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  • Ich bin 2021 auch endlich mal den Kellerwaldsteig gelaufen und war durchweg sehr angetan davon. Große Teile des Ederseeabschnitts kannte ich zwar schon, aber die Krüppeleichenwälder finde ich immer wieder beeindruckend, überhaupt sind die Wälder das große Highlight des Steigs, auf den deutschen Mittelgebirgswegen hat man ja oft langweilige, endlose Abschnitte, die durch Fichtenschonungen laufen, die fehlen auf dem Kellerwaldsteig fast gänzlich, stattdessen lichte Eichen- und Buchenwälder, bei denen besonders die alten Hutewälder im Gedächtnis bleiben.

    Hinsichtlich Einsamkeit gab's nix zu meckern, an Werktagen war so gut wie niemand auf dem Weg unterwegs.

    Angetroffene Thruhiker: 0

    Überhaupt außerhalb der Edersee-Touri-hotspots angetroffene Wanderer: 0

    Die Versorgung sollte man gut planen, Einkaufsmöglichkeit direkt auf dem Steig gibt's nur in Waldeck (der Nahkauf in Kloster Haina hat dicht gemacht) oder man macht eine Schleife durch Bad Zwesten.

    Zuguterletzt ein paar kleine Impressionen.

  • Ist ein sehr schöner Rund-Wanderweg, den ich im April 2023 gegangen bin. Mein Einstieg war die Ortschaft Bad Wildungen.

    Der einzige Wanderer, den ich auf der Runde getroffen habe, war mit einem Pferd unterwegs. Habe mich lange mit ihm an einer Imbissbude am Edersee unterhalten, weil ich wissen wollte, wie er das mit dem Pferd "anstellt". Er fragt unterwegs auf Bauernhöfen nach, die Tiere halten, ob er sein Pferd "unterstellen" kann. Auch für ihn fällt dann ein Schlafplatz irgendwo auf dem Bauernhof ab. Das klappt überraschenderweise sehr gut, so seine Aussage.

    Das Bild zeigt einen meiner Schlafplätze in einer "Rattenburg":)

  • Ich bin die letzten vier Tage die Nordschleife des Kellerwaldsteigs gelaufen. Diverse Male bin ich abgewichen (mal auf den Urwaldsteig, mal abgebogen, mal abgekürzt, mal ne Runde extra) und komme so auf 104,66 Kilometer laut Garmin.

    Tag 1: Herzhausen - Trekkingplatz Lärenberg 26km

    Start am Parkplatz in Herzhausen. Also von Edersee kann man hier nicht sprechen, die Eder ist ein Flüsslein, was sich durch eine leere Wanne mäandert. Ich folge der Strecke zunächst bis Asel, man ist hauptsächlich im Wald. Die Temperatur ist gar nicht mal so hoch, aber ich schwitze trotzdem kräftig. Das Dorf wirkt irgenwie nett. Als ich den ersten Snack einwerfen möchte stelle ich fest, dass meine Kinderriegel in der Bodentasche vom Rucksack geschmolzen sind. Gar nicht so einfach, dass zu Essen. Am Ende lecke ich die Schokolade aus der Verpackung. Zum Glück sieht mich keiner.

    Ich wechsele auf den Urwaldsteig, der Abschnitt ist gelobt für die Knorreichenwälder die es hier gibt. Zunächst gibt es aber die Aussicht auf die alte Aseler Brücke - deren Auftauchen immer das Symbol des niedrigen Wasserstandes gibt. Mittlerweile ist das ja eine eigene Touristenattraktion. Die Wälder hier sind echt schön, der Pfad oft schmal. Die Wegführung mag es auf und ab zu gehen. Anstregend. Es gibt eine überschaubare Zahl an Tageswanderern. Ich kürze ab über den DKV Zeltplatz und lande irgendwann in Scheid.

    Die örtliche Einkaufmöglichkeit besteht aus einem Raum mit diversen Automaten. Naja - für ein paar Softdrinks und den Wasservorat reicht das ja. Dafür 24/7. Ich mache Pause am örtlichen Spielplatz. Nach Scheid gibt es den ersten Ausblick Richtung Waldeck und nun ist doch etwas von See zu erkennen. Weiter durch den Wald und durch Nieder-Werbe bis zum letzten Anstieg zum Trekkingplatz Lärenberg. Man soll hier wohl auf dem Streifen am Waldrand zelten - der ist leider abschüssig. Dafür ist die kleine Hütte und die Kompost-Toilette ok. Eine andere Wanderin ist bereits hier und kocht ihr Abendessen. Wir reden noch ein wenig und gehen gegen 21 Uhr ins Bett.

  • Tag 2: Trekkingplatz Lärenberg - Trekkingplatz Elmberg 20 Km

    Die Nacht war ruhig, von ein paar Flugzeugen abgesehen. Ich habe es irgendwie geschafft nicht von der Matte zu rutschen, aber die könnten hier schon mal eine ebene Fläche schaffen. Nachts gab es eine Inversion, so sind wir zunächst über den Wolken. Nach und nach steigt der Nebel aber zu uns herauf, als ich gegen 8:30Uhr loslaufe ist alles etwas difus. Es geht durch den Wald mit Rehen und über Felder nach Waldeck mit Burgblick. Die Sonne hat sich nun doch durchgesetzt und es ist herrlicher Sonnenschein. Vor dem örtlichen Supermarkt ist ein großer Platz, große Bänke und ich trockne Tarp und Bivy in der strahlenden Sonne. Heute habe ich es nicht eilig, der Abstand zum nächsten Trekkingplatz ist relativ kurz, und ich spekuliere auf eine warme Mahlzeit in Hemfurth - wenn ich nicht aufpasse bin ich da aber vorbeigelaufen bevor die Gastronomie überhaupt öffnet!

    Auf dem tiefergelegten Edersee fährt sogar noch eine Fähre! Sieht trotzdem irgendwie trostlos aus. Es geht an den Hängen entlang nach Süden. Ich treffe zwei Wanderinnen mit Hunden, die hatte ich Tag zuvor auch schon überholt. Sie machen nur Tagestouren, auch wegen der Tiere. Es ist wirklich warm geworden, es war einer der letzten richtigen Sommertage. Nach dem Aussichtspunkt über der Talsperre biege ich vom Weg ab und steige zur Staumauer ab. Ganz schön was los hier! Eine Schulklasse und diverse andere Touristen. Der See ist leer, aber man Wasser für einen künstlichen Wasserfall, haha.

    Am anderen Ende des Ortes gibt es einen neuen Supermarkt. Einen ohne Personal. Diesmal keine Automaten, sondern ein relativ normaler Supermarkt mit Selbstbedienungskassen. Man scannt seine EC-Karte (oder Perso für die über 18 Waren) für den Zutritt. Klappt alles sehr gut und das Angebot ist auch in Ordnung. Ich denke so etwas wird es immer öfter geben in Zukunft. Anschließend überquere ich den Fluß und gehe zum Western-Dorf Zündstoff City. Themenhotel, Events und ein Restaurant. Warmes Essen!

    Zurück auf der anderen Flußseite geht es bergauf. Es gibt auch eine Standseilbahn, leider nur am Wochenende geöffnet. Mir ist der Tag zu warm geworden und so verzichte ich auf eine Extra-Runde über den Hegekopf und laufe einfach dem Steig lang nach Süden. Der Schatten im Wald ist willkommen. Relativ früh erreiche ich den Trekkingplatz Elmberg.

    Es gibt eine große Hütte mit vielen Sitzmöglichkeiten, oberhalb davon soll man auf der Streuobstwiese zelten. Die ist mir aber auch wieder zu abschüssig und ich schlage das Zelt an der Hütte auf. Es gibt eine Katzenwäsche für mich und für meinen Sunhoodie, Dank Wind und Sonne kann ich den sogar trocknen. Drei andere Wanderer kommen vorbei, sie laufen in der Gegenrichtung, zelten aber oben, so habe ich meine Ruhe.

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