- Wer wandert, der muss i.d.R. keine Tour abbrechen. Wer dagegen Berge besteigt, für den gehört der Abbruch zum Normalfall, wenn das Wetter- oder andere Umstände so sind, dass ein weiterer Aufstieg zu gefährlich ist. Daher mag einem Wanderer ein Abbruch wie ein Scheitern vorkommen, einem Bergsteiger eher seltener. Behaupte ich.
- Beim Wandern spielt das Mindset eine wichtigere Rolle als das Gear. Behaupte ich ebenfalls. Trotzdem gibt es ja nicht umsonst Begriffe wie "stupid light". Guter Schlaf, gesunde Füße, ausreichend Flüssigkeit und Nahrung sind echte Faktoren, die mit darüber entscheiden, ob man eine Tour zu Ende bringen kann.
Genug der Vorrede, zu den Fragen:
- Meiner Erfahrung nach ist Nordskandinavien wirklich ein anderes Terrain als die deutschen Mittelgebirge. Im Harz laufe ich gerne mit Trailrunnern, geht es quer feld ein über Stock und Stein und auch immer wieder durch sumpfige Gebiete bei Temperaturen um die 0 Grad, setze ich auf meine Lundhags Forrest. Die geben guten Halt, schützen die Knöchel, sind wasserdicht (wenn gut gewachst) und wenn sie naß werden, muss ich nur neue Strümpfe anziehen und ich habe wieder trockene Füße. Allerdings: Bei Regen über mehrere Tage wird immer alles naß.
- Dünne und leichte Regenjacken haben den Nachteil, dass sie mehr auf der Haut kleben. Das ist bei festeren Stoffen weniger der Fall. Daher erscheinen dünnere Jacken oft auch kälter und sind es ja irgendwie auch. Eine Regenjacke aus etwas stärkerem Stoff könnte aus diesem Grund Sinn machen. Auch ein Alpha-Hoodie als Zwischenschicht kann das nicht ganz ausgleichen. Ein anderer Fakor: Wenn es kalt ist, will ich keine filigranen RV. Denn sind die Finger kalt, dauert sowieso schon alles länger. Ergo: Robustheit, Wasserdichtigkeit, Atmungsaktivität, Preis sind nicht die einzigen Kriterien.
- So viel ich weiß, ist Rødsprit nicht gleich Rødsprit. Normalerweise sollte der aber bis in die Minusgrade gut gehen.
Danke übrigens für die tollen Fotos!