Thema Gewicht: wir sind ja hier um UL-Forum
Ich finde das Gewicht des Rads mit allem drum und dran ist durchaus relevant. Ob man irgendwo hochkurbelt, wo es steil ist oder ob man das ganze Geraffel ein Stück in unwegsamen Gelände tragen muss. Zusammen mit Werkzeug, Wasser und Essen (und ggf. Campingzeug) kommt da einiges zusammen - es lohnt sich also von Anfang an darauf zu achten, dass das Gesamtgewicht niedrig bleibt (soweit möglich, wird ja sehr schnell sehr teuer)
Thema Rahmenmaterial: ich hab jetzt alles gängige hier bei mir stehen, bis auf Titan. Stahl ist einfach Sau schwer, aber vielleicht hat sich da inzwischen etwas getan - mein altes Stahl-Trekking-Rad wird jedenfalls seit Jahren nicht mehr verwendet. Ein leichtes Rad macht mir einfach mehr Freude. Mit Alu hatte ich bisher nie Probleme. Bei Carbon habe ich die wichtigen Stellen mit Lackschutz-Folie abgeklebt. (da wo die Gurte von den Taschen sind zB). Gibt es meterweise im Autobedarf. Ich denke für das meiste, was der Normalbürger so macht, ist das Material letztlich egal. Sprich, man kann es sich einfach nach Gusto aussuchen. Dass man Stahl in aller Welt schweißen kann, wird immer erzählt. Aber wenn man einen Rahmenbruch hat, ist die Tour doch für die meisten von uns eh vorbei. Andere Dinge gehen doch sehr viel häufiger kaputt...
Thema Schaltung: die kleinen Gänge sind echt wichtig, wurde ja schon mehrfach geschrieben. Vor allem mit Gepäck und auf schlechten Wegen. Ich habe ein 34er Kettenblatt, hinten 10-52er Kassette. Das passt soweit. Dass ich bergab irgendwann nicht mehr mit treten kann (bei vielleicht ca. 40 km/h?) ist mir egal. Meine Frau hat ein XC MTB mit 1x11 Schaltung, die werden wir wahrscheinlich auf 2x11 zurückbauen, weil ihr die Berggänge mit Gepäck nicht ausreichen.
Thema Reifen: ich würde auf ausreichend Reifenfreiheit bei einem Bikepacking-Rad achten. Dann ist man flexibler in der Reifenauswahl. Dickere Reifen rollen einfach angenehmer und sicherer wenn man häufig auf wurzeligen und steinigen Waldpfaden unterwegs ist. Außerdem schleift sonst auch der Matsch schnell an Gabel und Rahmen, wenn nicht ausreichend Platz ist. Das nervt.
Gravel vs. MTB: MTB Komponenten Auswahl ist wie gesagt größer. Und es ist billiger. In deinem Preisbereich würde ich eher im Bereich MTB schauen. Gibt auch am Gebrauchtmarkt mehr Auswahl...
Das Decathlon-Rad habe ich vorgeschlagen, weil es neu im gewünschten Preisbereich liegt und dafür eine super Ausstattung bietet. Die Schaltung könnte bergauf mit Gepäck aber eng werden. Ich würde eher versuchen was gebrauchtes zu bekommen, weil man heutzutage für 1300 Euro sonst wirklich nicht viel anständiges findet. Ein einigermaßen leichtes Hardtail MTB mit akzeptabler Ausstattung und im Bereich von 10 kg kostet einfach um die 3000 Euro. Gebraucht findest du evtl. Etwas gutes zwischen 1300-1800 Euro, bekommst evtl deutlich mehr für dein Geld.