Beiträge von dermuthige

    Ich freue mich übers Interesse! Danke für deine Gedanken und Ideen! :thumbup:

    Allgemeiner Hinweis: Da folgt noch ein Teil mit der aktuellen Version. Das ist dann eine bessere Diskussionsgrundlage. :)

    Auf deine Punkte gehe ich aber gern schon ein:

    Wann will man eine gepolsterte Tasche? Wenn man auf die Nase fliegt - und dir Ausrüstung was abbekommen könnte. Der rolltop ist nicht gepolstert - ist das keine Achillesferse? Und können die Objektive beim offen runtergerollten rolltop nicht trotz Magnetverschluss rausfliegen, wenn man stürzt, wenn die Magnete gleichzeitig noch schwach genug sein müssen, um ein einfaches Öffnen zu ermöglichen?

    Für meine Zwecke schützt die Tasche beispielsweise am Berg vor Stößen am Fels und im dichten Wald vor Kratzern. Sie ist nicht dafür entwickelt worden, vor Stürzen zu schützen. Da stimme ich dir also zu – aber verneine deine Aussage, dass "eine gepolsterte Tasche" genau dafür gewollt wird. Ich schätze, wir verwenden Kamerataschen anders und haben daher andere Bedürfnisse an sie. Mir ist der Schnellzugriff weitaus wichtiger als der Schutz vor einem Sturz.

    Ein weiterer Punkt: Beziehst du dich auf die hier vorgestellte Tasche oder hast du schon auf der Website geluschert? Der neuen traue ich tatsächlich schon ein wenig mehr Schutz vor Sturz zu, und mehr Fähigkeit die Ausrüstung in der Tasche zu behalten. Die Magneten der neuen Konstruktion halten erstaunlich gut – ich kann die Tasche schütteln wie ich will, ohne dass sie sich lösen.

    Finde ich aber generell einen spannenden Punkt. Ich werde mal nachdenken, wie ich einen Sturz simulieren kann, ohne meine Ausrüstung zu opfern ^^

    Hast Du mal über einen einfachen, überlappenden Deckel nachgedacht, wie man ihn von klassischen toploader Rucksäcken kennt?

    Ich denke drüber nach! Zipper-Deckel sind auch noch im Rennen für weitere Taschen. Mehr Auswahl für die unterschiedlichen Bedürfnisse kann ja nicht schaden.

    Anstelle der Karabiner fände ich glaube ich Blitzverschlüsse oder fidlocks netter, trotz Gegenstück an den Schultergurten.

    Blitzverschluss fänd ich auch nett, hab ich tatsächlich auch getestet. Meine Schwierigkeit war, eine möglichst universale Option zu finden, die sich einfach überall befestigen lässt. Der Karabiner funktioniert da meiner Erfahrung nach tatsächlich ziemlich gut. Aber man kann mit den Befestigungspunkten ja auch gut basteln. Besser als durch Daisy-Chain-Gurtband passt er natürlich durch eine Kordelschlaufe, die man am Gurtband befestigen könnte. Das ist dann absolut easy.

    Mesh Außentaschen wögen fast nichts, wären aber vielleicht ein netter Mehrwert für Snacks oder Kamerakram wie Objektivdeckel etc., wenn man eh schon was vor'm Wanst hat.

    Stimme ich dir absolut zu, sehe ich auch für etwaige zukünftige Varianten (ggfs. wieder in Kombi mit Zipper). Etwas Gewicht kommt natürlich schon hinzu. Bei der aktuellen Version – deren Design-Hintergründe ich ja erst noch erklären werde ^^ – sind die Möglichkeiten aufgrund der aufs Nötigste reduzierten Nähte nicht gegeben.

    Blüten Erfolg beim Tüfteln! :thumbup:

    Danke! :love:

    Evolutionsstufe 3: Rolltop-Kameratasche
    Diese Tasche habe ich ursprünglich Anfang 2024 auf /r/MYOG vorgestellt.

    Kurz gesagt: Ich hab auf der Reise das Vertrauen in Reißverschlüsse verloren. Nicht nur aufgrund des Regens – sieben Tage Sand haben das ganze auch nicht besser gemacht. Wenn ich auf Tour bin, soll meine Kameratasche verlässlich funktionieren. Egal ob es regnet und egal wie lange ich unterwegs bin.

    Daher ist die nächste Tasche vor allem von einem Punkt geprägt: Rolltop statt Zipper. Gleichzeitig hab ich die Chance genutzt, ein paar der anderen Probleme aus dem Weg zu räumen: Keine Deckeltasche, verbesserter Schnellzugriff, Polsterung mit Liner, und ich hab mittlerweile auch bessere Karabiner gefunden.

    • Wasserdichtes Rolltop-Design: Keine Chance für Regen. Die gesamte Tasche besteht aus einem Stück Stoff, die Seiten werden nur hochgeklappt und miteinander vernäht. Alle Nähte werden getaped. Die Deckeltasche fällt weg, im Zweifel lässt sich im Korpus ein loses Täschchen unterbringen.
    • Schnellzugriff: Ein Rolltop vor der Brust klingt zunächst etwas blöd. Versperrt das nicht die Sicht? Nein: Beim Wandern wird die Tasche geöffnet und der Rolltop nach außen zur Hälfte abgerollt. Ein paar Magneten halten die Außenwände als Schnellverschluss zusammen. Die Kamera ist schnell gezückt – und bei Regen wird die Tasche zugerollt.
    • Polsterung: Wie zuvor ist auch diese Tasche mit Evazote gepolstert. Dafür habe ich einen kleinen Kasten genäht, der nach oben hin offen ist und der innen mit zwei Trennern unterteilt wird. Diese Trenner sind wie von Kamerataschen bekannt lose und werden mit Klett flexibel eingesetzt. Alles Padding und die Trenner habe ich mit "7D ripstop fabric soft"-Resten von AdventureXpert überzogen, da die Kamera am Evazote sonst hängen bleibt.
    • Anpassparkeit: Bei den vorigen Taschen habe ich den Evazote-Kasten an die Außenwand geklebt, um ihn zu sichern. Diesmal habe ich ihn mit Klett fixiert, damit der Kasten entfernbar und die Tasche anpassbar/reparierbar bleibt. Das Klett für die äußere Tasche habe ich auf einen Streifen Ultra 200 genäht und festgeklebt, um weitere Nahtlöcher zu vermeiden.
    • Material: Ultra 200
    • Gewicht: 133g

    Mit dieser Tasche war ich im März auf einer Skitour auf dem Kungsleden unterwegs. Das Rolltop-Design hat gut funktioniert! Man merkt beim Rollen eben wie bei einem Drybag, dass die Tasche sich plustert und keine Luft entweicht – das hat mich sehr sicher gestimmt, dass auch kein Wasser eindringt (auch wenn das auf dieser Tour eh unwahrscheinlich war).

    Lediglich der Schnellzugriff mit dem nach außen gerollten Rolltop hat nicht so recht überzeugt, sodass ich die Tasche für jedes Foto neu entrollt habe. Und aufgrund der punktuellen Belastung der Befestigungspunkte würde ich als nächstes die Schlaufen wieder in der Naht integrieren statt sie von außen aufzusetzen.

    Bald geht's weiter ...

    (Naja, und die Nähte im letzten Bild wollen wir uns zu diesem Zeitpunkt gar nicht erst angucken. Das ist ja ein Graus! :D)

    Zwischenspiel: ein regnerischer Tag in Portugal ...

    Im Februar 2024 hatte ich eine weitere Iteration dieser Tasche mit auf dem Fishermen's Trail in Portugal. Sie hatte schon den Skye Trail überlebt, aber wer konnte schon wissen, dass Schottland sich in Sachen Regen was von Portugal abgucken kann? 8|

    Nun, gleich am ersten Tag hat's geregnet wie sonst was. Ich hätte die Kameratasche besser wegpacken sollen, da die Nähte des Reißverschluss ja nicht vollständig wasserdicht waren. Aber ich wollte die Kamera einfach noch nicht wegpacken – nicht bevor das Wandern überhaupt richtig losging, bevor ich die stürmische See fotografieren konnte! Und als ich dann schließlich meine Kameratasche öffnete, fand ich eine kleine Pfütze am Boden, und meine Kamera und Objektive waren nass ...

    Evolutionsstufe 2: Ultraleichter Toploader
    Diese Tasche habe ich ursprünglich 2022 auf Reddit /r/MYOG vorgestellt.

    2022 stand meine Wanderung auf dem Kungsleden an, daher holte mich das Thema wieder ein. Vom UL-Kamera-Rucksack hatte ich mich gedanklich wieder getrennt, stattdessen sollte es ein typischer ultraleichter Rucksack in Kombination mit einem MYOG-Kamera-Toploader vor der Brust werden.

    In dieser Hinsicht entdecke ich diese spannenden Konzepte:

    In die Richtung sollte meine nächste Tasche gehen. Aber mit folgenden Anforderungen: ultraleicht, regensicher, gepolstert, schnell erreichbar und groß genug für mindestens eine Kamera mit befestigtem Objektiv sowie ein weiteres Zoom-Objektiv. Auch hier dauerte es drei Iterationen, bis ich glücklich war:

    Infos zur Nutzung:

    • Wird über zwei Schlaufen mit Karabinern an zwischen den Schultergurten oder am Hüftgurt befestigt
    • Zip-Deckel klappt vom Körper weg, um die Kamera einfach zu erreichen
    • Ausreichend Platz für meine Kamera-Ausrüstung und ich kann praktisch während des Laufens mein Objektiv wechseln
    • Sollte Regen kurz standhalten, muss im starken Guss aber besser in den Rucksack

    Infos zur Konstruktion:

    • Zwei interne Trenner sind unten direkt an die Außenhülle geklebt und lassen sich oben umklappen. Hier habe ich sie mit etwas DCF überzogen, weil die EVA-Polsterung sonst zu sehr an der Kamera "klebt".
    • Rundum 4mm Polsterung, mit Transfer-Tape eingeklebt
    • Nähte nach Möglichkeit getaped (nicht am Zipper)
    • Deckeltasche aus Moskitonetz und Klettverschluss
    • Aus Ultra 100
    • 113g

    Was funktionierte an diesem Design gut?

    • Die Tasche war nur minimal schwerer als die die anderen erwähnten Taschen, hatte aber deutlich mehr Platz.
    • Die Tasche trägt sich ausgeglichen vor der Brust.
    • Die Kamera ist mit dem Padding gut geschützt.
    • Ich kann mehrere Objektive unterbringen.

    Was funktionierte an dem Design nicht so gut?

    • Der eingenähte (wasserabweisende) Reißverschluss ist schwierig abzudichten. Das Tape klebt zwar am Ultra, jedoch nicht auf der Innenseite des RV. Blöd, dass ausgerechnet der Deckel den meisten Regen abbekommt ^^
    • Das EVA-Padding verträgt sich nicht so gut mit Gummiteilen an der Kameraausrüstung. Das macht das Rausziehen schwierig.
    • Der Kleinkram in der Deckeltasche war ein wenig wenig fummelig. Es war am Ende einfacher, einen kleinen Beutel unten in die Kameratasche zu legen.
    • Durch den Zipper lässt sich die Kamera noch immer nicht so schnell wie gewünscht erreichen.
    • Das Befestigen mit den Karabinern ist manchmal recht nervig, vor allem beim Abnehmen der Tasche. Meine Karabiner haben eine Art Haken am Ende, der sich immer im Gurtband des Schultergurts verhakt.

    Moin!

    Ich möchte euch gern zeigen, wie sich meine MYOG-Kamerataschen über die letzten Jahre entwickelt haben. Die ersten Taschen habt ihr vielleicht schon auf Reddit oder im blauen Forum gesehen, aber ich wollte sie hier gern mal in eine Reihe bringen. Was ist die Idee hinter den Designs? Was habe ich warum angepasst? Wie hat es auf Tour funktioniert? Und wie sehen sie heute aus?

    Hinweis: Wie ich schon in meinem Vorstellungs-Post erwähnte, mache ich mich gerade mit diesen ultraleichten Kamerataschen selbstständig. Mein Ziel mit diesem Post ist vorrangig, die Evolution der Taschen zeigen und damit ein wenig meine persönliche MYOG-Lernkurve darstellen. Sobald ich zu den aktuellen Taschen komme, zeige ich natürlich Produkte, die ich verkaufe. Ich freue mich aber, mit euch deutlich mehr Infos zu Design-Entscheidungen und MYOG-Erkenntnissen zu teilen, als ich es in werbender Kommunikation tun würde. Ich hoffe, das passt für euch alle so. :)

    Fangen wir ganz am Anfang an.

    Es ist 2019, "Ultraleicht" und "Kamerarucksack" sind völlige Gegenteile. Und alle anderen üblichen Wege, eine Kamera mit on Trail zu nehmen, erweisen sich für mich nicht wirklich als praktikabel:

    • Ein Kameragurt um den Hals schwingt zu sehr, und über die Schulter gelegt belastet er einseitig
    • Ein Clip am Schultergurt führt zu einseitiger Belastung und lässt die Kamera vor Regen und Fels ungeschützt
    • Ein klassischer Toploader bietet zwar Schutz und bessere Belastung, hat aber ebenfalls keinen Platz für ein zweites Objektiv und ist meist nicht zuverlässig wasserdicht

    Und so führte mein Weg in Richtung MYOG ...

    Evolutionsstufe 1: Der ultraleichte Kamerarucksack mit Seitenzugriff
    Ich habe den Rucksack ursprünglich 2020 auf Reddit /r/MYOG vorgestellt.

    Ein typischer Kamerarucksack hat einen integrierten geschützten Bereich für die Kameraausrüstung, der über separate Zipper erreichbar ist (z.B. am Rücken oder an der Seite). Alternativ lässt sich ein normaler Rucksack durch separate "Internal Camera Units" (ICU) in einen Kamerarucksack verwandeln. Ich entschied mich, einen ultraleichten Rucksack zu nähen und mit einem Zipper an der Seite auszustatten, um mein ICU mit Kamera so zu erreichen. Mit der dritten Iteration war ich halbwegs zufrieden:

    Wie ihr euch vielleicht denken könnt, erwies sich auch diese Lösung als nicht ganz praktikabel. Um meine Kameraausrüstung zu erreichen, muss ich den Rucksack abnehmen und auf die Seite legen, um ihn dann von der anderen Seite öffnen zu können. Doch sowohl das Hinlegen als auch Öffnen war durch die gefüllten Seitentaschen ziemlich nervig.

    Ich habe den Rucksack 2020 genäht, aber noch nie beim Wandern eingesetzt. Dafür habe ich gelernt: Eine gute Kameratasche ist nicht nur ultraleicht, sondern ermöglicht auch schnellen Zugriff auf die Kamera!

    Evolutionsstufe 1,5:
    Ich habe diese Änderung ursprünglich 2022 im blauen Forum vorgestellt.
    Den zugehörenden Rucksack 2021 auf Reddit /r/MYOG.

    Um das Problem mit der komplizierten Öffnung zu lösen und schnelleren Zugriff zu gewähren, habe ich bei einem Tagesrucksack getestet, eine Seitentasche wegzulassen und durch einen kurzen Zipper zu ersetzen. So konnte ich den Rucksack über die Schulter schwingen, den Zipper öffnen und dadurch meine Kamera erreichen, ohne den Rucksack abzunehmen. Das war zwar ein Fortschritt, aber auch nicht die Lösung, denn für gewöhnliche nutze ich meine beiden Seitentaschen.

    Was ist denn das für ein Zelt? Sieht irgendwie aus wie das XMid, aber die Platzierung der Lüfter ist anders-?

    Ein X-Mid der frühen Generation! War beinahe fatal. Wir waren zuletzt mit dem 2P unterwegs, das Magneten für die aufgerollte Tür hat. Hab aus Gewohnheit zum Schließen der Tür gezerrt und gezerrt ... bis mir eingefallen ist, dass mein älteres 1P noch keine Magnete verwendet. ^^

    Nachdem ihr drüben im Faden zum Soonwaldsteig alle von der Nacht in der Schmidtburg geschwärmt habt, konnte ich nicht widerstehen ...

    Los ging's ab Kirn vorbei an einigen kleinen Wichtelbehausungen. Sieht aus wie bei 7 vs Wild – ein Wichtel schon abgeholt, für einen anderen kommt aber jede Rettung zu spät:

    Dann die schöne Schmidtburg im Herbst:

    Tag 2 kommt mit nebligen Aussichten daher. Keiner der Aussichtstürme lässt mich was sehen, dafür ist alles schön mystisch und ich hab Spaß, die Spinnenweben zu fotografieren:

    Meine zweite Nacht verbringe ich am Trekkingcamp Alteburg. Unter anderem ist hier auch ein Bushcrafter unterwegs, der letzte Nacht mit dem Auto bei Ellerspring war, heute die 7 km nach Alteburg ebenfalls mit Auto erledigt hat, und hier nun fleißig Feuerholz sägt. Er ruft mir zu: "Du bist so'n Ultralighter, hm?" Auf mein "Joa" fragt er verschmitzt: "Und, wie nass war dein Zelt an der Schmidtburg?" Ich sag: Naja, war halt neblig, Außenzelt nass, aber Innenzelt hab ich schön trocken separat eingepackt. Den zweiten Teil überhört er fleißig, um überlegen zu trumpfen: "Ha, also ich hab ja extra mein Tarp dabei, dass ich über mein Zelt spanne. So wird das Zelt nicht nass." Ob der Nebel nicht auch unter sein (monströses) Tarp käme? Wie auch immer, mein Bedürfnis nach Gemütlichkeit an der Feuerstelle war gesättigt – und ich wollte in der Bahn zurück eh nicht nach vier Tagen Laufen und Feuer miefen ^^

    Tag 3 bietet mir endlich einen Aussichtsturm mit etwas Sicht:

    Als der Nebel sich lichtet, ist der Weg heute aber weitaus weniger spannend. Also wird gelaufen und gelaufen, bis ich die Lauschhütte erreiche. Hier plaudere ich gemütlich mit dem zweiten Zelter, der wohl zwei Nächte zuvor gemeinsam mit einem anderem Ultralighter an der Ruine Koppenstein übernachtet hat. Ich habe die vage Vermutung, das war micha90? ^^

    Mit etwas Überbelichtung wird auch aus dem X-Boil ein fotografisches Lagerfeuer:

    Und am letzten Tag geht's nur noch bergab nach Bingen. Wieder toller Nebel! Während der Pause erkunde ich die Burg Rheinstein, dann ab zur Bahn und zurück nach Hause.

    interessiert mich das von dir genannte Klebeband auch.

    Bittesehr!

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    Hab ich auch auf Tour was von dabei. Hab gerade erst auf den Lofoten ein kleines Loch im Bonfus eines Wanderers damit reparieren dürfen ^^

    Lag aber nicht an der Verarbeitung, die sah doch sehr solide aus. :)

    York Interessante Bilder, gerade das letzte. Sehe ich das richtig, dass die Naht für die Stangen innen nicht getaped ist? Ich finde hier sieht man ganz unten sehr gut, warum das Tapen von Ultra-Nähten so empfohlen ist – und bei Nähten, die viel Kraft abbekommen, geradezu Pflicht ist. Wahrscheinlich wird das Ultra dort durch die Stangen sehr unter Spannung gesetzt und über die vielen Kilometer ist der Film auf der Stoff-Innenseite dann entlang der Nadellöcher aufgerissen. Du könntest erwägen, hier mit ein bisschen Ultra-TNT-Tape nachzubessern, falls du doch wieder mit den Stangen unterwegs bist. :)

    Vereinzelte Berichte über die Delamination von den (Ultra)-Geweben allgemein lassen mich ein bisschen zögern (allgemein, nicht Bonfos-spezifisch). Ich würde sogar zu Altbewährtem greifen, aber das gibts ja fast nicht mehr.

    Diese vereinzelten Berichte gab es zur ersten Version von Ultra. Die neue Version mit "X" hat das durch einen neuen Film und die X-Verstärkung meines Wissens gelöst. Kann sogar auch sein, dass der Klebstoff verändert wurde, aber da bin ich nicht ganz sicher. Aber beim neuen Ultra X habe ich bisher nichts von Delamination gehört.

    Ein paar Ideen:

    • Gut festhalten, Stoff per Hand mitziehen, viele Clips/Pins, auf Spannung halten?
    • Zickzacks haben ja breitere Nadellöcher, die dünnere Stoffe wohl eher einziehen könnten. Das ist aber nicht dein Problem, oder? Sonst Nadelplatte gegen die mit einem Geradstichloch tauschen.
    • Könnte bei dünnen Stoffen nicht auch zu hohe Fadenspannung zu kräuseln führen?

    bei den dicken Lagen geh ich tatsächlich zur alten Singer, die kann das )

    Damit meine Maschine nicht in Verruf gerät: Dick kann die auch – ohne zu zucken. Problematisch wurde es, als es rein rechnerisch nicht mehr unter den Nähfuß passte. Das ist dann mehr als dick. Auch da gibt es Tricks (Schaumstoff quetschen und dann den Fuß per Hand mit runterdrücken), aber danach suchst du hier ja nicht. :)

    Ich denke, die meisten nutzen nur Untertransport, weil das bei Haushaltsmaschinen üblich ist. Zusätzlich integrierten Obertransport (Lauffuß) kenne ich bisher nur von Industrie-Nähmaschinen wie z.B. Pfaff 145 oder Juki 1181. (Edit: Obertransport ist wohl üblicher als ich dachte, den anderen Kommentaren nach ... Spannend!)

    Die meisten meiner Projekte habe ich mit einer ebenfalls alten Zündapp ZR18 (Untertransport) genäht, bin dann vor allem mit zu dicken Lagen durch Schaumstoff an meine Grenzen gestoßen.

    Was genau nähst du denn und was ist das Problem? Sind die Stoffe zu glatt, um transportiert zu werden?

    Als "Hack" kenne ich eine Lage (Toiletten)-Papier drunterzulegen und später wieder rauszureißen, finde ich aber etwas friemelig ...

    Abgesehen davon gibt es diese Lauffuß-Adapter, aber damit habe ich keine Erfahrung.

    Meine größten Gear-Fails liegen auch im MYOG:

    • Skye Trail 2023, Rucksack meiner Freundin: Hab's mit meiner Haushaltsnähmaschine kaum geschafft, die Leiterschnalle für die Längenverstellung des Schultergurts vernünftig festzunähen (2 Lagen Gurtband, 8 mm Schaumstoff und 2 Lagen EPX 200). Nach ein paar Tagen unterwegs wurde "kaum geschafft" zu "nicht geschafft": auf einer Seite löste sich die Schnalle und ich durfte sie per Hand wieder festnähen. Das hat mich gelehrt, meine Konstruktionsschritte zu durchdenken: Ich kann die Schnalle auch befestigen, bevor ich den Schaumstoff einschiebe, oder den Schaumstoff einen Zentimeter früher enden lassen.
    • Skye Trail 2023, mein Rucksack: Komplett aus Ultra 200 gefertigt und ich habe mir noch keine großen Gedanken um besondere Naht-Konstruktionen wegen Seam-Elongation gemacht. Das Ergebnis: Die Oberseite meines rechten Schultergurts hat sich komplett aus der Naht gelöst (Seam-Elongation). Zum Glück hielt sich das 3D-Mesh der Unterseite wacker. Das hat mich sehr viel über die Verwendung von Ultra gelehrt – und auch, dass flexiblere Materialien an hoch beanspruchten Stellen, insbesondere Schultergurten, sinnvoll sein können. Zum Beispiel ein 210d Gridstop für den Schultergurt.
    • Fishermen's Trail, 2024: An Tag 1 starten wir in einem höllischen Regen. Meine Kameratasche hängt vor der Brust und ich möchte sie noch nicht wegpacken, bevor ich überhaupt ein Foto gemacht habe. Nach dem Regen öffne ich sie, um endlich die schäumende See zu fotografieren – und entdecke innen eine kleine Pfütze. Zwar hatte ich die meisten Nähte getapet, aber der Reißverschluss hatte mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch hier ist die Naht-Konstruktion sehr wichtig. In Verbindung mit Sand auf dem Trail habe ich mich aber so langsam vom Reißverschluss für meine Kamerataschen insgesamt verabschiedet.

    Und wenn wir von gekaufter Ausrüstung reden:

    • Wir bauen das X-Mid bei starkem Wind auf. Eine Stange steht, die zweite kommt. Eine heftige Bö kommt uns in die Quere – und schnapp!, flattert uns das Zelt um die Ohren. Eine der vier kleinen Leinen an den Ecken hat sich am Hering aufgescheuert. Jetzt ist die Frage, wer trägt die Schuld: Zelt, Hering, oder wir? Vermutlich wir, hätten im Wind besser aufbauen können. Aber auch ganz klar der gelbe Hilleberg Y-Peg, der war an der Nocke ganz schön scharfkantig.
    • Naja, und auch wir hatten schon mit dem Sawyer Micro zu kämpfen. Daraufhin den Squeeze gekauft und zuhause getestet. Auf Tour kam dann wieder die böse Überraschung ... aber das habt ihr ja schon fleißig ausdiskutiert ^^

    Ich wusste bis jetzt nicht, dass es dieses Zelt vorm X-Mid gegeben hat und bin ein bisschen perplex. Wie gut hat Durston sein Marketing im Griff, dass das nicht größer diskutiert wurde? Oder hab ich da einfach blind drübergeschaut?

    Würde Durston aber zugute halten, dass er sich sehr viel Mühe gibt, das Zelt auf seinen Produktseiten zu erklären (Marketing!). Dort bekomme ich einen sehr guten Überblick. Bei Sierra Designs wirkt es hingegen einfach wie ein Produkt von vielen – z.B. ist "Off Set Poles and Vertical Walls = 1 Person Palace" bloß ein kleiner Stichpunkt in der Produktbeschreibung, bei Durston war das immer irgendwie der kennzeichnende Punkt überhaupt.

    Persönlich find ich das X-Mid auch deutlich hübscher. Kann mir vorstellen, dass das in der Welt von Social Media und Influencer:innen der Beliebtheit auch hilft.

    Trotzdem, bis gerade hab ich echt geglaubt, das asymmetrische Design käme von Durston. Verbesserungen hin oder her, diese Legende hält er wacker aufrecht. Das stuft ihn bei mir jetzt auch runter ...