Mid-Inner anpassen / DCF kleben

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  • Vor einiger Zeit habe ich mal eine MYOG-Version des Tramplite-Shelters aus Silnylon und mit einem Inner mit DCF-Boden angefertigt.

    Hier ist ein Bild davon beim Einsatz in der Sierra:

    Das Innenzelt krankt daran, dass es nur stramm steht, wenn die Spitze zum Eingang hin geneigt ist, also die Front nicht senkrecht ist sondern quasi "überhängend".

    Das sieht man hier nicht, da ich es passend (d.h. leicht schräg nach vorne) aufgestellt habe:

    Hier in geschlossenem Zustand:

    Da mir das Innenzelt grundsätzlich gefällt und es sehr leicht ist, ich aber das Tramplite-Aussenzelt kaum mehr verwende, möchte ich es so anpassen, dass es in einen DuoMid-Klon hineinpasst.

    Dazu möchte ich die "hintere mittige Spitze" des Bodens weiter nach innen verschieben, da das Duomid hinten gerade ist (neu: rote Linie statt blauer Linie in der Skizze):

    Ausserdem möchte ich das Problem mit dem mangelnden Zug auf den Nähten zum First hinauf beheben (hellgrüne Pfeile).

    Dazu werde ich wohl den Innenzeltstoff von der DCF-Wanne trennen müssen (abschneiden). Die hintere Firstnaht werde ich ebenfalls auftrennen müssen, da dort Material weg muss.

    Lieber wäre mir, ich könnte das Innenzelt irgendwie "raffen" (quasi mit einem "Abnäher"). Idealerweise ging das auch mit der DCF-Bodenwanne. Mir ist aber nicht so klar, ob das überhaupt geht.

    Ich bin also unsicher, wie ich da am besten vorgehe, und hoffe deshalb auf eure Ideen!

    Meine Fragen sind:

    • Die Kappnaht vom DCF zum Innenstoff ist wohl nur sehr mühsam aufzutrennen. Eventuell ist es einfacher, diese zu belassen und das DCF zu kleben. Wobei mir diese Variante auch nicht wirklich gefällt
    • Alternativ schneide ich das Material hinten ab (da die DCF-Wanne eh kleiner wird) und nähe ein neues Stück Innenzeltstoff dran, und nähe dieses dann an das alte Innenzelt?
    • Wichtig ist mir, das Boden-DCF weiter verwenden zu können, und idealerweise an der Front nichts zu verändern, da dort viel Arbeit drin steckt und diese gut ausgeführt ist.
    • Wie bereits beschrieben wäre mir ab liebsten, ich könnte die Formanpassung mit "Abnähern" erzielen. Beim Innenzelt sehe ist, wie das gehen könnte (Abnäher quer um die Länge zu verkleinern, und einlang der hinteren Firstnaht um den Umfang anzupassen). Aber wie mache ich das mit dem DCF-Boden?
    • Falls ich DCF neu verkleben muss, welches Tape empfehlt ihr dafür? Bei ExTex gibt es ein doppelseitiges Klebetape, welches aber sehr teuer ist und nur als ganze Rolle erhältlich ist. Ich meine mal von Alternativen gehört zu haben...

    So, jetzt hoffe ich auf eure MYOG-Schwarmerfahrung ;)

    Einmal editiert, zuletzt von ULgeher (6. Juli 2025 um 13:36)

  • Lieber wäre mir, ich könnte das Innenzelt irgendwie "raffen" (quasi mit einem "Abnäher"). Idealerweise ging das auch mit der DCF-Bodenwanne. Mir ist aber nicht so klar, ob das überhaupt geht.

    Colin hat sowas in seine inner gebaut.

    Tramplite Shelters
    Original Tramplite Tarp (discontinued), UK Lake District Tramplite Gear is currently closed and WILL NOT reopen until trading with th...
    www.tramplite.com

    Das ist relativ einfach in ein bestehendes inner einzubauen. Ich habe das einmal für ein 3F solid inner gemacht.
    Klappt hervorragend!

    VG. -wilbo-

  • Das ist relativ einfach in ein bestehendes inner einzubauen. Ich habe das einmal für ein 3F solid inner gemacht.
    Klappt hervorragend!

    Die habe ich genau so drin ;) aber es reicht nicht.


    Darf ich fragen, warum

    Natürlich :) Ich finde die Geometrie etwas schwierig. Das Zelt ist sehr langgezogen und hinten sehr flach. Damit ist der Kopf- und Fussraum für mich doch eingeschränkt. Wenn ich nicht höllisch aufpasse berührt im Fussbereich der Quilt das Innenzelt, und beim Kopf bleibt auch nicht viel Platz. Vielleicht habe ich da ein wenig zu viel Cat Cut.

    Bei viel Wind wird die flache Hinterseite, vermute ich, zum Problem. Jedenfalls mit dem dünnen Silnylon. Wobei ich unterwegs mit diesem Zelt immer von wirklich starkem Wind verschont wurde.

    Am Ende habe ich in Skandinavien statt des Tramplite immer das TrailStar genommen, wegen der Flexibilität. Aber auch bei diesem ist das Problem ähnlich. Die Seitenflächen sind gigantisch, und bei flachem Aufbau sind die de Fakto fast in einer Ebene liegenden Flächen gross. Hier z.B. hatte ich Fallwinde und während einer Nacht ziemlich Probleme (ich habe von Innen gegengehalten, keine Ahnung, ob sonst was passiert wäre, aber ich habe morgens nach dem Gewitter schleunigst abgebaut und war froh, dass nichts passiert war).

    Unterdessen glaube ich, dass sich diese Probleme bei einem Mid am einfachsten mit einer längeren Mittelstange vermindern lassen (oder mit Stützen in den Ecken oder an der Seite wie beim Stratospire, aber das verkompliziert wieder den Aufbau). Deshalb möchte ich etwas wie das Duomid nähen, aus dem 55er Silnylon.

  • Das Problem beim Trailstar ist, dass alle Nahtkanten diagonal zur Webrichtung liegen. Da kann man machen, was man will, da ist bei »Schräg an Schräg« immer eine gewisse Dehnung drin.

    Man muss sich bei einem Mid / Lavvu halt immer entscheiden, wie nähe ich die Stoffbahnen zusammen.
    Gerade an Gerade, dann gibt es zwangsläufig auch Schräg an Schräg. Oder Schräg an Gerade, dann hat man mit unterschiedlicher Drehung beim Nähen zu tun.

    VG. -wilbo-

  • Das Problem beim Trailstar ist, dass alle Nahtkanten diagonal zur Webrichtung liegen. Da kann man machen, was man will, da ist bei »Schräg an Schräg« immer eine gewisse Dehnung drin.

    Man muss sich bei einem Mid / Lavvu halt immer entscheiden, wie nähe ich die Stoffbahnen zusammen.
    Gerade an Gerade, dann gibt es zwangsläufig auch Schräg an Schräg. Oder Schräg an Gerade, dann hat man mit unterschiedlicher Drehung beim Nähen zu tun.

    VG. -wilbo-

    Das ist sicher das eine. Das andere ist, dass ich das sehr elastische und leichte Silnylon verwendet habe, das es damals bei Aliexpress gab (mit 36g/m2 oder so inkl. Beschichtung). Dieses Nylon ist wirklich sehr gut. Es ist aber eben auch sehr elastisch.

  • Moin!
    Den Grundriss mit der ausgestellten Ecke an der Rückwand finde ich besser als das simple Rechteck vom DuoMid.
    Die Rückwand bekommt die größte Windlast ab, daher ist eine stramme und effektive Abspannung der Mittellinie hilfreich. Hierbei komme ich mit dem Abspannpunkt sowieso aus der geraden Linie des Grundrisses heraus, in einen ausgestellten Winkel mit entsprechendem Abstand zum Boden. Um die Rückwand winddicht zu halten, müsste vom Design her das Fly hinten also entsprechend länger sein.

    Meine Gedanken dazu.
    Ich würde erstmal das inner so lassen, wie es ist. Es so optimal wie möglich mit einer entsprechend hohen Stange aufbauen.
    Im zweiten Schritt hätte ich mir ein 1:1 Fadenmodell mit entsprechendem Abstand vom fly zum inner gespannt. Mit diesen Maßen würde ich in SketchUp einen ersten Entwurf hinstellen und mir dann Gedanken über die Designmöglichkeiten machen.

    just my 2 cents ...

    VG. -wilbo-

  • Den Grundriss mit der ausgestellten Ecke an der Rückwand finde ich besser als das simple Rechteck vom DuoMid.

    Das stimmt sicherlich. Beim TS verwende ich übrigens immer Heringe in der Mitte der Seiten, dort ist der Fadenlauf auch günstiger (allerdings nur eine Gewebeschicht vorhanden). Also 9 Heringe an der Peripherie.

    Die Frage ist halt auch, wie weit die Ecke wirklich ausgestellt werde muss, damit dieser zusätzliche Winkel wirklich wirksam wird und z.B. den Wind ablenkt und die Bildung eines Windsack verhindert. Gerade letzteres ist wohl mit dem dünnen elastischen Silnylon des TS und Tramlite-Nachbaus ungünstig.

    Etwas, was mich bei TS bei aller Begeisterung für die Aufstellmöglichkeiten nervt, ist dass ich bei Tau und Kondens beim Rein- oder Rauskriechen immer nass werde, weil ich zwischen AZ (mit Kondens) und Vegetation (mit Tau) eingeklemmt bin. Besonders bei sehr flachem Aufbau wie auf dem Bild ist das ungünstig. Auch das ist für mich ein Grund, mal ein Mid wie das DuoMid auszuprobieren.

    Ich würde erstmal das inner so lassen, wie es ist. Es so optimal wie möglich mit einer entsprechend hohen Stange aufbauen.
    Im zweiten Schritt hätte ich mir ein 1:1 Fadenmodell mit entsprechendem Abstand vom fly zum inner gespannt. Mit diesen Maßen würde ich in SketchUp einen ersten Entwurf hinstellen und mir dann Gedanken über die Designmöglichkeiten machen.

    So ähnlich werde ich sicherlich vorgehen. Es geht allerdings demnächst auf Tour, und ich brauche dann eine schnelle Lösung, die ich innerhalb einer Woche neben der normalen Arbeit erzielen kann. Im Moment warte ich noch auf das 55er Silnylon von ExTex...

  • Hi!
    Ich würde beim Ändern so vorgehen:

    Grün ist ein Abnäher seitlich einfach innerhalb des Innenzeltstoffes. , Rot sind Schnitte. Der Schnitt am Boden quer sollte natürlich die Bathtub-rückwand mit beinhalten;). Mit dem Auftrennen von Nähten würde ich mich nicht aufhalten. Lieber rausschneiden und neu machen. wilbo s Anmerkungen zur ausgestellten Rückwand sind sicherlich ein guter Gedanke. Evtl. könntest du den nächsten Shelter einfach etwas höher und mit weniger Catcut machen?

    Ich habe mir aber auch mal einen Duomid Klon genäht. Das mit den minimal vier Heringen hat schon einen Charme - nicht alle Nächte sind ja Sturmnächte. Und Platz ist ja darin genug wenn man alleine ist. Da kannst du locker zur Leeseite ausweichen wenn dir die Zeltbahn zu sehr auf die Pelle rückt.

    LG,

    Christian

  • . wilbo s Anmerkungen zur ausgestellten Rückwand sind sicherlich ein guter Gedanke. Evtl. könntest du den nächsten Shelter einfach etwas höher und mit weniger Catcut machen?

    Ja, das ist die Idee mit dem DuoMid-Klon. Ich habe die Locus Gear Trekkingstöcke, da gibt es ein Koppelstück, mit dem man die beiden Stöcke verbinden kann. Damit erreiche ich stabile 140cm oder auch mal 160cm für einen sehr luftigen Aufbau.

    Eine Idee dabei ist, dass die beiden Endstücke dann als Ministützen zur Verfügung stehen. Ich überlege, damit an Kopf- und Fussende ev. die Flächenabspanner ein wenig anzuheben, indem ich innen eine kleine Tasche an den Flächenabspannpatches annähe, in welche ich das Stockende stecken kann. Ich bin allerdings noch unsicher, ob das bei Wind nicht zu riskant sein könnte, wenn diese rausspringen.

    Ich würde beim Ändern so vorgehen:

    Genau, das ist die Idee. Die Abnäher würde ich am Ende dann schon abschneiden und umlegen. Das mit dem Bathtub hinten ist aber ein wenig trickreich, da ist Abschneiden wohl einfacher.

    wilbo Zum Design des Tramplite Shelters: Colin hat irgendwann noch die Option gehabt, die Rückseitige Firstnaht zu stützen, indem ein Trekkingstock gestützt wird. Hier ist ein Bild davon. Für mich zeigt das auch, dass die grosse Fläche hinten immer noch ein Problem ist, auch wenn das Ende der Naht nach aussen versetzt ist. Du hast sicherlich recht, dass das etwas bringt. Ich denke aber, solange der Winkel zwischen den hinteren Seitenflächen relativ flach ist (nahe bei 180°) ist der Nutzen nicht unbedingt so gross.

  • N´Abend!

    ... da gibt es ein Koppelstück, mit dem man die beiden Stöcke verbinden kann. Damit erreiche ich stabile 140cm oder auch mal 160cm für einen sehr luftigen Aufbau.

    Ahh, also im Prinzip einfach ein passendes Carbonrohr als Verbinder?
    Bei dem geringen Durchmesser hätte ich allerdings ab 150 cm zunehmend Bedenken, was die Stabilität angeht.

    Zudem bin ich kein Freund von wiederholtem Auseinander- und Zusammenbau von Trekkingstöcken. Irgendwie habe ich dabei kein gutes Gefühl und die Möglichkeit irgendwas kaputt zuspielen schwingt irgendwie immer mit.

    Ich überlege, damit an Kopf- und Fussende ev. die Flächenabspanner ein wenig anzuheben, indem ich innen eine kleine Tasche an den Flächenabspannpatches annähe, in welche ich das Stockende stecken kann.

    Lustig, genau das habe ich gerade bei einem Prototyp aus Baumwolle genäht!
    (Die Idee stammt übrigens von Leo / Bergzeux)

    Das gibt nochmal richtig viel Platz am Kopf- und Fußende.
    Allerdings verändert die Ausbuchtung den Schnitt, besonders im Frontbereich. Auf dem ersten Bild sieht man gut die Falte, die zum Stock führt. Durch diese Verzerrung der Fläche wird aus der vorderen Kante leider ein Teil der Spannung rausgenommen. :(

    Für mich zeigt das auch, dass die grosse Fläche hinten immer noch ein Problem ist, auch wenn das Ende der Naht nach aussen versetzt ist.

    Beim Tramplite liegt mMn das Problem in dem übertriebenen Catcut, (selbst bei DCF) und der relativ niedrigen Gesamthöhe im Verhältnis zum Grundriss. Bei einigen meiner Tarps verlängere ich die hintere Mittellinie nur um 20 cm und es bringt überraschend viel ausgestellten Raum und extra Stabilität. Bei Bedarf setzte ich genau auf diese Linie noch einen Lifter.

    VG. -wilbo-

  • Bei dem geringen Durchmesser hätte ich allerdings ab 150 cm zunehmend Bedenken, was die Stabilität angeht.

    Zudem bin ich kein Freund von wiederholtem Auseinander- und Zusammenbau von Trekkingstöcken. Irgendwie habe ich dabei kein gutes Gefühl und die Möglichkeit irgendwas kaputt zuspielen schwingt irgendwie immer mit

    Das stimmt, wobei das Auseinandernehmen bei den Locus Gear Stöcken sehr leicht geht. Anders rum muss ich das dünnste Segment maximal ausfahren, was auch nicht so günstig ist. Ich sehe aber schon, dass mit der Verlängerung der Hebel auf diese dünnste Stelle länger ist, da diese in die Mitte zu liegen kommt. Auf der anderen Seite scheint mir das Verbindungsstück stabiler zu sein als das dritte Stocksegment.

    Bei einigen meiner Tarps verlängere ich die hintere Mittellinie nur um 20 cm und es bringt überraschend viel ausgestellten Raum und extra Stabilität. Bei Bedarf setzte ich genau auf diese Linie noch einen Lifter.

    Das kann ich beim Duomidklon ebenfalls tun. Ohne Abspannung in der Mitte hinten würde ich es eh nie aufstellen wollen, und das mehr an Gewicht wird minimal sein.

    Beim Tramplite liegt mMn das Problem in dem übertriebenen Catcut

    Mein Plan ist bisher, diesmal ganz ohne Catcut zu arbeiten (mit dem 55er Silnylon). Spricht etwas dagegen? Bisher hatte ich am Ende immer zuviel Raumverlust (mehr als geplant, onwohl ich die Form in 3D berechnet hatte), und mein Eindruck war, dass sich sowieso automatisch durch die Dehnung eine gebogene Firstnaht ergibt.


    Zur Abspannung: Ich habe bei mir schon Abspannpunkte in den Firstnähten:

    Das Problem ist allerdings, dass meiner Meinung nach selbst bei Abspannpunkten recht weit vom Zelt diese die Kräfte nicht in eine geeignete Richtung umlenken, sondern am Abspannpunkt das Zelt nach schräg nach unten drücken. Dazu reicht bereits eine geringe Elastizität des Stoffs und der Leine, oder ein Firstpunkt, der nach hinten nachgibt, und die Auslenkung erfolgt irgendwo in Richtung zwischen der grünen und der braunen Linie. Ideal wäre die violett eingetragene Abspannung, aber die lässt sich selten gut realisieren und ist bei einem langen Stock zusätzlich wacklig. Ich spanne übrigens normalerweise den Firstpunkt zusätzlich mit einer langen Leine nach vorne ab, um ein Nachgeben nach hinten zu reduzieren.

    3 Mal editiert, zuletzt von ULgeher (8. Juli 2025 um 08:16)

  • Spricht etwas dagegen?

    Nope!
    Silnylon zieht sich unglaublich schön in Form.

    Allerdings muss man dabei die Webrichtung immer in Betracht ziehen.
    Auf Nahtkanten, die diagonal gehen, ist absolut keine Spannung zubekommen und diese haben auch den meisten Stretch.
    Im Umkehrschluss schaue ich immer, welche Nähe konstruktiv eher statisch sein sollten und bringe das nach Möglichkeit ins Design mit ein. Das führt natürlich am Ende immer zu einem Kompromiss mit der Schnittoptimierung. X/

    ... selbst bei Abspannpunkten recht weit vom Zelt diese die Kräfte nicht in eine geeignete Richtung umlenken, sondern am Abspannpunkt das Zelt nach schräg nach unten drücken.

    Daher sind Abspannpunkte an Mid´s auch nur Lifter.

    Die gesamte konstruktive Last wird vom Ankerpunkt am Boden, über die Nähe auf die Spitze geleitet. Wenn ich jetzt dazwischen einen Abspannpunkt einbringe, der Zug nach unten generiert, ist statisch gesehen nichts gewonnen.
    Ein Lifter über einen erhöhen Zugpunkt bringt etwas mehr Raumgewinn, belastet diesen Punkt bei Wind aber sehr stark.
    Bei unserem Tentipi habe ich ab Bft 7 auf der Luv-Seite die Spannung der Lifter immer weiter gelockert, da die Belastung auf diesen Nahtpunkten nicht gut aussah.

    Wenn ich ein Mid für extremen Wind bauen müsste, würde ich das nur mit einem steilen A-Frame Gestänge konstruieren.

    VG. -wilbo-

  • Ein Lifter über einen erhöhen Zugpunkt bringt etwas mehr Raumgewinn, belastet diesen Punkt bei Wind aber sehr stark.
    Bei unserem Tentipi habe ich ab Bft 7 auf der Luv-Seite die Spannung der Lifter immer weiter gelockert, da die Belastung auf diesen Nahtpunkten nicht gut aussah.

    Wenn so ein Lifterpunkt von unten gestützt wird wie in deinem Baumwollprototyp, sollte das weniger ein Problem sein, oder? Mal angenommen, die Stelle ist genügend verstärkt...

  • Lustig, genau das habe ich gerade bei einem Prototyp aus Baumwolle genäht!

    Das gab es schon mal vor Jahren im blauen Forum, damals war der Stab oben mit zwei Leinen Richtung der Ecken unten abgespannt.

    Mein Plan ist bisher, diesmal ganz ohne Catcut zu arbeiten (mit dem 55er Silnylon). Spricht etwas dagegen? Bisher hatte ich am Ende immer zuviel Raumverlust (mehr als geplant, onwohl ich die Form in 3D berechnet hatte), und mein Eindruck war, dass sich sowieso automatisch durch die Dehnung eine gebogene Firstnaht ergibt.

    Jein. Auch bei Silnylon wirst du Falten längs der Naht bekommen. Das ist jetzt kein Supergau, aber irgendwie bringt der Stoff der da zu viel ist ja auch keinen extra Raum. Willst du wirklich mit minimalem Catcut arbeiten dann schlage ich vor zuerst das Zelt mit einfachen, geraden Nähten fertig zu stellen und dann in aufgebautem Zustand zu sehen wieviel Stoff man wegnehmen kann ohne wirklich Rauminhalt zu verlieren. Oder du nimmst wie ich einfach einen Catcut von 3 cm, das funktioniert bei Duomidmaßen recht gut, dann hast du nur noch minimal Falten. Siehe hier....

    ULgeher: Wie hoch ist denn dein aktueller Shelter und wie groß bist du? Ich habe bei 1,87 m Körpergröße in meinem Deneck eigentlich massig Platz.

    Bei einer Pyramide hat man halt immer das Problem dass einem die Zeltbahn vor der Nase hängt und dann bei Wind eben entsprechend wenig Reserven sind gegen plattdrücken. Eventuell möchtest du vielleicht doch lieber einen Längslieger?

  • Das gab es schon mal vor Jahren im blauen Forum, damals war der Stab oben mit zwei Leinen Richtung der Ecken unten abgespannt.

    Ich werde wohl eine Leine von der Tasche zur Stockspitze führen, damit der Stock nicht aus der Tasche springen kann.

    dann schlage ich vor zuerst das Zelt mit einfachen, geraden Nähten fertig zu stellen und dann in aufgebautem Zustand zu sehen wieviel Stoff man wegnehmen kann ohne wirklich Rauminhalt zu verlieren.

    Ich verstehe nicht, wie das geht. Ich kann ja nicht einfache Nähtr in Kappnähte verwandeln, wenn alles bereits zusammengesetzt ist. Das geht meiner Meinung nach nur eine Naht nach der anderen.

    Wie hoch ist denn dein aktueller Shelter und wie groß bist du? Ich habe bei 1,87 m Körpergröße in meinem Deneck eigentlich massig Platz.

    Ich bin kleiner. Stockhöhe ist um die 125cm. Das Problem ist wohl das Innenzelt, das nochmals Platz wegnimmt. Es passt einigermassen, wenn ich genau eingemittet liege. Aber mein Quilt ist etwas länger als notwendig wäre, und wenn ich ein wenig rutsche oder das Innenzelt durchhängt, habe ich am Kopf- oder Fussende Zeltkontakt. Das stört mich nicht unbedingt, aber ich hatte so immer mal wieder eine nasse Fussbox. Bei Lapplandherbstwetter, wo ich den Quilt nicht unbedingt immer trocken kann, ist das für mich ein Problem.

  • Das Problem ist wohl das Innenzelt, das nochmals Platz wegnimmt.

    Aber eigentlich sollte doch eine Berührung am Innenzelt egal sein. Kondens hast du doch nur am Außenzelt oder?

    Ich verstehe nicht, wie das geht. Ich kann ja nicht einfache Nähtr in Kappnähte verwandeln, wenn alles bereits zusammengesetzt ist.

    Schau mal da unter Kappnaht. Du machst einfach die erste Naht aus "Schritt 1", baust dann das Zelt provisorisch auf und ermittelst dann das zu viel an Stoff im Bereich der Nähte. Aber wahrscheinlich ist das zu kompliziert gedacht. Mach einfach einen leichten Catcut von 3 cm- dann sieht das Zelt so aus wie auf den Bildern. Mias Deneck hat auch einen Catcut von 3 Zentimetern und sieht mit anderem Material ebenfalls prima aus- kaum Raumverlust.

    Stockhöhe ist um die 125cm

    Das ist deutlich niedriger als das Duomid. Das Duomid könnte also deine Probleme mit der aufliegenden Zeltbahn lösen.

  • Schau mal da unter Kappnaht. Du machst einfach die erste Naht

    Kappnähte kenne ich schon ;)

    Das Problem ist, dass sich diese überlappen, an der Spitze zum Beispiel. An einer fertigen Spitze lässt sich zudem nicht mehr vernünftig nähen. Ausserdem sind die Linelocs auf die Kappnaht aufgenäht.

    Ich werde das Zelt jetzt mal ganz ohne Catcut nähen und schauen, wie das passt. Wenn ich die Stützen an der Seitenmitte habe, bringt das ja auf dieser Höhe eh zusätzlich Spannung ins Aussenzelt.

    In Mias's Zelt ist ja auf den Firstnähten offenbar zu wenig Spannung drauf, deshalb hat sie wohl die Abspannschnüre dort. Das ist für mich ein Beispiel für einen Catcut, der nicht tut, was er sollte.

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