Hallo zusammen
Die Route
wie in einem anderen Thread angekündigt, habe ich diesmal einen Kurztrip in östlichere Gebiete unternommen. Die Route führte von meinem Heimatort Brugg AG in der Schweiz über den Bodensee und Allgäu nach München, von dort die Isar und die Donau hinab bis nach Passau, wo ich kurz nach der Österreichischen Grenze von der Donau abbog und dann über den Böhmerwald an die Moldau gelangte. Von dort bis nach Prag und der Elbe lang bis Dresden. Meine Cousine in Leipzig besucht, wo ich dann auch einen Zero eingelegt habe, und dann einen kurzen Abstecher der Saale lang nach Weimar, wo Trinolho mich netterweise eingeladen hatte. Volle Dampf Südwest geht es dann über den Thüringer Wald, den Frankenwald, und das LSG Fränkische Schweiz (hey jetzt mal ehrlich, wieso muss gefühlt jedes 2. Mittelgebirge den Zusatz "Schweiz" bekommen ?) und Entlang des Main-Donau Kanals Richtung Nürnberg, die ich im Westen umfahre. Dann den Geopark Ries überquert und somit zurück an der Donau. Über Tuttlingen-Blumberg zurück in den Schwarzwald und dann der Wutach lang zurück zur Grenze, von wo es nur noch 20 km bis nach Hause in Brugg sind. Insgesamt waren es knapp über 2000 km, wovon ich ein kurzes Stück mit dem Zug zurückgelegt habe, da es zwischen Dresden und Leipzig dunkel wurde und ich nicht um Mitternacht ankommen wollte (siehe Tagesbericht)
Die Tour habe ich knapp zwei Wochen vor Start über Komoot "hingerotzt", dass heisst ich musste Urlaubstage nehmen und schnell mal was an einem Abend planen. Dadurch ist eventuell nicht alles so optimal und mit mehr Zeit hätte man vielleicht schönere Routen wählen können. Das ganze habe ich in 13.5 Tagen gemacht. Diesmal war der Asphaltteil höher als bei meinen sonstigen Touren, da ich versucht habe, mich an den Flusssystemen zu orientieren. Ein paar längere Teilstücke ging es an Bundesstrassen lang, wobei es immer schön auf einem abgegrenzten Radweg war (ausser einmal, wo ich aber mit 80 km/h eher auf die Autos aufgeschlossen habe als dass ich überholt wurde). An Landstrassen waren es meist wenig befahrene Einspurige in den Mittelgebirgen, oder auch meist abgetrennt. Der Verkehr war somit kein Problem, ich habe aber nicht immer den schönsten Weg gefunden (nehme ich jetzt mal an). Für die kurze Planungszeit habe ich für mich eine schöne Reise hingekriegt. Einzige Schwierigkeit : manche Baustelle ist für Velofahrer nicht ausgeschildert, wo man jetzt eigentlich lang kann und hat zu ein paar Versuchen geführt.
Die Route, zwischen Riesa und Leipzig den Zug genommen. Das .gpx hier mit Tagesetappen:
Brugg-München-Passau-Prag-Dresden-Leipzig-Brugg.zip
Übernachtungen waren nicht geplant - alles spontan. Das hat leider zu oft dazu geführt dass ich abends in Gegenden ankam, wo Zelten nicht so geil war (Nähe Bundesstrasse, direkt am Fahrradhighway am Fluss, intensiver Ackerbau etc.) Deshalb habe ich mich öfters als gewollt in Landgaststätten zurückgezogen.
Auch dass die Nächte immer länger werden habe ich unterschätzt und haben die Tagespensen eher verkleinert.
Daten
vom 27.09. bis 11.10.2025
Material
Fast identisch zu meiner D-Querung die Ihr noch im alten Forum hier findet. Das Velo ist das Decathlon Riverside Touring 920, was super funktioniert. Diesmal mit 2.1" Reifen (hinten noch den Smart Sam, den ich bei der D-Querung Notgedrungen draufbauen musste, vorne den Vittoria Mezcal). Der Smart Sam ist durch, ich werde diesen demnächst auch durch den Vittoria Mezcal ersetzten, der funktioniert super, aber wieder in 2.25". Ist einfach komfortabler und scheiss auf die Aerodynamik. Der alte geht nach hinten, der neue wird dann vorne draufgezogen.
Grössere Änderungen:
Navigiert wurde diesmal mit der Garmin Fenix 8. Hat super funktioniert. Braucht ca. 25% Strom am Tag und ich habe noch nicht alles ausgeschöpft um Strom zu sparen. Für mich mehr als akzeptabel. In der Kombination mit dem Dynamo bin ich somit Stromautark.
Hinten habe ich jetzt den Tailfin Aeropack- teure Sache aber funktioniert suuuuuuper ! Da bewegt sich nichts, und die Möglichkeit auf der ganzen Länge nach oben zu öffnen, ist einfach super. Innerhalb 10 Sekunden abgebaut, und transportierbar um ins Hotelzimmer zu kommen oder im Zelt zu verstauen.
Das Zelt ist neuerdings das Middus 1P ohne Inner. Super leicht, lässt sich einfach stramm aufbauen. Nur das mit der Schnalle unten am Reisverschluss habe ich noch nicht ganz raus, wozu die nun genau da ist und wie man Sie nutzen soll. Die mitgeliferte Carbonstange hält was Sie verspricht. Spannend : Sie passt sowohl in den Aeropack sowie in die Rahmentasche.
Als Unterlage habe ich diesmal spontan eine aufblasbare genommen, da ich die Schaumstoff einfach nicht untergekriegt habe. Es war die Therma-Rest Xlite Woman meiner Frau. hält warm, aber in Kombi mit einem 1P Zelt ist eine Schaumstoff einfach viel praktischer. Vor allem sich mal draufsetzen oder so war ich immer sehr zögerlich. Ich muss einen Weg finden, eine Schaumstoff ans Velo zu kriegen. Nächster Versuch: Die Akkordeon auf Torso Länge zurechtschneiden und dann eine Exped Doublemat o.ä. in ganzer Länge.
Statt der Yakwolldecke ist es diesmal der normale Quilt geworden. Viel zu warm (-6°C), aber ich habe nichts anderes. Auch bei Frost war ich deutlich zu warm und musste ein bisschen Zug schaffen. Die Yakwolldecke wäre sicher nicht genug gewesen.
Kleidung ist im Grunde gleichgeblieben. Habe noch die lange Unterhose (Merino Decathlon) und das Puffy (Haglöfs Less is more) zusätzlich mitgenommen. Habe ich auch beides gebraucht.
Zusammengepackt sah das alles so aus:
Was hat nicht so funktioniert:
Wie schon angesprochen die Luftmatte. Schaummatte ist für mich einfach besser und praktischer. Man muss nicht acht geben. Ausklappen und hinlegen und zack, parat für die Nacht.
Die Hinterradfelge ist gerissen. Ist eine bekannte Schwachstelle beim Velo. Werde mir neue Laufräder kaufen. Wollte sowieso ein Upgrade machen und ich habe das Velo bis nach Hause gebracht.
Jo, nicht so schön
Die Radlerhose war komplett durch und es hat gewolft. Eine neue in Weimar gekauft und zack, war alles viel besser. Habe einiges an Nivea und Antireibungscreme gebraucht. Hätte ich von Anfang an eine geeignete Hose gehabt, wäre das wahrscheinlich kein Problem gewesen.
Ihre Arbeit ist getan. Ruhe in Frieden.
Sonst noch so zu berichten:
Ich habe gegessen wie eine Sau, trotzdem knapp 4kg über die 2 Wochen abgenommen. Insgesamt hatte ich Schwierigkeiten soviel zu essen wie ich gebraucht hätte. Gegen Ende des Tages wurde es immer schwieriger, vor allem Bergauf. Da muss ich mir noch mal überlegen, wie ich das besser hinkriege.
So und jetzt zu den Tagesberichten.