Schipbeekpad und ein bisschen Pieterpad

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  • Ihr Lieben, da ich weder hier noch im Nachbarforum einen Reisebericht über den Schipbeekpad oder den Pieterpad in den Niederlanden gefunden habe, nehmen mein Mann und ich euch jetzt mit auf eine Reise. Geplant wurde sie einen Tag vorher (also gar nicht). Los geht's!

    Anreise zum Schipbeekpad geht von Köln aus einfach mit der Regionalbahn nach Ahaus an der niederländischen Grenze. Übernachtet haben wir in einer günstigen netten Pension mit tollem Frühstück (Bed and Breakfast Hulek). Am Morgen ging es weiter mit dem Rufbus nach Alstätte und von dort ca. 3 km zu Fuß zum Trailstart zur Haarmühle - eine alte Wassermühle mit angeschlossenem Lokal.

    Von nun an folgten wir dem Flüsschen Buursebek, das später zur Schipbeek wird. Es ging durch wunderschöne Auenlandschaften und wenige Örtchen (z.T. mit Einkehrmöglichkeit, z.B. in Buurse). Auch eine entzückende Heidelandschaft war dabei. Die Wege waren meist auf losem Untergrund, nur sehr wenig befestigt oder Straße. Nach insgesamt ca. 22 km sind wir nun an dem ruhigen und freundlichen Campingplatz Scholtenhagen angekommen (in den Ferien ist hier ganz sicher superviel los). Einkaufsmöglichkeiten gab es auf dem Weg keine. Allerdings ist der Campingplatz ganz in der Nähe des Ortes Haaksbergen und in ca. 2 km ist ein großer Supermarkt. Heute geht es sicher früh ins Bett, äh aufe Matte. Gleich kommen ein paar Bilder, wenn ich das vom Handy aus schaffe.

  • Hm, ich bekomme das Bilderhochladen vom Handy nicht hin... Auch wenn ich die Bilder stark verkleinert habe, bekomme ich beim Upload mehrerer Fotos zusammen (insgesamt ca. 3 MB) nachdem der Hochladebalken "fertig" ist einen unbekannten Fehler. Vielleicht kann mir ja jemand helfen. Ansonsten gibt es erst Textberichte und dann von Zuhause aus die Bildbeweise.

    Einmal editiert, zuletzt von Antonia2020 (14. Juni 2026 um 20:18)

  • Heute morgen ging es im Regen los inkl. Zelt nass einpacken. Es war kein Regen angezeigt und daher hatten wir keine Regensachen dabei. Schön doof, dabei sind wir durch den Coast to Coast Path in Nordengland eigentlich sensibilisiert, was unvorhersehbaren Regen angeht. Auf der englischen Regenskala würde ich ihn als drizzle bezeichnen - heißt man wird nach ner Weile richtig nass. Da es auf dem Campingplatz keine Küche gab, haben wir erst bei der ersten Regenpause gefrühstückt - in einem sehr schönen Waldgebiet, ganz licht und freundlich. Auf teils verschlungenen Pfaden liefen wir den ganzen Tag durch Wälder, Auen und Wiesen. Fast alle Wege waren perfekt vom Untergrund her. Kaum Straße oder Schotter. Nur wenn es durchs hohe Gras neben der Schipbeek ging, war es ein bisschen mühsam. Besonders toll waren die Feuchtgebiete, von denen aus lautstartke Froschkonzerte zu hören waren. Witzig, dass erst niemand quakt, dann plötzlich alle und dann wieder niemand.

    Einkaufsmöglichkeiten gibt es auf der Strecke keine und die drei nass ersehnten Einkehrmöhlichkeiten in Rietmolen (Bäcker, Snackbar und Café) waren Montag zu. Später lichtete sich langsam die Wolkendecke und bei Sonnenschein werden wir nach 18 km gleich das Zelt auf dem Campingplatz Den Blanken aufbauen. Bei den beiden Campingplätzen ist uns aufgefallen, dass sie keine richtigen Kioske und Aufenthaltsräume hatten. Heute z.B. konnten wir nur ne Dose Thunfisch, ne Dose Erbsen und eine Tüte Reis ergattern. Die Snackbar macht nur am Wochenende auf. Insgesamt gibt es echt viele Campingplätze, viel mehr als in Deutschland, aber sie sind vor allem auf Dauercamper ausgelegt, scheint es. Das erste Fazit nach zwei Tagen: Superschöner und abwechslungsreicher Weg! Gut für die Füße. Null Steigung, aber auch null langweilig.

  • Finde ich sehr interessant!

    Seid ihr noch auf dem Trail? Wenn ja, wie lange wollt ihr unterwegs sein? Von wo bis wo, insgesamt?

    Habe den Pieterpad seit bestimmt 2 Jshren suf dem Zettel, habe mich aber immer gefragt, ob er wohl nicht zu langweilig ist.

  • Seid ihr noch auf dem Trail? Wenn ja, wie lange wollt ihr unterwegs sein? Von wo bis wo, insgesamt?

    Jo, ich poste live vom Trail :). Los gegangen sind wir in Ahaus. Der Plan ist, den Schipbeekpad zu kaufen, bis er den Pieterpad kreuzt und dann in diesen Richtung Norden abzubiegen. Der Schipbeekpad geht dann bis Deventer noch etwas weiter, aber zumindest grob auf die Karte geschaut (wie gesagt, null Planung), sah der Pieterpad erquicklicher aus. Am Schipbeekpad gefällt bisher sehr gut die tolle Auenlandschaft - und das in einem so dicht besiedelten Land. Langweilig ist es bisher nicht, aber ich hab auch keine großen Ansprüche. Genieße es einfach, draußen zu sein, auf bisher guten Untergründen zu laufen und alle paar km nen Betten Campingplatz zu haben. Ich mag auch die kleinen netten Begegnungen mit den Niederländern auf den Campingplätzen. Easy going, alles (im wahrsten Sinne des Wortes). Es gibt nur eine Angst: Zecken (man geht z.T. durch hohes Gras am Fluß entlang). Und die nassen Füße sind nicht so cool.

  • Heute, am dritten Wandertag auf dem Schipbeekpad sind wir 18 km bis zum Bauernhof-Campingplatz De Bles nähe Markelosebroek gegangen. In wenigen Kilometern kreuzen wir den Pieterpad und werden auf diesen abbiegen. Die heutige Etappe war weniger von schmalen Pfaden als von Wirtschaftswegen geprägt, das ein oder andere Strässchen und die Kreuzung des Twentekanals auf einer großen Straße waren auch dabei. Es gab schicke Landhäuser, Bauernhöfe und viele Felder zu sehen, auf denen gerade Heu gemacht wurde. Insgesamt war es bis auf die letzten Kilometer, als es nur geradeaus ging, eine sehr abwechslungsreiche Etappe. Sehr sehr toll ist die Libellenvielfalt, die man am Flußufer beobachten kann. Sehen könnten wir braune, rote, schwarze, türkise, blauen; in allen Formen und Größen. Immer die Person, die vorne geht, kann besonders gut beobachten.

    Aber Achtung! Es gab wieder keine Einkaufsmöglichkeiten und das Café mit den typischen. Gerichten (Schnitzel, Bitterballen, Salat mit Hühnchen) haben wir verschmäht, weil es an der lauten Straße lag.

    Eigentlich wäre es echt gut gewesen, die Verpflegungsmöglichkeiten vorher zu checken, da wir auf dem Campingplatz mit Bistro, auf dem wir eigentlich unterkommen wollten, nur einen ziemlich abschüssigen Platz gab, wir aber dort nicht essen konnten, da wir bis zur Schließung der Rezeption zu dem danach angepeilten Campingplatz nur noch wenig Zeit hatten. Außer Pommes wollte uns die Küche auch nichts mitgeben. Aber egal. Hier, wo wir jetzt sind, ist es super. Es ist so eine Art Bauernhofcampingplatz mit Ziegen, tollen Blumen, nettem Besitzer - allein das Essen fehlt. Mittlerweile sind wir komplett blank, denn zum Abend gab es nur Chips (einzige Essware aus dem Campingplatz mit Bistro), geröstete Mandeln und M&Ms. Morgen kommen wir endlich an einem Supermarkt vorbei!

    Einerseits fehlt mir die Planung, andererseits genieße ich auch, mit den Gegebenheiten zurecht zu kommen (es klappt ja alles) und nicht schon alles vorher zu wissen. Dank dieser anscheinend speziellen Campingplatzkultur mit den vielen vielen kleinen Plätzen ist das auch ohne Wildcampen möglich.

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