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  • Ende April ergab sich relativ kurzfristig ein knappes Zeitfenster von nicht ganz zehn Tagen - und nach abgleichen der Trail-Bucketlists mit ppil war relativ schnell klar, dass es für unsere Tendenz zu Wärme und einigermaßen gut erreichbar der Lykische Weg werden sollte.

    2016 war das guidebook schon geordert, als es mich stattdessen noch kurzfristiger nach Japan spülte - nun also nach fast zehn Jahren ein neuerlicher Anlauf.

    Interessanterweise fanden sich in der UL Bubble in all den Jahren kaum noch Erfahrungsberichte, der Hype, den ich ab 2014 mit erscheinen des Führers im Hinterkopf hatte, schien abgeebbt. Ob der Weg noch taugt - oder sich inzwischen durch Bettenburgen schlängelt? Ein bisschen misstrauisch machte mich das schon.

    Planung wie so oft eher grobkörnig. Reise gebucht (Sun express, eher zufällig gefunden, von den meisten Suchmaschinen nicht mit abgedeckt), bisschen reingelesen, welche Abschnitte man sich ggf. sparen kann, denn die 540km werden es wohl in der Zeit nicht komplett werden, SIM Karte besorgt, erste Nacht in Antalya und Bus mech Fethiye gebucht, der Rest wird sich finden.:thumbup:

    Wie's der Zufall wollte, marodierte Barbarix kurz vor uns die Strecke lang - und konnte mir ein paar gute Hinweise geben - und mir die Sorge vor einem nicht mehr ganz so spannenden Weg nehmen, danke dafür!

    "Not all those who wander are lost"

    4 Mal editiert, zuletzt von questor | hangloose (14. Oktober 2025 um 09:02)

  • Anreise und Einstieg

    So weit, so geräuschlos. Flug mit kleinem Handgepäck, Einreise, Bus zum Hotel nahe Busbahnhof für die Weiterfahrt am nächsten - alles so wie problemlos. ppil gar Verspätung und so laufen wir uns auf dem Weg in's Hotel köfte futternd in die Arme - im Halbdunkel erst auf den spannenden Rucksack - und dann das bekannte Gesicht fokussiert :D

    Die truly-UL-Hotelslipper kommen noch mit in's Gepäck


    Morgens direkt auf dem Weg zum Bus mit Börek versorgt - uns dünkt, das könnte eine ziemliche Völlerei werden hier - und wird es partiell auch. Das morgendliche Antalya auf dem Weg macht direkt Laune auf Land und Leute.

    In Fethiye einkaufen - und dann weiter mit dem Dolmus nach Ölüdeniz - noch mal den Adana-Ayran-Pegel nach justieren und dann ab auf den Trail. Während das Hotel wirklich günstig war, sind es die Schlemmerei und der Einkauf absolut nicht. Inflationsbereinigt hohe Preise für Importwaren hatte ich erwartet, die Preise für heimische Güter überraschen. Wie funktioniert das bei Durchschnittseinkommen von <500€?

    Ehe wir vollgefressen in die Gänge kommen und am Trailhead stehen, ist es nach 15 Uhr, die Sonne brummt ordentlich. Fast Übersehen wir das angegebene brandneu installierte Schild hinter Baugerät, fotogen ist es so nicht nicht, aber immerhin.


    Einige eher erschöpft und selbst auf ihrem letzten Metern noch immer gequält dreinblickende Gruppenwanderungsteilnehmer stolpern uns mit ihren gigantomanen Rückschein entgegen. Ein Anblick, der sich die Tour über nicht wirklich ändern wird.

    Der Trail bolzt direkt mit eyecandy Küstenblicken ohne Ende.


    Die Abendsonne tut ihr übriges zum Kitsch.

    Das zieht vorwärts - und so laufen wir bis zum Sonnenuntergang (~20:00) immerhin noch 16km und 1k hm raus, suchen uns einen szenischen Lagerplatz mit Ausblick für Hängematte und Tarp (vorher nachher Bild) -

    und machen zufrieden und neugierig auf mehr einen Haken an den Resttag1.

    "Not all those who wander are lost"

    Einmal editiert, zuletzt von questor | hangloose (21. August 2025 um 23:44)

  • Weiter geht's, die Sonne weckt uns und es geht wieder die abwechslungsreiche Küste entlang - und immer mal etwas in's Landesinnere, das um diese Jahreszeit ebenso überraschend hübsch anzusehen ist in vollem grün und blütenfrohen Farbenspiel.
    Und so laufen und laufen wir - und saugen die Landschaft auf. Immer mal wieder kommt man auch durch kleine Siedlungen oder an Straßenständen vorbei - die auf Wanderpublikum eingestellt sind.


    In der Abendsonne vor Karadere nähern wir uns dem über zehn Kilometer landen Standabschnitt, über den sich ein wohl eher weniger spannender Umweg in's Landesinnere abkürzen ließe, allerdings durch Furten eines bereits auf der Karte recht breiten Flusses. Ob wir uns das heute noch antun? Ein paar Zeltplätze sind auf OSM auch hier und da verzeichnet, also los und mal gucken, wie's läuft.


    Schilder weisen aus, dass der Strand wegen Schildkröten und deren Gelegen abends nicht betreten werden soll, aber nachdem selbst einige PKW im Sand munter Pirouetten drehen und Motorräder Wheelies ziehen, halten wir uns für das geringste Übel, die einheimischen Youngster winken eh ab, als wir mit Google Translate danach fragen.

    Ein derart langer, breiter, schnurgerader, platter, wilder Strandabschnitt ist auch mal eine Erfahrung. Da war selbst der Fishermen's Trail nichts dagegen.

    Der Sand ist recht fest, in der einbrechenden Dämmerung flüchten die Krebse immer erst viel zu kurz vor uns. Die Zeltstellen erweisen sich allerdings eher als weniger unseren Vorstellungen entsprechend - und so ziehen wir immer weiter, bis wir irgendwann in der kompletten Dunkelheit im bescheidenen Kegel der Kopflampen, die durch die Feuchtigkeit in der Luft nicht sonderlich weit reicht, vor besagtem Fluss stehen. ChatGPT bestätigte uns auf dem Weg noch, dass wir auch noch zur Unzeit der Flut angekommen sind, aber so richtig überzeugend sind auch hier die Campoptionen nicht.

    Also Schuhe aus, alles empfindliche halbwegs wasserdicht im Liner verpackt, den Rucksack unter die Achseln gezogen und los.
    Hmm...ganz schön tief...hier auch...ich seh nichts...ich auch nicht...
    Irgendwo hatte ich gelesen, dass man relativ weit raus in's Meer waten sollte zum Furten, da sich erst dort der Sand auftürmte und es weniger tief wird.
    Also forschen und füßeln wir uns Schritt für Schritt rein. Die Sicht im Lichtkegel ist in den Wellen noch schlechter - an Sicht im Wasser ist nicht zu denken - weniger angenehmes Gefühl, als noch am Strand gedacht. =O Mal fühlt es sich so an, als hätte man eine geeignete Stelle gefunden, dann beim nächsten Schritt wieder nicht, es geht weiter und weiter, die Wellen schwappen unangenehm hoch und klatschen von unten schon ordentlich gegen den Rucksack, es scheint tiefer und tiefer zu werden. Wir sind kurz davor, abzubrechen, da merken wir, dass wir den Tiefpunkt überschritten zu haben scheinen, stürmen an's andere Ufer und feiern klatschnass, aber euphorisch in der Dunkelheit diesen Type2 Spaß, da tatsächlich noch durchgewatent zu sein.

    Auch auf der anderen Seite geht der Strand noch ein gutes Stück weiter, bis wir am Ende an einer Strandbar eine Plattform und eine wackelige Holzpergola finden, die wie bestellt für Boden- und Hängemattenschläfer sind - und wir nach dem langen Tag ziemlich direkt wegknicken.

    Kassensturz: 44km, 1570hoch, 2000 runter

    "Not all those who wander are lost"

    2 Mal editiert, zuletzt von questor | hangloose (19. November 2025 um 10:22)

  • Die scheinen den Swiss Piranhas ähnlich zu sein. Bekommst du die auch in steinige Böden? Mit den Swiss Piranhas funktioniert das nicht und ich vermute die Böden am Lykischen Weg könnten ebenfalls steinig sein. Aber vielleicht berichtest du noch dazu.

    Bis auf das beide aus Plastik sind, haben die eigentlich überhaupt nichts gemeinsam. Die Piranhas müssen ja senkrecht bis zum Kopf versenkt werden, um vernünftig Haltekraft zu entwickeln.

    Die Coghlans werden wir normale stakes benutzt. Mit den Swiss Piranhas habe ich mich auf dem hrp in die Nesseln gesetzt, nie weit genug rein bekommen. Mit den Coghlans keine Probleme, seit Jahren. Selbst jetzt gerade in den Hochalpen nicht.

    "Not all those who wander are lost"

  • Bei Sonnenaufgang schälen wir uns langsam aus den Penntüten,

    genießen ein bisschen die ersten warmen Strahlen - und sodann die überraschend funktionierenden Strandduschen.

    Uns dünkt, dass das der Strand gewesen sein könnte, der Eintritt kostet, wie wir irgendwo bei der Vorbereitung gelesen hatten - denn hier bei Gelemis gibt es auch eine ganze Menge Ruinen zu betrachten

    Beim in die Höhe schrauben gibt es noch mal einen schönen Weitblick zurück auf den nicht enden wollenden Strand von gestern (und besagte Ruinen),

    ehe ehe es wieder mit etwas Abstand und Weitblicken die Küste entlang geht und das Auge sich am türkisen Wasser und der abwechslungsreichen Küstenlandschaft erfreut,


    bis wir bei Kalkan bis Kas mit dem Bus abkürzen, um uns die fast 30km parallel zur Schnellstraße zu ersparen.
    Nach Kalkan rein zieht es sich ewig. Der Ort ist schon früh zum greifen nah - das Umlaufen der langgezogenen Bucht im steilen Küstengelände und bei voller Sonne frittiert gefühlt die letzten Nerven. Da werden in Kalkan erst mal die Supermärkte geplündert zur Abkühlung.
    Am Busbahnhof lernen wir, dass auf der Fahrtsrecke gerade ein Radrennen läuft und eine Weile lang erst mal nichts fährt.

    Also gut - what can you do - dann eben futtern, bis wir wieder weg kommen, auf nach Kas.
    Kas ist schon ordentlich touristisch, aber ganz nett gemacht und (zur Nebensaison) auch nicht übermäßig voll.


    Speaking of voll - wir völlen ordentlich - und laufen sodann noch wie so oft weiter als geplant in die Dunkelheit, bis wir mit dem Campspotangebot zufrieden sind - und den uns folgenden Hund los - dafür aber von ganz schön großen Spinnen umringt. Manchmal freue ich mich über meinen Hängemattencocoon mit Moskitonetz ganz besonders...:D

    Knappe 30km, 600hm hoch, 690 runter

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  • Die Tage gleichen sich irgendwann etwas - zumindest mit dem inzwischen schon etwas größeren, zeitlichen Abstand.

    Viel hübsche Küste, viel verlockendes Wasser, viiiiel Sonne.

    Pause in der Bucht von Sisla Mevki. Hier ist ein Cafe verzeichnet, jedoch steht hier nur ein ziemlich verlassen wirkender Foodtruck.
    Na dann gibt's eben Selbstverpflegung. (Wrap mit Schokocreme aus der Tube an Haferflocken, garniert mit Babybrei aus dem Quetschie und Cashews - da hält doch eh kein Cafe mit! ||)


    Auch Wasser ist erst im Ort verzeichnet - und da wir schon wieder ziemlich leer sind, schnaufen wir extra noch einmal bergauf zum Auffüllen.
    Nur, um bei der Rückkehr in die Bucht mitzuerleben, wie der Foodtruck seine Ladenklappe öffnet - und sich das perfekt arrangierte Produktangebot offenbart - gefolgt vom frei zugänglichen Wasseranschluss an der Bruchbude daneben, der uns entgangen war. Nun gut, was man nicht im Kopf hat...Schwamm drüber und weiter Richtung Kaleücagiz.

    Wieder viel Meerblick, dann ein abermals hübscher Schlenker in's Landesinnere,

    dann wieder Meerblick und tolle Buchten, gepaart mit Ruinen, die wir eine ganze Weile erkunden - und den ikonischen Steinsarkophargen, die uns die nächsten Tage begleiten werden.



    Es läuft sich wie immer passabel - und so schlappen wir wieder einmal bis in die Dunkelheit, ehe wir kurz vor Kaleücagiz Lager machen, um dort am nächsten Tag zum Frühstück aufzuschlagen.

    Der Tacho meldet 28km, 750hm hoch, 800 runter

    "Not all those who wander are lost"

  • Weiter geht's zum Frühstück nach Kaleücagiz.
    Ganz beschauliches Dörfchen, eher Individualtourismus statt Bettenburgen, wie in vielen Orten hier.
    Und - brauchbaren Kaffee gibt's, dank Vater und Sohn, die sich wohl auf Reisen von Hipstercafes etwas haben inspirieren lassen. Das Wetter ist ungewohnt mäßig, es ist sogar Regen angekündigt, da ist außer den obligatorischen, deutschen Urlaubsfrühaufstehern mit der Brechstange neben uns am Tisch noch nicht viel los. Die Anzahl der Ausflugsboote verkündet aber auch hier eine eher geschäftige Hauptsaison.





    Der Hafen und die Bucht von Kaleücagiz ist gleich von zwei vorgelagerten Inselketten geschützt - was für ein uneinnehmbarer Ort das einmal gewesen sein muss.





    Es geht die Küste entlang Richtung Kale(köy), dem historischen Hafen und Burg der Bucht mit der Simena Nekropolis.
    Vorbei an den Trockendocks, wo die schönen Holzboote, für die die Türkei bekannt ist, für die Saison fit gemacht werden.




    Hier ist dann Restaurant- und Anlegertechnisch schon etwas größer aufgefahren - die Ruine aber auch wirklich toll gelegen - und von Steinsarkophargen übersäht - selbst im Wasser!





    Weiter an sich im Bau befindlichen Holzbooten - beeindruckend



    Und Plaste-Gewächshäusern und deren eher weniger beeindruckender Umgebung




    Schweinemast und Armut auf der einen - Luxusresort auf der anderen Straßenseite - die berühmte Schere, um die sich der Schweinemastgestank jedoch nicht schert - Karma...


    Es nieselt inzwischen leicht, der Boden wird lehmig-klebrig - und das skinout weight je Schuh gefühlt ein Kilo schwerer.
    Wir treffen trotzdem immer wieder Tageswanderer, die die historische Landschaft erkunden - und ein Truppe halbstarker Kartoffeln auf erster Wandertour


    Vor Demre hat sich das Wetter wieder etwas beruhigt, der Anfang der Bucht ist ganz hübsch, der Rest eher weniger - und so kürzen wir die lange Schnellstraße in die Stadt hinein per Taxi ab, als jemand auf Kundenjagd vorbeikommt.


    Wir kaufen ein, schlagen uns in Demre den Bauch ordentlich voll - und beäugen dabei eher mäßig amüsiert, wie sich der Himmel wieder verdunkelt, geht es doch recht hoch hinaus in's Landesinnere. Und so halten wir uns noch eine ganze Weile an immer neuen Fressalien auf.
    Aber was soll's, wird schon - so zumindest der Gedanke.

    Der erste Aufstieg mit Blick auf die Obst- und Gemüseproduktion ist noch ganz passabel trotz Regen - allerdings wird es eher mehr als weniger.




    Es fängt an zu dämmern - und regnet immernoch ordentlich - also laufen wir einfach weiter - wird schon aufhören - und weiter - wird schon...irgendwie nicht! Die Kopflampen reichen im Wolkenbruch und schon länger vollständiger Dunkelheit auch nicht allzu weit, der Weg schneidet durch den Hang, geeignete Campspots Mangelware, Stunde um Stunde.
    Irgendwann stehen wir mitten am Wegrand, Stunden von einer Ortschaft entfernt an einem kleinen Flachbau - eine winzige Moschee.
    It may - or may not be, dass wir, inzwischen klatschnass - im Gebetsraum übernachtet haben - mit ziemlich mulmigem Gefühl.
    Und dass der automatische Tonband-Muezinruf uns ordentlich Schrecken eingejagt hat.
    Auf Nächstenliebe gebaut hoffentlich mit dem Bemühen um Respekt rudimentär akzeptabel.

    Der Tacho meldet knapp 25km, 1200hm rauf, 300 runter

    "Not all those who wander are lost"

  • Abend und Nacht verlaufen dennoch etwas unruhig.
    Der Tonbandmuezin dröhnt ungewöhnlich oft und zu ungewöhnlichen Zeiten.
    Irgendwann überlegen wir sogar, ob der Lichtschalter, der aber kein Licht schaltete nicht doch irgendwie eine Gebetsdauerschleife gezündet hat.

    Jedenfalls sehen wir zu, dass wir uns in aller Frühe von Dannen machen. In der Nacht hat es noch lange weiter geregnet, nun am Morgen ist es von oben zumindest trocken, aber ordentlich diesig-neblig, die Klamotten eher angetrocknet.

    Die Kirche ein Stück weiter, die wir nachts auf der Karte auch als Bleibe oder Campspot in Erwägung gezogen hatten, aber zum Glück der Moschee den Vorzug gegeben hatten, entpuppt sich als Ruine, wenn auch eine wirklich schöne.


    Dort treffen wir auf zwei im frankfurter Raum ansässige Brüder mit türkischen Wurzeln, die den LW seit ein paar Jahren als section hike gehen - und sich diese Nacht mit ein paar youtube Gear-Empfehlungen ordentlich den Hintern abgefroren haben. :D
    Sie nehmen es sportlich - uns sind auch sonst eine absolut nicht humorbefreite Begegnung - und so plaudern wir eine Weile. Sie wunderten sich auch über die häufigen Moscheerufe letzte Nacht, meinten aber, es gäbe immer mal Anlässe, zu denen das so sei. Wir belassen es mal dabei, dass wir in Richtung der Moschee übernachtet haben.

    Irgendwann beendet der erneut einsetzende den Tratsch und Entscheidungen zum Fortkommen sind gefragt.

    Der Weg Richtung Finike führt eigentlich auf den Grat und ist für LW Verhältnisse als anspruchsvoll beschrieben - und sehen würde man eh nichts. Unsere Motivation zu dieser Schleife, von der wir nicht viel haben werden ist mäßig - und so beschließen wir, auf anderen Wegen wieder nach Demre zurück zu laufen - und von da nach Finike vorzuspringen, um uns stattdessen dort trocken zu legen. Von dort aus wollten wir ohnehin noch ein ödes Stück weiter springen. Die Beiden haben sich Dank ihrer Türkischkentnisse da oben irgendwo eine Unterkunft bei einem Schäfer und organisiert, der Ihnen dort sogar noch Verpflegung hin liefert. Das sind so die local treats, die uns als Kartoffeln verwehrt bleiben.

    Es regnet wieder recht ausgiebig, und so wird der Abstieg eher eine Rutschpartie. Ein bisschen reißt es hier und da auf, aber insgesamt eher ein 'wann sind wir endlich da?'






    Bei dem Wetter jagt man wirklich keinen Hund vor die Tür




    In der Zivilisation angekommen geht es lange durch die Gewächshäuser und prekären Unterkünfte ringsrum.

    DIY-Schornstein

    Drei-Etagen-Wein


    Irgendwann nimmt uns ein älterer Herr in seinem ähnlich betagten Tofas mit Richtung Busbahnhof, der mit seinem T als Logo wie ein Tesla-Oldtimer wirkt. Sprachlich können wir uns nicht wirklich verständigen, als wir an ein paar Frauen mit Kindern vorbei fahren, schafft er es trotzdem, mit Händen und Füßen gegen die seiner Meinung nach Syrer zu hetzen. Die xenophobe Saat des Erdogan Regimes in Koalition mit der Rechten scheint in der Türkei aufzugehen.

    Wir verpflegen uns am Busbahnhof mit ordentlich Gözleme, ich lasse mir noch kurz ambulant und im Akkord für kleines Geld einen Riss im Hemd von einem virtuosen Veteranen der türkischen Änderungsschneiderei und seiner treuen Uraltindustriemaschine flicken und dann geht es auch schon los nach Finike.

    Wir suchen uns ein günstiges Hotel, legen den Kram trocken - und verbringen den inzwischen Spätnachmittag, bzw. frühen Abend mit Herausfinden der Busverbindung für den Folgetag, die limitierter und umständlicher als gedacht ist, und Völlerei, gekrönt vom Okacbasi mit allerlei Grillgerichten.

    Preislich sind wir insgesamt im Übrigen eher überrascht, wie teuer nicht nur importierte Lebensmittel inflationsbedingt sind, sondern auch lokales Essen.
    In den weniger bis nicht touristischen Städtchen wird es zwar leicht günstiger, aber in Anbetracht niedriger dreistelliger Durchschnittseinkommen unglaublich teuer bis unbezahlbar.
    Auch die Mieten sollen astronomisch angezogen haben, wie wir von Locals lernen. Im geschäftigen Alltagsbild merkt man von alldem wenig, aber es scheint ordentlich zu knarzen.

    Fast vergessen: gerade einmal 11km, 950hm runter.

    "Not all those who wander are lost"

    5 Mal editiert, zuletzt von questor | hangloose (13. September 2025 um 23:12)

  • Wir verlassen Finike - die Partnerstadt von Moosbac (GER), wie wir noch anhand eines geschenkten Ortsschildes der Stadt herausfinden.
    Um nach Karaöz zu kommen, wo der endlose Strand- und Bettenburgen Abschnitt nach Finike sein Ende nimmt, muss man leider etwas Dolmus-Tetris spielen und erst in's Landesinnere nach Kumluca und von dort weiter. Fahrplan und Anschluss war nicht so richtig rauszubekommen, lediglich mündlich, bzw. mit Hand und Fuß von ein paar Dolmus Fahrern - und so brechen wir recht früh mit frischem, warmen Baklava bewaffnet auf, da nach Kumluca wohl nur ein- oder zwei Busse am Tag fahren.

    Kumluca ist ein absolut nicht touristisches Städtchen, von Gewächshäusern umringt.


    Wir finden den Abfahrtpunkt der Dolmusse(?) und bekomen die Info, dass wir noch üppig Zeit haben, also das übliche Programm - Völlerei!





    Zufällig ist auch Markt und wir schlendern durch die köstliche Mischung aus gefälschter Markenware und Großmutters Schlüpperauswahl.



    Es fängt wieder an zu Regnen - und zwar nicht nur ein bisschen. Die über den Markt gespannten Planen laufen derart schnell voll, dass sie ständig mit Besenstielen von den Verkäufern angehoben - und so mit ordentlichem Schwall entleert werden. Wehe dem, der zur falschen Zeit am falschen Ort steht!

    Das Dolmus System hat schon irgendwie etwas magisches, ein Stück invisible hand.
    Keinerlei schriftliche Infos. Weder, was Abfahrtspunkte angeht, noch Fahrpläne, Zeiten, Routen, Preise - nichts. Die örtliche Fleischerei an der Ecke, vor der die Busse fahren, ist sowas wie der Busterminal, die Busfahrer haben dort eine Couch drin stehen - und ein paar Stühle davor.
    Und was soll man sagen - es funktioniert wie ein schweizer Uhrwerk. Auf den Punkt der uns von einem anderen Fahrer mitgeteilten Uhrzeit kommt auch unser Bus - und es geht endlich nach Karaöz, einen weitestgehend aus Ferienhäusern bestehenden Nicht-Ort.

    Zu deutlich fortgeschrittener Tageszeit endlich wieder auf dem Trail zeigt er sich auch direkt wieder von seiner Küsten-Sonnenseite.
    Leckere Buchten, türkisblauestes Wasser und abwechslungsreiche Klippen - und so läuft es sich dank reichlich eye candy wieder wie von selbst.







    Am Gelidonya Leuchtturm wird es kurz etwas voller mit Tageswanderern, verläuft sich aber schnell wieder.





    Die Bucht von Adrasan ist relativ touristisch. Wir nutzen die Infrastruktur in Form der Shops - und hoffen beim Hochschrauben, dass der Aussichtspunkt über der Bucht, den wir zum Nachtlager auserkoren haben, auch tatsächlich taugt, denn viel mehr Abgelegenheit gibt es hier nicht wirklich...er tut es!
    Und so genießen wir den Ausblick auf die Bucht und baldigen Sternenhimmel selig im Cowboy Camp :love:


    Für die Galerie: 22km, 980hoch, 830runter

    "Not all those who wander are lost"

    Einmal editiert, zuletzt von questor | hangloose (14. September 2025 um 22:20)

  • Die Sonne weckt uns früh und erbarmungslos - aber da die Daunentüten ordentlich feucht geworden sind direkt an der Bucht, ist sie natürlich willkommen.

    Perfekte Liegelänge 8)




    Es geht wieder ein Stück in's Landesinnere - und wie zuvor - auch durchaus hübsch, auf dem LW ist nicht nur die Küste sehenswert!



    Wir stolpern von hinten in das antike Olympos, das es wohl öfter zu geben scheint, und sparen uns so wohl den Eintritt. Eine Stadt beachtlicher Größe, Ruinen mehrgeschossiger Häuser - und auch heute noch verständlich, weshalb man sich an diesem hübschen Flüsschen in die Meeresbucht mündend angesiedelt hat.







    Ein kurzes Bad muss sein, wir sind ordentlich durchgeschwitzt, ein ausgesucht heißer Tag.



    Die angrenzende Stadt der Jetztzeit, Cirali, fällt dahinter eher ab. ein Strandtourstenloch, durch das wir uns, mit Stops an diversen Supermärkten, relativ schnell durchhangeln.

    Ab hier treffen wir vermehrt auf die sagenumwobene Umschnall-Silbersitzkissensekte, die stets in großen Gruppen und mit gleichnamigem Erkennungsmerkmal auftritt. Ein Rätsel, wie es dieses scheinbar unverzichtbare Teil auf sämtliche Packlisten geschafft hat. Wir sind etwas verunsichert, dass wir uns derart leichtsinnig und unwissend einfach so ohne so ein Teil auf den LW gemacht haben.



    Im Laufe der Zeit erschließt sich uns, dass es sich zumeist um russische Gruppenreisen handelt. Meist mit unglaublichen Riesenrucksäcken ganz anderen Formats als hier im Bild - und mit eher verbissener Miene als Spaß bei der Sache.

    Der LW führt auch an 'ewigen Feuern' vorbei, druch aus dem Boden entweichendes Gas gespeist. Kurios, aber bei Weitem nicht den Auflauf wert, den sie der Gegen bescheren, aber was tut man nicht alles für ein schlechtes Bild des eigenen Antlitzes vor so einem Flämmchen...


    Wir ziehen rasch weiter, es ist inzwischen auch mal wieder spät geworden und ein Stückchen muss noch.

    Ein erster Blick auf den Tahtali Dagi, den mit 2366m höchsten Berg der Region und genialem Weitblick, so nah an der Küste, der morgen fällig werden soll.


    Wir wandern durch einen wunderschön lichten Nadelwald, der mit tollen Campspots nur so wuchert - und lassen uns nach einem letzten Stück mit Kopflampe für die Nacht kurz vor Beycik nieder.
    Der aufmerksame Mitleser wird merken, dass wir irgendwie jeden Abend ungeplant mit Kopflampe ausklingen lassen - es läuft sich meist einfach noch zu gut. Ein bisschen kühler, der Mond scheint, die Stimmung ist einfach toll.
    Und dem neugierigen Mitleser sei verraten, dass das so bleiben wird, wie mir gerade beim Überschlagen bewusst wird.

    Für die statistikaffinen Mitleser noch schnell: 28,5km, 1650hoch, 1100 runter.

    "Not all those who wander are lost"

  • Wir genießen den Morgen im wunderschön lichten Nadelwald


    und machen uns auf den Weg Richtung Beycik und den Tahtali Dagi.
    Als wir an einige Straßenkehren bergauf kommen, spielen wir das beliebte - 'ich kürze querfeldein ab, das ist schneller' - 'Ich lauf die Kehren, das ist schneller' Hase-und-Igel Spiel.
    Als ich nach meinen Abkürzungen wieder auf der Straße lande, schmunzle ich als Igel und Erster kurz, Recht behalten zu haben, staune aber, den Hasen noch nicht mal sehen zu können.
    Als ein Auto von hinten naht, staune ich nicht schlecht, als selbiger dort bereits drin sitzt - und mich dazu winkt.

    Zwei türkische Wanderer, die ebenfalls auf den Tahtali Dagi wollen, haben angehalten und ihn eingesammelt - und so geht es anstelle auf der Straße entlang zu Fuß nun motorisiert bis zum Zustieg.

    Der Aufstieg durch altehrwürdige Zedern voll silbernem Moosbehang ist wirklich hübsch, wir plaudern, so gut es auf Englisch geht mit den Beiden, die schon öfter oben waren, verpflegen uns kurz mit einem Snack an einer homestay-Artigen Holzkonstruktion am Wegesrand noch mit Gözleme und Cai - und kraxeln weiter.

    Wilde Pfingstrosen - laut unserer Mitwanderer wohl sowas wie eine türkische Nationalblume und unter höchstem Schutz.

    Als es langsam geröllig und baumlos wird, wird es leider auch schlagartig diesig. Der Tahtali Dagi hüllt sich als höchste Erhebung in der Gegend und nah am Meer leider gerne mal in Wolken.

    Mit Schnee hatten wir auf dieser Tour wahrlich nicht gerechnet!

    Und so bleibt es leider auch. Bis oben, lange und länger, bis wir keine Lust mehr haben, oben an der Gondelstation auszuharren und auf Sicht zu hoffen.
    Und so hätten wir das gemeinsame Gipfelfoto auch zu Hause vor der weißen Tapete machen können, der Hintergrund hätte nicht anders ausgesehen.
    Viele scheinen nicht gerade zu Fuß zu gehen, werde ich als einer der wenigen mit Schuhen, die tatsächlich einen Trail berührt haben doch aufgefordert, in der Gondelstation mit Aussichtspunkt, Restaurant, Shop etc. die Einwegüberzieher überzuziehen, um den blank gewienerten Steinboden zu schützen. P. mit seinen Lunas bleibt da als des Wanderns unverdächtig unter dem Radar ^^

    Wir verabschieden uns von unserern Mitwanderern und steigen wieder ab. Etwas scheint es aufzuklaren, so ist es ja immer, aber viel ist es nicht, und so marschieren wir ohne Reue weiter.

    Zunächst wieder geröllig-neblig gleichende Blicke (s.o.), dann wieder herrliche Zedern und Ausblick.

    Ein Stück lang unterhalb des Tahtali Dagi vermiesen uns nervige Quad-Gruppen etwas die Stimmung, bleiben aber zum Glück eine lokale Touristenerscheinung. Irgendein Rennen ist hier wohl auch durchgegangen.

    Nachdem uns wieder diverse Gruppen der sagenumwobenen, russischen Umschnall-Silbersitzkissensekte mit den Riesenrucksäcken im schnaufenden Aufstieg entgegengekommen sind, sind wir schließlich 'unten' an einer Straße und nahegelegenem Ort Beycik Dagi. Das vermeintliche Stromhäuschen entpuppt sich als öffentliche Toilette - mit DUSCHE im Nirgendwo. P. hüpft unter die Dusche, ich begnüge mich faul mit etwas Katzen- und Klamottenwäsche an der Quelle daneben und mache es mir in der 'Lounge' bequem, die direkt daneben an den Wegesrand gezimmert wurde - und scheinbar jeder Dorfbewohner einen andersfarbigen Sessel gespendet hat ^^


    Ein Stück weiter im Dorf selbst bewundern wir noch die hier schon mal gezeigte Turboschubkarre mit Scheibenbremse,

    futtern noch am Kiosk und kaufen nach - und schon sind wir auch wieder raus aus der Zivilisation (die hier neben normalem Dorfleben auch eine ganze Menge kleinere Unterkünfte für Wanderer bereithält - und sogar Speisekarten und Schilder auf russisch) und weiter in der Abendstimmung gen Nachtlager.

    Die Suche gestaltet sich mal wieder etwas langwierig, laufen wir doch mal wieder quer zum Hang und eher bergauf - ohne Aussicht auf Besserung, bis es endlich wieder so weit ist, wie jeden Abend ritualisiert die Kopflampen zu zünden, und die Nachtstimmung mitzunehmen.

    Irgendwann landen wir weiter oben auf einem Plateau auf einer riesigen Wiese. Im Kopflampenlicht reflektieren auf der anderen Seite auch irgendwie Zeltleinen - da wird sich jemand im Zelt wohl mal wieder an den Kopf fassen, wer wohl zum Teufel um diese Zeit im Nirgendwo noch unterwegs ist...

    Die Wiese ist jetzt schon ordentlich feucht, das könnte nass werden morgen früh, aber was soll's - an Sonne mangelt es hier ja eher weniger - Gn8! :sleeping:


    Das Tagwerk: 32km und Dank abstecher auf den Tahtali Dagi satte 2190hm hoch, 1950 runter, - die 1,5km Anhalter nicht aus den hm herausklamüsert

    "Not all those who wander are lost"

  • Der morgen ist wie erwartet klatschnass, selbst in der Hängematte, von P.'s Tropfsteinhöhle ganz zu schweigen.

    Das Zelt auf der Wiese ist nun nicht nur zu sehen, sondern beim Abbauen trotz der ordentlichen Entfernung sogar auch zu hören - das Sägewerk läuft noch auf Hochtouren.

    Wir machen den Absprung, noch bevor uns die Sonne erreicht und machen am nächstbesten Roadside Cafe eine kleine Morgenetappe weiter durch eher liebliches Gelände Halt, um unsere Sachen zu trocknen.



    Die Preise sind eher ambitioniert (Der BigMac Index ist bei unserer Tour eher der Dose-Cola-Index als Anhaltspunkt), aber die Ecke scheint auch ziemlich vielbegangen.
    Das hier schon mal gezeigte Klo mit Ausblick gibt jedoch wiederum Pluspunkte




    Es ist ganz schön Betrieb am Vormittag, abermals Mitglieder der sagenumwobenen, russischen Umschnall-Silbersitzkissensekte mit den Riesenrucksäcken in großer Zahl, die dort Lager aufgeschlagen hatten und noch immer nicht vom Fleck gekommen sind. Im Folgenden kündet die schweizer-Käse-artige Durchlochung des feuchten Bodens und die vielen russichen Schilder und Trail Sticker davon, dass dieser Abschnitt rund um Kemer fest in der Hand der Sekte sein muss.




    Es geht ein gefälliges Flussbett entlang und wir haben Spaß beim Felshopping, bergab Richtung Göynük. Die Sonne brutzelt ordentlich, der Schirm leistet treue Dienste.









    Dem Städtchen genähert mehren sich auch die unzureichend ausgerüsteten Tageswanderer und Instagramer im Selbstüberschätzungsmodus.
    Ein paar Britinnen im steten Selfiemodus, Flip-Flops, leeren Wasserfläschchen und hochroten Köpfen kommt uns entgegen mit fast schon der Aufforderung statt der Frage, dass da jetzt wohl bald gefälligst mal Trinkwasser zu kommen hat. Nee Mädels - seit Stunden nicht. Aber das Flusswasser wird man ja wohl doch trinken können? Na ja, man kann vieles - ob man auch sollte...Gn8 and good luck!
    Unten angekommen wirkt der Flussausläufer eher wie ein Disneyland. Zipline Jeeps im Safaristyle, Papageien, lustige Eiscremestandclowns - und eher urban anmutende Tourigruppen das volle Programm. Wir sind froh, keine Resupply zu brauchen - und nehmen die Beine schnellstmöglich wieder in die Hand, den nächsten Flusslauf wieder rauf.



    Da wird es schlagartig wieder ruhiger, nur noch ein paar Mehrtageswanderer begegnen uns.
    Wie sich das eigentlich mit dem Bus aus Hisarcandir nach Antalya verhält, wissen allerdings leider weder die türkischen, noch die russischen Wanderer.
    Ob man dem Google Maps Fahrplan trauen kann? Da gibt es nämlich genau einen Bus früh morgens. Ob wir es überhaupt noch in ausreichende Schlagweite schaffen?
    Aber der Wald und der Fels bieten langsam endlich Schatten und Abkühlung und so tun wir, was wir am frühen Abend für gewöhnlich tun - laufen, laufen, laufen. Bilder sind dabei kaum entstanden, Vernichtung der Vorräte, hier Sesamstange mit Schokocreme aus der ULer freundlichen Tube mal außen vor.




    Es ist Vollmond - und irgendwie eine ganz besondere Stimmung, in der wir da andächtig unterwegs sind.

    Und so werden die Kopflampen heute mal später fällig als sonst - laufen, laufen, laufen.

    Und plötzlich, am letzten Pass und vor Abstieg nach Hisarcandir, zeigt sich Antalya gegenüberliegend der Bucht mit langsam aufgehenden Lichtern.
    Wir verharren eine ganze Weile und genießen den Ausblick. Manchmal ist es ja der eine Blick, der einem klar werden lässt, dass man es geschafft hat, am Ende ist, Finish!






    Wir rollen noch ein ganzes Stück weiter bergab bis kurz vor Hisarcandir - und latschen fast auf einen Skorpion - vielleicht doch etwas mehr Kopflampe statt Vollmond?


    Es ist schon ein ganzes Stück wärmer, so weit unten. Morgen ist früh aufstehen angesagt, um auf Nummer sicher zu gehen, dass wir den Bus auch erwischen, so er denn irgendwie um und bei der angezeigten Uhrzeit auch fährt - und so fallen wir relativ direkt in die Federn, als das schnelle Lager steht.

    Endspurtmodus: 35km, 2050hm ruff - und 1880 runter. Morgen früh noch schnell drei zum Bus und das war's dann - wenn er denn kommt.

    "Not all those who wander are lost"

    Einmal editiert, zuletzt von questor | hangloose (20. September 2025 um 00:06)

  • Wir brechen im Morgengrauen auf nach Hisarcandir - auch am Morgen ist der Blick über die Berge und Bucht nach Antalya traumhaft.


    H. ist eine kuriose Mischung aus Holzhütten mit selbstversorger-Schweinestall und recht luxuriösen Wochenendhäuschen - es scheint sich in Antalya rumgesprochen zu haben, dass es einen Steinwurf entfernt ganz netten Zustieg in die Berge gibt...



    Sollte der Bus tatsächlich wie angegeben fahren, haben wir noch jede Menge Zeit, aber wir trauen der Google Maps Angabe nicht so recht und weitere Optionen gibt es ja nicht - und so frühstücken wir halt in aller Ruhe an der 'Bushaltestelle' aka Straßenrand. Irgendwann gesellen sich ein paar Schulkids und ältere Damen zu uns, um auf den? Bus zu warten, und so steigt die Hoffnung, dass das mit dem Fahrplan schon irgendwie stimmt.
    Und tatsächlich - fast auf die Minute pünktlich kommt er angerauscht, wir steigen ein, auf gen Zivilisation. Das war's nun echt, komisch...Die bergige Landschaft zieht vorbei, es wird flacher, urbaner - und schwupps sind wir im Trubel von Antalya.

    Zunächst das übliche Programm: Supermarkt für den kulinarischen Amoklauf kapern, Bleibe suchen, Grundreinigungsprogramm von Körper und Kluft - und dann ein bisschen Antalya erkunden.

    Um es kurz zu machen: Altstadt hübsch, aber wirklich bis zum allerletzten Laden ein reines Tourierlebnisdorf.







    Drumrum ganz nett, nichts, was einen vom Hocker haut, Aber zum Ausspannen für einen Tag perfekt.

    Wir legen uns abermals ordentlich in's Zeug, das Kaloriendefizit wieder wett zu machen, rund um die Uhr, von türkischem Frühstück bis Kokorec






    und lassen uns treiben. Hafen und Küste, Bazar, Friedhof, Stadtteilfest












    Und schauen in der Abendsonne noch ein Mal zurück über die Bucht auf die Berge, von denen aus wir gestern Abend noch in die andere Richtung gestaunt haben


    Schön war's! Vor allen Dingen auch überraschend. Überraschend vielfältig und abwechslungsreich für einen 'Küstentrail', sowohl landschaftlich wie historisch, um diese Jahreszeit überraschend grün, ab und an sogar überraschend anspruchsvoll, aber sehr in Maßen, überraschend einsam und zivilisationsferner als erwartet - definitiv auch in 2025 noch eine Empfehlung für einen relativ einfachen no-brainer Trail mit Schönwettergarantie und ohne viel Vorbereitung und Planung.

    Gelaufen sind wir in den Acht vollen Tagen und zwei Tagen rumgeeier zum Einstieg und beim Abkürzen insgesamt 275km, rund 12000hm rauf und 11000hm runter.

    "Not all those who wander are lost"

    Einmal editiert, zuletzt von questor | hangloose (20. September 2025 um 00:04)

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