Jotunheimen / Marka - Norwegen 2026

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  • - Wer wandert, der muss i.d.R. keine Tour abbrechen. Wer dagegen Berge besteigt, für den gehört der Abbruch zum Normalfall, wenn das Wetter- oder andere Umstände so sind, dass ein weiterer Aufstieg zu gefährlich ist. Daher mag einem Wanderer ein Abbruch wie ein Scheitern vorkommen, einem Bergsteiger eher seltener. Behaupte ich.

    - Beim Wandern spielt das Mindset eine wichtigere Rolle als das Gear. Behaupte ich ebenfalls. Trotzdem gibt es ja nicht umsonst Begriffe wie "stupid light". Guter Schlaf, gesunde Füße, ausreichend Flüssigkeit und Nahrung sind echte Faktoren, die mit darüber entscheiden, ob man eine Tour zu Ende bringen kann.

    Genug der Vorrede, zu den Fragen:

    - Meiner Erfahrung nach ist Nordskandinavien wirklich ein anderes Terrain als die deutschen Mittelgebirge. Im Harz laufe ich gerne mit Trailrunnern, geht es quer feld ein über Stock und Stein und auch immer wieder durch sumpfige Gebiete bei Temperaturen um die 0 Grad, setze ich auf meine Lundhags Forrest. Die geben guten Halt, schützen die Knöchel, sind wasserdicht (wenn gut gewachst) und wenn sie naß werden, muss ich nur neue Strümpfe anziehen und ich habe wieder trockene Füße. Allerdings: Bei Regen über mehrere Tage wird immer alles naß.

    - Dünne und leichte Regenjacken haben den Nachteil, dass sie mehr auf der Haut kleben. Das ist bei festeren Stoffen weniger der Fall. Daher erscheinen dünnere Jacken oft auch kälter und sind es ja irgendwie auch. Eine Regenjacke aus etwas stärkerem Stoff könnte aus diesem Grund Sinn machen. Auch ein Alpha-Hoodie als Zwischenschicht kann das nicht ganz ausgleichen. Ein anderer Fakor: Wenn es kalt ist, will ich keine filigranen RV. Denn sind die Finger kalt, dauert sowieso schon alles länger. Ergo: Robustheit, Wasserdichtigkeit, Atmungsaktivität, Preis sind nicht die einzigen Kriterien.

    - So viel ich weiß, ist Rødsprit nicht gleich Rødsprit. Normalerweise sollte der aber bis in die Minusgrade gut gehen.

    Danke übrigens für die tollen Fotos!

  • Spirituskocher - ich frag mich ob es nicht zu kalt für Spiritus war und ob ich nicht mit Gas besser gefahren wäre. Oder brennt Rødsprit schlechter???

    Spiritus ist in den Temperaturen nicht mehr so heizstark. Rødsprit macht da keinen Unterschied nach meiner Erfahrung.

    Die Regenjacke - Altus Tahoe (90g) - Hikkerfreunde haben mich für völlig stupid light erklärt.

    Ich denke, solange die Robustheit und die Wasserdichtigkeit passen, darf eine Regenjacke so dünn wie nur möglich sein. Ich habe leider mit einer dünnen Sil-Nylon-Regenjacke immer schnell Pobleme, da sich bei mir mächtig viel Kondens drunter staut (ist eben komplett dicht), was dann alle anderen Schichten durchnässt, so dass die Wärme sehr viel schneller abfließt. - Ansonsten schließe ich mich voll und ganz Sundance an bzgl. dickeren Regenjacken in typischen Kalt-Regen-Regionen.

    Ich frag mich ob ich mit einem 120er Alpha + Windjacke (eh dabei) nicht leichter gefahren wäre

    Das frage ich mich auch ...

    Regenhose - Berghaus Pacelite (230g) - einfach über die Skinfitt drüber gezogen. Da ich den Reißverschluss kaum gebraucht habe, frage ich mich durchaus ob es bei miesem Wetter nicht besser wäre sich irgendwas atmungsaktives um die 80g zu besorgen.

    Ich bevorzuge leichte Beinlinge (Sil-Nylon von Luxe Outdoor) und ca. knielangen Regenrock (Mülltüte). Lüftet sehr gut (vermutlich insgesamt besser als eine 3/4-RV-Regenhose) und man kann anpassen, was man grad braucht, z.B. gegen nasses Gebüsch nur Beinlinge, bei wenig Regen und warmer Temp. nur den Rock. Wenn es ständig wechselt, kremple ich den Rock in Regenpausen hoch und stopfe ihn unter den Bauchgurt, so dass man sich gleich wieder luftiger im Huft-/Schrittbereich fühlt.

    Falls es wegen Starkwind oder Klettereinlagen mit dieser Kombi nicht geht, nehme ich eine Sil-Nylon-Regenhose ohne RV (von Luxe Outdoor, wird nicht mehr hergestellt, knapp unter 100g), wobei der nicht-atmungsaktive Stoff mir an den Beinen nichts ausmacht (tatsächlich halte ich ihn für etwas atmungsaktiv, da sich in Ruhe auch nach Stunden kein Kondens bildet). Ich finde diesen Stoff interessanterweise deutlich angenehmer als bei meiner früheren atmungsaktiven Regenhose (auch ohne RV) und er ist erstaunlich haltbar; habe die Hose erst neulich wieder durch viel dichtes Gebüsch gezogen.

  • Tja. Thanx for Bericht:-). Und da hilft nur eins: Du musst bei schönem Wetter nochmal hin... Ohne Regentropfen auf der Brille, Wind und Nässe wird sich der "Grat" als doch eher breit und einfach entpuppen...:)

    Ich hab nur den Aufstieg von Memurubu als nervigen Matschaufstieg in Erinnerung und war da dann nie wieder. / Bergschuhe dito: ich hatte mir zuletzt in Lom Stiefel gekauft weil dauerkalte nasse Füsse bäh.

    Hüttenwarterzählung: die ältere Erzählung ist, wenns in Jotunheimen dauerregnet, ists in Rondane besser.

    leichte Hose: die dynafit traverse dst ist etwas leichter, auch softshellig und gut und immer mal wieder im Sale. Reichen mir für mal ein Tag unter Null (mit langer Uhose) bis so knapp unter 30 über Null. Die Hosentaschen nur Netz. Wirklich leicht: die windpants von gramexpert.

  • Dünne und leichte Regenjacken haben den Nachteil, dass sie mehr auf der Haut kleben.

    Und da war halt der Alpha Pulli super drunter, weil es kaum Kältebrücken gab

    Ich habe leider mit einer dünnen Sil-Nylon-Regenjacke immer schnell Pobleme, da sich bei mir mächtig viel Kondens drunter staut (ist eben komplett dicht), was dann alle anderen Schichten durchnässt,

    Ja, mein Trick ist so dünn drunter angezogen zu sein dass gerdade noch nicht friert, da schwitzt man recht wenig. Man kann die Temperatur auch gut durch die Marschgeschwindigkeit regeln. Ists zu kalt gehst du zu langsam. Bei unter 15°C is das recht easy, danach schwierig....

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