Wenn Leute bei Nicht-Wander-Urlauben auf Trolley-Tourismus bzw. Koffer-Karren verzichten, greifen sie meist auf Rucksäcke zurück. Rucksäcke haben in vielen Ländern allerdings Nachteile: Man wird sofort als Tourist erkannt. Der Rucksack ist hinter einem, man sieht also nicht, ob einem was daraus geklaut wird und noch dazu ist er auf einer guten Höhe, um ihn mit einem Messer aufzuschlitzen. Der Rücken schwitzt und in Menschenmengen eckt man schnell an, wenn man sich dreht.
Ich bevorzuge daher Einweg-Plastiktüten, bevorzugt von lokalen Marken. Auf einmal ist man der Expat, der vom Einkaufen kommt, und nicht mehr der Tourist, wird weniger oft von aufdringlichen Verkäufern angesprochen. Mit minimalistischem Gepäck passt man in jeden noch so vollen Chicken Bus. Man kann sein Gepäck den ganzen Tag über mitnehmen, bucht sich in großen Städten einfach dort spontan ein Zimmer, wo man abends gerade ist. Man muss, wenn man in eine neue Stadt kommt, nicht erst ins Hotel, sondern spart sehr viel Zeit, wenn man vom Bahnhof/Busbahnhof/Flughafen aus direkt loslegen kann. Natürlich auch morgens aufbrechen und, ohne zurück ins Hotel zu müssen, abends den Zug in die nächste Stadt nehmen. Die eingesparte Zeit übersteigt schnell die zusätzliche Zeit, die man mit Waschen der Kleidung verbringt.
Dazu hat man hat jede Menge lustiger Erlebnisse. Ein Hostelbediensteter in Manila weigerte sich erst, mir mein Zimmer zu zeigen, meinte, ich solle doch erst mal mein Gepäck holen und nicht den Taxifahrer warten lassen, musste erst überzeugt werden, dass ich nicht mehr dabei hatte. An der Grenze zwischen Tansania und Kenia wird das Reisegepäck gescannt. Da muss musste ich auch erst erklären, dass ich nichts schmuggeln will, sondern wirklich nur eine kleine Tüte habe.
Leider sind Plastiktüten in manchen Ländern verboten, daher nutze ich in solchen Ländern zeitweise meine MYOG-Stofftasche, die sich als Rucksack umfunktionieren lässt und sich gut verschließen lässt.
Hier ein Foto meiner Ausrüstung für einen Monat Ostafrika von allem außer Handy und Schuhen, inkl. der Kleidung am Körper (links liegende Sachen):
Das Gridstop-Ding unten mittig auf dem Foto ist meine Stofftasche. Es gibt noch viel Einsparpotenzial, aber bei ca. einem kg Basisgewicht ist der Vorteil von noch weniger Gewicht gering. Da kann man auch mal ein Hotel-Shampoo oder Baumwoll-Kleidung mitnehmen.
Gibt es noch andere Tüten-Touristen? Ich kann es sonst nur jedem empfehlen, einfach mal auszuprobieren. Auch allgemein minimalistisches Gepäck bei Urlauben, bei denen man es nicht zwangsläufig länger tragen muss. Zur Not kann man sich fast alles unterwegs kaufen.