Beiträge von wilbo

    ... für eine präzise Messung von Temperaturen müssten die Emissionskoeffizienten der verschiedenen Materialien verwendet werden.

    Wie kann ich mir das praktisch vorstellen?

    Es gibt ja einige Textilien, die für bestimmte Wellenlängen der IR-Strahlung durchlässig sind. (Sonst würden Luftkammer-Matten mit Silberfolie ja nicht funktionieren).

    Bei den alu-beschichteten Schaummatten habe ich dagegen Zweifel; da liegen wir bzw. unsere Kleidung ziemlich formschlüssig drauf, so dass sich keine nennenswerte Temperaturdifferenz zwischen der Mattenoberfläche und der unserer Kleidung einstellt.

    Dies deckt sich mit meinen Erfahrungen.

    ... wegen des nahe Null liegenden Wärmewiderstands (für Wärmeleitung) der Rettungsdecke werden der Boden, die Rettungsdecke und die Außenseite Deiner Hose nahezu die gleiche Temperatur haben. Zwischen Zeltboden und Isomatte wäre das nicht viel anders.

    Das wollte ich mit diesem einfachen Versuch verdeutlichen.

    ... mit Aluschicht zur isolierenden Luft hin den Wärmeverlust reduziert. Obwohl der R-Wert der Rettungsdecke nahe Null ist und sie die Wärmeleitung vom Körper über die Luft in den Zeltboden nicht verändert; aber den Austausch von Wärmestrahlung.

    Also müsste eine Unterlage aus einer Schichtung, Silberfolie / Bubbel-Folie / Silberfolie den Hintern besser warm halten als reine Bubbel-Folie?

    Ich frage mich, wie man den Reflexions-Effekt einer Rettungsdecke auf Tour in praktischen Nutzen umsetzen kann.

    Komme ich unterwegs in eine Notsituation und befürchte eine Unterkühlung, ist ein simpler Rettungs-Sack dem offenen System der Decke überlegen. Im Sack bleibt die feuchtwarme Luft weitgehend erhalten, während unter der Decke die Warmluft immer wieder entschwindet. Das wird in zunehmendem Maße schlimmer, je stärker der Wind weht.

    Die Rettungsdecke zwischen die Kleidungsschichten zu fummeln, ist alleine auch nicht so einfach. Ganz abgesehen davon, dass Ausziehen, wenn einem kalt ist, mir irgendwie kontraproduktiv vorkommt. ;)

    Als Reflexions-Fläche auf dem Boden?
    Ich habe gerade eben im Kühlhaus eine kurze Sitzprobe bei Minus 16 Grad gemacht. Da hatte ich nicht im Geringsten das Gefühl, dass durch die Rettungsdecke am Hintern irgendwas warm wurde. Ganz im Gegensatz zu zwei lumpigen Lagen simpler Bubbel-Folie. Da fühlte ich sofort einen positiven Effekt.

    VG. -wilbo-

    Wachs in ein Einmachglas mit Klappdeckel geben (Gummi vorher abnehmen) und das ins Kochtopf-Wasserbad auf dem Herd.
    Sobald das Wachs flüssig ist, hole ich das Glas aus dem Topf und tauche Watte-Pads zu 2/3 ins Wachs.
    Die Pads werden auf Backpapier ausgelegt und kommen dann in kleine Ziplock-Beutel.

    Zur Verwendung, das Pad auf der Watteseite ein Stück auseinanderziehen und anzünden. Funzt auch mit Feuerstahl.
    Das Einmachglas kann ich dann wegräumen und bei Gelegenheit Wachsreste gleich darin sammeln.

    Kriegt man damit auch nach ordentlich Regen sein Abendbrot zuverlässig warm? Braucht es dazu stundenlanges Stöbern nach den letzten verbleibenden trockenen Hölzern? Oder artet das in eine einstündige Zündelei aus, die am Ende den inneren Feuerteufel befriedigt aber das Wasser nur mit viel Zuspruch auf 50 °C erwämt?

    Gerade gestern war ich den ganzen mit einem Freund zum Filmen draußen im Wald. Am Ende vom Tag sollte es zwei warme Mahlzeiten auf dem Hobo geben. Trotz Sonnenschein übern gesamten Tag, war fast alles im Wald durchgehend feucht.
    Ich habe ungefähr ein 3/4 Stunde nach trockenem Holz gesucht und das sogar noch gespalten, um auf entsprechende Oberflächen zu kommen.
    (Ich wollte halt ein „gutes“ Feuer)

    Ohne Säge und Spaltwerkzeug hätte das wahrscheinlich mit dem Pico-239 mit viel Rauch auch noch irgendwie geklappt. Aber schön wäre anders.
    Nur mit den kleinen trocken Anzündhölzchen hätte man wahrscheinlich mit der Zeit auch einen halben Liter zum Kochen gebracht. Aber es funktioniert nicht mal eben von alleine.

    Für eine Fjelltour kommt es vermutlich wegen Brennstoff-Knappheit ohnehin weniger in Frage(?)

    Ich habe einmal im September, mit dem wenigen Totholz, was dort oben zu finden ist, einen Liter Wasser zum Kochen gebracht. Der Lagerfeuer-Spaß hat annähernd eine Stunde gedauert und ich habe permanent für Luftzufuhr sorgen müssen. (#3 kind of fun)

    Als Backup ist so ein Pico-239 mit eingebautem Gasbrenner schon ganz praktisch, nur leicht ist leider anders. :(

    VG. -wilbo-

    Bin irgendwie immer zu geizig, für direkte „Labortest-Vergleiche“ Gas zu verbrennen und mehrere Kartuschen anzustechen (damit es fair ist - jeder seine frische Kartusche!).

    Gerade wenn die Kartusche fast am Ende ist, zeigt sich, was der Brenner noch leistet.
    Meist mache ich einen Test ja nicht für großes Publikum, sondern für mich. Da ist die Vergleichbarkeit eh nur im kleinen Rahmen gegeben.

    Tut er nicht. Jedenfalls nicht für typische Touren.

    Das Wasser kocht schneller, aber die Brennstoffersparnis ist marginal. Bis man das Mehrgewicht von einem Wärmetauscher wieder raus hat, sollte man in jedem Fall länger als 14 Tage unterwegs sein.
    Zum Brennstoffsparen hilft es den Brenner runter zu regeln. Aber dann kocht das Wasser halt nicht mehr so schnell ...

    Vielleicht rechnet sich ein Wärmetauscher schneller, wenn große Mengen an Schnee geschmolzen werden müssen.

    ... liegt's wohl hauptsächlich an nörgelnden Kunden, die Customzelte zurück geben wollten.

    Interessant.
    Das Problem bei der Umsetzung von Kundenwünschen ist, dass man eigentlich ein Beratungshonorar gleich mit einberechnen müsste.
    Wenn aber bei fixen Ideen keine Beratung stattfindet, hat man vielleicht am Ende ein verschlimmbessertes Produkt und einen unzufriedenen Kunden. (Habe ich selber als Kunde zweimal so empfunden) :rolleyes:

    Daher berate ich lieber einen Kunden tot, als irgendwas zu verkaufen.

    Wenn man die beiden Extreme bei der Verwendung von Rettungsfolie betrachtet, 1. wie eine Zeltfolie, 50cm über dem Körper glatt gespannt und dieselbe Folie verknittert und den Körper gewickelt wird der Unterschied intuitiv klar. Zudem ist im ersten Fall das beteiligte Luftvolumen ein mehrfaches gegenüber dem 2. Beispiel.

    Zur Wärmewirkung als Unterlage - da wo sie im Kontakt mit Boden und Körper gleichzeitig ist ist ihre Wirkung nahe 0. Wenn sie zwar am Körper anliegt nicht jedoch am Boden ist die Wirkung gering, wenn sie (geknittert) mit Lufttaschen zwischen Körper und Bogen ohne direkten Kontakt zu diesen liegt ist ihre Wirkung am höchsten.

    Danke, das deckt sich mit meinen bisherigen Erkenntnissen.

    Schon öfter wurde hier und im blauen Forum ja diskutiert, ob eine Rettungsfolie etwas bringt, wenn man direkt da drauf liegt. Sowieso ist Rettungsfolie ein kleines Mysterium, da es (bedingt durch die Funktionsweise von Rettungsfolie) natürlich keine R-Werte dafür gibt.

    Wenn ich mir anschaue, wie R-Werte ermittelt werden, peile ich mal einen Wert nahe null an.
    Am Ende ist der R-Wert ja auch nur ein Konstrukt, was einem eine Schätzung der Isolierfähigkeit bieten soll.

    Ich verfolge interessiert, was sich hier noch an praxisrelevanten Erkenntnissen ergibt. ;)

    VG. -wilbo-