Bikepackingtour von Wismar nach Frederikshavn

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Die Wettervorhersage versprach nichts als Regen, aber wenn man einmal eine Tour geplant hat, möchte man doch nicht kneifen. Also ging es mit dem Zug nach Wismar. Das erste schöne Zwischenziel war das Schloss Bothmer, hier mit seiner berühmten Allee.

    Weiter ging es Richtung Lübeck.

    Abendstimmung mit Blick auf die Lübecker Bucht.


    Am Priwall muss man mit einer Fähre übersetzen. So sieht übrigens mein Rad aus.

    In der touristisch überfrequentierten Küstengegend hinter Lübeck haben wir lange keine Stelle zum Übernachten gefunden und mussten bis in die Nacht fahren. Bei der Schlafplatzsuche in der Dunkelheit habe ich die Lupine Radlampe erstmals richtig schätzen gelernt. Der Übernachtungsplatz zwischen Buchen hat dann aber die Suche doch gelohnt.

    Am nächsten Tag ging’s weiter nach Eutin mit dem Sommerschloss der Holsteinischen Herzöge, und einem sehr schönen Küchengarten, der rein ehrenamtlich gepflegt wird.

    Da es an diesem Tag lang heftig regnete, hier noch erkennbar am Rad, haben wir uns entschlossen, bis Flensburg mit dem Zug zu fahren.

    Abends ging es dann entlang der Flensburger Föhrde und…

    …über die dänische Grenze…

    …bis zu einem Campspot am See. Der folgende Tag brachte einen ständigen Wechsel von Regen, Regenpause und Starkregen.

    Wir haben etliche Zeit in Bushaltestellen abwarten müssen - nicht gerade ein Urlaubserlebnis, das man sich wünscht. Zwischenzeitlich haben wir sogar überlegt, in dieser nicht verschlossenen Hütte zu kampieren.

    Aber gegen Abend gab es noch mal eine Regenpause, sodass wir einen See erreicht haben, an dem uns eine Kioskbetreiberin erlaubt hat, ihre Bäume zu nutzen und auch die Räder im Trockenen unterzustellen.

    Bei der Gelegenheit will ich erwähnen,

    dass wir in Dänemark ausnahmslos angenehme und hilfsbereite Menschen getroffen haben.


    Auf dem See trieb ein Wikingerboot, das uns auf den nächsten Tag eingestimmt hat.

    Denn dann führte die Tour über Jelling, in dessen Nähe sich Reste eines riesigen Begräbnisplatzes befinden, eine sogenannte Schiffssetzung von 350 m Länge.

    Aber auch dieser gestrige Tag war völlig verregnet. Eine der wenigen Sonnenphasen haben wir in einem Café verbracht.

    Funfact abends: auf dem Parkplatz beim Einkaufen sprach mich ein Mann an, der seinen Einkauf mit dem letzten Prozent Akku bezahlt hatte und jetzt seinen Tesla nicht mehr aufbekam. Aber dafür hat man ja als Bikepacker eine Powerbank mit: um den Teslafahrern mit Strom auszuhelfen.

    Mit einbrechender Dämmerung riss mir gestern dann noch die Kette (dieselbe von der Tour mit Moch ), sodass ich nunmehr drei Schlösser in der Kette habe. Den Schlafplatz mussten wir uns dann wieder im Dunkeln suchen. Prompt fing es auch wieder an zu regnen, sodass wir fürs Grillgut nur mit Mühe ein Feuer anbekamen.

    Mal schauen, was der heutige Tag bringt.

    Fortsetzung folgt…

  • Willst du uns noch mitteilen, wann die Tour genau stattgefunden hat?

    Das habe ich doch gesagt, wir sind noch unterwegs.

    Der heutige Tag begann mit einer gehörigen Panne, weil meine mechanische GRX-Schaltung ihren Dienst versagte. Ich habe mich erst selber an einer Reparatur versucht, musste dann aber doch einen Radladen in Hadsund aufsuchen. Dort hat man mir einen neuen Bowdenzug eingezogen und dann funktionierte sie wieder. Im alten Zug waren innen (nicht am Ende) einzelne Stränge gerissen und hatten sich in der Hülle verklemmt. Das ist mir in meinem fünfzigjährigen Fahrradleben noch nie passiert. Wir sind anschließend an die Kattegatküste gefahren und sind jetzt 40 km vor Frederikshavn, wo morgen unsere Fähre nach Göteborg geht. Die heutige Strecke ist aber keine Empfehlung, weil der Radweg im Landesinneren schnurgerade an einer Straße entlanggeht - langweilig.
    Ich liege schon in der Hängematte und der Regen prasselt aufs Tarp. Das letzte Bild des Tages sieht dementsprechend so ähnlich aus wie das erste heute Morgen. Gute Nacht!

  • Der heutige Tag begann mit einer gehörigen Panne, weil meine mechanische GRX-Schaltung ihren Dienst versagte. Ich habe mich erst selber an einer Reparatur versucht, musste dann aber doch einen Radladen in Hadsund aufsuchen. Dort hat man mir einen neuen Bowdenzug eingezogen und dann funktionierte sie wieder. Im alten Zug waren innen (nicht am Ende) einzelne Stränge gerissen und hatten sich in der Hülle verklemmt. Das ist mir in meinem fünfzigjährigen Fahrradleben noch nie passiert.

    Danke fürs Mitnehmen! Und die Panne klingt sehr nach dem, was meinem Mann auf der letzten Tour passiert ist, ebenfalls GRX, ebenfalls einzelne gerissene Stränge im Inneren. Bei uns war es aber am vorletzten Tag und wir sind dann halt einen Tag früher als geplant ausgestiegen, denn Samstag Nachmittag gab es keine offenen Radläden mehr.

  • Danke für den netten Bericht.

    Wismar, da war ich neulich auch mal. Eine schöne Stadt. Die Uhr mit der Persilfrau, sehr cool und dann noch Döner zum (N)Ostalgiepreis. Ich dachte ich hätte eine Zeitreise gemacht. :P


    LG

  • Und die Panne klingt sehr nach dem, was meinem Mann auf der letzten Tour passiert ist, ebenfalls GRX, ebenfalls einzelne gerissene Stränge im Inneren

    Wenn das noch mehr GRX-Radler bestätigen, stellt sich mir doch die Frage, ob eine elektronische Schaltung nicht doch die bessere Wahl ist. Eigentlich hatte ich geglaubt, hinsichtlich der Robustheit mit der mechanischen Gruppe auf der sicheren Seite zu sein. Aber das ist offensichtlich nicht der Fall. Klar, man muss mit dem Aufpreis und dem zusätzlichen Ladegerät klar kommen, aber von einem ähnlich fatalen Defekt unterwegs habe ich bei elektronischen Modellen noch nie gehört. Meine Schaltung ist zwar vier Jahre alt, aber ich bin vor Zeiten eine alte XT 20 Jahre gefahren - ohne jeden Defekt.

    Zurück zur Tour. Wir sind inzwischen in Frederikshavn angekommen, setzen jetzt nach Schweden über - und damit endet diese Radreise. Ich muss sagen, dass ich noch nie unter so widrigen Umständen unterwegs war. Wir sind in den letzten viereinhalb Tagen mit Gepäck 500 km gefahren, konnten dabei aber nur wenige Stunden täglich zum radeln nutzen, weil es ständig heftig goss.
    Mir hat die Tour trotzdem Spaß gemacht, besonders weil ich wusste, dass jeden Abend ein gemütlicher Schlafplatz in Gestalt der Hängematte auf mich wartet und ich unterm Tarp im Stehen meine Sachen verstauen und mich umziehen kann. Insoweit möchte ich eine klare Empfehlung fürs Hängemattencamping bei Schietwetter aussprechen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!