Morgens nur kleinste Portion Tee
und vorletzter Blick zurück auf die ca. 10 Minuten Gehzeit, die wir seit gestern Mittag bewältigt haben.
Auch das Materhorn ist noch da. Edit: der Tippfehler bleibt.
Monte Mars sieht morgens viel freundlicher aus.
Sich etwas in die Länge ziehender Hatsch den Hang lang, in den die Sonne voll reinknallt, so dass sich Oktober anfühlt wie mindestens noch Anfang September.
Das Haus da dann endlich als nicht abgerissene Seilbahnstation erkennbar, die Masten stehen auf der anderen Seite auch noch teilweise und Passhöhe, Blick auf
weitere, auch nicht mehr ganz frische Seilbahnstation, Liftstation, Rif. Rosazza unten drunter,
Abstieg, Boulderfelsen "Dach der Pisse" am ausgebauten Forstweg und
Monumentalbau im Wald, riesiger, sich immer weiter in die Länge ziehender, beeindruckender Komplex mit unserem dritten Heiligenberg, am ersten in Orta San Giulio waren wir noch achtlos vorbeigelaufen
so um die 10 Restaurants in den Wallfahrtskomplex Oropa integriert, alte Basilika
mit schwarzer Madonna und eine Ausstellung über den jüngsten Heiligen, einen Bergsteiger,
dessen Namen ich noch nicht kenne, als ich mich frage, ob das die Ausschilderung zum Speisesaal sei. Preiswerter Hotelbetrieb, Picnic-Area am Wanderweg mit edit: Biwakierverbot!, botanischer Garten, wir bleiben, aber der Garten ist off season geschlossen.
Die Ausstellung über den jung verstorbenen Heiligen ist ausgesprochen gut (der Heilige hier mit Kappe).
Und hier als Bergsteiger. Seelig und heilig gesprochen, weil er als reicher Erbe nicht das Zeitungsimperium des Vaters übernehmen wollte, sondern, womit er sich an der Uni schwertat, Bergbau-Ingenieur werden wollte, um "so" mit den Armen zu arbeiten, solidarisch zu sein. Hier in der Gegend seine Berge, vor 100 Jahren mit noch nicht mal Mitte 20 verstorben, zu seiner Beerdigung erschienen, überraschend für die nichtsahnende Familie, mehrere tausend Arbeiter:innen. Katholisch antifaschistisch, sowohl Vater als auch Sohn.

In den Lanzo-Tälern war er selbstverständlich auch. Und es ist nicht nur das ganze Mindset völlig gegen den Trend 100 Jahre später, sondern auch eine Ausstellung über Einfachheit und Draussen-Sein. Greifbar = ergreifend. Auch für so verstockte Atheisten wie mich.
Bis Ende der 1950er Jahre fuhr mal ne Strassenbah hier hoch. Schade, dass es sie nicht mehr gibt, wir laufen auf dem stillgelegten Schienenstrang bis nach Favaro und nehmen ab da den Bus.
Bergarbeiter- und Bauernort. Die Mine Museum. Die Bar im Zentrum trägt den Namen der Kooperative des Ortes, von der sie betrieben wird, Cooperativa Favaro 1872, die Kirche steht unterhalb vom Ort (auf ihrem Gelände eine KiTa), zwei verbliebene soziale Orte des öffentlichen Raums. Und ÖPNV in die Stadt.