MYOG 14g USB-C Luftpumpe

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  • Hallo zusammen,

    nachdem in einem anderen Beitrag von questor | hangloose nach einer DIY/MYOG Lösung für eine leichte Luftpumpe gefragt wurde und ich die letzten Wochen an solch einer gebastelt habe, hier mal der detaillierte Post dazu.


    Ausgangspunkt:
    Am Anfang stand für mich der Gedanke, eine möglichst leichte und robuste Pumpe für meine Rapid SL Isomatte zu basteln, die ich auf Touren problemlos mitnehmen kann. Sie sollte effizient im Stromverbrauch (Powerbank) laufen und im besten Fall sogar leiser sein als handelsübliche Modelle. (Lärm in der Natur vermeiden - Genuss fördern)


    Erste Recherchen:
    Zu Beginn habe ich mir die gängigen Modelle auf dem Markt angeschaut und versucht zu verstehen, wie diese eigentlich funktionieren.
    Ich bin kein Fachmann auf dem Gebiet – daher freue ich mich über jede Korrektur oder Ergänzung, falls jemand tiefer in der Materie steckt. Solche Details interessieren mich selbst immer sehr.

    Die meisten Pumpen verfolgen das gleiche Wirkungsprinzip: Sie bauen einen statischen Druck auf, der schließlich das Ventil der Isomatte öffnet und so Luft hineinlässt.

    Bei Lüftern unterscheidet man grundsätzlich zwischen Axiallüftern und Radiallüftern. Radiallüfter erzeugen eher den nötigen Druck, Axiallüfter dagegen fördern größere Luftmengen, allerdings nur, solange kein Gegendruck besteht.


    Erste Prototypen und Herausforderungen
    Das Gehäuse und die Prototypen habe ich mit Fusion 360 designt und anschließend auf meinem 3D-Drucker hergestellt. USB‑C‑Buchse und Lüfter stammen aus dem Handel.

    Bei meinem ersten Ansatz habe ich mich leider etwas verrannt: Der statische Druck, der nötig ist, um das Ventil überhaupt zu öffnen, war mit Lüftern in der Größe 30×30 mm oder 40×40 mm kaum zu erreichen.
    Ich habe verschiedene Trichter-Geometrien ausprobiert, da hier am meisten Potenzial steckt, den Druck effizient zu erhöhen. Nach mehreren Anpassungen hat es schließlich funktioniert: Mein Radiallüfter konnte die Matte in etwa 6 Minuten füllen – zugegeben gerade so viel Druck, dass das Ventil offen blieb und Luft hineinkam.

    Zweiter Ansatz: Mehr Drehzahl
    Danach habe ich versucht, den Lüfter mit höherer Drehzahl zu betreiben – ähnlich wie es viele ultraleichte Pumpen machen (Lärmpegel). Dazu habe ich eine einfache Step‑Up‑Schaltung eingesetzt und den Lüfter statt mit 5 V mit 6 V, 7 V und später 8 V betrieben.
    Das Ergebnis: Die Matte war schon nach 3–4 Minuten voll. Allerdings war der Lüfter dabei deutlich lauter und ineffizienter, da der Stromverbrauch spürbar anstieg.


    Der entscheidende Durchbruch:
    Fast alle Isomatten besitzen im Ventil zwei wichtige Elemente:

    1. Einen „Fit“ (also eine Aussparung), an dem sich eine Pumpe fixieren lässt.
    2. Eine mechanische Möglichkeit, das Ventil von außen zu öffnen.

    Bei meiner Rapid SL gibt es z. B. eine 1 mm tiefe und 2 mm breite Fase im Kanal sowie einen kleinen Entlastungsknopf, mit dem man Luft ablassen kann.

    Das brachte mich auf die Idee, das Ventil mechanisch zu öffnen und die Luft nur noch strömen zu lassen – also ohne hohen statischen Druck. Dafür eignete sich ein Axiallüfter besser, weil er mehr Volumenstrom liefert.

    Ich habe also eine neue Trichterform konstruiert, die genau in die Ventilöffnung passt und das Ventil leicht aufdrückt. Nach zwei bis drei Versuchen saß das Ganze perfekt – manchmal sind die Lösungen eben einfacher als gedacht.

    Das finale Ergebnis:
    Die fertige Pumpe wiegt 14 g, besitzt ein geschlossenes Gehäuse mit integriertem USB‑C‑Anschluss und läuft mit jeder bisher getesteten Powerbank.
    Sie ist im Vergleich zu anderen Modellen flüsterleise und verbraucht bei 5 V und 0,10-0,15 A etwa 4–5 mAh.

    Meine Rapid SL ist mit dieser Pumpe in etwa 1 : 20 bis 1 : 30 Minuten komplett aufgepumpt – und da es sich nicht gerade um eine kleine Matte handelt, bin ich mit dem Ergebnis wirklich zufrieden. Außerdem kann man die Pumpe auch rückwärts an das Ausgangsventil anhalten, um die Matte zu entlüften.

    Der Trichter/Verbindungsstück zur Pumpe ist austauschbar, sodass ich künftig für andere Matten oder Ventile einfach passende Geometrien drucken kann.

  • Interessantes Projekt!

    Welche Radiallüfter hast du denn verwendet? Auf dem ersten Bild ist ja auch ein Axiallüfter abgebildet.

    Ich würde erwarten, dass Axiallüfter bei Widerstand trotzdem einen tieferen Volumenstrom erzeugen als Radiallüfter, deshalb meine Frage...

  • Sehr coole Lösung! willst Du noch das USB-C Board/Lüfter verlinken und ggf die 3-D Druck Dateien irgendwo hochladen ? Und ein Foto/Video der Pumpe an der Matte würde mich auch interessieren.

    Ich habe mir mal die Arbeit gemacht und die Sachen rausgesucht:

    Lüfter 30x30x10

    USB-C Adapter 

    Step-Up-Schaltung falls gewünscht

    Vermutlich gehen auch andere ähnliche 30x30x10mm Lüfter, ich hatte probiert einen mit dem höchsten Volumenstrom zu finden.


    Die 3D Druck Datei stelle ich gerne zur Verfügung, kann sie leider nicht im Forum hochladen. Wer Interesse hat kann mir ja eine PN mit Emailadresse schicken und ich sende die Datei zu. Oder ihr nennt mir eine kostenlose Seite für solch einen Upload.


    Hier noch ein Bild von der Pumpe im Ventil:


  • Interessantes Projekt!

    Welche Radiallüfter hast du denn verwendet? Auf dem ersten Bild ist ja auch ein Axiallüfter abgebildet.

    Ich würde erwarten, dass Axiallüfter bei Widerstand trotzdem einen tieferen Volumenstrom erzeugen als Radiallüfter, deshalb meine Frage...

    Ich hatte über sechs verschiedene Lüfter – sowohl No-Name-Modelle als auch solche von Sunon etc. –, alle aus der höchsten Leistungsklasse für 5 V, 30 × 30 × 10 mm Radiallüfter.
    Meine größte Herausforderung lag darin, die Geometrie so anzupassen, dass der Luftstrom des Radiallüfters optimal in die Pumpe geleitet wird. Das Prinzip, das zum Beispiel die Alpenblow verwendet, führte bei mir zu einem Abriss des Luftstroms und einem fast vollständigen Druckverlust. Hier wird die Richtung des Luftstroms direkt nach dem Ausgang des Radiallüfters um 90° geändert.

    Des Weiteren hatte ich Probleme mit der Materialmenge und der Stabilität des Gehäuses. Die Konstruktion war aufwendiger und führte letztlich zu Mehrgewicht (3D Druck), brachte jedoch keine Verkürzung der Aufpumpdauer der Isomatte.


    Hier mal ein Beispiel Radiallüfter:

  • Oder ihr nennt mir eine kostenlose Seite für solch einen Upload.

    Ich selber habe es noch nicht probiert aber es gibt https://manyfold.app das basiert auf freier Software und ist an das Fediverse angeschlossen ähnlich wie Mastodoon. Sprich es kann beliebige Server geben und hier ist ein öffentlicher bei dem man sich anmelden kann https://3dprint.social/ (Einloggen-> Account erstellen)

  • Danke für die Vorstellung, jetzt habe ich Lust zu basteln. 8)

    Hast du zufällig mal die theoretische Fördermenge und das ungefähre Matratzenluftvolumen ins Verhältnis gesetzt?

    Gesagt getan:

    Die Rapid SL in Regular Wide hat mit den Maßen ausgrechnet ca. ein Volumen von 110L. Der angegebene Lüfter schafft ohne Gegendruck laut Hersteller 9,35 Kubikmeter/Stunde - umgerechnet 155L/Minute. Den Faktor Luftvolumen bei Gegendruck lässt sich für mich leider schwer in Zahlen ausdrücken, das übersteigt meine Erfahrung.

  • Meine größte Herausforderung lag darin, die Geometrie so anzupassen, dass der Luftstrom des Radiallüfters optimal in die Pumpe geleitet wird. Das Prinzip, das zum Beispiel die Alpenblow verwendet, führte bei mir zu einem Abriss des Luftstroms und einem fast vollständigen Druckverlust. Hier wird die Richtung des Luftstroms direkt nach dem Ausgang des Radiallüfters um 90° geändert.

    Da spielt wohl die genaue Geometrie des Luftkanals eine Rolle. Der Luftstrom soll ja möglichst laminar verlaufen, und der Querschnitt gross genug sein. Der Querschnitt sollte sich wohl auch gleichmässig verändern, bis er dem Übergang im Vertil entspricht.

    Die Alternative wäre natürlich, den Luftstrom nicht um 90 Grad umzulenken, sondern den Lüfter auf das Ventil aufzustellen.

    Des Weiteren hatte ich Probleme mit der Materialmenge und der Stabilität des Gehäuses. Die Konstruktion war aufwendiger und führte letztlich zu Mehrgewicht (3D Druck), brachte jedoch keine Verkürzung der Aufpumpdauer der Isomatte.

    Alles klar!

    Wichtig ist ja vor allem, dass es funktioniert.

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