Ich lebe am Existenzmaximum. D.h. ich kann mir alles leisten was ich will. Alles. Ich will halt viele Dinge ganz bewusst und absolut nicht. Fette Kare? Die stört wirklich nur. Und ich sehe genug Menschen mit sehr fetten Autos. Eine Zumutung, im Stau stehen, um irgendwelches Carbon zu beglotzen? Weit haben wir es gebracht.
Haus im Grünen mit 2 x Indoor und 3 x Outdoor Pool, eigenem Wald? Danke, aber nein Danke, der Mörder ist immer der Gärtner, davon bräuchte man duzende.
Van Life? So eigener Sprinter mit schlag mich tot Fahrwerk, Lampensammlung, gemachtem Motor? Immer noch eine Zumutung, die Sicherheitsfirma müsste gleich hinterher fahren.
Ich lebe und arbeite in Zürich und ja, auch ich kann nur 5 Croissants am Tag fressen. Es gibt sogar ein soziales Netzwerk, vom Staat. Keine Lust irgendwas zu tun? Es gibt 800 Euro, Krankenkasse und Miete hintendrein. Und es klappt gut, wie ich natürlich nur vom Hörensagen her weis.
Da bestelle ich mir lieber irgendwelche Ausrüstung in Amiland und Japan. Computer, Handy, Uhr, Pad mit angebissenem Apfel. Lausche dem literarischen Schaffen meiner Ex und schaue meinem Mitbewohner beim Sterben zu - er hat es so gewollt, immerhin hat er in fünfzig Jahren fast 200k ausgegeben, damit es dann auch klappt. Legal, überall wo es Zeitungen und Alkohol gab. Tat wohl seinem Lebensgefühl gut, nun gibts halt eine Diagnose und häufige Besuche im Spital, Wasser abpumpen.
Längste Wanderung bisher: 1 Jahr, vom 5 Februar - 6 Dezember 2022. Im 2023 hat es mit noch auf den Hexatrek gereicht, im 2024 zu nix mehr. Im 2025 habe ich ca. 80k hereingeholt und auch wieder ausgegeben. Dafür ist nun meine Ausrüstung auch am Maximum angelangt. Man kann sich durchaus beim Quilt, der Matte und den Kleidern vergreifen. Was man braucht liegt dann zu Hause. Immerhin habe ich noch nie nach dem Zelt gegriffen und es war nicht da.
Im 2027 möchte ich natürlich gerne wiederum sehr lange wandern gehen, gerne wieder auf die Triple Crown Trails, Tschuldigung, ich bin faul und blöd, ab und zu ein Bär oder ein Schneefeld reicht mir als Stimulation schon aus, ich will nicht über gusseiserne Zeltstangen philosophieren und dann mit handgemessenen Windgeschwindigkeiten angeben, die ich natürlich mit meinem handgeeichten Windmesser 5 x in der Stunde gemessen habe.
Auch möchte ich mich nicht über ernsthafte Sicherheitslösungen unterhalten. Frau Dahlmeier hatte beispielsweise einen Garmin Mini dabei. Leider blieb ihr keine Zeit mehr, denn SOS Knopf zu drücken. Nach allem, was man heute weiss, war sie unglücklicherweise sofort tot, Steinschlag. Sie war trainiert, hatte Jahrzehnte Erfahrung, beste Ausrüstung, einfach alles.
Was lernt man daraus? Geniesse das jetzt und hier. Deshalb muss ich jetzt auch wieder raus.