Was mich daran aber trotzdem stört (ich bin grosser Verfechter von OSS und dgl.), ist dass hier Freiwilligenarbeit (OSM) bzw mit Steuergeldern bezahlte und frei verfügbar gemachte Arbeit nochmals verkauft wird. Die Dienstleistung des Bereitstellens zu verkaufen, ist eine Sache. Wenn gleichzeitig aber nicht manuell eigenes Kartenmaterial dazugefügt werden kann (wie z.B. bei Locus Maps), also quasi per Design erzwungen wird, dass man fremdes, eigentlich freies von anderen aufwändig erzeugtes Material "nochmals kaufen" muss, finde ich das absolut nicht ok.
OSM ist nur ein Datensatz und noch keine Karte. Das Darstellungsmodell muss auch laufend in Schuss und weiterentwickelt werden (nur um das nochmal ins rechte Licht zu rücken). Es gibt Anbieter, die ein gratis Darstellungsmodell anbieten (open-mtb, brouter usw., meistens sind die jedoch recht dürftig. Dazu kommt noch das Routing, das sind dann meist interne Algorithmen die auch ständig weiterentwickelt werden und nicht direkt von OSM kommen.
(Beispiel: Komoot nimmt den OSM Datensatz, erstellt daraus seine eigenen thematischen Karten anhand Darstellungsmodellen, welche in-House entwickelt werden. Zusätzlich werden über Komoot weitere Daten erhoben sowie externe Daten herangezogen, und mit den OSM Daten verschnitten. Dazu kommt natürlich noch der ganze Routing-Algo).
Was Du sonst sagst ist absolut richtig, kostenlos verfügbare Daten einfach weitergeben und das hinter eine Bezahlschranke verstecken ist nicht ok. Aber das wird in diesem präzisen Fall nicht gemacht. Man zahlt nicht für die Daten selbst, sondern für deren Aufbereitung und die Zusatzfunktionen (die manche auch kostenlos anbieten, das ist aber eine andere Geschichte).
Über die Preispolitik einzelner Anbieter kann man streiten (ist z.B. der Mehrwert von Komoot wirklich 60 Euro/a Wert oder das Weltpaket einmalig 30 Euro ?).