär da das Wasser dann länger haltbar ist. Leider hat unser Wohnort bescheidene Wasserqualität, das riecht sonst schon am nächsten Tag total muffig.

    Anekdote zur Flasche: Wir haben bei einer Wanderung mal das Fläschchen vergessen. Dachten dann das geht schon irgendwie. Nach viel Geschrei mit Löffeln, Becher, Sportflasche, Finger - alles was uns eben einfiel bin ich letztlich zum Auto getrampt (Start und Ziel war mit Auto erreichbar). Abgesehen vom Essen ist das Kind zum Glück sehr viel flexibler :)

    Einmal editiert, zuletzt von Grmbl (23. September 2025 um 23:32)

  • Danke für deine Erfahrungen, Jan! Ich hätte mich das nicht getraut, war allerdings in dem Babyalter noch ein halber Zombie wegen des ständig unterbrochenen Schlafs, und hatte einen Minimenschen in die Welt gesetzt, die mit Dauergeschrei auf Veränderungen im Tagesablauf reagierte und jede andere Transportform als "direkt am Körper" vehement verweigert hat. Ich erwähne das nur, falls hier andere Eltern mitlesen und ein ähnliches Exemplar haben ;) Es hängt einfach auch viel vom Kind und den eigenen Ressourcen ab.

    Ich finde es toll, dass ihr euch da nicht habt reinreden lassen, es klingt, als hättet ihr ein super Gespür dafür gehabt, was euch allen gut tut.

  • Hey vielen Dank für die ganzen Infos und den Faden, freut mich dass du es geschafft hast 😉 auch ohne genauen Bericht und Bilder schon sehr hilfreich!

    Wir haben es leider nie geschafft loszuziehen, da schon ein paar wenige Parameter ungünstiger waren. Hauptpunkt war, dass meine Frau mit Gepäck, also weder mit Kraxe noch mit Trage längere Strecken schafft und auch nicht dafür zu begeistern war. Dazu hat es leider mit dem Stillen nicht geklappt sodass Babynahrung mit muss. Das ist schon ein ganz anderes Gewicht, für eine Woche braucht es sehr viel Pulver (ist schon wieder lange her so genau weiß ich es nicht mehr aber >1kg), jedenfalls sehr großzügige Reserven (nicht immer wird ausgetrunken. Und ohne das Zeug dastehen ist absoluter Horror). Dazu Thermoskanne für immer heißes Wasser sowie ein kleiner Vorrat abgekochtes Wasser zum Mischen. Mit Flaschen alles zusammen ca 2,5kg.

    Ich hatte tatsächlich auch per PN nachgefragt, da ich aus deinem OT im anderen Faden gedacht hatte du warst alleine mit Kind. Dahingehend gingen zwischenzeitlich meine Überlegungen, natürlich keine lange Tour. Hauptproblem ist dann Stauraum, war es ja selbst bei euch. Daher wäre ich an dem genauen Modell der Kraxe interessiert! Ich hab beim Kauf natürlich nur aufs Gewicht geachtet 8o und die Deuter Kid comfort active (gebraucht) gekauft, wiegt aber auch 2,6kg 8| Gepäckraum 12 Liter, damit kommt man nicht weit und daran ist es gescheitert. Ich hab dann mit Brusttasche experimentiert, das ist auch bei Tagestouren sehr praktisch (Omm Chest pod, 4 Liter), aber vermutlich hätte ich sowas wie von Aarnpacks gebraucht. Falls jemand anderes in die Richtung überlegt: ich glaube Rucksack und Tragetuch ist dann doch die einzige Lösung. Ich habe es dann letztendlich aber nie gewagt, dafür haben wir viele Tagestouren gemacht. Aber bald wird der "große" 3, wir üben ohne Windeln und er kann jetzt schon vereinzelt 4km am Tag wandern (aber auch zero days kommen vor ^^), ich glaube nächsten Sommer gehen wir auf Tour!

    Tragetuch hatten wir auch probiert, davon bekommen wir beide nach spätestens 2 Stunden massive Rückenschmerzen.

    Die Kraxe trägt sich echt gut. Wir haben die Osprey Poco. Ich hab gerade geguckt, ich bin mir nicht sicher ob es die Poco oder die Poco LT ist. Vielleicht gab es die Modell Varianten vor 2 Jahren auch noch garnicht.

    Man muss halt akzeptieren, dass die Rucksäcke schwer sind. Aber wenn man am Tag 2-3 stunden läuft und spätestens jede Stunde Pause macht dann geht das eigentlich.


    Alleine hätte ich es so nicht gemacht. Dazu wollte ich hier eh noch schreiben.

    Wenn ich alleine mit Kind unterwegs bin dann mache ich Touren durch die ich einen "Thule Chariot Lite single" durchbekomme. Und das sind schon ne ganze Menge, der ist erstaunlich geländegängig. Forststeig, Hörnle, Elbhöhenweg, Hüttener Berge und sowas habe ich damit schon gemacht.

    Es gibt für den Thule verschiedene Einsätze:

    Hängematte für 0-1 Jahre

    Sitz mit Kopfschutz für 1-2

    Ab ca. 2 Jahren dann ohne speziellen Einsatz.

    Der Light ist wirklich erstaunlich leicht und erstaunlich geländegängig. Man kann sogar Kufen für den Winter dazukaufen! Dann geht auch Langlauf oder Schneeschuh wandern. Man hat viel Zuladung und einen immer trockenen Space für das Kind.

    Meins liebt es auch im Wagen zu stehen und mich anzufeuern die Berge runter doch bitte schnell zu laufen. Dann fühlt es sich tatsächlich an als wenn ich einen Streitwagen schiebe... :D

    2 Mal editiert, zuletzt von janphilip (24. September 2025 um 09:04)

  • Viel kann ich auch nicht beisteuern. Die Art Tour, die ich gerne laufe, wird noc heine ganze Weile nicht funktionieren.
    Bis auf Tagestouren noch in der Trage in allerlei Ländern haben wir es da zu wenig gebracht - und gerade ist die brut zum Schleppen zu schwer, zum nennenswert am Stück selberlaufen noch zu unfokussiert. Mal gucken, was noch kommt.

    In dem Alter sind wir jetzt auch gerade. Wir waren Anfang des Jahres in der Pfalz, eine Woche trekken. Wir haben es geschafft aber hinterher gesagt: Das war zu schwer zum tragen! Wir dachten halt auch das Kind würde mal selber laufen... macht es auch, aber nie in die Richtung in die wir müssen.. ^^

    Und dauerhaft tragen ist mittlerweile dann echt ne Nummer zu schwer.

    Wir wollten eigentlich wieder 2 Wochen nach Island. Die Pfalz war so zu sagen Generalprobe. Haben danach alles storniert und komplett umgeplant auf Kanu Trekking. Das hat wunderbar funktioniert! Meine Freundin hatte super große Bedenken weil unser Kind natürlich noch nicht schwimmen kann aber da gilt wieder das gleiche: Es ist kein Problem sowas mit Kindern zu machen! Ich habe selber auf Segelschiffen laufen gelernt daher hab ich mir da nicht so den Kopf gemacht. Ohnmachtssichere-Feststoffweste die dann non-stop getragen wird. Und zwar wirklich non-stop mit einziger Ausnahme nachts beim Schlafen. Hat mega gut geklappt und waren perfekte 2 Wochen!

    Einmal editiert, zuletzt von janphilip (24. September 2025 um 10:03)

  • Auch spannend, ist auch meine Idee - wie hat das Entertainment im Boot funktioniert?

    War gar kein Problem. Auch hier natürlich: 2-3 Stunden paddeln pro Tag reicht. Wir haben auch mal mehr gemacht, dann über den Mittagschlaf. Ein Boot an einer Schnur, ein bisschen angeln, ein bisschen singen. Und ansonsten einfach viel gucken!

    Als Tipp für das Schläfchen: Eine Dicke Isomatte mit ca. 80 cm Länge ergibt ein tolles Bogendach welches Regen- und Sonnenschutz bietet.

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