GR132 - La Gomera - März 2026

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  • Als ich vor die Tür meines Hotels in Teneriffa trete, regnete es in Strömen. Ein wohl 50 jähriger Spanier stand neben mir, zog in den Himmel starrend an seiner Zigarette, und meinte, "Es hat noch nie so viel geregnet hier. Nicht, dass ich mich erinnern könnte”.

    Ich werde den Satz auf meinem Wanderung hier auf den Kanaren noch oft hören. Und der Regen und seine Auswirkungen, im Guten wie im Schlechten, werden mich noch viel begleiten. Aber ich musste die Fähre nach La Gomera erwischen, und so gings ab durch den Regen, zunächst mal in Richtung Frühstück, zur nächsten Churreria — auf Churros con Chocolate!

    2 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (4. April 2026 um 14:22)

  • In a Nutshell

    • Wo? La Gomera, Kanarische Inseln, Atlantik, Spanien
    • Was? GR132 - grob 130km, 6300hm rauf und wieder runter
    • Wie lange? Ich bins in 7 Tagen gegangen, allerdings die Route über Vallehermoso

    An sich ist La Gomera ein einziger Berg im Atlantik. Vulkanisch, aber seit 2 Mio Jahren inaktiv. Man läuft an sich immer bergauf oder bergab. Und nicht selten, kaum hat man sich die Serpentinen auf der einen Seite der Schlucht nach oben geschleppt, gehts auf der anderen Seite wieder runter. Es hatte wahnsinnig viel geregnet, und so hatten alle Flußbette Wasser geführt. Es gab epische Wasserfälle in einer Fülle, wie ich sie bisher nur in Norwegischen Fjorden gesehen habe. Und alles war grün. Es gibt sicher einmal am Tag eine offizielle Möglichkeit, wie Restaurant oder Supermarkt, Wasser zu fassen. Bis auf eine Etappe ist an sich immer ein Supermarkt und/oder ein Restaurant dabei. Und an sich gibt es auch genug Unterkünfte, die ich allerdings mit quasi Minimum 75€ (als Einzelzimmer) ECHT teuer fand. Die Vegetation ist hauptsächlich Makia (Span.: “Matorral”?, Buschwerk, Wolfsmilch und Kakteen), oben gibt es sehr dichten Wald (Lorbeerbäume?). Die Insel erscheint mir ziemlich Hängematten ungeeignet, bin aber Bodenbrüter. Die Tour ist wirklich sehr abwechslungsreich, und jeder Tag irgendwie anders

    Der Weg ist an sich gut ausgebaut und bis auf in Ortschaften, sicher ausreichend markiert. Wenn nicht gerade in super steilem Gelände von der Ausbaustufe her Quad-tauglich, was mich immer gewundert hat, bis mir klar wurde ------ Eselspfade!

    Die Strecken sind auch mehr als OK, man sollte nur nicht die Höhen unterschätzen. Man schrubbt hier richtig Höhenmeter, da kommt schon was zusammen jeden Tag.

    5 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (3. April 2026 um 17:45)

  • Links

    • Original Trail Homepage: KLICK
    • Route auf Mapy: KLICK
    • Sonnenauf & Untergang San Sebastian: KLICK
    • Wetter San Sebastian (unten): KLICK
    • Wetter Alajero (oben): KLICK
    • Vorbereitungsfaden: KLICK

    Anreise

    Aufgrund der Verfügbarkeit eines Direktflugs, bin ich über Teneriffa angekommen. Bin mit dem 40er Bus vom Flughafen nach Los Cristianos um die erste Nacht dort zu übernachten. Ich habe dort mein Reisegepäck (meinen für 25€ erstandenen Hartschalenkoffer) im Hotel gelassen, und bin Tags drauf mit der Fähre von Fred Olsen für ca 45€ nach La Gomera gefahren (Vorsicht! Die Preise, die am Anfang angezeigt werden, sind für Inselbewohner). Selbes wieder zurück.

    Wasser

    Bei meiner Recherche war das Credo, dass es kaum natürliche Wasserquellen gab, man kann alle 10-20km aber grob mit einem Supermarkt oder einem Restaurant oder ähnlichem rechnen. Allerdings stellte sich bei mir dann raus, dass es eher zu viel als zu wenig Wasser gab. Leider hatte ich keinen Filter dabei und bin worst case mit 4 Litern los, was bei dem Wetter immer gut 24h ++ gereicht hat tuto.

    Zelten und Übernachten

    Zelten ist auf La Gomera verboten. Wer es dennoch darauf an legt, in der Nähe von Ortschaften oder oft verlassenen Weilern, sind meist (falls nicht zu steil) Terrassen für Landwirtschaft verbaut, die gewöhnlich nicht mehr verwendet werden. Allerdings ist der Boden hier selten waagerecht, und die Erosion hat die Erde verweht und die Steine zurückgelassen. Der Wald ist deutlich zu dicht zum biwaken und ist außerdem meist Naturschutzgebiet. Wie auch hier, so ist auch auf La Gomera viel Landflucht angesagt, und man findet meist nur Rentner und Touristen in den entlegeneren Gebieten. Entlegene Höfe sind verlassen und verfallen.

    Übernachtungen waren meist recht teuer, gewöhnlich 75€ ++ die Unterkunft. Einzige Ausnahme: ich hatte ein Zimmer mit Etagendusche in Vallehermoso (Hostal Casa Amaya - muss man anrufen, man spricht englisch) für 40€ die Nacht, empfehlenswert. GoogleMaps und Booking sind sehr unzuverlässig für die Suche und man findet ein Zimmer selbst wenn laut beiden nichts mehr frei ist, mit anrufen oder mal den Wirt oder in einem Hotel fragen ob was anderes frei ist

    Geld

    Man kann zu 95% mit Karte zahlen, es macht aber sicher Sinn 100€ in kleinen Scheinen als Plan B dabei zu haben. Kartenautomaten sind in den größeren Orten vorhanden, ich hab aber meist mit Karte gezahlt

    Handyabdeckung

    Ich würde auf dem Trail von grob 70% Abdeckung ausgehen. Wenn man Teneriffa sieht, ist sie meistens vorhanden. In größeren Orten auch. Ansonsten ist der Trail zu Teilen sehr abgelegen und vor allem in den Barrancos (dt.: "Schlucht") wird es schnell schwierig mit Empfang

    Getier

    • Mücken: ZERO -> aber war auch immer recht windig
    • Zecken: ZERO
    • Kakerlaken: 3 wirklich schöne Exemplare
    • Die heimlichen Herrscher der Insel sind die Tausendfüßler

    8 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (16. April 2026 um 10:08)

  • San Sebastián de La Gomera - Hermigua 

    Die Strecke selbst ist knackig, besonders mit Hinblick auf Höhenmeter (27 km, 1230 hm rauf, 1218 hm runter), und wer sie komplett gehen möchte, sollte früh los und viel Wasser mitnehmen, da quasi nichts dazwischen kommt.

    Ich bin mit der Fähre von Teneriffa aus gegen ca 10:30 in San Sebastian angekommen. Als Trailhead hätte ich mir die Kirche Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción ausgesucht. Es geht erstmal Treppen und Straße hoch, mit schönen Blick auf die Hauptstadt La Gomeras (grob 9500 Einw) zum letzten Spar für heute, Wasser kaufen (Spiritus hatte ich schon in Teneriffa vorsichtshalber erstanden).

    Der Trail geht zunächst die Straße weiter, die er am letzten Kreisel des Ortes verlässt. Da es viel geregnet hat ist der Weg recht matschig. Lehm klebt an den Sohlen und macht die Schuhe schwer. Man überlegt sich schnell wo man hin tritt. Landschaftlich Macchia. Kakteen und niedrige Sträucher, man kommt an ein paar Windrädern vorbei. Es beginnt zu nieseln wie recht oft die nächsten 3 Tage. Ein Spanier kommt auf mich zu. Wo ich hin wolle? Das ist zu weit, meint er, ich solle lieber in den Cuevas Blancas (Weiße Höhlen) übernachten. Ich bedanke mich und laufe weiter. Eigentlich sollte man ja auf Einheimische hören…. Ab km 7 grob gehen die ersten Terrassenanlagen los. Wie fast 95% der Anlagen die ich die kommenden Tage finden werde, auch diese nicht mehr in Gebrauch.

    Aber es ist noch deutlich zu früh für einen Halt, also laufe ich weiter. Es wird wieder bergiger. Immer wieder mal ein Schauer. Grob bei Montaña Ismael treffe ich auf die erste Straße und zwei Britinnen. Wird Zeit fürs Mittagessen. “Beim nächste Schatten” denke ich, was noch länger dauern wird. Es geht noch bergig auf einem Singeltrail weiter bis der Weg nach unten geht und eine Pistenstraße trifft. Der folge ich, sicher 10km lang an einem dichten verwachsenen Wald entlang. Die auf Mapy eingezeichnete Quelle ist verbaut und man kommt nicht ran. An sich egal weil eh alle 30min ein Bach mit Wasser fließt. Doof nur dass ich meinen Filter daheim gelassen habe. An sich soll die Insel ja staubtrocken sein. Der Pistenweg zieht sich gemütlich immer höher. Bei Casas del Helechal ein verlassener Bauernhof mit Terrassenanlagen. Sonst steil oder dichter Wald. Bei Riscos de Juel scheine ich final oben zu sein. Ein toller Platz mit genialer Aussicht, aber es türmen sich (noch gutmütige weiße) Gewitterwolken auf — vielleicht doch besser absteigen.

    Die Piste wird zum Feldweg mit beträchtlichem Gefälle. Eher was für einen guten FWD. Immer wieder gab es Erdrutsche oder Steinschläge die den Weg für Fahrzeuge unpassierbar macht. Es ist auch schon recht spät und wird bald dunkel. Ich verlasse den Naturpark Parque Natural de Majona und finde einen verlassenen Bauernhof mit Terrassenanlagen. Ich geh weiter. Ziegen blöken die ganze Nacht. Schräge Strategie für einen Herbivoren. Ein Tier mit Micky Maus Stimme hat sein Didgeridoo dabei. Es regnet immer wieder bei einem gefühlten böigen 3er Wind.

    Der Weg verlässt nun endlich die Straße und man schlappt wieder durch den Schlamm, immer wieder durch die Ruinen längst verlassener Häuser auf einem Single Trail. Palmen & Buschwerk. Man geht die Küste entlang immer tiefer, bis man auf eine asphaltierte Straße trifft. Dort gehe ich erst mal runter zur Bucht Playa de la Caleta de Hermigua. Es gibt eine Dusche ohne Duschkopf, WCs ohne funktionierende Spülung. Metallisch riechendes Wasser kommt aus den Hähnen. Die Sonne scheint und ich trockne meine Sachen. Ersma Kaffee. Eine Katze fühlt sich einsam und fordert maunzend Streicheleinheiten. Roter Hintern = Würmer? Vielleicht doch das nächste mal Händedesinfektion mitnehmen. Ich kraule sie hinterm Ohr. Dann geht es zurück die Straße hoch. Oben angekommen, ein toller Blick über das Tal von Hermigua. Ein steiler Pfad zieht sich nach unten zur Küste. Wenn man unten etwas die Straße hoch geht, kommt man zu einem Supermarkt. Es gibt auch Unterkünfte und Restaurants.

  • Hermigua - Vallehermoso

    Unten beim Strand von Hermigua (Playa Santa Catalina) sind die ersten Bananenplantagen meiner Reise. Ein paar Surfer auf Ihren Brettern, die Wellen machen was her. Es geht die Teerstraße weiter bergauf bis Lepe, ab hier durch Terrassengärten über Fußwege und Treppen weiter bis Agulo.

    Im dortigen Supermarkt frische ich meine Wasservorräte auf und im Restaurant La Vieja Escuela gibt es ein touristisches Mittagessen. Als ich vom Klo zurück komme, ist mein Platz bereits von ein paar Touristen wieder besetzt. Augenrollend schnappe ich mir meinen Rucksack und meinen letzten Schluck Getränk und verziehe mich zum Zahlen an die Bar. Es geht weiter an einem Friedhof vorbei (Wasserhahn funktioniert) und ich verlasse den Ort über einen steilen Eselsweg, mal besser und mal schlechter ausgebaut, immer weiter nach oben. Langsam beginnt der Nebelwald. Flechten fangen an, alles zu zu wuchern. Je weiter ich hoch komme desto mehr Touristen kommen mir entgegen.

    An sich war der irgendwann mal der Plan hier oben zu bleiben, aber es ist noch deutlich zu früh und hier ist deutlich zu viel los. In Juego de Bolas ist dann das “Centro de Visitantes del Parque Nacional de Garajonay”, wenn man so will die “Ranger Station”? Es gibt Toiletten und Wasser, die Bäckerei verkauft nur seltsam trockenes, aber immerhin eine Fanta springt raus. Es beginnt zu regnen, und ich beschließe, dass hier kein guter Ort ist um zu bleiben und gehe weiter. Zuerst Teerstraße, dann Singletrail. Es regnet mittlerweile so stark, dass ich einen Bach mit dem Weg verwechsle, da selbiger mit einem Erdrutsch auch verschüttet ging. Ich muss nochmal zurück. Der Regen wird immer stärker. Man kommt durch eine Siedlung und ich stelle mich ein paar Minuten unter einem Carport unter. Aber wo bleiben? Bei La Hormiga sieht es gut aus, aber es ist immer noch vor 17:00, ich stehe inmitten einer Wolke, also im Nebel und es regnet. Der Wald ist zu dicht, und wo kein Wald ist, ist Lehm und Schlamm und wirklich knackiger Wind. Ich lauf weiter. Mal raus aus der Wolke, etwas tiefer. Beim Staudamm Embalse del Garabato, der sich langsam wieder zu füllen scheint, komme ich durch ein Dorf. Es geht ab hier wieder aufwärts durch einen Wald, viel zu dicht, viel zu steil. Oben angekommen sind ein paar Schoßhunde, die mich verfolgen und ankläffen. Weiter geht's. Auf der Karte ist eine Kapelle eingezeichnet, die sich als Mini-Schrein erweist. Es wird immer steiler. Und vor allem wird es immer später. Um 19:30 sollte ich einen Schlafplatz haben. Ich laufe also weiter. Bei Roque Chico sieht es flach aus auf der Karte. Der Weg streift dort zwei Felsnadeln, wohl ehemalige Vulkanschlote. Auf dem Weg? Nein. Es beginnt zu dämmern.

    Also weiter nach Vallehermoso. Hoffentlich finde ich dort spontan eine Unterkunft. Ich fange an mich zu beeilen, muss runter vom Berg. Erfreut stelle ich fest, dass mein Knie mitspielt und die Kondition noch da ist. Es dämmert. Und regnet. Fuck. Ich komme immer tiefer und sehe schon den Ort. Gerade zu Einbruch der Dunkelheit stehe ich unten. Laut Google & Booking ist alles belegt. Ich laufe in den Ort in der Hoffnung, dass ein Hotel einen Plan B für mich hat. Das hat schon öfter funktioniert. Am Hauptplatz sehe ich das Hostal Casa Amaya, ich rufe an, ja, sie haben noch ein Zimmer. Ich soll rein kommen. Die Tür ist offen. Erleichterung. Puh. Cielos Santos. Ein warmes Willkommen. Ich werde ein paar Dauergästen vorgestellt und es gibt etwas Smalltalk. Ich entschuldige mich, ich bräuchte dringend eine Dusche. Der ältere Herr schaut mich lächelnd an, wie ich in meiner Regenjacke völlig verschwitzt, verdreckt und mittlerweile auch schon recht fertig tropfend vor ihm stehe, und meint zwinkernd, “ja – wahrscheinlich besser zwei” 😉

    4 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (4. April 2026 um 22:57)

  • Vallehermoso - Aurure

    Aufstehen, packen und – erstmal Frühstück. Hektisches Treiben in der einzigen offenen Bar am Platz, es ist gerade mal 8. Ich liebe diese spanischen “normale Leute” Bars. Ich bestelle ein Sandwich Americano (mit der wichtigsten Frage: “mit oder ohne Mayo?”) und einem Café con Leche. Menschen türmen sich neben mir. Viele Arbeiter, aber auch einige Rentner. Jeder kommt dran. Immer mit der Ruhe. Die ersten Schnäpse & Cañas werden gereicht. Für mich noch einen Cortado. Zusammen unter 10€ Zeche. Geil. Noch ab in den Supermarkt und sich mit Proviant versorgen. Es braucht nicht zu viel. Oben wird ein Restaurant sein (mit eher touristischen Ruf) und in El Mono (der Affe??) ein Supermarkt und eine Bar. Also los. Zuerst geht es Treppen rauf, dann steht man am Trail. Kakteen und Wolfsmilch. Palmen.

    Später immer mehr Bäume. Es wird ein niedriger, aber dichter Wald. Nach einem Stück Straße steht man vor dem Restaurant. Es ist 11 und mein Wasser reicht noch. Also weiter. Es nieselt zwischenzeitlich immer wieder, was ich zunehmend ignoriere, zu angenehm ist die Erfrischung. Bei El Bailadero dann eine Absperrung. Ich werde darauf hingewiesen, dass die Naturschutzparks seit Tagen gesperrt sind. Geil. Und mir sagt wieder keiner was. Mitten am Trail. Ist ihm wurscht. Und ich soll mich jetzt in Luft auflösen? Ich versuch mich nochmal vorbei zu schleichen, gebs dann doch auf und umgehe den Traileingang auf der Straße. Schade. Die Chorros de Epina hätte ich schon gerne gesehen. Da gäbs auch Wasser. 4km später stehe ich wieder im Trail. Genauer, in einem Fluß. Zunächst versuche ich noch, vorbei zu hüpfen, das gebe ich aber bald auf und laufe einfach durch.

    Ich erinnere mich an den Herrn, der meinte, die Wege seien gesperrt. An sich sollte man ja auf Einheimische hören…? :/ Was da halt bisher an Wasser runter gekommen ist, ist für deutsche Verhältnisse nichts, was nicht an einem normalen Nachmittag runter kommen würde. Ich laufe weiter und erinnere mich an eine australische Statistik, dass wohl von allen Touristen am häufigsten Deutsche dort zu Tode kommen. Und Japaner. Nachdenklich gehe ich weiter.

    Es geht immer weiter runter, an einigen Bewässerungssystemen vorbei. Es hat immer wieder genieselt, aber jetzt zieht es zunehmend zu. Endlich komme ich in einem Dorf an. Aus der Bar laute Schreie. Wtf? Ich habe Hunger. Ich ziehe meine mittlerweile übelst müffelnden Schuhe aus, hänge die Socken zum Trocknen auf und schlurfe barfuß in die Bar. Man streitet nicht, man diskutiert! Und trinkt Wein! Aus Saftgläsern!? Salut! Ich frage ob es etwas zu essen gibt. Boccadillos! Ich bestelle “Lomo” --- Ja, klar, bitte mit Mayo. Dazu etwas Rotwein aus dem 5l Tetrapack der hinter dem Tresen steht. Lessons Learned: Wein macht nur halb so platt wie Bier, Mittags. (Muss am Hopfen liegen, war angeblich die Idee der Hl. Hildegard von Bingen). Noch schnell Wasser kaufen im Supermarkt. Es haben sich neue Gäste eingefunden. Die Diskussion geht euphorisch weiter. Wie kann man nur so plärren, ohne sich zu prügeln? Noch ein Käffchen und weiter geht's auch für mich. Ab jetzt, aufwärts. Zunächst die Straße lang, immer weiter hoch und später dann wieder Eselsweg. Wunderschöne Terrassenanlagen, mit Agaven und Palmen. Von hinten drückt es dunkle Wolken rein. Ob die vorbeiziehen? Je höher ich komme, desto stärker wird der Wind und desto schlechter wird das Wetter.

    Ich schaue auf die Karte. Sieht steil aus. Gebirgig. Fuck. Ich passiere eine Straße und es fängt an zu regnen. Es geht kurz durch ein Wäldchen und plötzlich steht man neben einer Wand, wohl 50m hoch. Man hat grob 1 m breiten Weg, und danach geht es richtig runter, so 50m, gefühlt. Es regnet. Der Boden ist matschig. Es geht immer wieder rauf und runter, teils echt steil. Und gleich daneben geht's richtig bergab. RICHTIG bergab. Ich sehne mich nach meinen Bergschuhen und deren Profil. Fuck. Höhe ist nicht immer meines. Als ich um die Ecke biege, sehe ich den Wasserfall, an dem ich vorbei muss. Fuck! Umkehren möchte ich jetzt an sich nicht mehr. Ich bin mitten am ADW.

    Der Wasserfall des Barranco de Taguluche ist passierbarer als angenommen. Cielos Santos. Der Weg geht immer wieder auf und ab. Schlammig und windig. Als ich den Flugzeugmodus meines Handys kurz deaktiviere, geht eine Katastrophenalarm Meldung los. Man soll das Haus nicht verlassen. Hach, ja. Und laufe durch den Regen weiter. Fuck. FUCK! Das Trailstück endet mit einer Kapelle, was ich gut verstehen kann. Leider abgesperrt. Der Vorplatz der Kapelle ist von Erdrutschen demoliert. Ich laufe unter einem Mini-Aquädukt, der aus allen Löchern mit Wasser spritzt Richtung Straße. Man umklettert eine Absperrung aus Bauzaun und dem Hinweis, dass der Trail aktuell nicht passierbar ist. Als ich nach Arure rein laufe, sehe ich auf der anderen Seite des Tals, wie ein schlammiger Wasserfall nach unten rauscht. Blaulichter, Stau, die Straße ist gesperrt. Ein Polizeiauto fährt mich fast um. Ja, meine Herrschaften, man läuft auf der linken Seite am Land, um kommende Autos zu sehen! Ich beschließe mir entgegen meiner ursprünglichen Absichten vorerst eine Unterkunft zu suchen und den Tag einen Tag sein zu lassen.

    In Arure gibt es einen Tante Emma Laden mit nicht erfahrbaren Öffnungszeiten und zwei definitiv eher touristischen Restaurants sowie ein paar Appartements als Unterkünfte.

    Rückblickend war der Teil zwischen El Mono und Aurure sicher der herausfordernste, aber auch der schönste Teil meiner Wanderung bisher.

    6 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (8. April 2026 um 09:59)

  • Aurure - La Dama

    Und dann, am nächste Tag ist es passiert: Die Wolken brachen auf, und die Sonne kam raus. Und alles was am Tag vorher bedrohlich gewirkt hat, war plötzlich irgendwie ok.

    Ich breche mit wenig Wasser auf, in ca 3h sollte ich in La Calera sein mit Supermarkt und Restaurant (und klar auch Unterkünften). Es geht aus dem Ort raus, zuerst Straße, dann Piste, dann Trail mit schönen Aussichten in den Barranco de Arure. Man kommt an einer von Ziegen bewohnten Höhle vorbei. Ein Wanderin sitzt lesend oben in den Felsen, grüßt herunter und grinst. Nachdem ich den Sattel passiere, die Ruine eines alten Bauernhofes. Und ab da ziehen sich die Terrassen runter, weit bis nach Casa de la Mérica, mit wunderbaren Blick aufs Meer.

    Ich denke wieder über Australien nach. Es sind ja aber auch immer überall viele Deutsche unterwegs, oder? Das letzte Stück nach La Calera geht richtig steil die Wand runter. Bin immer wieder baff wie man bei so einem Gefälle überhaupt Weg hin bekommt. Es dauert. Tagestouristen schnaufen mir entgegen. Manche panisch vor der Höhe und dem mittlerweile echt knackigen Wind. Unten angekommen gehts erst mal ab in die nächste Bar, Mittagessen. Ob sie was zum Essen haben? Bocadillios! Ich bestelle “Pollo” --- Ja, klar, bitte mit Mayo. Der Chef hat Familie in Deutschland und spricht stolz ein paar Brocken. Ich müsse unbedingt in den Supermarkt um die Ecke. Ein anderer Gast wird genötigt sein Bier schneller auszutrinken um mir den Weg zu zeigen. An sich hätte ich ja ein Handy? Ich kaufe 3 Liter Wasser und was salziges für später.

    Nachdem ich das Dorf verlassen habe, helfe ich zwei Touristen einen betagten Herren, der sich wohl arg überschätzt hat, eine steile Passage zu meistern. Zu dritt hieven wir den Großvater hinunter. Ab der Iglesia de Los Santos Reyes, geht es wieder richtig Steil hoch bis Degollada del Cerrillal. Meinefressealter. Das zieht sich. Der Regen von gestern hat in Starkwind gewechselt und ich muss zu Teilen wirklich aufpassen dass es mich nicht weg weht. Ab welcher Windstärke bekommt man eigentlich die Carbonstöcke nicht mehr auf den Boden? 5 Bft? Dabei immer wieder die Aussicht auf zwei riesige Wasserfälle auf der anderen Seite. Oben angekommen wird es erstmal entspannter. Es geht vorbei an Terassenanlagen, ein rauschender Bach will passiert werden. Dann leicht rauf zur Ermita de Gerián. Hätte ich ein freistehendes Zelt, wäre das sicher ein schöner Ort um zu bleiben.

    Ab da geht es runter. Zuerst durch einen kleinen Ort, und dann immer durch Terrassenfelder durch. Etwas gerstenartiges wächst grün und üppig überall. Es ist wie eine Zeitreise und man läuft durch mittelalterliche Landschaften. Der Wind spielt Muster in die Halme. Alles Menschenleer und verlassen. Oder wie in einem Computerspiel. Fast schon surreal. Was ist passiert, dass all das aufgegeben wurde? Je weiter man nach unten kommt, desto trockener und hässlicher wird es. Bei Loma de Pepe ein Hippy Café, aber ich habe noch Weg vor mir. Gleich danach eine aufgegebene Bananenplantagen. Aber ich wollte noch runter in die Barranco de Iguala um mich zu waschen. Es wird zunehmend spät und bald wird es dunkel. Das allwissende Internet meint in 30min ist Höchtswasserstand im Meer. Dann kommt das Meer sicher nicht viel weiter rein als jetzt. Ich laufe einen Eselsweg runter zu Playa de Iguala. Es gibt dort eine beschlafbare Höhle, ein paar Ruinen und neben großen Steinen immer wieder etwas schwarzen Sand am Strand. Ich wasche mich im Fluss & koche mir erstmal etwas getrocknetes zum Abendessen. Das Tier mit Mikeymaus Stimme und dem Ditsch ist wieder da. Hat wohl fliegen gelernt. Ist das etwa eine Krähe? Hä? Der Wind ist ablandig und stark böig, die Brandung rauscht wie eine Schnellstraße.

    Nach La Dama zieht es sich dann doch noch etwas, aber es geht unspektakulär einen Feldweg entlang. La Dama selbst ist an sich eine einzige Bananenplantage mit ein paar Häusern

    5 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (8. April 2026 um 22:15)

  • La Dama - Alajeró

    In La Dama gibt es eine Bar, wo ich 3 Liter Wasser kaufe, sonst ist da nix bis Alajeró. Zumindest laut Karte. Ob sie etwas zu essen haben? Boccadillios! Ich bestelle “Jamon y Queso” ---- Ja, klar, bitte mit Mayo. Ein Arzt sitzt einen Tisch weiter und telefoniert mit einem potentiellen Klienten. Idiotentestvorbereitung nach Führerscheinentzug. Ich packe zusammen, verabschiede mich, und gehe weiter.

    Es geht erst mal richtig steil runter – an einer Baustelle vorbei, und – richtig steil hoch. Alles trocken hier und gelb. Und dann geht's nicht mehr gar so steil hoch. Bei Arguayoda ein nicht funktionierender Wasserhahn. Eine Frau bietet mir von sich aus an, meine Flasche zu füllen, was ich dankend ablehne, die noch verbleibenden 2,5 Liter tragen sich eh schon schwer genug. Und dann kommt mit dem Barranco de la Negra und dem Barranco de Almagrero, der zweite wirklich herausragende Teil des eh schon schönen Trails. Man läuft auf Eselswegen in das steile Tal. Unten ein rauschender Bach. Immer wieder Terrassen. Mittig der Blick auf eine große Wohnhöhle. Der Weg versucht die Höhe zu halten (was ihm nicht gelingt) und man läuft immer weiter in das grüne Tal hinein.

    Es fühlt sich an wie die Anreise von Lara Croft zu ihren Abenteuern. Oder sowas wie “der Schatz im Silbersee”. Man ist optisch und mental ganz weit weg von allem und staunt über die Szenerie. Wasserfälle. Verfallene Bauernhöfe mit uralten Bewässerungssystemen. Und Terrassen voll Getreideähren, die sich schwindelerregend die steilen Hänge hochziehen. Palmen. Kakteen. Es erinnert an die romantische Idee des “guten, alten, einfachen Lebens”, falls es so etwas je gab: Frisches, selbstgebackenes Brot. Etwas Ziegenkäse, ein Schluck Wein. Und feuchte Küsse sündiger Liebe im duftendem Heu, gepaart mit dem Geschmack salziger Haut.

    Es gilt einen reißenden Bach zu überqueren. Das passiert hier wohl den wenigsten Wanderern. Zum Waten zu reißend, springe ich von Stein zu Stein. Dann geht es wieder hoch. Ab Los Almácigos, einem bewohnten Gehöft, geht es etwas Straße lang bis es wieder rechts auf einen Trampelpfad geht. Ich fange an etwas Sonnenbrand an den Waden zu spüren. Es geht wieder etwas runter zu einem kleinen Stausee mit frischem Gras und dann final hoch nach Alajeró, wo ich mir in der dortigen Bar erstmal ein Bier gönne. Cheers!

    9 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (9. April 2026 um 20:18)

  • Alajeró - Playa de Santiago

    An sich geht es nur gemütlich Bergab. Zunächst Asphalt, später wieder Trail. In einer Bäckerei gönne ich mir noch einen Café Solo und schaue dem Treiben zu. Jeder kennt jeden. Man lacht und ist freundlich. An sich nur Rentner. Landflucht, denke ich mir, und ziehe weiter. Nachdem man die letzten Häuser hinter sich gelassen hat, geht es wieder ewig durch Terrassenanlagen. Palmen. Ein paar Felsen. Je weiter ich runter komme, desto trockener wird es wieder. Die Tage haben meinen Kopf frei bekommen und ich lasse meine Gedanken treiben. “Wieso hat der Teufel eigentlich so einen schlechten Ruf”, denke ich mir, “er bestraft doch die Bösen?”.

    Nach 2-3h sehe den Strand und den Ort Playa Santiago. Vom Flughafen habe ich bisher in den letzten 24h nur eine Maschine mit bekommen, der scheint recht ruhig zu sein. Der Weg wird irgendwann breiter und befestigter, bis ich schließlich auf die Teerstraße komme und den Ort Playa de Santiago betrete. Ein touristischer Ort. Aber auch nett. Da es noch weit zu früh für spanische Essenszeiten ist, gönne ich mir einen Burger in einer Strandbar.

    3 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (11. April 2026 um 12:42)

  • Playa de Santiago - San Sebastian

    Ich fülle mein Wasservorrat wieder auf über 3 Liter auf - das nächste gibt es laut Karte erst wieder in El Cabrito, so die Besitzer wollen. El Cabrito (das Geißlein) befindet sich in Privatbesitz und das Netz ist nicht nur begeistert davon, mal sehen. Todo estará bien. Ab jetzt beginnt der trockenste Teil meiner Reise, vor allem landschaftlich. Es dauert etwas bis ich final aus dem Ort draußen bin. Es geht durch Hotelanlagen und Golfplätze. Bananenanbau mit Hahn, einer Henne und ihren Küken. Tageswanderer begleiten mich noch erstaunlich lange durch die Hitze. Es geht steil runter ins Tal. Steil raus aus dem Tal. Und nochmal das ganze im nächsten Tal. Es ist heiß.


    (Wo ist die Henne mit den Kücken?)

    Vielleicht hätte ich mehr Wasser mitnehmen sollen. Normalerweise bin ich nicht zimperlich mit dem Trinken von ungefilterten Wasser, aber ich fürchte, dass wenn es nicht viel geregnet hat, der ganze Dreck wohl mit geschwemmt wird. Vielleicht koche ich eins ab. Aber es ist deutlich trockener hier, und so schnell das Wasser kommt, so schnell verschwindet es hier auch wieder. Nachdem ich aus dem Barranco de Chinguaime aufgestiegen bin, geht es zwar gemächlicher, aber immer noch bergauf. Terrassenanlagen. Soweit das Auge reicht. Verlassen & verfallen. Ich denke an all die Arbeit in der Hitze die erforderlich war, um all das zu bauen. Die Jahrzehnte, Jahrhunderte. Und heute würde man ein solches Land, oder zumindest die damit verbundene Arbeit, nicht geschenkt haben wollen. "Das gute alte Leben". Viel zu anstrengend. Salzige Haut? Wasch Dich Du stinkst.

    Der Barranco de la Vasca an dem ich vorbeikomme führt kaum noch Wasser. Bei dem verfallenden Gehöft Contreras mache ich eine Pause und koche mir ein Käffchen. Ein paar Mehrtageswanderer kommen vorbei. So viele wie sonst am ganzen Tag!? Ein Ultralighty ist auch dabei. Seeervus!

    Die Idee war mindestens bis Morales zu gehen, aber ich lasse mir Zeit. Ich schlendere durch die Terrassenanlagen quer Feld ein. Der Wind und die Erosion haben das Erdreich abgetragen. Schotter und Steine liegen auf den einstigen Feldern, wilde (?) Schafe grasen und werden panisch, wenn man vor sich hin pfeift. Es weht ein knackiger, ablandiger und böiger Wind. Ich koche mir was getrocknetes.

    Es geht weiter nach Morales. Ein verfallender Bauernhof. Dann immer weiter durch Terrassenanlagen immer weiter runter. Kurz vor El Cabrito wird es felsig, ein Eselsweg geht bergab. Dann El Cabrito. Eine “Privatbucht” mit Hotelanlage. Unter den Trailbeschreibungen eher berüchtigt.

    Es wundert mich nicht, dass sich Wanderer in der Hotelanlage verirren, was wohl der Stein des Anstoßes ist. Man wäre lieber unter sich. Wie immer in Ortschaften ist die Beschilderung eher naja. Ich halte mich rechts und komme beim Strand raus. Ein Spanier, offensichtlich ein Angestellter, in einem Golfwägelchen kommt mir entgegen. Wo ich Trinkwasser kaufen könnte, frage ich. Er grinst und winkt mir, ihm zu folgen. Bei einem Wasserhahn meint er, “bestes kaltes Trinkwasser”. Es schmeckt frisch & gut. Ich bedanke mich und fülle einen halben Liter ab, ich sollte eh bald in San Sebastian sein. Es geht nochmal einen Grat hoch und wieder runter - und dann gelingt es dem Weg bis San Sebastian quasi nochmal ein Küstenwanderweg zu werden. Ein schöner Ausklang. Das Barranco de la Guancha führt kaum noch Wasser und ist mit großen Steinen verblockt. Und völlig zugemüllt. Ich nehme ein Autofolie und ein paar Tüten mit, aber es ist völlig aussichtslos. Am Playa de la Guancha gehts dann nochmal hoch. Mit Blick auf Teneriffa und den verschneiten Teide geht es weiter. Ein Barranco will noch genommen werden. Und dann final der Blick auf San Sebastian. Es bläst ein wirklich knackiger Wind. Es geht runter. Am Heizkraftwerk vorbei, wieder Richtung Innenstadt, zurück zum Ausgangspunkt. Geschafft!

    4 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (10. April 2026 um 11:56)

  • Gear Review

    Fjällräven Abisko Sun-hoodie (182g) - habe ich jetzt zum dritten mal dabei und ist ein Standard Ausrüstungsteil geworden. Schützt gegen Sonne, wenn es heiß ist, und wenn es etwas frischer wird, hilft die Kapuze und die langen Ärmel durchaus auch gegen etwas Wind und Schatten. Leider kein UPF angegeben. Stinkt gern nach wenigen Stunden. Ist Mückenfest!!

    Nalehko Alpha Hoody 60 (107g) - ich habe es kaum verwendet, da Sun Hoody und Windjacke ggf mit Windhose (Skinfitt VENTO Vita - 135g) meist ausreichend waren. Ist aber sicher kuschelig. Mit Hoody kann man sich ggf die Hose sparen.

    Regenjacke Altus Tahoe (90g) - sie hält dicht! (man ist halt naß vom Schweiß, aber warm). Ich fand sie perfekt für die Zwecke. An sich bin ich immer ohne gelaufen, aber man hat was wenns dann doch hart auf hart kommt, was in Summe wohl keine 8h auf 3 Tage war. Sie ist echt filigran und der Reißverschluss taugt wenig, ich hatte dann obendrauf noch die Windjacke dabei

    Windjacke Patagonia Men's Houdini Jacket (105g) - sicher eines meiner Lieblingsausrüstungsteile. Wiegt nix. Hält so krass warm. Kaum Packmaß. Macht einen ziemlich stabilen Eindruck, besonders im Verhältnis zur Tahoe. Und ist grün. Und ziemlich atmungsaktiv.

    Trekkingschuhe Quechua Wanderschuhe Herren leicht - MH500 Light grau (680g das Paar) - Zusammenfassung hier: KLICK. Es gab Passagen, da hätte ich mir deutlich mehr Profil gewünscht, besonders bei Bergig + Schlammig + Steil + Abgründig

    Tidy Gear Tidy Trail Gaiters Gamaschen (36g) - bei dem klebrigen Boden war es sicher sinnvoll, welche dabei zu haben. Die von Davido beschriebenen Szenen mit getrockneten Disteln war so kaum am Trail im März, das Getreide pickst zu Teilen tatsächlich.

    Thermarest NeoAir® XLite™ NXT Regular/Wide (450g) - Nachdem ich mit der 52cm breiten Regular überhaupt nicht klar gekommen bin, bin ich auf die R/W gewechselt. Man glaubt kaum wie viel Komfort links & rechts 5cm bringen können. Eine unedliche Fläche aus gemütlichem Schlaf! Die bleibt!

    YAMA Mountain Gear 1P Cirriform Tarp - SilPoly (332g) - ich komme an sich aus der DoubleWall Ecke und hatte mir das Yama angeschafft, weil ich was leichtes suchte, das von allen Seiten geschlossen werden kann und dennoch gut belüftbar ist. Das ist so sicher absolut gegeben. Ich finde die Yama Zelte auch durchaus gut durchdacht. Auf der negativen Seite, ich habe mich noch immer nicht ans Aufbauen gewöhnen können und brauche ewig. Man braucht 6 Heringe, besser 8, was bei dem harten Boden in Spanien nicht einfach ist. Die Bodenfläche die das Zelt braucht ist erstaunlich groß dafür, dass es eine solche Dackelgarage ist. Das liegt am knackigen Catcut und den ausufernden Leinen. Die hintere Stange außen zu befestigen schafft sicher Innenraum, finde ich jetzt aber so naja. Man kann kaum drinnen sitzen, ist also kein Zelt zum auswettern. Es hat den Ruf, mit Wind gut klar zu kommen, was ich zumindest bei Seitenwind nicht bestätigen kann. Die Wände werden rein gedrückt und es wird noch enger im Zelt. Gerade bei Regen, Nebel und matschigem Boden braucht es schon Überwindung das so aufzubauen. Da hätte ich lieber mein TT Notch dabei gehabt. Ich gebe zu, kaum Tarp Erfahrung zu haben und wäre dankbar von langjährigen Benutzern über eine zweite Meinung. Es ist schon echt leicht!! :love: An sich mein "Schönwetterzelt", wobei da dann ein Poncho Tarp wohl auch reichen würde...

    3 Mal editiert, zuletzt von WonderBär (10. April 2026 um 10:34)

  • Zur Frage, warum die Bauern weg sind: Haupterwerb auf La Gomera war bis zur Mitte des 19. Jh. die Zucht der Cochenille-Laus. Die Wirtspflanze ist der Feigenkaktus, der deswegen massenhaft in Terassenkultur angebaut wurde. Die Läuse wurden in einem aufwändigen manuellen Prozeß geerntet, getrocknet und verkauft. Man gewann aus ihnen den Farbstoff Karminrot, hauptsächlich für die Kosmetik- und Lebensmittelindustrie. Die Erfindung synthetischer Farbstoffe in der Mitte des 19. Jh., die viel billiger waren als die aufwändig hergestellten natürlichen, führte zum Zusammenbruch der Cochenille-Zucht auf La Gomera. Es folgte eine große Auswanderungswelle, hauptsächlich Richtung Venezuela. Deswegen die verlassenen Höfe.

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