Mein Testbericht des Nordisk Lofoten (ongoing)
Mit dem Tarptent Rainbow habe ich schon ein sehr gutes Zelt mit dem ich extrem zufrieden bin. Warum habe ich trotzdem das Nordisk Lofoten gekauft?
Das hat zwei offensichtliche und vier weniger offensichtliche Gründe:
- Packmaß. Beim Bikepacking ist es mir mindestens genau so wichtig wie das Gewicht.
- Gewicht. Selbst in meiner Luxus-Version (s.u.) liegt das Lofoten komplett gerade einmal bei 710 g.
- Stealth-Faktor. Farbe & geringe Höhe sind fast perfekt um nicht aufzufallen.
- Wärme. Doppelwandige Zelte sind wärmer, kleinere Zelte auch. Ein wärmeres Zelt erlaubt einen kühleren Schlafsack, der wiederum leichter ist und ein geringeres Packmaß hat. Die beiden Primär-Aspekte werden also noch verstärkt.
- Minimalismus. Mit wie wenig (Platz) komme ich aus?
- Usability. Hier hat mich insbesondere die geringe Aufbauzeit von 2 min gereizt. Andere Aspekte haben mich fasziniert, weil sie mit so wenig Material umgesetzt sind (Beispiele: überdacht kochen mit einer < 40 g Stange, Doppelnutzen der Innentasche)
Dabei bleiben die Primär- und Sekundär-Funktionen eines Zeltes, (trocken, warm & geschützt schlafen & kochen) für mich tatsächlich ebenso erfüllt wie beim signifikant voluminöseren & schwereren Rainbow. Nur eben etwas unbequemer.
Warum keine der Alternativen (Terra NovaLaser Pulse, Vango F10 Neon UL 1)?
Bei beiden sind die Gestänge-Elemente länger und werden mittels frickeligem Klett befestigt, was den Aufbau signifikant kompliziert. Bei beiden hängt die geöffnete Innentür im Dreck wenn sie nicht befestigt wird, sie brauchen mehr Heringe etc.
Schon ein oberflächlicher Vergleich liess beide für mich als deutlich unterlegen ausscheiden.
Warum habe ich mich für die Variante 1 ULW entschieden?
Der Innenraum ist durch den Überhang besser vor Regen geschützt. Der Footprint schafft einen Zwischenraum: Sauberer & trockener als draussen, aber man muss nicht so sehr darauf aufpassen wie aufs Innenzelt. Die Apside fürs kochen bei Regen ist bei dieser Variante auch größer. Schliesslich dachte ich, dass ich den Platz ausserhalb der Innentür im Zweifelsfall auch noch zur Bewegung beim packen / aufpusten etc nutzen könnte, er mir also nicht fehlen würde.
(April 2025)
Tests und erste Übernachtung im Garten mit meinem neuen Schlafsack. Ergebnis: Kuschelig. Alles was man „drinnen“ machen können muss geht.
(Juni 2025)
Bisher bin ich noch nicht ganz bei den 2 min Aufbauzeit, habe es aber beim ersten Overnighter nach einem ganzen Tag auf dem Rad auch müde, im Halbdunkel und unter stetigen Angriffen von aggressiven Mücken gut hinbekommen. Sicher auch dadurch, dass die Tür des Innenzelts bei geöffnetem Reissverschluss weitestgehend geschlossen ist, ist auch keine einzige Mücke ins Innenzelt gelangt.
Platz ist tatsächlich genau genug. In Rückenlage würden die Füße von einer weniger dicken Matte als meiner 6.4 cm Neoair profitieren. Vielleicht schiesse ich ja mal eine defekte und bügle mir eine Wide-Semi-Short-Spezialversion …
Da ich aber lieber auf der Seite schlafe war es kein Problem und meine in Größe L insgesamt wieder sehr angenehm.
(November 2025)
Ein Overnighter in der Nähe um mich weiter ans neue Zelt zu gewöhnen. Auspacken, Neoair Large aufblasen & unter mich schieben, komplett umziehen, kochen, Neoair falten, definiert einpacken. Das habe ich alles im Lofoten gemacht, war aber natürlich auf dem Rücken und im Seitstütz zeitaufwändiger & anstrengender als mit einem Zelt in dem man aufrecht sitzen kann.
Meine selbst gebauten Teile (Footprint, Mesh-Organizer, Magnetverschluss für die Tür) haben alle prima funktioniert.
Wichtiges Ergebnis für mich: Trotz feuchten 8 Grad und gelegentlichem Regen war es kuschelig. Auf einer längeren Tour kann ich mich also auch falls es mal 1-2 Tage weniger gute Bedingungen sind auf die Kombi (Lofoten & Alpkit Ultra 120) verlassen.